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31.01.2017

Wissenschaft: DFG verlängert Förderung für juristische Informationsdienste

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat die Förderung für zwei juristische Fachinformationsdienste verlängert. Neben dem Fachinformationsdienst Kriminologie an der Universität Tübingen erhält auch der „FID Recht“ an der Staatsbibliothek Berlin weitere drei Jahre Unterstützung.

Bis Ende 2019 wollen die Berliner die Gestaltung ihres Wissenschaftsdienstes abschließen. Dazu gehört ein verbessertes Serviceangebot, etwa ein überregional zugänglicher Lizenzraum für hochspezialisierte elektronische Zeitschriften und Datenbanken, für einen definierten Teilnehmerkreis.

Das deutsche und ausländische Recht zählt seit Jahrhunderten zu den Sammelschwerpunkten der Staatsbibliothek. Die Bibliothek verfügt nach eigenen Angaben über die größte Universalsammlung juristischer Quellen und rechtswissenschaftlicher Forschungsliteratur in Deutschland, nämlich 1,25 Millionen Bände an Druckschriften, darunter 230.000 Werke im historischen Bestand.

Inhaltlich fußt der Ausbau des FID Recht auf Empfehlungen des Wissenschaftsrates. Dieser hatte in seinem Leitbild „Perspektiven der Rechtswissenschaft“ die Aufwertung der juristischen Grundlagenfächer, die Förderung der Interdisziplinarität rechtwissenschaftlicher Forschung sowie deren stärkere Internationalisierung gefordert. Darauf und auf die Rückmeldungen der Benutzer aus der Wissenschaft hat der FID Recht reagiert und neue strategische Handlungsfelder identifiziert. Dazu gehören die nutzungsgesteuerte Erwerbung, der Relaunch der Virtuellen Fachbibliothek Recht, zielgruppenspezifische Beratungsangebote zum Open-Access-Publizieren oder der Aufbau von Infrastrukturen für juristische Wissenschaftsblogs.

Auch die Tübinger Wissenschaftler setzen auf Digitalisierung. Ein Kernangebot des dort angesiedelten Informationsdienstes ist „KrimDok“, die einzige frei im Netz verfügbare kriminologische Datenbank. Sie soll bis 2019 weiter ausgebaut werden. In diesem Zusammenhang ist vor allem die Integration elektronisch verfügbarer Dokumente und Materialien im Volltext geplant, um der Forschung einen schnellen und nachhaltigen Zugang zu den für sie relevanten Informationen zu ermöglichen. Die Förderung für die neue Projektphase liegt bei rund 630.000 Euro. (Markus Lembeck)