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24.02.2004 | Autor/in: Markus Lembeck
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Acht englische Law Schools richten Zugangsprüfung ein

Anfang Februar 2004 haben acht englische Law Schools bekannt gegeben, dass sie eine gemeinsame Zugangsprüfung für ihre Undergraduate-Studiengänge einrichten werden. Der National Admission Test for Law (LNAT) findet den Plänen zufolge im November 2004 für die Bewerber des Folgejahres 2005 zum ersten Mal statt. Der Auftrag für die Durchführung der Prüfung soll ausgeschrieben und an einen externen Dienstleister vergeben werden.
Die teilnehmenden Universitäten bzw. Law Schools stammen allesamt aus den Top 20 des angesehenen Guardian-Rankings; es sind Oxford, University College London, Cambridge, Bristol, Nottingham, East Anglia, Durham und Birmingham.
Nach Berichten des Guardian basiert der LNAT auf einem US-Vorbild, dem American Scholastic Aptitude Test for Law Students (LSAT). Gerade deshalb regt sich Protest gegen die geplanten Zugangsprüfung: Amerikanische Eltern bezahlen, wenn sie es sich leisten können, ihren Kindern teure Vorbereitungskurse für diese Prüfungen. Die LNAT-Pläne könnten auch in England den Besuch entsprechender Kurse nahelegen und so Schülerinnen und Schüler aus einkommensschwächeren Schichten benachteiligen.
Dagegen betonen die acht englischen Law Schools, der LNAT werde „den Auswahlprozess verbessern und für alle Bewerber gerechter machen“. Man werde nicht Wissen abfragen, sondern grundlegende intellektuelle Leistungen überprüfen, wie die Fähigkeit der Bewerber „Textpassagen zu lesen, verstehen, analysieren und daraus logische Schlüsse zu ziehen“. In dieser Art von Test gebe es keine Benachteiligung aufgrund der sozialen Herkunft.
Der zweistündige LNAT wird aus zwei Teilen bestehen. 80 Minuten sind für Multiple-Choice-Verständnisfragen zu ausgewählten Texten reserviert, in den restlichen 40 Minuten müssen die Bewerber einen Aufsatz schreiben.
Hintergrund der Pläne ist die Unzufriedenheit vieler Universitäten mit der Aussagekraft von britischen Schulabschlusszeugnissen. (Markus Lembeck/azur-online)