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29.10.2002 | Autor/in: Markus Lembeck
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Zwei Landes-Justizminister machen sich frei

Heraus aus dem Ministersessel, hinein in den freien Beruf: Sowohl der Thüringer Justizminister Andreas Birkmann als auch der Amtskollege in Baden-Württemberg, Ulrich Goll, geben ihre Posten auf, um zukünftig als Anwälte zu arbeiten.Bereits Mitte Oktober 2002 ist der Erfurter Justizminister Dr. Andreas Birkmann (63) aus dem Landeskabinett ausgeschieden. Er ist seitdem als Partner in der Karlsruher Kanzlei Tank und Dr. Ferber tätig. Dort wird Birkmann sich auf Finanz-, Wirtschaftsverwaltungs-, Produkt- und Arzthaftungsrecht konzentrieren.
Mit der Tätigkeit in den beiden letztgenannten Gebieten kann Birkmann auf seine Erfahrungen als BGH-Richter 1986-1991 zurückgreifen: Als Mitglied des VI. Zivilsenats war er u. a. zuständig für Produkt- und Arzthaftungsrecht.
In der Thüringer Landesregierung hatte Birkmann seit 1991 verschiedene Funktionen inne, Justizminister war er seit 1999. Für sein Ausscheiden machte er laut Pressestelle des Ministeriums rein private Gründe geltend.
Ebenfalls private und familiäre Gründe nennt der Stuttgarter Justizminister Prof. Dr. Ulrich Goll (52) für seinen Abschied aus dem Amt. Schon vor Monaten habe Goll den Entschluss gefasst, seine Funktion nach sechs Jahren aufzugeben, heißt es in einer Zeitungsmeldung.
Mit dem Wechsel zu der renommierten Insolvenzkanzlei Wellensiek Grub & Partner betritt Goll Neuland, denn dem offiziellen Lebenslauf ist eine frühere Anwaltstätigkeit nicht zu entnehmen. Der promovierte Arbeitsrechtler wurde 1982 zum Professor der staatlichen Fachhochschule Ravensburg-Weingarten ernannt. Er hatte verschiedene Ämter in der Kommunal- und Landesverwaltung inne und war 1995-1996 Personalleiter beim Südwestfunk Baden-Baden. (azur-online/ML)