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30.03.2004 | Autor/in: Markus Lembeck
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Britische Kanzleien sichern sich maßgeschneiderte Ausbildung

Vier Jahre nach dem Start eines gemeinsamen Ausbildungsprogramms für zukünftige Anwälte scheinen die acht an diesem Programm beteiligten britischen Großkanzleien diese Zusammenarbeit beendet zu haben.Fünf Kanzleien – Slaughter and May, Freshfields Bruckhaus Deringer, Herbert Smith, Lovells und Norton Rose – werden ab Mitte 2006 exklusiv mit dem Weiterbildungs-Unternehmen BPP zusammenarbeiten, berichtet die Zeitschrift Legal Week. BPP bietet seine Legal Practice Courses (LPC) zentral in London an. Das erwähnte, von den großen acht Kanzleien getragene Programm bietet auch in Nottingham (Nottingham Law School) und in Oxford (Oxford Institute of Legal Practice) Kurse an.
Mit einem privat finanzierten LPC bereiten sich britische Juristen nach ihrem Studienabschluss auf den Beruf des Solicitors vor. Die Kosten liegen zwischen 5.000 und 8.500 Pfund. Entsprechende Kurse gibt es unter dem Label Bar Vocational Courses (BVC) auch für diejenigen Absolventen, die Barrister werden möchten.
Es ist üblich, dass die Kanzleien den vielversprechenden Nachwuchsjuristen mit Ausbildungsverträgen ermöglichen, neben der praktischen Trainee-Ausbildung in der Kanzlei auch den LPC zu absolvieren. Bei der Auswahl der LPC-Anbieter achten sie auf einen wirtschaftsrechtlichen Schwerpunkt der Kurse.
Die Kanzlei Allen & Overy wird ab September 2006 mit dem College of Law zusammenarbeiten und ihren Trainees einen eigenen, maßgeschneiderten LPC anbieten, der „sowohl die Praxisgebiete der Kanzlei als auch die Art der von ihr unternommenen Transaktionen“ besser abdeckt, wie es in einer Presseerklärung heißt. In Deutschland bietet Allen & Overy ihren Associates ein umfangreiches internes Trainingsprogramm mit über 30 Fachveranstaltungen pro Quartal an, die nach den Gebieten „Banking/International Capital Markets“ und „Corporate/Tax“ unterteilt sind. Weitere Kurse widmen sich den Soft Skills und – länderübergreifend – dem Thema „Associate Development“.