© JUVE GmbH Köln

Immobilien- und Baurecht

Top-Arbeitgeber im Immobilien- und Baurecht

Flughafen Berlin, Stuttgart 21 und die Hamburger Elbphilharmonie: Überall wo gebaut wird, wird gestritten. Wer sich außer für Jura auch für Technik und Immobilien begeistert, ist bei der Begleitung von Bauvorhaben und Immobilienprojekten richtig. azur stellt zehn attraktive Arbeitgeber vor. (Christin Nünemann, aus azur 1/2013)

Übersicht: Renommierte Berater

Immobilienwirtschaftsrecht: Deutschlands renommierteste Kanzleien

▶Clifford Chance
Freshfields Bruckhaus Deringer

▶CMS Hasche Sigle
Hogan Lovells

Gleiss Lutz
▶GSK Stockmann + Kollegen
▶Olswang
P+P Pöllath + Partners

Görg
Hengeler Mueller
Jebens Mensching
Latham & Watkins
▶Noerr.
White & Case

Allen & Overy
Ashurst
Taylor Wessing

▶DLA Piper
Mayer Brown
Orrick Herrington & Sutcliffe
SJ Berwin

 

Privates Baurecht: Deutschlands renommierteste Kanzleien

▶Kapellmann und Partner
Leinemann & Partner
SMNG

▶GSK Stockmann + Kollegen
HFK Rechtsanwälte
Redeker Sellner Dahs

▶CMS Hasche Sigle
Luther

CBH Rechtsanwälte
▶Graf von Westphalen

FPS Fritze Wicke Seelig
Hecker Werner Himmelreich
Heuking Kühn Lüer Wojtek
KNH Rechtsanwälte
Kraus Sienz & Partner

Quelle der Ranglisten: JUVE Handbuch Wirtschaftskanzleien 2012/13. Unter www.juve.de/handbuch finden Sie eine umfangreiche ­Darstellung aller im Ranking vertretenen Kanzleien in der aktuellen Fassung des JUVE Handbuchs. Die Kanzleibeschreibungen hier unterscheiden sich gegenüber dem Handbuch, weil die azur-Redaktion sie speziell für Berufseinsteiger auf­bereitet hat. Einstiegsgehälter beziehen sich evtl. auf Vorjahresangaben.

Marktführer

Clifford Chance

Standorte: Frankfurt, Düsseldorf und München
Praxisgröße: 8 Equity-Partner, 6 Counsel, 2 of Counsel, 18 Associ­ates und Transaction Lawyers
Aktuelle Top-Mandate: Aareal Bank bei Portfoliorefinanzierung; Aberdeen bei Verkauf Westendgate; E-Shelter bei Projektentwicklung eines Rechenzentrums; Hatfield Philips bei Kreditrestrukturierung; Investa bei Kauf Uferstadt Fürth; IVG bei Kapitalerhöhung; JPMorgan zu Assetmanagement Opernturm.
Cornelia Thaler (Foto, 46) ist leidenschaftliche Immobilienrechtlerin. Ihre Karriere begann sie 1994 bei Pünder Volhard Weber & Axster, die später mit Clifford Chance fusionierte. Seitdem hat die internationale Kanzlei eine starke Immobilienrechtspraxis, die Thaler seit 2011 leitet.
azur-Urteil: Kaum eine andere Kanzlei bietet ein so umfangreiches Beratungsangebot in Sachen Immobilien wie Clifford Chance. Dabei berät die Kanzlei stets namhafte Mandanten, egal ob bei Transaktionen, Finanzierungen oder Projektentwicklungen – und das auf höchstem Niveau. Auch für baurechtliche Angelegenheiten und Mietverträge ist sich das Team um Cornelia Thaler nicht zu schade. „Es gibt nichts, was sie nicht können“, sagt ein Wettbewerber über Clifford Chance, ein anderer lobt sie als „Top-Kanzlei“. Das hat seinen guten Grund. Denn anders als die meisten Großkanzleien ist das ­Immobilien- und Baurecht bei Clifford Chance kein reiner Unterstützungsbereich, sondern ein echtes Kernberatungsfeld.
Dementsprechend groß ist das renommierte Team, das von seinen über­wiegend jungen Partnern profitiert. Während das Frankfurter Büro komplexe Finanzierungen etwa für Banken und andere Kredit­verwalter sowie Investoren stemmt, baut die Praxis in München ihre Kompetenz im Green Building weiter aus. Im Übrigen stellt die Kanzlei sämtliche ihrer Wettbewerber mit einer vergleichsweise hohen Frauenquote in den Schatten: 16 Prozent der Anwälte in der Partnerschaft sind hier weiblich.
Bis ganz nach oben – wie Cornelia Thaler – schaffen es ­allerdings nur die ­wenigsten: Zuletzt ernannte Clifford Chance 2006 eine Partnerin. So loben die Associates zwar die sehr gute Ausbildung im internationalen Umfeld, bemängeln jedoch regelmäßig die trüben Partnerperspektiven, denn mehr als drei neue Partner pro Jahr ernennt die Kanzlei nur selten. Grundsätzlich besteht erst nach sieben Jahren die Chance, in den Kreis der Partner aufgenommen zu werden.
Einstiegsgehalt: 100.000 Euro plus Bonus

Kapellmann und Partner

Standorte: Mönchengladbach, Düsseldorf, München, Berlin, Frankfurt und Hamburg
Praxisgröße: 33 Partner und 37 Associates
Aktuelle Top-Mandate: Stadt Köln wegen Einsturz des Stadt­archivs; ARGE Atcost21 bei diversen Tunneln von Stuttgart 21; Flughafen München bei Terminalprojekt; Adamanta in Prozessen um Elbphilharmonie; ThyssenKrupp beim Neubau Headquarter; Ökoenergie bei Generalunternehmervertrag für Windpark.
Dr. Jan Kreikenbohm (Foto, 46) steht beispielhaft für die Entwicklung von Kapellmann. Die Kanzlei, die vor allem für ihre herausragende Kompetenz im Privaten Baurecht bekannt ist, stärkte mit dem Quereinsteiger von White & Case ihre immobilienrechtliche Praxis. So beriet Kreikenbohm zum Beispiel die Bundesrepublik Deutschland bei der Privatisierung der Vivico Real Estate.
azur-Urteil: Kapellmann ist für ihre Stärke im ­Privaten Baurecht bekannt. Deshalb ist sie regelmäßig und nahezu unbestritten an­ ­allen relevanten Projekten beteiligt. Sie unterstützt etwa die Stadt Köln im Zusammenhang mit dem Einsturz des Stadtarchivs und eine Arbeitsgemeinschaft von Bauunternehmen beim Bau von diversen Tunneln beim Bahnhofsprojekt Stuttgart 21.
Die Ausbildung der ­Associates ist dementsprechend tiefgreifend: Sie sind eng an einen Mentor gebunden, mit dem sie nach dem Vieraugenprinzip zunächst kleinere Mandate bearbeiten. Im zweiten Jahr starten sie mit dem Fachanwaltskurs Bau- und Immobilienrecht. So reifen bei ­Kapellmann die Bauspezialisten heran, die sowohl Mandanten als auch Wettbewerber schätzen.
Auch in Sachen Work-Life-Balance kann die Sozietät punkten: Die Associates arbeiten im Durchschnitt 48 Stunden pro Woche und damit deutlich weniger als der Nachwuchs in anderen Großkanzleien. Das gefällt: „Hier finde ich Arbeits(zeit)bedingungen, dir mir neben dem Berufs- auch ein ­Familienleben ermöglichen“, heißt es in der aktuellen azur-Asso­ciateumfrage. In puncto Aufstiegschancen kann der Nachwuchs ebenfalls zufrieden sein: Kapellmann betont stets, seine Partner aus den eigenen Reihen rekrutieren zu wollen. Associates loben die ­„reellen Partnerchancen“. Dass der Weg nach oben bei Kapellmann auch durch Wechsel von außen klappt, zeigt das Beispiel von Jan Kreikenbohm.
Einstiegsgehalt: 70.000 bis 80.000 Euro

GSK Stockmann + Kollegen

Standorte: München, Berlin, Hamburg u.a.
Praxisgröße: 22 Partner und 30 Associates im Immobilienwirtschaftsrecht; 16 Partner und 26 Associates im Privaten Baurecht
Aktuelle Top-Mandate: Investa bei Entwicklung eines ehemaligen Industriegeländes; Hochtief Solutions in Prozess wegen Brückenbau; mittelständischer Ölhändler bei Projekt in Hamburger Hafencity; Field Point bei Verkauf Quartier 207; Bayerische Versorgungskammer bei ­Finanzierung Silberturm; Eurohypo bei Entwicklungsfinanzierung ­eines Einkaufszentrums.
Dr. Michael Eggersberger (Foto) schwenkte um: 2004 kam er von Clifford Chance zu GSK und ­damit von einer internationalen Großkanzlei ins deutsche Geschäft. Doch in beiden Kanzleien gehören die Immobilienpraxen zu den tragenden Säulen.
azur-Urteil: Die Kanzlei zählt traditionell zu den starken Immo­bi­lien- und Baurechtskanzleien. Das beweist ihr zahlenmäßig großes Team ebenso wie ihr sehr breit gefächertes Beratungsangebot. Dabei sind die Bereiche Bau und Immobilien personell stark miteinander verzahnt.
Regelmäßig ist GSK nicht nur in der klassischen ­Baubegleitung, sondern auch bei komplexeren Projektentwicklungen in großem Umfang engagiert. Zudem hat sich das Hamburger Büro einen Schwerpunkt im ­zukunftsträchtigen Bereich erneuerbare Energien geschaffen. Dabei können die Associates sehr früh an Mandaten selbstständig arbeiten und somit Verantwortung übernehmen. „Hier kann ich mich selbst verwirklichen“, freut sich etwa ein Associate in der azur-Um­frage.
Diese Eigenständigkeit ist für GSK ­typisch: Wer Local-Partner werden will, muss zeigen, dass er bereits den Ansatz eines eigenen Dezernats hat und zudem Personal führen kann. ­Anwälte haben viele Freiheiten für die Entwicklung, müssen aber auch Verantwortung übernehmen. Gleichzeitig lobt der Nachwuchs GSK aber immer wieder für eine „kollegiale und lockere“ Arbeits­atmosphäre.
Einstiegsgehalt: bis 80.000 Euro plus Bonus bis 10.000 Euro

Die Verfolger

CMS Hasche Sigle

Standorte: Berlin, Stuttgart, München, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, Köln und Leipzig
Praxisgröße: 32 Partner und 55 Associates
Aktuelle Top-Mandate: Allianz Real Estate, Aareal Bank und Helaba bei Refinanzierung CentrO; Huk-Coburg bei Kauf Condor-Zentrale; Intercontinental Hotels im Pachtrecht; Cobra bei Bau Gasturbinenkraftwerk; Hochtief Solutions wegen Bau der Elbphilharmonie; JSK International Architekten und Ingenieure bei Neubau der Europäischen Zentralbank.
Dr. Andreas Otto (Foto, 47) ist seit 18 Jahren bei CMS ­Hasche Sigle. Das ist in dieser Kanzlei nicht ungewöhnlich. Denn wer hier einmal angefangen hat, steigt selten wieder aus. Für Andreas Otto hat sich die Treue gelohnt: Er leitet inzwischen den Fachbereich Real­ ­Estate & Public, der  nach der Zahl ihrer Berufsträger deutschlandweit der größte ist.
azur-Urteil: Die Praxis hat sich dank ihrer hohen Zahl an Partnern sehr breit aufgestellt. So berät sie sowohl beim Kauf, Verkauf und der Finanzierung von Immobilien, aber auch im klassischen Baurecht sowie bei Projektentwicklungen. Institutionelle Investoren und Hotels gehören ebenso zu ihren Mandanten wie Bauunternehmen und Architekten. Zudem ist die Praxis regelmäßig bei den wichtigen Markttrends vorne mit dabei. Sie begleitete die Versicherungstochter Allianz Real Estate bei ­ihrer ersten Immobilienfinanzierung und öffnete damit den Finanzierungsmarkt für Versicherer. Zudem ist sie beim Thema erneuerbare Energien eine kompetente Rechtsberaterin. Und auch vor Prozessen machen die CMS-Anwälte nicht Halt.
Junge Anwälte können bei CMS ­ihren Beratungsschwerpunkt entsprechend aus einer sehr breiten Palette wählen. Associates loben regelmäßig die gute Arbeitsatmosphäre in ­ihrer Kanzlei. Auch die angemessenen Arbeitszeiten sorgen für Zufriedenheit. Die Weiterbildung ihres Nachwuchses bündelt die Kanzlei an den CMS-Karrieretagen, einer zweitägigen Veranstaltung, zu der sich die Associates aller Senioritätsstufen einmal im Jahr treffen. Hinzu kommen mehrere fachliche und methodische Fortbildungen an den einzelnen Standorten. Dabei legt die Kanzlei grundsätzlich Wert darauf, dass die jeweiligen Partner ihren Associates auch die dafür notwendige Zeit für diese Fortbildungen einräumen.
Einstiegsgehalt: 80.000 bis 100.000 Euro plus Bonus bis 10.000 Euro

Noerr

Standorte: Düsseldorf, Frankfurt, Berlin, München und Dresden
Praxisgröße: 13 Equity-Partner, 7 Salary-Partner; 1 Senior Counsel und 14 Associates
Aktuelle Top-Mandate: Lone Star bei Kauf des TLG-Gewerbeimmobilienportfolios; TAG bei Kauf der TLG Wohnen; BayWa bei Verkauf von Immo­bilienpaketen; Postbank im Zusammenhang mit diversen Kredit­engagements; Zalando bei Logistikzentrum; Peek & Cloppenburg bei Weltstadthaus Wien; diverse E.on-­Gesellschaften bei anlagebaurechtlichen Schiedsverfahren.
Prof. Dr. Alexander Goepfert (Foto, 56) hat der Immobilienrechts­praxis von Noerr ordentlich Schwung ­verliehen. Vor zwei Jahren kam er von Freshfields Bruckhaus ­Deringer und setzt seitdem seine Vorstellung eines idealen Immobilienrechtsteams um: eine umfassende Betreuung der Branche, vor allem in Hinblick auf Immobilien­deals.
azur-Urteil: Wettbewerber loben Noerr für ihre Dynamik und Stärke. Zuletzt stemmte sie gleich zwei Deals rund um das bundeseigene TLG-Port­folio: Für das traditionelle deutsche Immobilienunternehmen TAG kaufte sie das Wohnungspaket, für den Private-Equity-Investor Lone Star das Portfolio mit Gewerbe­immobilien.
Dabei erwies sich die Aufstellung der Immobilienrechts­praxis als Sektorgruppe Real Estate Investment Group als enormer Vorteil. Hier arbeitete ein eingespieltes Team aus Immobilien-, Gesellschafts-, Finanzierungs- und Steuerrechtlern Hand in Hand. Denn heute gibt es kaum noch einen Immobiliendeal, der ohne die Hilfe anderer Rechtsbereiche beraten werden kann. Auch der Nachwuchs profitiert von dieser neuartigen Struktur: Die Associates der Gruppe durchlaufen eine eigene Ausbildungsreihe. Dabei wird jeder im Immobilienrecht geschult, muss aber auch einen Schwerpunkt wählen (Corporate, Finanzen oder Steuern). Auf die Fachanwaltsausbildung wird aber weiterhin großen Wert gelegt.
Generell ist Noerr bekannt dafür, dass der Partnerschaft die Ausbildung ihres Nachwuchses wichtig ist. So besteht zwischen Partnern und Associates ein enger Bezug, individuelle Förderung gilt als selbstverständlich. „Die Wissensvermittlung von oben nach unten funktioniert in vielen Fällen ganz hervorragend“, lobt ein Associate in der azur-Umfrage. Beim Thema Work-Life-Balance steht die Kanzlei allerdings zunehmend in der Kritik ihrer jungen Anwälte. Sie arbeiten in der Regel 58 Stunden und damit drei Stunden länger als der Marktdurchschnitt.
Einstiegsgehalt: 80.000 bis 95.000 Euro

Graf von Westphalen

Standorte: Hamburg, Berlin, Düsseldorf, Frankfurt und München
Praxisgröße: 48 Partner, 2 Assoziierte Partner, 6 Associates, 1 of Counsel
Aktuelle Top-Mandate: ABR German Real Estate u.a. bei Projektentwicklung und Abverkauf Eppendorfer Landstraße; Strabag laufend bei ausländischen Infrastrukturprojekten; Barceló bei Hotelneubau; GWG Gewerbeimmobilien bei diversen Schulprojekten; Helios Europe mietrechtlich; PointPark Properties laufend u.a. bei Transaktionen; Projektentwickler bei Elbdeck Hamburg.
Andrea Torka (Foto, 35) hat ihr Ziel zügig erreicht: Im Alter von nur 33 Jahren ist sie Partnerin geworden. Dabei steht sie für einen erfolgreichen Ausbau der traditionell starken baurechtlichen Praxis um Immobilientransaktionen.
azur-Urteil: Die Kanzlei glänzt mit einer hervorragenden Baurechtspraxis, die sie kontinuierlich ausbaut – sowohl personell als auch im Hinblick auf ihre Mandantschaft. Dabei ist sie vor allem dann gefragt, wenn es um die rechtliche Beratung von Projekten geht. Gleichzeitig wird die Praxis im Bereich Immobilien immer stärker und kann auch bei Immobilienfinanzierungen erste Erfolge vorweisen.
Wer gerne vor Gericht stehen möchte, ist hier ebenfalls richtig: Graf von Westphalen ist auch bei Prozessen stark. Aber nicht nur die fachliche Entwicklung der Kanzlei kann sich sehen lassen, auch die Zufriedenheit der Associates ist überdurchschnittlich hoch. In der azur-Umfrage lobt einer seinen Arbeitgeber als „wirklich guten, bei dem man sich aufgehoben fühlt“. Das hat seinen Grund, denn Graf von Westphalen hat ihre Nachwuchsförderung auf neue Beine gestellt: Im vergangenen Jahr wurde der Status des Assoziierten Partners eingeführt. Wer sich so nennen darf, wird in die Entscheidungen der Kanzlei mit eingebunden.
Generell sind die Aufstiegschancen besser als bei den meisten Großkanzleien. Auf dem Weg nach ganz oben legt die Kanzlei viel Wert auf „Training on the job“, sehr früh werden die Associates an die Mandate herangeführt und arbeiten dabei eng mit den Partnern zusammen. Dem Nachwuchs gefällt’s: Er lobt die „eigenständige Arbeit“ und „stete Übertragung von Verantwortung“.
Einstiegsgehalt: 70.000 bis 80.000 Euro

Die Newcomer

Olswang

Standorte: Berlin und München
Praxisgröße: 7 Partner, 2 Counsel und 12 Associates
Aktuelle Top-Mandate: Benson Elliot bei Kauf Speymill-Portfolio; Dundee nach Portfoliokauf auch im Assetmanagement; GSW bei Kauf Gagfah-Portfolio und bei Ausgliederung von Kabelanschlüssen; Hatfield Philips bei Restrukturierung und Verwertung diverser Finanzierungen; Art-Invest bei Kauf eines Deutsche Bank-Gebäudes; Bankkonsortium bei Entwicklung Wertheim-Areal.
Dr. Christian Schede (Foto, 48) lebt für die Immobilienbranche. Deshalb verließ er mit seinem Team 2009 die festen Strukturen von Freshfields Bruckhaus Deringer in Richtung Olswang. Er wollte etwas Neues aufbauen, Flexibilität genießen und neue Produkte für seine Mandanten finden.
azur-Urteil: Das noch junge immobilienwirtschaftsrechtliche Team legt eine rasante Entwicklung an den Tag. Wettbewerber zollen ihm dafür regelmäßig Respekt. Sowohl personell als auch im Hinblick auf ihre Mandantschaft ist Olswang auf dem Vormarsch. Dabei setzt sie sich von ihren Wettbewerbern durch eine konsequente Fokussierung auf die Immobilienbranche ab.
Diese Strategie führt zu einer engen Zusammenarbeit zwischen der Finanzierungs- und Immobilienkompetenz, denn die Kanzlei definiert sich als „ein Team für die Immobilienbranche“. Dazu passen die flachen Hierarchien, die es Associates ­ermöglichen, frühzeitig an großen ­Immobilientransaktionen mitzuarbeiten und sich einen Mandantenstamm aufzubauen. Olswang will ihrem Nachwuchs damit ein realistisches Bild des Wirtschaftsanwalts vermitteln.
Ein institutionalisiertes Ausbildungssystem gibt es abgesehen von internen und externen Seminaren allerdings nicht. Dafür entschädigt teilweise das gute Betriebsklima: In der azur-Umfrage loben die Associates die „wenig eingefahrenen Strukturen“, die „eigenständiges Arbeiten“ ermöglichen. Das junge dynamische Team legt zudem viel Wert auf Diversity und sucht gemeinsam neue Lösungen für die Immobilienbranche. Der bemerkenswerte Erfolg der Kanzlei hat aber auch seine Kehrseite: Inzwischen ist die Arbeitsbelastung hier ebenso hoch wie in Großkanzleien.
Einstiegsgehalt: 95.000 plus Bonus bis 19.000 Euro

DLA Piper

Standorte: Köln, München, Frankfurt, Berlin und Hamburg
Praxisgröße: 8 Partner, 4 Counsel und 10 Associates
Aktuelle Top-Mandate: iii bei Transaktionen; Eurohypo bei Finanzierung; NorthWest Value bei Portfoliokauf und Investmentstruktur; SEB bei Kauf ‚Das Es‘; Allianz AM mietrechtlich; Deutsche Pfandbriefbank bei Finanzierungen; LaSalle bei Transaktion.
Dr. Carsten Loll (Foto, 38) kam Ende 2010 von Hogan Lovells zu DLA Piper. Nur kurze Zeit später übernahm er dann die Leitung der deutschen Immobilienrechtspraxis – und seitdem geht es steil bergauf. Die Kanzlei hat es ihm zu verdanken, dass die deutschen Immobilienrechtler nun zunehmend vom internationalen Netzwerk profitieren.
azur-Urteil: DLA Piper arbeitet sich kontinuierlich und in nahezu allen Bereichen des Immobilienwirtschaftsrechts nach oben. So holt sie nicht nur in der klassischen immobilienrechtlichen Betreuung kräftig auf, sondern auch bei der Begleitung von Finanzierungen. Zudem werden die Verbindungen zu DLA-Immobilienrechtlern in anderen Ländern immer enger.
Hier nutzt die Kanzlei ihr weites internationales Netzwerk optimal aus, sodass der Nachwuchs von Anfang an bei internationalen Mandaten bzw. drei Monate in einem ausländischen Büro mitarbeiten kann. Das schätzen die jungen Anwälte: „Spannendes internationales Umfeld, ständiger Austausch mit internationalen Kollegen“, heißt es etwa in der azur-Associ­ateumfrage.
Trotzdem hat DLA Piper bei der Nachwuchsförderung im Vergleich zu anderen Großkanzleien noch einiges aufzuholen, was sie nun aber konsequent angeht: Seit dem Frühjahr 2012 gibt es ein mehrstufiges Ausbildungsprogramm, das für alle Associates verpflichtend ist. Viel mehr als auf Theorie setzt die Kanzlei noch auf aktive und frühzeitige Einbindung in die Mandate. Wer Learning-by-doing liebt, ist hier richtig.
Einstiegsgehalt: 85.000 bis 95.000 plus Bonus bis 20.000 Euro

Berwin Leighton Paisner

Standorte: Frankfurt und Berlin
Praxisgröße: 5 Partner, 1 of Counsel und 9 Associates
Aktuelle Top-Mandate: Allianz Real Estate bei Kauf von Q207; Hansainvest bei Kauf Four Elements; RREEF bei Kauf einer Immobilie in Frankfurt; Dexus bei Logistikverkäufen; laufend Hatfield Philips.
Dr. Fabian Hartwich (Foto, 35) schnuppert Gründerluft. Denn als sein Partner Ende 2011 Linklaters den Rücken kehrte, ging der junge Associate mit in die neue deutsche Niederlassung der britischen Kanzlei. Für Fabian Hartwich bedeutete der mutige Schritt den Wechsel in die Partnerschaft.
azur-Urteil: In Großbritannien zählt Berwin Leighton Paisner zu den stärksten Immobilienkanzleien. Nun will sie mit eigenen Büros in Frankfurt und Berlin auch in Deutschland durchstarten. Dafür holte die Kanzlei ein junges, wendiges Team, zu dem eine starke Gruppe ehemaliger Linklaters-Anwälte zählt, und das seit den Büroeröffnungen 2012 dynamisch wächst. Die Associates arbeiten hier an großvolumigen namhaften Mandaten mit und können früh ­Verantwortung übernehmen: Kleinere Transaktionen werden immer wieder allein in die Hände von Senior Associates gelegt. Denn es sind vor allem Käufe und Verkäufe von Immobilien, die das Team an seine Kapazitätsgrenzen bringen.
Dennoch will BLP nicht um jeden Preis wachsen, sondern legt viel Wert auf eine ­richtige Personalauswahl. Dabei kommt es den Partnern beispielsweise auf Teamfähigkeit an. Und das zahlt sich aus: Die lockere und angenehme Arbeitsatmosphäre in dieser Kanzlei ist durchaus außergewöhnlich.
Einstiegsgehalt: keine Angaben

Unternehmen

Deutsche Bahn

Standorte: Berlin (Sitz der Rechtsabteilung), Frankfurt und 13 weitere Standorte
Größe und Einsatzmöglichkeiten: Bei der Deutschen Bahn arbeiten 455 Volljuristen, 165 von ihnen in der Rechtsabteilung. DB-Juristen sind stark im operativen Geschäft vertreten. Sie sind in die alltäglichen Abläufe der DB integriert und können dort Entscheidungen mit vorbereiten, mitgestalten und Führungsaufgaben wahrnehmen.
azur-Urteil: Die Rechtsabteilung der Deutschen Bahn ist in mancherlei Hinsicht vorbildlich. Sie versteht sich als Dienstleister und spricht deshalb von den Abteilungen und Gesellschaften im Konzern als Mandanten – damit unterscheidet sie sich kaum von einer externen Kanzlei. Auch beim Thema Frauen nimmt die Deutsche Bahn eine Vorreiterrolle ein: Der Frauenanteil liegt bei 38,8 Prozent, die Rücksichtnahme auf familiäre Situationen ist in einer Konzernbetriebsvereinbarung geregelt.
Das goutieren die Mitarbeiter in der azur-Associateumfrage. Bei der Deutschen Bahn gibt es ein „tolles Arbeitsklima und gute Work-Life-Balance“, heißt es dort. Dennoch ist die Arbeitsbelastung nicht zu unterschätzen. Denn selbst wenn hier durchschnittlich weniger gearbeitet wird als in anderen Rechtsabteilungen, gibt es immer wieder zeitkritische Projekte, die die Belastung nach oben treiben. Baurechtlich hat die DB ebenfalls einiges zu tun: Sie ist etwa mit dem Bahnhofsprojekt Stuttgart 21 und zahlreichen Streckenneubauten quer durch die Republik gut beschäftigt. Kanzleien loben dabei regelmäßig die bemerkenswerte Professionalität der DB-Rechtsabteilung.
Einstiegsgehalt: ca. 50.000 plus Bonus