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28.10.2003 | Autor/in: Markus Lembeck
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Universität Freiburg: Rudolf-Haufe-Förderpreis verliehen

Bei der Eröffnung des akademischen Jahres an der Albert-Ludwigs-Universität in Freiburg am 15. Oktober 2003 wurden zum zweiten Mal die Preisträger des mit 5.000 Euro dotierten und jährlich an der Universität ausgeschriebenen Rudolf-Haufe-Nachwuchsförderpreises geehrt. Haufe-Verleger Uwe Renald Müller überreichte im Auditorium Maximum die Urkunden und Schecks an Privatdozent Dr. Martin Schmidt-Kessel (Rechtswissenschaftliche Fakultät) und Dr. Sylvia Heuchemer (Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät), die sich das Preisgeld teilen.
Privatdozent Dr. iur. Martin Schmidt-Kessel, Wissenschaftlicher Assistent am Institut für Wirtschaftsrecht, Arbeits- und Sozialversicherungsrecht bei Prof. Löwisch, untersucht in seiner Habilitation unter dem Titel „Gläubigerfehlverhalten“ die Rechtsfragen der Kooperation zwischen Vertragsparteien rechtsvergleichend. Die Arbeit wurde von Prof. Schlechtriem betreut.
Beim Gläubigerfehlverhalten geht es vornehmlich um die Situation, dass eine Vertragspartei die ihr geschuldete Leistung der andern Seite durch unkooperatives Verhalten torpediert: Der Käufer etwa nimmt die Ware nicht an, weil er das Interesse an ihr verloren hat. Der Bauherr gewährt dem Bauunternehmer keinen Zugang zum Bauplatz. Der Mieter will vorzeitig ausziehen, der Darlehensnehmer vorzeitig zurückzahlen, der Arbeitgeber – zu Unrecht – den Arbeitsvertrag kündigen. Schmidt-Kessel kann zeigen, dass die untersuchten Rechtsordnungen Frankreichs, Englands, der Niederlande, Österreichs, der Schweiz und Deutschlands die betreffenden Fälle mit unterschiedlichen Mitteln aber weitgehend identisch lösen.
Der Rudolf-Haufe-Preis zeichnet hervorragende wissenschaftliche Leistungen von besonderer praktischer Relevanz aus. Der Verlag fördert damit bewusst den Theorie-Praxis-Transfer, ganz im Sinne seines Gründers Rudolf Haufe. (azur-online/Markus Lembeck)