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Praktikum

Ein Praktikum bieten viele Kanzleien an – neuerdings häufig als Sommerkurs. Eine gute Gelegenheit, spätere Arbeitgeber kennenzulernen. Damit es aber nicht beim Sommerflirt bleibt, müssen Kanzleien und Nachwuchsjuristen über viele Jahre den Kontakt halten.

azur stellt aus einer Vielzahl von Programmen 15 besonders empfehlenswerte Angebote für Studenten vor – nicht nur die Highlights, sondern auch fachliche Schwerpunkte, Informationen zu Dauer und Ort sowie das Gesamturteil der azur-Redaktion.
 

Top-Programme in sechs Kanzleien

Weitere interessante Praktika in neun Kanzleien

Neben der richtigen Wahl des Arbeitgebers gibt es bei der Planung eines Praktikums einige wichtige Details zu beachten, um die Zeit in einer Wirtschaftskanzlei ideal in den Studienbetrieb zu integrieren und den höchst möglichen Nutzen aus ihr zu ziehen. Die wichtigsten Tipps im Überblick.

EINZEL- ODER GRUPPENPRAKTIKUM

Neben den dominierenden Einzel- und Gruppenpraktika finden sich bei einigen Kanzleien auch Mischformen. Vor- und Nachteile haben alle Praktikumstypen.

Gruppenpraktikum: „Es vermittelt einen größeren Überblick über die Sozietät und ermöglicht es den Studenten, sich intensiver mit anderen Juristen zu vernetzen“, empfiehlt Hedi Osenberg, die bei Freshfields Bruckhaus Deringer für Praktikanten zuständig ist. Und Alexander Herzog bestätigt für sein Praktikum bei Milbank: „Die Kontakte mit den anderen Referendaren und Anwälten waren schon sehr intensiv“. Jill Boecke hat für die Oppenhoff-Praktikanten einen enormen Teamgeist ausgemacht. Ein -weiterer Vorteil des Gruppenpraktikums ist meist ein intensiveres Zusatzangebot zu Soft-Skills-Schulungen. Darunter leidet unter Umständen aber die Intensität der Mitarbeit in die Fachteams.

Einzelpraktikum: In puncto intensive Mitarbeit ist das Einzelpraktikum deutlich im Vorteil, weil der Großteil der Ausbildung eng angebunden an einen Partner oder erfahrenen Associate geschieht. Kümmert sich der Mentor nicht, ist der Nutzen für den Praktikanten gleich Null – was allerdings in Kanzleien, die die Nachwuchsarbeit ernst nehmen, so gut wie ausgeschlossen ist. Der Imageschaden durch solche Ausreißer wäre zu groß. Vor allem fortgeschrittene Studenten, die sich bereits auf eine Spezialmaterie fokussieren, können aus einem Einzelpraktikum Vorteile ziehen und sich inhaltlich weiterbilden, indem sie ihren Einsatz auf ihren Studienschwerpunkt abstimmen.

DER RICHTIGE ZEITPUNKT

Wer sich zwischen verschiedenen Arbeitgebern mit unterschiedlichen Praktikanten-programmen entscheiden muss, sollte auch den idealen Zeitpunkt im Auge behalten.

Ideales Timing: Zu welchem Zeitpunkt man ein mehrwöchiges Praktikum in den Studienablauf oder noch konkreter in das Semester einbaut, will genau geplant sein. Die unterschiedlichen Organisationsformen von Praktika haben auch hier ihre Vor- und Nachteile: Für die passgenaue Einbindung in den Semesterablauf ist das Einzelpraktikum von Vorteil, weil sich der Startzeitpunkt und die Dauer individuell festlegen lassen.

Fachliche Tiefe: Die Frage nach dem richtigen Zeitpunkt stellt sich aber vor allem im Hinblick auf den Studienverlauf. Nadine Klimt, bei Allen & Overy für Praktikanten zuständig, ist überzeugt, dass bereits für Studierende der ersten Semester interessante Einsatzmöglichkeiten bestehen. Sie weist aber darauf hin, dass die Einbindung in den Arbeitsalltag einer Kanzlei umso besser gelingt, je vertiefter die Vorkenntnisse sind. Allerdings sind längst nicht alle Beratungsbereiche von Wirtschaftskanzleien auch Schwerpunkte des Jurastudiums, so dass sich die Frage der Vorkenntnisse nicht immer stellt. Im M&A etwa fangen alle Studenten bei Null an.

Hauptstudium bevorzugt: Den meisten Kanzleien geht es um eine fortgeschrittene methodische Kompetenz der Studenten für eine optimale Mitarbeit in den Anwaltsteams. Diese haben Studenten aus Arbeitgebersicht jedoch erst mit bestandener Zwischenprüfung erlangt. Nur wenige öffnen ihre Programme schon früher.

Weitere hilfreiche Informationen zum Praktikum in Wirtschaftskanzleien finden Sie in unserem Beitrag “Summer in the City” in der aktuellen Druckausgabe des azur Karrieremagazins 1/2013.