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29.04.2003 | Autor/in: Markus Lembeck
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Neuer Jenaer Professor ein Experte für EU-Gesetzgebung

Prof. Dr. Stefan Leible ist neuer Lehrstuhlinhaber für Bürgerliches, Zivilprozess- und internationales Privatrecht an der Friedrich-Schiller-Universität Jena.Der in Bad Schwartau geborene Jurist studierte in Bayreuth. Bereits in seinem Referendariat, das er z. T. bei der Deutschen Handelskammer für Spanien in Madrid ableistete, stieß er auf die Problematik unterschiedlicher Regelungen in verschiedenen Mitgliedsstaaten, die grenzüberschreitende Transaktionen erschwerten oder unmöglich machten.
Bei seiner wissenschaftlichen Suche nach „Wegen zu einem Europäischen Privatrecht“ – so der Titel seiner 2001 beendeten Habilschrift – arbeitete er unter anderem heraus, welche Möglichkeiten es gibt, die verschiedenen Gesetzgebungen der fünfzehn EU-Mitgliedsstaaten zukünftig unter einen EU-Gesetzeshut zu bringen. „Es wäre unrealistisch, die traditionell gewachsenen Systeme mit einem Rundumschlag gleichzuschalten“, sagt Leible.
Seine Promotion von 1995 geriet zu einer rechtsvergleichenden Untersuchung zum „Finanzierungsleasing beweglicher Anlagegüter in Deutschland und Spanien“. Sie wurde mit zwei Preisen ausgezeichnet. Leible brachte nicht nur die Idee für sein Promotionsthema aus Spanien mit, sondern pflegt seither auch seinen Faible für Andalusien im Besonderen und Länder mit spanisch-sprechender Bevölkerung im Allgemeinen. So ist er mit einem spanischen Buch über die deutsche Zivilprozessordnung in Columbien, Nicaragua und Costa Rica bekannt geworden. „Die lateinamerikanischen Staaten wollen seit längerem ihre Zivilprozessordnung reformieren. Da die Deutsche recht modern ist, habe ich mich auf Anraten eines Freundes, der dort für die Adenauer-Stiftung tätig ist, zum Schreiben des Buches entschlossen.“ (azur-online/ML)