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27.01.2004 | Autor/in: Markus Lembeck
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TU Dresden: Jura-Fakultät bleibt mit mindestens acht Professuren

Widersprüchliches gibt es von der Dresdner Jura-Fakultät zu berichten: Während die Universitätsleitung die Schließung des grundständigen Jura-Studiengangs bekräftigt und auf das Verbleiben der „sonstigen Lehrangebote“ hinweist, spricht der Dekan von „sachlich nicht haltbaren Plänen der Hochschulleitung“.Die Pressestelle der TU erklärt, dass die Juristische Fakultät mit acht Professuren erhalten bleibt. Studenten, die bis zum Wintersemester 2003/04 ihr Studium in Dresden aufgenommen haben, werden bis zum Staatsexamen unterrichtet und betreut. Die überzähligen Professuren werden nach und nach an die Universität Leipzig übertragen, sobald dort entsprechende Lehrstühle frei werden. Das sieht eine Vereinbarung der Universitätsleitungen in Dresden und Leipzig vor.
Für den Standort Dresden setzt man auf das Angebot im Magisterstudiengang (Nebenfach Recht), die Aufbaustudiengänge (Internationale Beziehungen; LL.M. Europäische Integration; LL.M. International Studies IP) sowie auf eine neue Struktur juristischer Ausbildungsangebote.
Der Dekan der Dresdner Juristischen Fakultät spricht allerdings von einer Mogelpackung. „Ohne einen Studiengang mit Staatsexamensabschluss, wie er vom Gesetzgeber vorgeschrieben ist, bleiben diese neuen Studienangebote beduetungslos“, so Prof. Dr. Martin Schulte in einer Presseerklärung des Dekanats. „Vor allem aber gibt es für sie auf dem Arbeitsmarkt keine Abnehmer“. Anstelle einer Rumpffakultät favorisiert er die Bildung einer „Sächsischen Juristenfakultät“, die das reguläre rechtswissenschaftliche Studium sowohl in Leipzig als auch in Dresden anbieten würde.
Die Debatte um die Schließung der Dresdner Fakultät ist jetzt ungefähr ein Jahr alt. Sie geht auf den von der sächsischen Staatsregierung beschlossenen sog. Hochschulkonsens zurück. Trotzdem haben sich zum Wintersemester 2003/04 knapp 400 Studierende in Dresden angemeldet (Leipzig: 305 Studierende im 1. Fachsemester).
Schon im April 2003 hatte der damalige Dekan Prof. Dr. Ulrich Fastenrath gegenüber „azur“ von negativen Auswirkungen für die Attraktivität des Dresdner Standorts, auch bezüglich des Lehrpersonals, gesprochen. Dekan Schulte teilte jetzt mit, dass der Sponsor eines Promotionspreises zur juristischen Nachwuchsförderung die Preisvergabe für 2004 aussetzt. (azur-online/Markus Lembeck)