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16.12.2003 | Autor/in: Markus Lembeck
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Reiserecht: Forschung und Praxis an der Universität Bielefeld

Die Arbeit der neuen Bielefelder Forschungsstelle für Reiserecht gelangte schon wenige Monate nach der Gründung in den Blick der Öffentlichkeit: Im November 2003 wurden die Eckpunkte eines Gutachtens für eine Reform des Beförderungsvertragsrecht vorgestellt wurden, das bis Januar 2004 im Auftrag des NRW-Verbraucherschutzministeriums (Ministerin Bärbel Höhn, Staatssekretär Dr. Thomas Griese) erstellt wird und in einer Gesetzesinitiative für den Bundesrat münden soll.Das Medieninteresse, das sich im Herbst für das Thema „Deutsche Bahn-Verspätungen“ entfaltet hat, ist nur ein Indiz für die Aktualität des Forschungsgebiets Reiserecht. Denn durch die Weiterentwicklung des europäischen Gemeinschaftsrechts und seine nationale Umsetzung entstehen hier immer neue Quellen für den Juristen. Auch die sehr umfangreiche Rechtsprechung trägt dazu bei, das Reiserecht zu einem komplexen Thema zu machen.
Schließlich ist das Reiserecht ein immens praxis- und wirtschaftsnahes Rechtsgebiet: Der Eisenbahn-Fernverkehr, der Flugverkehr, die Regulierung von Unfallschäden im Ausland – es ist kaum vorstellbar, dass in der mobilen Gesellschaft des 21. Jahrhunderts irgendjemand von den rechtlichen Zusammenhängen unberührt bleibt.
Insofern dürfte das Reiserecht auch in der Juristen-Ausbildung an der Universität Bielefeld von mehr als nur marginalem Interesse sein: Die internationalen Bezüge des Themas sind augenfällig, und letztendlich sind auch für den Anwalts-Alltag Mandate aus dem beschriebenen Spektrum keine Seltenheit.
Mit der Forschungsstelle für Reiserecht besetzt die Universität Bielefeld demnach eine Nische, die bei näherer Betrachtung alle Voraussetzungen erfüllt, um im juristischen Curriculum eine prominente Rolle zu spielen.
Leiter der Forschungsstelle ist Prof. Dr. Ansgar Staudinger, der im Juni 2003 den Lehrstuhl für Bürgerliches Recht, Internationales Privat-, Verfahrens- und Wirtschaftsrecht übernommen hat. Prof. Staudinger ist Nachfolger von Prof. Pfeiffer, der an die Universität Heidelberg gewechselt war, und wird in der Forschungsstelle von dem wissenschaftlichen Mitarbeiter Rüdiger Schmidt-Bendun unterstützt. (azur-online/Markus Lembeck)