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17.12.2002 | Autor/in: Markus Lembeck
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Preise, Preise, Preise

Geradezu preiswütig geben sich die deutschen Universitäten zum Jahresende – kaum eine Hochschule, die nicht über die Preisverleihung an Nachwuchs-Wissenschaftler zu berichten weiß. Im folgenden eine Auswahl der juristischen Preisträger – geordnet nach Dotierung.Dr. Susanne Hähnchen, Ernst-Reuter-Preis (Freie Universität Berlin, 5.000 Euro) für die Dissertation „Die causa conditionis – Ein Beitrag zum klassischen römischen Kondiktionenrecht“. Die Ernst-Reuter-Preise, von denen pro Jahr vier vergeben werden, sind nach Angaben der Universität die höchstdotierten Dissertationspreise in Deutschland.
Dr. Julia Sommer, Umweltpreis 2002 der Viktor und Sigrid Dulger-Stiftung (Universität Heidelberg, 5.000 Euro) für ihre Doktorarbeit zum Thema „Verwaltungskooperation am Beispiel administrativer Informationsverfahren im europäischen Umweltrecht“. Die Doktorarbeit betreute Prof. Dr. Eberhard Schmidt-Assmann. Julia Sommer ist Rechtsanwältin im Frankfurter Büro von Freshfields Bruckhaus Deringer (Environment, Planning and Regulatory/EPR). Der EPR-Bereich bei Freshfields Bruckhaus Deringer umfasst nach Auskunft des „JUVE Handbuchs Wirtschaftskanzleien“ ca. 65 Anwältinnen und Anwälte und konzentriert sich am Frankfurter Standort vor allem auf das öffentliche Bau- und Planungsrecht, etwa bei großen Infrastruktur-Vorhaben.
Stefan Vogenauer, Max-Weber-Preis der Bayerischen Akademie der Wissenschaften (4.000 Euro) für seine Monographie „Die Auslegung von Gesetzen in England und auf dem Kontinent – Eine vergleichende Untersuchung der Rechtsprechung und ihrer historischen Grundlagen“. In dem knapp 1.500 Seiten schlanken Werk gelingt Vogenauer der Nachweis, dass es schon heute eine gemeineuropäische Auslegungspraxis und einen gemeinsamen Methodenkanon gibt und somit einer gemeinschaftsrechtlichen Rechtsprechung nichts im Wege steht.
Dr. Dirk Schulz, Dr. Herbert Stolzenberg-Preis (Universität Gießen, 3.000 Euro) für seine Dissertation zum Thema „Treuepflicht unter Insolvenzgläubigern“. Der Stolzenberg-Preis ist relativ neu – er wurde 2001 zum ersten Mal vergeben – und wechselt jährlich zwischen den Fachbereichen Rechtswissenschaften und Wirtschaftswissenschaften einerseits sowie Chemie und Humanmedizin andererseits.
Dr. Stefan Plötscher, Preis der Stadt Bayreuth (Universität Bayreuth, 1.000 Euro) für die Dissertation „Der Begriff der Diskriminierung im europäischen Gemeinschaftsrecht – Zugleich ein Beitrag zur einheitlichen Dogmatik der Grundfreiheiten des EG-Vertrags“. Betreuer dieser Arbeit war Prof. Dr. Rudolf Streinz, Lehrstuhl für Öff. Recht, Völker- und Europarecht.
Christian Robert Rossmann, Lovells-Preis für den Aufbaustudiengang LL.M. Eur. (Goethe-Universität Frankfurt/M., 1.000 Euro), für die Masterarbeit „Besteuerung von Zinserträgen in der Europäischen Union: Analyse der Auswirkungen auf den Finanzplatz Schweiz und dessen Bankgeheimnis“. Lovells-Partner Dr. Hanns-Christian Salger, LL.M. ist Honorarprofessor am Fachbereich Rechtswissenschaften. Im Zusammenhang mit der Preisverleihung wies er darauf hin, dass ein LL.M.-Abschluss bei Bewerbungen außerordentlich positiv gewürdigt wird. azur-online.de verzeichnet eine Reihe von deutschen LL.M.-Studiengängen unter dem Menüpunkt „Studium“ – „Hochschule“. (azur-online/ML)