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28.01.2003 | Autor/in: Markus Lembeck
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Berliner Luft gut für Kanzleien-Szene

Die deutsche Hauptstadt boomt, in einer Hinsicht: Während die allgemeine wirtschaftliche Entwicklung der Stadt in den vergangenen Jahren deutlich hinter der des ganzen Landes zurückblieb, kommt der Anwaltsmarkt immer wieder durch Fusionen, Wechsel und Neugründungen in Bewegung. Vier Beispiele aus den letzten Wochen:Heuking wieder mit Büro in der Hauptstadt
Mit 15 neuen Anwälten und ebenfalls neuer Adresse in Berlin Mitte meldet sich Heuking Kühn Lüer Wojtek in der Bundeshauptstadt zurück. Sieben Partner nimmt die Kanzlei zu Beginn 2003 in Berlin neu auf.
Heuking war seit Frühjahr 2002 in Berlin nur noch mit einer Repräsentanz vertreten, nachdem das gesamte Hauptstadt-Büro zu Görg Rechtsanwälte gewechselt war.
Unter anderem wird ein Teil des bisherigen Berliner Büros von Seufert zu Heuking wechseln. Maren Stötter, Dr. Heinz Bohlen, Dr. Peter Fissenewert, Ralph Negelein und Karl-Georg Wellmann, der zugleich Mitglied des Berliner Abgeordnetenhauses ist, sollen in den Bereichen Corporate, Arbeitsrecht und Immobilienrecht für Verstärkung sorgen.
Der Berliner Standort von Seufert war 2000 aus einem Zusammenschluss der Kanzleien Müllenbrock, Koch & Conen sowie Wellmann, Dill & Partner mit der Münchner Praxis entstanden, deren Namen – Seufert – man für die überörtliche Sozietät übernommen hatte.
Differenzen über die künftige Ausrichtung hatten im Sommer zur Trennung geführt. Während der Wellmann-Teil sich nun Heuking anschließen wird, haben die Anwälte von Müllenbrock, Koch & Conen beschlossen, mit Römermann Rechtsanwälte in Hannover zu fusionieren.
Zusätzlich zu den Seufert-Partnern konnte Heuking mit Cord Henrich Heinichen und Amadeus Meiss zwei Partner für das Öffentliche Recht gewinnen. Beide kommen von Horlitz von Menges Keith.

Römermann nach Berlin: Fusion mit Ex-Seufert-Anwälten
Zum 1. Februar 2003 schließen sich Römermann Rechtsanwälte und die Kanzlei Müllenbrock, Koch & Conen unter dem Namen Römermann Rechtsanwälte zusammen. Die ehemaligen Staatssekretäre Müllenbrock (62), Jochen Koch (60) und Dr. Peter Conen hatten bis Jahresende einen Teil des Berliner Standortes von Seufert Rechtsanwälte (München) gebildet.
Römermanns Expertise bei der Beratung der Öffentlichen Hand steht seit einiger Zeit neben dem Beratungsangebot im internationalen Wirtschaftsrecht. So ist die Kanzlei seit 2001 bei einer der bundesweit größten Restrukturierungsmaßnahmen im Auftrag eines Bundeslandes aktiv. „Die Präsenz in der Bundeshauptstadt ist für uns ein wichtiger Schritt zur weiteren Entwicklung dieses ständig wachsenden Beratungsfeldes“, kommentierte Römermann die Expansion seiner Kanzlei. Dieser gehören nunmehr je fünf Anwälte in Hannover und Berlin an.
Weitere Partner in Berlin werden Lutz G. Voß, der früher als Abteilungsleiter in der Senatsverwaltung für Gesundheit und anschließend als Krankenhausrechtler bei Oppenhoff & Rädler tätig war, sowie Ioannis Zaimis mit besonderer Erfahrung im deutsch-griechischen Wirtschaftsrecht.
„Die Schwerpunkte der Beratung der Öffentlichen Hand und internationaler Unternehmen werden durch die Fusion zukünftig noch umfassender angeboten werden können“, fasst Koch als einer von drei geschäftsführenden Gesellschaftern die Zukunftsaussichten zusammen.
Die weitere Integration der Büros – die nicht als Außensozietät geführt werden, wie die Kanzlei betonte – soll von Kanzleimanagerin Dr. Rachelle Römermann u. a. hinsichtlich des Wissens- und Qualitätsmanagements vorangetrieben werden.

Kliemt mit Heuking-Partnerin nach Berlin
Die expansive Düsseldorfer Arbeitsrechtsboutique Kliemt & Vollstädt hat zum Jahresbeginn Elisabeth Müller (39) von Heuking Kühn Lüer Wojtek gewonnen. Die Arbeitsrechtlerin wird zusammen mit Dr. Jessica Ohle, die Mitte 2002 ebenfalls von Heuking gewechselt war, für Kliemt ein Büro in Berlin eröffnen. Elisabeth Müller war seit 1993 in der Kölner Heuking-Arbeitsrechtspraxis um Dr. Wilhelm Moll tätig, seit 1998 als Partnerin. Anfang 2002 war sie ins Hamburger Büro gewechselt.
Müller ist unter anderem spezialisiert auf Transaktionen, Umstrukturierungen und im Insolvenzarbeitsrecht. Sie ist außerdem Gründungspräsidentin der „European Women Lawyers Association“ und engagiert in Fragen des internationalen und europäischen Arbeitsrechts.
Kliemt & Vollstädt war im April 2002 als arbeitsrechtlicher Spin-off aus dem Düsseldorfer Büro von Clifford Chance Pünder entstanden und ist nun mit dem Neuzugang auf 13 Anwälte gewachsen.
Namenspartner Dr. Michael Kliemt zeigte sich erfreut über den hochkarätigen Neuzugang. Zu den weiteren Plänen seiner Kanzlei sagte er: „Die Eröffnung des Berliner Büros ist Teil unserer langfristigen Strategie, eine bundesweite Präsenz mit herausragenden Arbeitsrechtlern der jüngeren Generation zu etablieren.“

Fritze Paul Seelig am Kurfürstendamm
Seit Jahresbeginn verfügt FPS Fritze Paul Seelig auch über ein Büro in der Bundeshauptstadt. Die kürzlich entstandene überörtliche Kanzlei hat sich mit Teilen des ehemaligen Berliner Büro von Bender Zahn Tigges zusammengeschlossen. FPS wird künftig mit sechs Anwälten in Berlin vertreten sein, darunter der ehemalige Bender Zahn Tigges-Namenspartner und Notar Wolfgang Zahn und die ehemalige Berliner Senatorin für Justiz, Dr. Lore Matia Peschel-Gutzeit. Das Bender Zahn Tigges-Büro in der Bundeshauptstadt hatte sich im April aus dem Verbund gelöst. Der überwiegende Teil war zu (heute) Beiten Burckhardt Goerdeler gewechselt.
Gleichzeitig mit dem Zugewinn in Berlin gab FPS nun auch offiziell zum Jahresbeginn die Fusion der Kanzleiteile Fritze Paul Schmitt, des ehemaligen Hamburger Büros von Seelig & Preu Bohlig sowie eines Teams aus deren Münchner Büro bekannt. (azur-online/ML)