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25.11.2016

Mehr Geld: Clifford, CMS und Hogan Lovells erhöhen die Associate-Gehälter

Die Gehaltsspirale dreht sich weiter: Mit Clifford Chance, CMS Hasche Sigle und Hogan Lovells erhöhen drei große Kanzleien ihre Gehälter für Associates in Deutschland. Clifford zahlt ab dem neuen Geschäftsjahr zum Mai 2017 ihren Berufseinsteigern einheitlich 120.000 Euro. Hogan Lovells erhöht mit dem Jahreswechsel auf eine Bandbreite zwischen 100.000 bis 110.000 Euro. Ab dem Zeitpunkt bekommen Berufseinsteiger bei CMS 100.000 Euro – das ist zwar keine Höchstmarke, aber erstmals zahlt sie damit kanzleiweit ein einheitliches Gehalt.

Peter Dieners

Peter Dieners

Seit 2008 hatte Clifford am Einstiegsgehalt von 100.000 Euro festgehalten, wobei bisher ein Bonus ab dem ersten Jahr hinzukam. Zuletzt war die Kanzlei allerdings in Deutschland unter Druck geraten, denn in London erhöhte sie – ebenso wie Freshfields Bruckhaus Deringer – die Einstiegsgehälter massiv, strich dafür aber die Boni im ersten Berufsjahr. Bonuszahlungen fallen auch in Deutschland in den ersten drei Jahren weg, werden aber ab dem vierten Jahr wieder gezahlt. „Mit der Erhöhung in London hat die Entscheidung in Deutschland nichts zu tun“, sagte Managing-Partner Dr. Peter Dieners. „Wir wollen im Wettbewerb um die besten Talente auf Augenhöhe agieren können.“

Für ihre First-Year-Associates hebt Clifford die Gehälter am deutlichsten an: Künftig verdienen sie 20.000 Euro mehr als Berufseinsteiger im Vorjahr. Im zweiten Jahr erhalten sie 15.000 Euro mehr, nämlich 125.000 Euro, im dritten Jahr 10.000 Euro mehr und kommen damit auf 130.000 Euro. Die Gehälter für das vierte (140.000 Euro) und fünfte Jahr (150.000 Euro) bleiben gleich. Mit ihrem Einstiegsgehalt spielt Clifford nun wieder in einer Liga mit Wettbewerbern wie Freshfields, Allen & Overy, Linklaters und White & Case.

Hogan Lovells erhöht auch Counsel-Vergütung

10.000 Euro mehr gibt es ab Jahresbeginn auch bei Hogan Lovells: Mit einem Festgehalt von maximal 110.000 Euro für Berufseinsteiger gehört sie zwar nicht zur Spitzengruppe. Allerdings ist bereits im ersten Jahr ein Bonus von bis zu 15.000 Euro möglich, weshalb auch bei Hogan Lovells First-Year-Associates 125.000 Euro am Ende mit nach Hause nehmen können. Im zweiten Jahr ist die Bandbreite mit einem Gehalt zwischen 109.000 und 117.000 Euro geringer. Das Gehalt steigert sich jährlich, bis schließlich im sechsten Jahr 150.000 bis 155.000 Euro fällig werden. Auch die Counsel bei Hogan Lovells können sich über höhere Gehälter freuen. Im Zuge dieser Maßnahme erhöhte die Kanzlei ebenfalls ihre Gehälter um 10.000 Euro.

Revolution bei CMS

CMS greift zukünftig für alle Associates tiefer in die Tasche – selbst wenn sie mit den UK- und US-Kanzleien nicht mithalten kann. Bisher gab die Kanzlei die Bezahlung ihrer Associates immer in Gehaltsbändern an. Dieses lag für Berufseinsteiger zuletzt zwischen 80.000 und 100.000 Euro plus Bonus. Diese Bänder standen in der Vergangenheit vielfach in der Kritik, denn es galt als offenes Geheimnis, dass längst nicht alle Associates in den Genuss der Maximalgehälter kamen. Vor allem an den ostdeutschen Standorten lag das Gehaltsgefüge niedriger als etwa in Frankfurt oder München. Künftig werden die Berufseinsteiger einheitlich mit 100.000 Euro vergütet, unabhängig von Standort und Zusatzqualifikation – ein absolutes Novum für die nach Zahl der Rechtsanwälte größte Kanzlei in Deutschland.

Hubertus Kolster

Hubertus Kolster

„Wir freuen uns, mit den neuen Gehältern ein einheitliches und transparentes Vergütungsmodell sowohl intern als auch am Markt zu haben“, sagte CMS-Managing-Partner Hubertus Kolster. „Den Wettlauf der Wettbewerber um das höchste Einstiegsgehalt haben wir bewusst nicht mitgemacht, da wir überzeugt sind, dass neben einer leistungsgerechten Bezahlung auch die inhaltliche Arbeit sowie die Atmosphäre, die fachliche, vielfältige Ausbildung und die Karriereperspektiven wichtige Entscheidungskriterien für die Berufseinsteiger sind.“

Im zweiten Jahr stockt CMS das Gehalt für ihre Associates um 5.000 Euro auf, im dritten Jahr dann um weitere 5.000 Euro auf 110.000 Euro Festgehalt. Zudem sind Bonuszahlungen von bis zu 10.000 Euro im dritten beziehungsweise bis zu 20.000 Euro im vierten Jahr möglich. Bis zum fünften Berufsjahr bleibt es dann bei 110.000 Euro, zuzüglich Bonus von bis zu 30.000 Euro. Hinzu kommt für alle Associates die Möglichkeit, für besondere Leistungen in einem Jahr einen zentralen Managementbonus zu erhalten. (Eva Flick, Geertje de Sousa)

Wie viel Associates aktuell in mehr als 300 Wirtschaftskanzleien in Deutschland verdienen können, lesen Sie unter www.azur-online.de/geld

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