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Lernen am lebenden Objekt: Universität Hannover eröffnet Legal Clinic
31.08.10 - Hannoveraner Jurastudenten können künftig schon während des Studiums praktische Erfahrung als Rechtsberater sammeln. Erstmalig zum kommenden Wintersemester organisiert die Universität eine „Legal Clinic“, in der angehende Juristen ab dem dritten Semester rechtshilfesuchende Kommilitonen aus allen Fakultäten beraten.
Neben praxisorientierter Problemlösung und Argumentation können sich die freiwilligen Teilnehmer so auch Routine im „Verhalten bei den Mandantengesprächen, Fristenverwaltung, Aktenführung und selbständiges Zeitmanagement“ aneignen, erläutern die Organisatoren. Die Beratung findet unter Anleitung zugelassener Rechtsanwälte statt.
Den Zeitaufwand pro Teilnehmer beziffert die Fakultät mit drei Semesterwochenstunden. Nach Am Semesterende erhalten die Studenten ein Teilnahmezertifikat. Während der vorlesungfreien Zeit werden zusätzlich vierwöchige Praktika in der juristischen Ambulanz angeboten.
„Legal Clinics“ zählen vor allem in den USA zum festen Inventar zahlreicher Law Schools. Amerikanische Hochschulen beteiligen sich häufig auch an lokalen Pro-Bono-Netzwerken, die kostenfreie oder stark rabattierte Rechtsberatung für Mittellose anbieten. In Deutschland ist die Initiative der Hannoveraner Juristen bislang einzigartig. (NP)
Good Governance: Universität Rostock startet interdisziplinäres LL.B.-Programm
31.08.10 - Großes hat sich die Universität Rostock vorgenommen: „Wir wollen den universitären Anspruch an die Juristenausbildung erhöhen“, erläuterte der Dekan der juristischen Fakultät, Professor Dr. Wolfgang März, die Einführung des „LL.B. Wirtschaft, Gesellschaft, Recht – Good Governance“ zum Wintersemester 2010/11.
Mit insgesamt vier Jahren Dauer umfasst das Programm zwei Semester mehr als bei Bachelor-Studiengängen üblich. Neben juristischen Inhalten sollen in dieser Zeit auch umfangreiche interdisziplinäre Kenntnisse vermittelt werden. Nach Angaben der Universität waren zwei Wochen nach Beginn der Immatrikulationsfrist bereits über 100 Studenten angemeldet. Das Programm ist nicht zulassungsbeschränkt.
Die Ausbildung gliedert sich in drei konsekutive Blöcke. In ihrem ersten Studienjahr sollen die Teilnehmer neben dem juristischen Propädeutikum auch Einblicke in Volkswirtschaft, Soziologie, Politikwissenschaft und Philosophie erhalten. Darauf folgt ein viersemestriger ‚Elementarblock‘, der Kernkompetenzen im Zivilrecht und Öffentlichen Recht vermittelt. Strafrechtliche Inhalte abseits des Wirtschaftsstrafrechts bleiben dagegen weitgehend ausklammert. In den letzten beiden Semestern stehen drei interdisziplinäre Vertiefungsrichtungen – Unternehmen und Privatwirtschaft, Globalisierung und Internationale Beziehungen oder Staat, Wirtschaft und Verwaltung – zur Auswahl.
Mit diesem Angebot zielt die Universität nach eigener Definition auf „Schulung und Ausbildung einer juristisch ausgebildeten Persönlichkeit, die in einer konkreten (privaten, unternehmerischen, öffentlichen oder internationalen) Gemeinschaft oder Organisation in der Lage ist, verantwortlich und kreativ eine kompetente Führungsrolle zu übernehmen“.
Dass die Studenten im Anschluss das Erste Staatsexamen ablegen, ist beim Good Governance-LL.B. genauso wenig vorgesehen wie bei anderen juristischen Bachelor-Studiengängen. Als weiterführendes Angebot vor Ort plant die Rostocker Hochschule ein LL.M.-Programm im Maritimen Wirtschaftsrecht. Der Starttermin ist noch offen.
Ihren bislang angebotenen, sechssemestrigen Bachelor-Studiengang „Öffentliches Recht“ stellt die Universität zum kommenden Wintersemester ein. Die Einschreibung zum klassischen Jurastudium ist in Rostock seit 2007 nicht mehr möglich; Volljuristen bildet in Mecklenburg-Vorpommern seitdem nur noch die Universität Greifswald aus. (NP)
Universität Halle-Wittenberg: Angebot zum Migrationsrecht
27.07.10 - Die Universität Halle-Wittenberg bietet Juristen im Hauptstudium ab dem kommenden Wintersemester den Schwerpunkt Migrationsrecht an.
Dem Thema am Kreuzungspunkt von Sozial- und Einwanderungsrecht, Menschenrechtsfragen und internationalem Wirtschaftsrecht sind mehrere neue Lehrveranstaltungen gewidmet. Zusätzlich können Teilnehmer Verwaltungspraktika im Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) absolvieren.
Initiiert wurde der Schwerpunktbereich von Öffentlich-Rechtler Professor Dr. Winfried Kluth, der zu den Herausgebern des Handbuch Zuwanderungsrecht zählt und bereits seit einiger Zeit zu diesem Thema lehrt. In den Schwerpunkt integriert werden die seit Herbst 2009 angebotenen Vorlesungen „Deutsches und Europäisches Aufenthaltsrecht“ und „Arbeitsmarktzugangs- und Asylrecht“. Zu den Dozenten gehört unter anderem ein ehemaliger Abteilungsleiter im Bundesinnenministerium, der am Zustandekommen der entsprechenden EU-Richtlinien beteiligt war. (NP)
wcms.uzi.uni-halle.de/download.php?down=16275&elem=2348668
Hilf Dir selbst: Förderstiftung und EU-Auszeichnung an der Universität Augsburg
27.07.10 - Mit einem Festakt wurde in Augsburg am 22. Juli die Stiftung der Freunde und Förderer der Juristischen Fakultät (JUSTA) gegründet. Den Vermögensstock von 50.000 Euro stellten 24 Professoren, Dozenten, Emeriti und Alumni der Hochschule mit dem Ziel zur Verfügung, „personelle wie sachliche oder räumliche Kapazitäten zu verbessern“. Als erstes Projekt will die Stiftung den nun anstehenden Bau eines neuen Seminargebäudes unterstützen.
Schon Anfang Juli erhielt Mitstifter Professor Dr. Thomas Möllers, Inhaber des Lehrstuhls für Bürgerliches Recht, Europarecht, Wirtschaftsrecht, Rechtsvergleichung und Internationales Privatrecht, den „Ad Personam Jean Monnet Chair“ der Europäischen Union. Die Auszeichnung, mit der insgesamt 45.000 Euro Fördergeld über drei Jahre verbunden sind, wurde Möllers für sein langjähriges Engagement in der rechtswissenschaftlichen Forschung mit Bezug zur europäischen Integration verliehen.
Der international vernetzte Hochschullehrer hatte unter anderem eine Datenbank zum Europäischen Gesellschafts-, Kapitalmarkt- und Wettbewerbsrecht aufgebaut, die er mit Hilfe der Fördersumme nun „im Sinne einer Vertiefung vertikaler und horizontaler Rechtsvergleichung“ erweitern möchte. Bereits 2005 war Möllers für außergewöhnliche Leistungen im Europäischen Wirtschaftsrecht mit einem Jean Monnet-Lehrstuhl der EU belohnt worden; diese mit 30.000 Euro dotierte Auszeichnung ist Voraussetzung für einen „Ad Personam“-Lehrstuhl. (NP)
www.jura.uni-augsburg.de/fakultaet/lehrstuehle/moellers/materialien
Hessen: Stiftung prämiert Arbeit zur Bachelor- und Master-Diskussion
29.06.10 - Ende Mai 2010 wurde der mit 5.000 Euro dotierte „Preis der Stiftung der Hessischen Rechtsanwaltschaft“ an Jan Ischdonat überreicht. Die gemeinnützige Stiftung, die 2007 von der Frankfurter Anwaltskammer gegründet worden war, hatte 2009 alle an hessischen Universitäten eingeschriebenen Jurastudentinnen und Jurastudenten zu einem Wettbewerb aufgerufen.
Die Stiftung fragte nach Arbeiten zum Einfluss des Bologna-Prozesses auf die Juristenausbildung in Deutschland. Professor Dr. Joachim Zekoll, Inhaber des Lehrstuhls für Zivilrecht, Zivilprozessrecht und Rechtsvergleichung an der Goethe-Universität Frankfurt, sichtete die Beiträge.
Vor dem Hintergrund des Bologna-Prozesses und ausgehend vom gegenwärtigen Jurastudium analysiert die preisgekrönte Arbeit die aktuellen Reformmodelle zur Einführung einer Bachelor- und Master-Struktur in der deutschen Juristenausbildung. Ischdonat systematisiert die vielfältigen Reformvorschläge und erläutert die wesentlichen konzeptionellen Grundlagen. So können die Vor- und Nachteile der unterschiedlichen Reformmodelle näher beleuchtet werden. Abschließend werden Überlegungen zur Reform des juristischen Vorbereitungsdienstes einbezogen.
Jan Ischdonat, 1979 in Hamburg geboren, studierte Rechtswissenschaften an der Universität Passau. Den juristischen Vorbereitungsdienst und das Zweite Staatsexamen absolvierte er in Berlin. Seit 2008 ist er Promotionsstudent und wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Goethe-Universität bei Professorin Dr. Brigitte Haar. (ML)
Selbsttest: Soll ich Jura studieren?
25.05.10 - Die Universität Hannover bietet Studieninteressierten ab sofort ein Self-Assessment an.
Geplant ist ein Selbsttest für alle Studienfächer. Zum Beginn des Programms gibt es Testmöglichkeiten für Wirtschaftswissenschaft, Religion und Jura. Das juristische Testverfahren trägt de Namen „testjurSELF“.
„Sie lernen in testjurSELF den Dekan und Studierende der Fakultät kennen“, heißt es auf der Website. „Sie setzen sich mit Erwartungen und Anforderungen zum Studium auseinander.“ Letzteres ist das Kernelement des Selbsttest. Der (Selbst-)Tester bewertet anhand vorgegebener Themen seine Erwartungen an ein Jurastudium. Dabei geht es nicht nur um das tatsächliche oder vermeintliche Wissen über Studienablauf und –inhalte, sondern auch um persönliche Themen wie die Einschätzung der eigenen Leistungsfähigkeit und befürchteten Auswirkungen eines anstrengenden Studiums auf das Privatleben.
In der Auswertung, die jeder Teilnehmer direkt online ansehen kann, werden die Antworten des Testers mit den Antworten von Universitätsangehörigen verglichen. Je häufiger die eigenen Erwartungen mit denen der Referenzantworten auf einer Linie liegen, desto realistischer hat der Tester das Jurastudium eingeschätzt. Welche Schlussfolgerungen er daraus zieht, bleibt ihm überlassen.
Zu dem Anliegen der Hannoveraner Universität passt die Geschäftsidee eines Hamburger Juristen. Sebastian Schilling will unter der Firma „Headstarter“ Schüler mit einem Intensivkurs auf das Jurastudium vorbereiten. Er selbst hat an der Bucerius Law School das erste Staatsexamen abgeschlossen und bietet während eines fünftägigen Kurses in den Sommerferien Abiturienten eine intensive Vorbereitung auf das Studium an. „Weißt du wirklich, was dich erwartet?“ lautet die mahnende Frage auf der Headstarter-Website. Wie die Hannoveraner Uni auch will Schilling den Teilnehmern auf die Sprünge helfen, ob Jura das Richtige für sie ist. Außerdem geht es um das Kennenlernen von Gesetzen und von Klausursituationen. (ML)
www.selbsttest.zsb.uni-hannover.de
www.headstarter.de
Heilbronner Privathochschule startet LL.M.-Programm für Unternehmensjuristen
27.04.10 - Die German Graduate School of Management and Law (GGS) in Heilbronn will ab Oktober 2011 Unternehmensjuristen per Masterstudiengang ausbilden. GGS-Professor Dr. Jochen Deister, der von 2001 bis 2007 selbst als Inhouse-Anwalt tätig war, gab Ende März die Einrichtung eines eigenen Instituts für Syndikusanwälte bekannt.
Zunächst sollen dort Vorträge, Workshops, Seminare und Summer Schools veranstaltet werden. Darüber hinaus kündigte die GGS an, das Unternehmensjuristentum praxisorientiert und interdisziplinär erforschen und dabei mit „internationalen Hochschulen“ kooperieren zu wollen. Der geplante Masterstudiengang soll sich an Rechtsreferendare, Assessoren, Rechtsanwälte und Bachelor-Absolventen wenden.
Aufbau, Inhalte und Gebühren wurden bisher nicht präzisiert. Seit 2006 bietet die GGS allerdings bereits einen berufsbegleitenden, 18- bis 24-monatigen Masterstudiengang „Business Law“ in englischer Sprache an, der pro Teilnehmer 18.000 Euro kostet. Als Dozenten für das geplante Syndikus-LL.M.-Programm führt die Privathochschule verschiedene Hochschullehrer, Kanzleiberater und Anwälte aus Wirtschafts- und Prozessführungskanzleien auf.
Trägerin der GGS, die bis 2009 als Heilbronn Business School firmierte, ist die Neckarsulmer Dieter Schwarz Stiftung, Muttergesellschaft der Einzelhandelsketten Lidl und Kaufland. Dem ständigen Lehrpersonal der GGS gehören neben einigen Wirtschaftswissenschaftlern drei Rechtsprofessoren und eine Juradoktorandin an. (NP)
Im Internet: www.ggs.de/main/index.php
Mediation: Neues Studienangebot in Potsdam
27.04.10 - Noch bis zum Ende des Monats können sich Interessenten für ein Zertifikatsstudium Mediation anmelden, dass bereits im Sommersemester an der Universität Potsdam beginnt.
Der berufsbegleitende Studiengang ist auf drei Semester angelegt und soll sowohl im Sommer- als auch im Wintersemester beginnen. Am Universitätsstandort Griebnitzsee finden pro Semester vier Blockveranstaltungen statt, nach erfolgreichem Abschluss erhalten die Absolventen ein Zertifikat als Mediator/Mediatorin. Die Teilnahmekosten betragen 2.875 Euro.
Neben den rechtlichen Fragen stellen die Dozenten auch die sozialen, psychologischen und kommunikationstheoretischen Grundlagen dar, die für eine sinnvolle Konfliktbewältigung notwendig sind. Die akademische Leitung liegt bei Professorin Dr. Dorothea Assmann vom Lehrstuhl für Deutsches und Europäisches Zivilrecht und Zivilprozessrecht. (ML)
Im Internet: http://www.uni-potsdam.de/mediation/
Die Kanzlerin sagt Ja: Neues zum Bachelor im Jurastudium
30.03.10 - Die Bundeskanzlerin Angela Merkel hat bereits im Februar auf einer Veranstaltung des RCDS die vollständige Einführung des Bachelor-/Master-Abschlusses für das Jurastudium gefordert. Bei aller Besonderheit der Juristen, die Merkel mit einem ordentlichen Schuss Ironie erwähnte, sollten auch diese von besserer internationaler Mobilität und gestrafften Lehrplänen profitieren können Wenn man bei diesem Thema allerdings Einigkeit in der Bundesregierung erwartet, liegt man falsch. Die Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger betonte zur gleichen Zeit den hohen Wert der Staatsexamina. „Ich bin skeptisch, ob sich unser hoher Standard bei einer Ausdehnung des Bologna-Prozesses halten ließe“, sagte sie in einem Interview. „Wir sollten deshalb überlegen, wie die deutsche Juristenausbildung unabhängig vom Bologna-Prozess noch besser werden kann.“
Im Herbst 2008 hatten die Justizminister der Bundesländer eine grundlegende Studienreform auf die lange Bank geschoben. Bis 2011 wolle man die Angelegenheit weiter prüfen. In diesen Stillstandsbeschluss integrierten die Landesminister außerdem einen weiteren Aufschub: Auch die Bewertung der zuletzt erfolgten Reform von 2003 mit Einführung der universitären Schwerpunktangebote und –prüfungen sollte später erfolgen.
Derweil legte der Stiferverband für die Deutsche Wissenschaft im März ein umfangreiches Positionspapier zum gleichen Thema vor. Tenor des Papiers: Die Umstellung auf Bachelor-/Master-Abschlüsse ermöglicht eine Reform des Jurastudiums. Das Modell sieht ein dreijähriges Bachelorstudium als Regelstudiengang vor, das mit einem Bachelor of Law (LL. B.) endet. Wer einen der reglementierten Berufe ergreifen will, also Richter, Staatsanwalt, Rechtsanwalt oder Notar werden will, soll wie bisher eine einheitliche staatliche Prüfung absolvieren. Sie entspräche der bisherigen Pflichtfachprüfung und wäre die Eingangsprüfung für das zweijährige juristische Referendariat. Genug Kontinuität also, um den Traditionalisten die geliebten Staatsprüfungen zu erhalten, und genug Reform nach Meinung des Stifterverbandes, um die bisherige Fixierung auf den Richterberuf zu korrigieren. (ML)
30.03.10 - Diplom-Wirtschaftsjuristin erhält „Wissenschaftspreis für Gesellschaftsrecht“
Die Münchner Diplom-Wirtschaftsjuristin Kathrin Giegling (32) ist erste Trägerin des „Wissenschaftspreis für Gesellschaftsrecht“. Die gelernte Rechtsanwaltsfachangestellte, die in der Rechtsabteilung der Süd-Chemie AG arbeitet, hatte bis 2009 berufsbegleitend an der privaten FOM Hochschule für Oekonomie & Management studiert. Das Thema der prämierten Abschlussarbeit lautet „GmbH, Unternehmergesellschaft und Limited – ein Vergleich“.
Stifterin des Preises ist die fränkische Sozietät Fries Rechtsanwälte, die mit vier Standorten in der Region vertreten ist. Bei der Preisverleihung in Nürnberg unterstrich Fries-Partner und FOM-Professor Dr. Rolf Otto Seeling das wachsende Renommee des Diplomstudiengangs: „Mit ihrem Abschluss zur Wirtschaftsjuristin verfügt Frau Giegling über ein profundes Wissen in wirtschaftlichen und juristischen Fragen. Wie man an ihrem Werdegang sieht, wird diese Doppelqualifikation zunehmend von den Unternehmen nachgefragt und mit verantwortungsvollen Positionen honoriert.“ (NP)
30.03.10 - Promotionsstipendium mit PraxisanschlussDie Kölner Kanzlei Loschelder Rechtsanwälte hat im Wintersemester 2009/10 zum ersten Mal ihr Promotionsstipendium vergeben. Stipendiat ist Herr Julian Wölfel, der bei Professor Dr. Ulrich Preis an der Universität Köln eine Dissertation zum Thema „Die Sozialplanabfindung“ schreibt. Herr Wölfel wird während seines einjährigen Stipendiums von dem Arbeitsrechts-Team der Sozietät betreut. Jährlich sollen zwei Promotionsvorhaben gefördert werden. Die Kanzlei zahlt den Stipendiaten einen Förderbeitrag von monatlich 1.5000 Euro, außerdem kann der Geförderte die Ressourcen der Kanzlei nutzen. Das Stipendium wird maximal zwölf Monate lang gezahlt. Es ist vorgesehen, dass die Stipendiaten ihre Dissertation zwischen erstem Staatsexamen und Referendariat schreiben. Am wichtigsten jedoch ist für Loschelder die enge praktische Einbindung des Nachwuchswissenschaftlers: Er kann sein Vorhaben laufend mit den Partnern und anderen Anwälten der Kanzlei diskutieren. Von ihm wird erwartet, dass er einen Tag pro Woche in der Kanzlei mitarbeitet – an einem Mandat oder Thema, das für sein wissenschaftliches Vorhaben relevant ist.
Die Bewerbungsfrist für das Sommersemester läuft am 30. April ab. (ML)
Kassel: Master-Programm für Sozialrecht und Sozialwirtschaft
23.02.10 - Die Universität Kassel bietet ab dem Sommersemester 2010 einen Masterstudiengang für Sozialrecht und Sozialwirtschaft an.
Das Programm ist als dreisemestriges Vollzeitstudium angelegt und wendet sich unter anderem an Sozial- oder Wirtschaftsjuristen mit Diplom beziehungsweise Bachelor-Abschluss. Angesprochen sind aber auch Juristen nach dem ersten oder zweiten Staatsexamen, die mindestens die Note 3,5 erreicht haben. Die Bewerbungsfrist wurde bis zum 15. März verlängert.
Der vorläufige Studienplan sieht insgesamt acht Module vor. Fünf davon beschäftigen sich mit juristischen Inhalten, von rechtlichen Grundfragen über zivil- und verwaltungsrechtliche Aspekte des Sozialrechts bis hin zu Spezialgebieten wie Unterbringungs- oder Krankenversicherungsrecht. Zusätzlich erwerben die Teilnehmer Kenntnisse in Unternehmensführung, Personalmanagement und Mediation. Für die abschließende Master’s Thesis stehen drei Monate zur Verfügung.
Bei der Konzeption und Durchführung des Studiengangs arbeitet die Universität Kassel mit dem vor Ort ansässigen Bundessozialgericht und der Hochschule Fulda zusammen, die bereits seit 2007 einen eigenen Bachelor-Studiengang Sozialrecht anbietet. Die Dozenten stammen aus allen drei Institutionen; ein Teil der Lehrveranstaltungen findet in Fulda statt.
Das Fachgebiet Sozialrecht ist in Deutschland bereits Bestandteil einiger Master-Studiengänge, in denen allerdings meist die Ausbildung von Sozialberatern und -betreuern im Vordergrund steht. Das Kasseler LL.M.-Programm möchte dagegen auf „verantwortliche Tätigkeiten im strategischen und operativen Bereich“ vorbereiten, etwa bei Wohlfahrtsverbänden oder Trägern. (NP)
Steinschlag auf dem Weg zum Stipendium
23.02.10 - Mangelndes Engagement kann man sicher keinem der Beteiligten vorwerfen. Doch unter dem Strich bleibt bisher nicht viel Positives. Am 21. Januar war Hassan Khateeb als erster Stipendiat des Frankfurter „Rudolf Steinberg Stiftungsfonds“ ausgewählt worden.
Strafrechtsprofessor Dr. Cornelius Prittwitz beschrieb den angehenden Juristen als „deutlich überdurchschnittlichen Studierenden“; auch der Stifter zeigte sich zufrieden. Nun allerdings wird das Stipendium entweder ausgesetzt, anderweitig vergeben – oder es versickert in den Töpfen der Behörden.
Die Institutionalisierung bürgerschaftlichen Engagements war in den letzten Jahren so etwas wie Steinbergs Kernprojekt. Als Frankfurter Hochschulpräsident hatte der Staatsrechtsprofessor zwischen 2000 und 2008 die Umwandlung der Goethe-Universität in eine Stiftung öffentlichen Rechts maßgeblich vorangetrieben. Seit gut zwei Jahren wird die Hochschule nun aus öffentlichen und privaten Mitteln gemeinsam finanziert und kann weitgehend eigenverantwortlich agieren. Mit der Einrichtung einer eigenen Stiftung wollte Steinberg deutlich machen, dass man durchaus „kein Großverdiener sein muss, um etwas Sinnvolles für die Verbesserung der sozialen Situation und für die Verbesserung von Studienbedingungen zu unternehmen“.
Das Stiftungsvermögen – 85.000 Euro – stammt größtenteils aus Steinbergs eigener Tasche. Aus den Erträgen des Stiftungsfonds wurde erstmals 2009 ein Stipendium für Studenten der Rechtswissenschaft ausgeschrieben, die „aus finanziell benachteiligten Familien mit nicht akademischem Hintergrund stammen“ sollten. Die Förderung läuft über maximal drei Semester, was einer Summe von insgesamt 2.400 Euro pro Stipendiat entspricht.
Die Erstvergabe an Hassan Khateeb, derzeit im zweiten Semester, wollte Steinberg auch als Signal verstanden wissen: „Wir brauchen mehr junge Menschen aus Familien mit Migrationshintergrund, die sich für herausgehobene Positionen in allen Bereichen der Gesellschaft qualifizieren. Wir brauchen jeden klugen Kopf, der bereit ist, Verantwortung in unserer Gesellschaft zu übernehmen. Und wir müssen die besonders fördern, denen der Weg dahin ohne eigenes Verschulden schwerer fällt.“
Khateeb zeigte überdurchschnittliche Leistungen trotz bildungsfernem Umfeld. Allerdings war seine Familie 2006 ins Visier der „AG Wohlfahrt“ geraten, einer Arbeitsgemeinschaft von Polizei und Ausländerbehörde im Kreis Offenbach, die gezielt gegen palästinensische Flüchtlinge ermittelt. Viele von ihnen, so der Vorwurf, gäben sich als Staatenlose aus, obwohl sie jordanische Pässe besäßen, und erhielten zu Unrecht Unterstützung nach dem Asylbewerberleistungsgesetz. Um „Scheinasylanten“ zu entlarven, hatte der Landkreis sogar eine private Detektei beauftragt.
Mehr als 150 Betroffene waren in der Folge ausgewiesen worden oder freiwillig nach Jordanien ausgereist, darunter der Vater Khateebs. Auch der Student, der seit 1992 in Deutschland lebt, soll demnächst abgeschoben werden. Über die Praxis der hessischen Behörden wurde wiederholt in den Medien berichtet; dem ARD-Magazin kontraste zufolge beruht die Ausweisungsverfügung gegen Khateeb auf einer „Ermessensentscheidung“. Mit dem Fall beschäftigt sich demnächst der Petitionsausschuss des hessischen Landtags.
In der Zwischenzeit nahmen die Behörden Steinbergs Signal auf ihre Weise zur Kenntnis. „Ein Sachbearbeiter auf dem Amt hielt meiner Mutter einen Zeitungsartikel über die Stiftung vor die Nase und sagte: Denkt bloß nicht, dass Ihr das Geld behalten dürft“, berichtete Khateeb der Frankfurter Rundschau. Wie sich herausstellte, würden dem Studenten für die monatliche Förderungssumme (100 Euro) und das jährliche Büchergeld (300 Euro) Sozialleistungen in entsprechender Höhe gekürzt. Bei der Anrechnung von Stipendien habe man „bedauerlicherweise keinen Ermessensspielraum“, zitierte die Tageszeitung den zuständigen Sozialdezernenten. Khateeb schlug daraufhin vor, „wenn ich nicht gefördert werden darf, soll die Stiftung lieber jemanden auswählen, der auch etwas davon hat.“
Die Goethe-Universität nahm die neuesten Äußerungen der Behörden „mit Befremden“ zur Kenntnis und will sich weiter dafür einsetzen, dass Khateeb sein Studium fortsetzen kann. An eine Neuvergabe des Stipendiums sei zunächst nicht gedacht, da man weiterhin davon ausgehe, dass der Student in den Genuß der Förderung kommen werde. Professor Steinberg stand für eine Stellungnahme nicht zur Verfügung. (NP)
LMU programmiert juristische Lernsoftware fürs iPhone
23.02.10 - Seit Ende Januar bietet das Rechtsinformatikzentrum der Münchner Ludwig-Maximilians-Universität juristische Lernsoftware für iPod Touch und iPhone an.
Die 0,2 MB große Application kann gratis heruntergeladen werden. Bisher umfasst das Programm 220 Fragen in 6 Kategorien. Ein erweiterter Fragenkatalog und Versionen für andere Betriebssysteme sind in Planung.
Während rechtswissenschaftliche Podcasts und Gesetzestexte mittlerweile häufiger als App angeboten werden, stellt die E-Learning-Software der Münchner Juristen in Deutschland ein Novum dar. Die Lerninhalte beruhen auf einem Ausbildungsprogramm zum Thema Informationsrecht und Rechtsinformatik, das die juristische Fakultät der LMU seit dem Wintersemester 2000/01 veranstaltet.
Unter dem Stichwort Informationsrecht deckt das Programm Rechtsfragen vom E-Commerce bis zum Urheberrechts- und Datenschutz ab. Der Bereich Rechtsinformatik beschäftigt sich auf theoretischer Ebene mit der Formalisierbarkeit rechtlicher (Sprach-) Regelungen, auf praktischer Ebene mit der Entwicklung juristischer Datenbanken, Online-Dienste und ähnlicher Anwendungen. (NP)
www.jura.uni-muenchen.de/fakultaet/riz/ausbildung/rizapp/index.html
Deutsch-chinesischer Magisterstudiengang in Göttingen geplant
26.01.10 - Die Universität Göttingen wird gemeinsam mit ihrer Partnerhochschule im ostchinesischen Nanjing einen Magisterstudiengang im chinesischen und vergleichenden Recht einrichten. Darauf einigten sich anlässlich der Feiern zum 20-jährigen Bestehen des Deutsch-Chinesischen Rechtsinstituts der Göttinger Universitätspräsident und der Vizepräsident der Universität Nanjing. Wann der Studiengang erstmals angeboten werden soll, steht noch nicht fest.
Am Deutsch-Chinesischen Rechtsinstitut, das in Nanjing angesiedelt ist, werden bislang ausschließlich chinesische Jurastudenten zusätzlich im deutschen Recht ausgebildet. Schwerpunkte sind traditionell Zivil- und Wirtschaftsrecht, in den letzten Jahren zunehmend auch Öffentliches Recht. Für den geplanten Magisterstudiengang im chinesischen Recht, der sich an europäische Studenten wendet, soll ein eigenes Institut in Göttingen gegründet werden.
Das Institut in Nanjing gehört zu den Herausgebern der Zeitschrift für Chinesisches Recht und publiziert regelmäßig Übersetzungen von Gesetzestexten und Lehrbüchern. In den vergangenen Jahren engagierten sich die Juristen nach eigenen Angaben vor allem beim „Aufbau rechtsstaatlicher Verwaltungsstrukturen“ im deutsch-chinesischen Dialog. Die gleichzeitig mit den Jubiläumsfeierlichkeiten in Göttingen abgehaltene Fachtagung beschäftigte sich mit dem Thema „Geistiges Eigentum in China“. (NP)
Gerichtslabor der Bochumer Juristen erlaubt authentisches Prozess-Erlebnis
22.12.09 - Die Ruhr-Universität Bochum verfügt seit diesem Monat über einen eigenen Gerichtssaal. In dem als Gerichtslabor titulierten ehemaligen Seminarraum der Juristischen Fakultät können ab sofort Veranstaltungen stattfinden, die sich um die Themen Gericht und Prozesse drehen. Bislang gibt es nur wenige deutsche Universitäten, die über einen entsprechenden Raum verfügen – seit 2008 etwa die Universität Heidelberg mit dem Lautenschläger-Saal.
Der an der Ruhr-Universität neu eingerichtete kleine Saal ist mit Richterpodest, Bänken für Kläger und Beklagte sowie einem Zeugenplatz authentisch eingerichtet. Auch die Zuschauerbänke erinnern an tatsächliche Amts- oder Landgerichte. Zur Ausstattung gehören außerdem Anwaltsroben und technische Gegenstände wie Diktiergeräte oder eine komplette Mikrofonanlage. Nur in einem Punkt weicht die Ausstattung ab: Eingebaute Videokameras erlauben die nachträgliche Analyse der Verhandlungssituation.
Für Umbau und Einrichtung des Saals gab die Ruhr-Uni rund 50.000 Euro aus, die zum großen Teil aus Studienbeiträgen stammen. Der Dekan der Juristischen Fakultät, Professor Dr. Martin Burgi stellte das Projekt in eine Reihe mit anderen Aktivitäten: „Die Einrichtung des Gerichtslabors ist ein Teil unserer Gesamtoffensive für die Lehre, die wir bereits im Sommersemester 2009 begonnen haben.“ Seitdem gibt es in Bochum sowohl Exzellenzkurse für besonders gute Studierende als auch Wiederholerkurse für gescheiterte Teilnehmer am Ersten Staatsexamen.
Der Raum ist bereits ab Januar für zahlreiche Veranstaltungen gebucht. Zunächst sind laut Koordinator Professor Dr. Peter Windel Moot-Court-Vorbereitungstreffen geplant, außerdem eine Einführung in die Mediation und ein Seminar zur höchstrichterlichen Rechtsprechung. Das Gerichtslabor bietet sich auch an für Soft-Skills-Schulungen, etwa zur Förderung der rhetorischen Kompetenz. (ML)
Berlin: Master-Studiengang Compliance eröffnet
22.12.09 - Seit Oktober 2009 wird an der neu gegründeten Deutschen Universität für Weiterbildung (DUW) in Berlin ein 24-monatiger, berufsbegleitender Master-Studiengang angeboten, der speziell dem Thema Compliance gewidmet ist. Das Programm zählt zu den ersten seiner Art in Deutschland und wendet sich an Juristen, Kaufleute und IT-Spezialisten mit Hochschulabschluss und mindestens zwei Jahren Berufserfahrung.
Im ersten von insgesamt fünf Studienmodulen werden zunächst die betriebswirtschaftlichen, rechtlichen und ethischen Voraussetzungen des Tätigkeitsfeldes Compliance erarbeitet. Daran anschließend wird die Umsetzung mit praxistauglichen Instrumenten wie Risikoanalysen oder unternehmensinternen Compliance-Richtlinien erprobt. Es folgt die Simulation von Sanktions- und Mediationsmaßnahmen im Krisenfall. In den zwei anschließenden Modulen vertiefen die Teilnehmer ihre Kenntnisse in Unternehmensführung und Soft Skills, anschließend schreiben sie ihre Master’s Thesis.
Neben insgesamt 18 Präsenztagen in Berlin umfasst das Programm eine fünftägige Hospitanz in einem Unternehmen, einer Behörde oder vergleichbaren Organisation im In- oder Ausland. Als Studiengebühr werden insgesamt 15.000 Euro fällig. Die Betreuungszeit lässt sich ohne weitere Kosten einmalig um 12 Monate verlängern.
Die DUW wird in öffentlich-privater Partnerschaft jeweils zur Hälfte von der Freien Universität Berlin und vom Bildungsanbieter Klett getragen. Der Weiterbildungseinrichtung ist das Forschungsinstitut für Compliance, Sicherheitswirtschaft und Unternehmenssicherheit (FORSI) angegliedert, das die Arbeit der Forschungsstelle Sicherheit fortsetzt. Letztere war bereits 1999 an der Universität Hamburg eingerichtet worden, die nötigen Drittmittel hatte die Securitas Deutschland Holding zur Verfügung gestellt. Das Berliner Institut wird unter anderem vom Bundesverband Deutscher Wach- und Sicherheitsunternehmen e.V. gesponsert.
Wissenschaftlicher Leiter des Compliance-Studiengangs ist FORSI-Direktor Professor Dr. Rolf Stober. Zu den Lehrenden zählen außer an deutschen und österreichischen Universitäten und Fachhochschulen tätigen Professoren auch einige Praktiker aus überregionalen Wirtschaftskanzleien. (NP)
Volle Hörsäle und Proteste: Turbulenter Start ins Wintersemester
24.11.09 - Seit mehreren Wochen gehen die Studierenden in Deutschland und Österreich auf die Straße: sie demonstrieren für bessere Lernbedingungen an den Universitäten, gegen die Umsetzung der Bachelor- und Master-Studiengänge und in Deutschland auch gegen Studiengebühren. In zahlreichen Universitäten wurde das Audimax besetzt, um den Forderungen der Studenten mehr Nachdruck zu verleihen und auch Jurastudenten reihen sich in die Protestbewegung ein.
Ganz konkrete Themen formulierten Jurastudierende in der österreichischen Hauptstadt. An der Universität Wien hat eine „Arbeitsgruppe Juridicum“ einen Forderungskatalog aufgestellt und an den Dekan Heinz Mayer übergeben, in dem unter anderem die Umstellung auf ein Bachelor/Master-Studium abgelehnt und strukturelle Änderungen des Jura-Studiums gefordert werden.
Aber auch an den Juristischen Fakultäten in Deutschland begann das Wintersemester mit Strukturproblemen. An zwei Universitäten fanden der Jura-Nachwuchs erschwerte Bedingungen vor: in Augsburg und Bonn wurden durch geänderte Zulassungsverfahren die juristischen Fakultäten von Studienanfängern geradezu überschwemmt, die nun in überfüllten Hörsälen um einen Platz kämpfen müssen.
An der Universität Bonn wurden 590 Jurastudenten zugelassen, statt der vorgesehenen ca. 350, nachdem die Fakultät die Zulassung erstmals nicht über die Zentralstelle für die Vergabe von Studienplätzen (ZVS) gesteuert, sondern selbst übernommen hat. Da sich Studienanfänger erfahrungsgemäß an mehreren Universitäten bewerben, um ihre Chance auf einen Studienplatz zu erhöhen, hatte die Universität auch mehr Zusagen an Bewerber verschickt, um entsprechende Schwankungen auszugleichen. Die Zahl der tatsächlichen Anmeldungen war dann aber wesentlich höher als erwartet, so dass nun die Fakultät den Ansturm mit zusätzlichen Veranstaltungen und durch Ausweichen auf größere Veranstaltungsräume bewältigen muss.
An der Universität Augsburg fielen die Zulassungsbeschränkungen für den Studiengang Rechtswissenschaften zum Wintersemester 2009/2010 ganz weg und entsprechend voll wurde es für die Erstsemester. Um 35% ist die Zahl der Erstsemester gestiegen, wie Studentenvertreter angeben.
Die allgemeinen Studenten-Proteste setzen sich unterdessen fort. An zahlreichen Hochschulen wurden Protestwochen angekündigt, in Leipzig besetzten Studenten gestern symbolisch den Hörsaal der Universität, in dem heute am 24.11. die Mitglieder der Hochschulrektorenkonferenz tagen. Die Protestbewegung erhält dabei vielfache Solidaritätsbekundungen aus Politik und Gesellschaft, konkrete Verbesserungen gibt es aber wenig. Als ein erstes Zugeständnis kündigte Bildungsministerin Anette Schavan in der vergangenen Woche eine Erhöhung des BaföG 2010 an und räumte handwerkliche Fehler bei der Umsetzung der Bachelor/Master-Studiengänge ein. (ham)
Zeppelin University auch mit Jura-Fakultät?
27.10.09 - Möglicherweise gibt es demnächst drei private Hochschulen, die ein reguläres, grundständiges Jurastudium anbieten: Neben dem Pionier Bucerius Law School in Hamburg und der EBS Law School, die 2011 in Wiesbaden ihre Pforten öffnen wird, könnte die Zeppelin University am Bodensee einen entsprechenden Studiengang anbieten.
Zeitpunkt und Aufbau des Studiengangs stehen noch nicht fest. Anfang Oktober hatte ZU-Präsident Stephan Jansen auf einer Veranstaltung erklärt, das die Friedrichshafener Hochschule die Errichtung einer juristischen Fakultät prüfe. Einem Pressebericht zufolge sind der ehemalige Generalbundesanwalt Kay Nehm sowie der Juraprofessor und Romanautor Bernhard Schlink in die Planungen eingebunden. ZU-Professor Heinrich Wilms und sein Assistent Daniel Pohl werden sich demzufolge an der Hochschule um die weiteren Schritte kümmern. (ML)
Gasthörer willkommen: Vorlesungen zum arabischen Wirtschaftsrecht in Hamburg
29.09.09 - Ab dem kommenden Trimester veranstaltet die Kanzlei WZR Wülfing Zeuner Rechel gemeinsam mit der Bucerius Law School im Rahmen des Bucerius/WHU Master of Law and Business – Joachim Herz Programms (MLB) eine dreiteilige Vorlesungsreihe zum islamischen Recht und entsprechenden speziellen wirtschaftsrechtlichen Fragestellungen.
Die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Europa und dem arabischen Raum werden immer wichtiger. Die Vorträge geben den Studierenden Einblicke in die wirtschaftlichen und rechtlichen Bedingungen des arabischen Wirtschaftsraumes. Deutsche Studenten haben bislang kaum die Möglichkeit, Kenntnisse des arabischen Wirtschaftsrechts im Studium zu erlangen.
Die Rechtsanwalts- und Steuerberatungskanzlei WZR Wülfing Zeuner Rechel hat erst kürzlich ein Middle East Department eingerichtet, das im Stammhaus der Sozietät im Hamburg angesiedelt ist. WZR hat auch ihr Netzwerk deutlich auf diese Region ausgerichtet: sie ist in diesem Jahr eine Kooperation mit Partnern in Nahost eingegangen und arbeitet nun in Abu Dhabi mit Hadler & Partner und in Dubai mit Fichte & Co. zusammen.
Bereits am 1. Oktober beginnt die Vorlesungsreihe mit einer Einführungsveranstaltung von Frau Dr. Nadjam Yassari, der Leiterin des Islam-Referats des Max-Planck-Instituts für ausländisches und internationales Privatrecht in Hamburg (siehe azur 01/09). Weitere Vorträge im November und Dezember befassen sich mit rechtlichen Fragestellungen von Islamic Banking und speziellen Gegebenheiten für Commercial Arbitration im Nahen Osten.
Interessierte Gasthörer sollten sich vorab unter MiddleEast@wzr-legal.com anmelden. Die Teilnehmerzahl für Gasthörer ist auf 20 Personen begrenzt. (ham)
"Schwierige Lage": Bochum will Jurastudenten besser unterstützen
25.08.09 - Mit Exzellenkursen für die besten Studierenden, aber auch mit Wiederholerkursen für die "Opfer" der ersten Staatsprüfung will die Ruhr-Universität Bochum den Juristen-Nachwuchs besser unterstützen.
Die Angebote ergänzen das nach Inhalt und Umfang unverändert gebliebene Studienprogramm im Fach Rechtswissenschaften. "Dadurch wollen wir Studierende intensiver und zielgenauer fördern", erklärte der Dekan der Fakultät, Professor Dr. Martin Burgi. "Es geht uns in Fortführung von Ansätzen aus dem schulischen Bereich darum, nicht alle Studierenden über einen Kamm zu scheren."
Im Exzellenzkurs Jura mit Angeboten in den Fächern Privatrecht, Öffentliches Recht und Strafrecht haben sich die 30 besten Studierenden versammelt. Die Auswahl erfolgte nach dem Kriterium der bereits bisher an der Fakultät erzielten Ergebnissen in der Zwischenprüfung nach dem viertem Semester. Aufgeteilt in verschiedene Gruppen haben diese Studierenden jeweils unter Betreuung von Professoren wichtige Gerichtsentscheidungen analysiert und abschließend schriftlich für andere Studierende erläutert. Dahinter steckt die Idee des "learning by teaching and publishing", die auch an einigen US-amerikanischen Law-Schools praktiziert wird. Daraus hervorgegangen ist der "RUB-RR" (Rechtsprechungs-Report), ein eigenes Portal mit den erläuterten Entscheidungen, auf das alle Jurastudierenden der Fakultät zugreifen können. "Exzellenz wird so als Verpflichtung verstanden, auch Dienstleistungen für andere zu erbringen", erläutert Prof. Burgi.
Erstmals im Sommersemester 2009 bot die Ruhr-Universität Wiederholerkurse in den drei großen Rechtsbereichen an. Sie richten sich an Studierende, die die hohe Hürde des Ersten Juristischen Staatsexamens beim ersten Mal nicht meistern konnten. "Diese Studierenden befinden sich in einer psychologisch schwierigen Lage", so Burgi. "Neben persönlicher Zuwendung bedürfen sie einer kritischen Fehleranalyse, um im zweiten Anlauf das Staatsexamen zu meistern." Die Fakultäten haben sich nach Einschätzung des Bochumer Dekans bislang zu wenig um diese Gruppe gekümmert, die die Universität mit Beginn der Staatsexamensprüfungen ja eigentlich schon verlassen hat. In Bochum werden die betroffenen Studierenden nun darin geschult, mit dem großen Stress und den typischen Klausursituationen besser umzugehen. Die bisherigen Erfahrungen beschreibt die Hochschule als außerordentlich positiv. (ML)
Hamburg: Die Universität bietet neue LL.B.-Programme an
28.07.09 - Juristen und Wirtschaftswissenschaftler kooperieren bei zwei neuen Studienangeboten an der Hamburger Universität, die jeweils mit dem Bachelor of Laws (LL.B.) abschließen. Der Startschuss fällt im Oktober 2009.
Ein Programm widmet sich Finanzen und Versicherung, das andere ist mit Arbeits- und Sozialmanagement überschrieben. Die Idee der interdisziplinären Ausrichtung spiegelt sich im Studienaufbau wieder: Veranstaltungen aus beiden Fachbereichen wechseln sich ab. Die Absolventen des finanz- und versicherungswirtschaftlichen LL.B.-Studiums sollen für die Arbeit bei Finanzdienstleistern oder in Rechts- und Finanzabteilungen von Unternehmen anderer Branchen qualifiziert werden. Die LL.B.-Absolventen aus dem sozialwirtschaftlichen Studiengang sind besonders geeignet für Berufe in der Sozialversicherung oder im Gesundheitswesen.
Der wirtschaftswissenschaftliche Teil des Studiums vermittelt Kenntnisse in Volkswirtschaftlehre und Unternehmensführung ebenso wie etwa in Bilanzen und Statistik. Im rechtswissenschaftlichen Teil kommen für alle Studierenden Grundlagen des Zivilrechts und des Öffentlichen Rechts zur Sprache. Je nach Studiengang folgen gesonderte Veranstaltungen im Bank-, Versicherungs- und Kapitalmarktrecht sowie in der Bank- und der Versicherungsbetriebslehre, oder Kurse zur Bearbeitung und Beantwortung von aktuellen arbeitsmarkt- und sozialpolitischen Fragestellungen. (ML)
Köln: Rechtsanwaltskammer und Universität vereinbaren Stipendienprogramm
30.06.09 - Die Universität zu Köln und die Rechtsanwaltskammer Köln kooperieren bei der Umsetzung der neuen NRW-Stipendien des nordrhein-westfälischen Wissenschaftsministeriums.
Die Rechtsanwaltskammer unterstützt dabei speziell die Rechtswissenschaftliche Fakultät der Universität Köln bei der Gewinnung von Sponsoren für Stipendien für junge Juristen. Mit der internationalen Kanzlei DLA Piper steht auch der erste Sponsor für ein Stipendium über 4.500 Euro bereits fest.
Durch die Vereinbarung sollen besonders begabte Nachwuchsjuristen die Möglichkeit einer finanziellen Unterstützung durch das Land und die Kölner Anwaltschaft erhalten und sich darüber hinaus durch die Stipendiengeber juristische Netzwerke erschließen können.
Die Rechtsanwaltskammer sieht ihre Unterstützung für das Stipendienprogramm als eine Unterstützung der frühzeitigen Förderung des anwaltlichen Nachwuchses und der Vorbereitung auf den Anwaltsberuf, wie der Präsident der Rechtsanwaltskammer Köln, Dr. Hubert W. van Bühren, erläutert. "Anwaltskanzleien, aber auch Rechtsanwälte in Unternehmen, Verbänden oder Verlagen" könnten Stipendien übernehmen, erklärte Professor Dr. Thomas Weigand, Dekan der Juristischen Fakultät der Universität zu Köln.
Mit den NRW-Stipendien sollen zukünftig insgesamt 1.200 eingeschriebene Studenten aller Fachrichtungen in ganz Nordrhein-Westfalen monatlich mit 300 Euro gefördert werden. Jeweils 150 Euro zahlt das Land NRW, die restlichen 150 Euro sollen von privaten Sponsoren kommen und von den Hochschulen selber eingeworben werden. Die Vergabe der Stipendien erfolgt unabhängig von dem Einkommen der Empfänger, die ersten Stipendien sollen bereits zum Wintersemester 2009/2010 vergeben werden.
Die Stipendien für junge Juristen werden ab dem 2. Semester vergeben und über insgesamt fünf Semester gezahlt – die Fördersumme für einzelne Stipendien beläuft sich somit auf 4.500 Euro. Die Rechtsanwaltskammer übernimmt dabei die Koordination der Stipendien und ist auch an der Auswahl der Stipendiaten beteiligt. Neben einer namentlichen Nennung der Stipendiaten auf den Webseiten der Universität und der Rechtsanwaltskammer wird es zweimal jährlich einen Gesprächskreis mit den Stipendiaten, Professoren der Uni Köln und den Stipendiengebern geben, um den Kontakt und Austausch zwischen den Beteiligten zu ermöglichen. (ham)
Grenzüberschreitend studieren: Münster und Nijmegen kooperieren
26.05.09 - Die Universitäten Münster und Nijmegen starten im Herbst einen gemeinsamen Masterstudiengang mit dem Namen Niederlande-Deutschland-Studien.
Der Studiengang, den deutsche und niederländische Studierende gemeinsam durchlaufen, dauert insgesamt vier Semester. Die ersten beiden Semester finden in Nijmegen statt, das zweite Studienjahr in Münster. Am Ende des Studiums erhalten die Absolventen zwei Abschlüsse: einen deutschen und einen niederländischen Mastertitel.
Der Studiengang richtet sich an Absolventen einer Reihe von Bachelorstudiengängen - neben Niederlande-Deutschland-Studien unter anderem Politikwissenschaft, Kommunikationswissenschaft, Niederländische Philologie und Geschichte. Auch Rechtswissenschaftler sind willkommen. Die Fachbereiche Wirtschaft und Recht, Geschichte und Politik, Interkulturalität und Betriebskommunikation steuern Lehrveranstaltungen bei. Der Vergleich zwischen Deutschland und den Niederlanden soll im Fokus stehen.
„Wir haben einen Studiengang mit großer Berufsnähe entwickelt", erklärte Professor Dr. Friso Wielenga, Direktor des Zentrums für Niederlande-Studien in Münster. Neben Sprachkenntnissen erwerben die Studierenden auch Berufspraxis. Das Programm wurde gemeinsam mit Unternehmen und Absolventen des auslaufenden Diplomstudiengangs Niederlande-Deutschland-Studien entwickelt und an den Anforderungen des Arbeitsmarkts ausgerichtet. „Die Befragung von Unternehmen hat ergeben, dass unsere Absolventen gebraucht werden - wir benötigen Leute, die auf beiden Seiten der Grenze arbeiten können", so Wielenga. Der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) fördert den Studiengang - zunächst für ein Jahr - durch Stipendien für deutsche Studierende in Höhe von insgesamt 50.000 Euro. Insgesamt 40 Studierende aus Deutschland und den Niederlanden sollen jährlich beginnen.
Private Juristen-Ausbildung: Anlauf in Wiesbaden
28.04.09 - Das Land Hessen, an Universitätsstädten nicht besonders arm, möchte auch die Hauptstadt Wiesbaden mit Hilfe der European Business School (EBS) zur Universitätsstadt zu machen. Die von der privaten EBS seit Jahren gehegten Pläne für eine Juristische Fakultät sollen dort Wirklichkeit werden.
Das Land und die Stadt Wiesbaden wollen Zeitungsberichten zufolge insgesamt 25 Millionen Euro für eine erste Förderung ausgeben. Mittelfristig soll das Studienangebot ausschließlich privat finanziert werden. Den Investitionsanteil der Hochschule bezifferte deren Leiter mit rund 125 Millionen Euro.
Bisher gibt es an der EBS nur einen betriebswirtschaftlichen Schwerpunkt, der allerdings im konsekutiven Studienprogramm mit dem "Master in Business & Law" auch das Wirtschaftsrecht berührt.
Der Plan sieht vor, bei voller Auslastung der Jahrgänge 800 Jurastudentinnen und -studenten auszubilden. Der erste Jahrgang mit 150 bis 200 Teilnehmern könnte im September 2011 starten. Zum Vergleich: An der ersten privaten Jura-Hochschule, der Bucerius Law School in Hamburg, beginnen pro Jahrgang 100 Studierende. Allerdings haben die Hamburger ihrerseits schon vor Jahren angefangen, auch in Richtung wirtschaftswissenschaftlicher Ausbildung zu expandieren: Mit der ebenfalls privaten WHU in Vallendar bieten sie einen einjährigen Master of Law and Business an.
Die EBS hat gegenwärtig rund 1.200 Studenten, die zum größten Teil in Oestrich-Winkel auf dem Campus um Schloss Reichartshausen unterrichtet werden. 2008 zog die private Hochschule mit ihrer Verwaltung und einigen Instituten in das gut zehn Kilometer entfernte Wiesbaden. Im dortigen Palais Söhnlein sollen auch die Juristen angesiedelt werden. Möglicherweise kann die EBS aber auch das jetzige Gebäude des Wiesbadener Amts- und Landgerichts nutzen, das zum Jahr 2010 frei wird.
Bei Vertretern staatlicher Hochschulen ist das private Jura-Studienangebot auf Widerstand gestoßen. Gerade erst hat die Universität in Frankfurt/Main mit großem Aufwand ihr House of Finance eröffnet, in dem auch Teile der juristischen Ausbildung stattfinden. Dort beheimatet ist zum Beispiel das Institute for Law and Finance. Auch in Wiesbadens unmittelbarer Nachbarstadt auf der anderen Rheinseite, Mainz, gibt es eine große juristische Abteilung, die innerhalb des Rechts- und Wirtschaftswissenschaftlichen Fachbereichs eng mit den Ökonomen kooperiert.
Die betriebswirtschaftliche Ausbildung an der EBS erhält von vielen Seiten sehr gute Bewertungen. Ob es der Privathochschule gelingen kann, diesen Ruf auf eine Rechtsfakultät zu übertragen, ist eine spannende Frage. Der zeitliche Vorsprung der Bucerius Law School ist beträchtlich, und ob eine bloße Kopie des Hamburger Erfolgsrezepts zahlungskräftige Studierende nach Wiesbaden locken würde, erscheint fraglich. Auch der Zeitpunkt einer privaten Neugründung ist ungünstig, da viele potenzielle Förderer angesichts der Wirtschaftslage vermutlich weniger freie Mittel haben als früher. (ML)
Neues Kontaktstudium Wirtschafts- und Steuerrecht führt über die Grenzen hinaus
28.04.09 - Die Akademie für wissenschaftliche Weiterbildung an der Universität Konstanz organisiert ein sogenanntes Kontaktstudium Wirtschafts- und Steuerrecht, das zum ersten Mal im September 2009 beginnt.
Für drei einwöchige Kurse, die im September und November 2009 sowie abschließend im März 2010 am Bodensee stattfinden, haben zahlreiche internationale Referenten von Hochschulen, Kanzleien, Behörden und Unternehmen zugesagt. Sie vermitteln rechtliches und speziell steuerliches Wissen für grenzüberschreitende Aktivitäten zwischen Deutschland, der Schweiz, Österreich und Liechtenstein. Über die fachlichen Themen hinaus beschäftigt sich der Studiengang auch mit den unterschiedlichen Mentalitäten und Behördenstrukturen der vier Länder.
Angesichts der aktuellen Diskussionen über Steueroasen und Geldwäsche-Vorwürfe legen die Veranstalter großen Wert auf ein Modul über Corporate Governance und Unternehmensfinanzierung, in dem strafrechtliche Fragen einen breiten Raum einnehmen. Ein weiteres Modul ist für das praktische Training anhand von Fallstudien reserviert. Mit etwas zeitlichem Abstand ist ein zweitägiger Follow-up-Workshop geplant.
Dem neuen Studienangebot liegt eine Kooperation zwischen den Universitäten Bayreuth und Konstanz zugrunde. Wissenschaftlicher Leiter ist Professor Dr. Karl-Georg Loritz aus Bayreuth, die Kursbetreuung hat der Konstanzer Professor Dr. Franz Böni, der zugleich Weiterbildungsbeauftragter der dortigen Hochschule ist. Die Kosten belaufen sich auf 5.200 Euro. Erfolgreiche Teilnehmer erwerben insgesamt 18 ECTS-Punkte und können - wenn sie weitere Kontaktstudiengänge absolviert haben - mittelfristig den Abschluss "Master of Advanced Studies in Legal Compliance" erreichen. Bereits gut etabliert ist der Kontaktstudiengang Kartellrecht in Konstanz, der im November 2009 bereits zum sechsten Mal beginnt. (ML)
Im Internet: www.uni-konstanz.de
Wirtschaftsprüfung und Steuern als praxisnahes Studienprogramm
28.04.09 - Am vergangenen Wochenende haben in Düsseldorf zwanzig studentische Gruppen in einer Vorbereitungsrunde für den Willem C. Vis Moot Court Zum Wintersemester 2009 wird an der Internationalen Fachhochschule Bad Honnef/Bonn erstmals der neue Bachelor-Studiengang Wirtschaftsprüfung und Steuern (Audit and Taxation) angeboten. Das praxisorientierte, auf sieben Semester angelegte Studium wird hauptsächlich in englischer Sprache unterrichtet und schließt mit dem Bachelor of Science ab.
Um den internationalen Charakter zu unterstreichen, ist ein Auslandssemester an einer amerikanischen Partner-Universität in den Studienverlauf integriert. Ein mehrmonatiges Praktikum kann zudem ebenfalls im Ausland absolviert werden.
Zusätzlich zu den Praktika und dem Auslandssemester bieten die Steuerberatungs- und Wirtschaftsprüfungsgesellschaften Ernst & Young sowie Rödl & Partner als Kooperationspartner der Hochschule ein Qualifikationsprogramm an. Studierende, die an diesen „Studium plus Praxis“ benannten Schulungen teilnehmen, profitieren von insgesamt 51 Wochen in den Niederlassungen von jeweils einer der beiden Gesellschaften.
In den Kursen zum Steuerrecht arbeiten die Studierenden zum Teil direkt an Praxisfällen. Sie lernen auch, gängige Kanzlei- und Buchhaltungssoftware praxisbezogen anzuwenden und prüfen echte, anonymisierte Steuerbescheide. In den Kursen zur Wirtschaftsprüfung wird ebenfalls die Tätigkeit der Wirtschaftsprüfer anhand von Praxisbeispielen Schritt für Schritt erörtert. Die Studierenden arbeiten mit Fallstudien, die reale Fragen aufarbeiten und vertiefen. Sie werden auch hier mit moderner Software vertraut gemacht.
Zusammen mit den durch die Praktika gewonnenen Erfahrungen und Kontakten qualifizieren sich die Studierenden für einen Berufseinstieg in nationalen und internationalen Kanzleien, Beratungsfirmen oder in den entsprechenden Fachabteilungen großer Unternehmen.
Im Internet: www.fh-bad-honnef.de
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Die Universität Münster engagiert sich in der Weiterbildung von Steuerberatern. Der Zertifikatslehrgang „Fachberater/in für internationales Steuerrecht“ startete Ende März an der Universität. Mit erfolgreichem Abschluss können die Teilnehmer ihre Spezialkenntnisse im internationalen Steuerrecht nachweisen.
Die seit zwei Jahren geltende Fachberaterordnung ermöglicht es den steuerberatenden Berufen, ihre Spezialkenntnisse im internationalen Steuerrecht durch Führen des amtlichen Titels „Fachberater/in für internationales Steuerrecht“ nach außen zu dokumentieren. Vorraussetzung ist die erfolgreiche Teilnahme an einem von den Steuerberaterkammern zertifizierten Lehrgang.
Die wissenschaftliche Leitung haben Professor Dr. Dieter Birk, Direktor des Instituts für Steuerrecht in Münster, und Dr. Ralf Schenke, Professor für deutsches, europäisches und internationales Steuerrecht an der Universität Würzburg. Der Lehrgang wird von der wwu.weiterbildung gGmbH, einer hundertprozentigen Tochter der Universität Münster, organisiert. (ML)
Vorbereitung für den Vis Moot Court: Hamburg gewinnt
31.03.09 - Am vergangenen Wochenende haben in Düsseldorf zwanzig studentische Gruppen in einer Vorbereitungsrunde für den Willem C. Vis Moot Court ihre Kräfte gemessen. Sieger in dem Wettbewerb war ein Team der Universität Hamburg mit Anja Fingerhut und Christian Steeger.
Die Hamburger Studenten hielten ihre Plädoyers in der Abschlussrunde gegen ein Team der Universität Münster, Kathrin Bauwens und Jonas Pust, das schließlich unterlag.
Auf dem dritten bzw. vierten Platz landeten die Fordham University (New York City) und die Universität Ankara. Als Schiedsrichter des „Final Pleeding“ fungierten Professor Dr. Siegfried Elsing (Orrick Hölters & Elsing), Dr. Wolfgang Kühn (Heuking Kühn Lüer Wojtek) und Dr. Jürgen Mark (Baker & McKenzie).
Der Vis Moot Court in International Commercial Arbitration findet ab dem kommenden Samstag in Wien statt. Er wird zum 16. Mal durchgeführt. Moot Courts sind simulierte Verhandlungen vor Gerichten beziehungsweise Schiedsgerichten. Die in der Regel von internationalen Teilnehmern besuchten Moot Courts dienen als praxisnahe Ergänzung zum theorielastigen Studium und bieten den Studierenden die Möglichkeit, sich in internationalen Rechtsfragen, Rhetorik, und öffentlicher Rede zu schulen. Die verhandelten Fälle sind bis auf die Namen der betroffenen Unternehmen oder Staaten echt oder zumindest realitätsnah und liegen den Teams einige Monate vor dem Wettbewerb schriftlich vor. Sie bereiten Schriftsätze und Plädoyers entweder für die Kläger oder Beklagten vor und tragen diese bei den Verhandlungen vor.
Die Düsseldorfer Pre-Moot Rounds wurden 2008 zum ersten Mal veranstaltet. Initiatorin ist Ulrike Gantenberg, Partnerin von Heuking Kühn Lüer Wojtek. Die regionale Gruppe der Deutschen Institution für Schiedsgerichtsbarkeit, die DIS40, unterstützen die Vorbereitung ebenso wie der Freundeskreis der Juristen Fakultät Düsseldorf, die Düsseldorf Moot Association und die Frankfurter Moot Alumni Association. Für die Vorrunden-Termine stellten zahlreiche Düsseldorfer Kanzleien ihre Räumlichkeiten zur Verfügung. Wie der eigentliche Wettbewerb auch fand die Pre-Moot-Veranstaltung vollständig in englischer Sprache statt.
Im Internet: www.cisg.law.pace.edu/vis.html
Forum für Bachelor-of-Laws-Absolventen
31.03.09 - Am 15. Mai 2009 lädt das LL.B. Forum Bachelor-of-Laws-Studenten und -Absolventen von allen Hochschulen aus ganz Deutschland nach Greifswald ein.
Die Veranstaltung soll Berufsperspektiven für LL.B.-Absolventen aufzeigen. Referenten aus den Bereichen Wirtschaftsprüfung, Insolvenzverwaltung und einer internationalen Großkanzlei stellen ihre Berufspraxis und ihre Erfahrungen mit Wirtschaftsjuristen vor. Darüber hinaus stehen den Teilnehmern Workshops offen. Das „LL.B. forum Meeting“ wird im Konferenzraum im Hauptgebäude der Universität Greifswald stattfinden.
Das Forum ist im November 2008 auf Initiative von LL.B.-Studenten der Universität Greifswald entstanden. Dort hatte im Jahr 2000 der erste deutsche Bachelor-of-Laws-Studiengang begonnen. Zunächst als Informationsportal zum Bachelor of Laws-Studiengang in Deutschland gestartet, hat das Forum mittlerweile auch einen Wettbewerb ausgeschrieben und veranstaltet das beschriebene Meeting. Ziel des LL.B. forum ist es, allen interessierten Arbeitgebern, Absolventen, Studenten und Abiturienten die Möglichkeit zu geben, sich ausführlich über die Ausbildung zum Bachelor of Laws in Deutschland zu informieren und auszutauschen.
Insbesondere richtet sich das Forum an zukünftige Arbeitgeber, die auf den Webseiten wichtige Informationen zur Ausbildung des Bachelor of Laws erhalten und in dem speziell dafür eingerichteten Job-Portal Stellenausschreibungen veröffentlichen können. Darüber hinaus können sich Studenten und Absolventen in einer Online-Community registrieren und ihr eigenes Netzwerk aufbauen, sowohl während des Studiums als auch in der Zeit des Berufseinstiegs.
Im Internet: www.llbforum.de/
Steuerrecht in Köln: Neuer LL.M.-Studiengang der Universität
24.02.09 - Mit einem neuen berufsbegleitenden Studiengang der Universität Köln können sich Juristen im Unternehmenssteuerrecht fit machen.
Der LL.M.-Studiengang, der im Wintersemester 2009 zum ersten Mal beginnt, richtet sich an Juristen und Wirtschaftswissenschaftler mit steuerrechtlichen Vorkenntnissen. Die Teilnehmer erwerben oder vertiefen steuerrechtliche Kenntnisse für eine Tätigkeit auf dem Gebiet der gestaltenden Steuerberatung bei international tätigen Großkanzleien, mittelständischen Wirtschaftsrechtskanzleien sowie Steuerberatungs- und WP-Gesellschaften. Auch Mitarbeiter von Konzernsteuerabteilungen oder Behörden wie OECD oder Europäischer Union gehören zum Adressatenkreis.
Der einjährige Studiengang wird von den Instituten für Steuerrecht (Professorin Dr. Johanna Hey) und Gesellschaftsrecht (Professor Dr. Joachim Hennrichs) der Universität Köln gemeinsam angeboten. Besonderes Merkmal des Programms ist die rechtsgebietsübergreifende Verbindung von Steuer-, Gesellschafts- und Bilanzrecht. In viele Veranstaltungen sind neben Hochschullehren auch bekannte Steuerrechtler aus Unternehmen und Kanzleien eingebunden, etwa Dr. Gottfried Breuninger von Allen & Overy, Dr. Stephan Eilers von Freshfields Bruckhaus Deringer und mehrere Anwälte von Flick Gocke Schaumburg, unter anderem Professor Dr. Thomas Rödder und Professor Dr. Harald Schaumburg. Die Teilnahmegebühren liegen bei 9.000 Euro.
Im Internet: www.unternehmensteuerrecht.uni-koeln.de
Europa-Prüfung für Patentanwälte: Neuer Studiengang an der FernUniversität
27.01.09 - Das neu aufgelegte Weiterbildungsstudium "Examinatorium Europaeum" der Rechtswissenschaftlichen Fakultät der Fern-Universität in Hagen bereitet auf die Europäische Eignungsprüfung für Patentanwältinnen und Patentanwälte vor.
Diese Eignungsprüfung müssen Patentanwältinnen und -anwälte bestehen, bevor sie ein europäisches Patent beim Europäischen Patentamt (EPA) anmelden können. Für Mitarbeiter in den Patentabteilungen von Industrieunternehmen ist die Prüfung ebenfalls erforderlich: Die deutsche Prüfung reicht für die Anmeldung eines europäischen Patents nicht aus.
Angeboten wird das Studium vom Kurt-Haertel-Institut für geistiges Eigentum in der Rechtswissenschaftlichen Fakultät. Studienleiter Professor Dr. Sebastian Kubis und sein Team vermitteln das für die Eignungsprüfung erforderliche Grundwissen und bereiten gezielt auf die Prüfung vor. Die Weiterbildung richtet sich an Patentanwälte und -assessoren, aber auch an Personen, die zur Ausbildung auf dem Gebiet des gewerblichen Rechtsschutzes zugelassen sind sowie an auf diesem Gebiet tätige Beraterinnen und Berater. Letztere müssen allerdings mindestens zweieinhalb Jahre Berufserfahrung haben.
Die Studiendauer beträgt neun Monate, Studienbeginn ist jährlich im Februar. Der erste Durchgang startet im nächsten Monat. Das Studium ist gebührenpflichtig und kostet 3.000 Euro.
Das Kurt-Haertel-Institut kooperiert in diesem Programm mit renommierten Partnern wie der Patentanwaltskammer und der Europäischen Patentakademie des EPA.
In dieser Form gibt es bisher kein vergleichbares Weiterbildungsstudium. Allerdings ist Hagen schon länger in der Ausbildung von angehenden Patentanwälten aktiv. Alle vier Monate beginnt ein zweijähriger Weiterbildungsstudiengang in Kooperation mit der Münchner Patentanwaltskammer. Außerdem im Angebot: Ein LL.M.-Studiengang unter der Überschrift Europäischer Gewerblicher Rechtsschutz. (ML)
Im Internet: www.fernuni-hagen.de/wpradt
Mehr Hilfskräfte, mehr Arbeitsgemeinschaften: Bonner Juristen stocken auf
27.01.09 - Die Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät der Universität Bonn hat Rechenschaft abgelegt über die Verwendung von Finanzmitteln, die sie aus Studienbeiträgen bekommen hat.
Die Juristen haben 29 wissenschaftliche Hilfskräfte zusätzlich eingestellt und dafür 230.000 Euro ausgegeben. Die Hilfskräfte bereiten Lehrveranstaltungen vor, begleiten Anfängerübungen und erstellen Skripte. Auch die zahlreichen Arbeitsgemeinschaften erhalten etwas von dem Geld. Sie finden zusätzlich zu den übrigen Lehrveranstaltungen statt und helfen den Studierenden, Fälle zu bearbeiten und wissenschaftlich darzulegen. Sie werden vor allem im Grundstudium angeboten. Dank der Studienbeiträge konnten das Angebot von rund 60 auf 100 Kurse aufgestockt und die Gruppengröße verkleinert werden. Jetzt nehmen durchschnittlich nur noch 23 Studierende an den Lerngruppen teil, früher waren es doppelt so viele.
Zusätzlich wurde das Angebot an Klausuren zur Examensvorbereitung ausgebaut. Fast jede Woche werden zwei Probeklausuren geschrieben und korrigiert – auch in den Semesterferien.
Weitere Studienbeiträge investieren die Bonner Juristen in das Bonner Rechtsjournal - eine Publikation von Studierenden - sowie in die Fremdsprachenausbildung, um so die Chancen ihrer Absolventen auf dem Arbeitsmarkt zu verbessern. Dazu gibt es nicht nur die üblichen Englischkurse. Seit dem Wintersemester kann man sich auch auf den Erwerb des Cambridge-Zertifikats „International Legal English“ (ILEC)
vorbereiten. Auch Grundkenntnisse in Spanisch können die Studierenden erwerben.
Seit der Einführung der Studienbeiträge in Nordrhein-Westfalen im Jahre 2006 erhebt die Universität Bonn von ihren Studenten einen Beitrag in Höhe von 500 Euro. Rund 20 Millionen Euro kommen so jährlich zusätzlich in das Uni-Budget. Drei Viertel des Geldes erhalten die Fakultäten und Institute für dezentrale Maßnahmen zur Verbesserung der Studienbedingungen, der Rest fließt in den Gesamthaushalt. (ML)
Jura für die Praxis: 20 Jahre Bielefelder Kompaktkurs
16.12.08 - Deutlich früher als der Bologna-Prozess begann 1989 in Bielefeld mit dem so genannten Kompaktkurs ein kleiner Schritt in Richtung praxisorientierter Juristenausbildung.
2009 findet der Kurs, der auf die Anwalts- und Notartätigkeit vorbereitet, also zum 20. Male statt. Die Absolventen der bisherigen Durchgänge werden aus Anlass des Jubiläums am 13. März 2009 zu einem Kongress nach Bielefeld eingeladen. Auf der Tagesordnung steht neben dem Wiedersehen die fachliche Diskussion über Neuerungen im Familien-, GmbH- und Versicherungsrecht.
Der Bielefelder Kompaktkurs bereitet in vier Kursteilen junge Juristinnen und Juristen auf die Anforderungen des Anwaltsberufs vor. Die Veranstaltungen, die auch separat gebucht werden können, finden jährlich von Februar bis Mai statt. Dem Anliegen entsprechend ist das Programm nicht akademisch, sondern lebensnah: In den Bielefelder Kursen referieren erfahrene Praktiker über ihre Tätigkeitsgebiete in Plenar- und Kleingruppenveranstaltungen. Der Kurs ist in vielfacher Weise mit dem Referendariat kombinierbar – besonders in der Anwalts- oder Wahlstation – und bereitet außerdem auf das 2. Staatsexamen vor.
Der Kompaktkurs ist auch Bestandteil des zweisemestrigen Masterstudiengangs „Rechtsgestaltung und Prozessführung“ den die Bielefelder Fakultät für Rechtswissenschaft seit 2006 anbietet. So kann mit dem Kompaktkurs und zusätzlichen Leistungen ein akademischer Grad Master of Laws (LL.M.) erworben werden.
Im Internet: www.kompaktkurs.de
Drei Jahre Pause: Bachelor und Master für Juristen
25.11.08 - Noch etwas langsamer als die Mühlen der Justiz mahlen die Mühlen der Justizministerkonferenz: Die Minister der Bundesländer nehmen sich weitere drei Jahre Zeit, um eine grundlegende Änderung des Jurastudiums zu prüfen.
Auf ihrer Herbstkonferenz in der vergangenen Woche in Berlin beschlossen die Ministerinnen und Minister, bis 2011 weiter zu überlegen, ob eine Umstellung des juristischen Studiums auf Bachelor- und Master-Abschlüsse in Frage kommt. Zwar wurde ein Bericht des "Koordinierungsausschusses zur Juristenausbildung" angehört, der die Erfahrungen von deutschen und europäischen Hochschulen mit juristischen Bachelor-/Master-Studiengängen zusammenfasst und auch mögliche Auswirkungen auf juristische Berufe bewertet. Allerdings gab es keine Entscheidung, ob und wie man die gewonnenen Erkenntnisse für eine Studienreform verwerten könnte. Vielmehr erhielt der Ausschuss den Auftrag, "angesichts der aktuellen Diskussion in der juristischen Fachwelt" unterschiedliche Modelle zu prüfen.
Ebenfalls auf die lange Bank geschoben wurde eine Bewertung der letzten Studienreform, die mit der Änderung des Deutschen Richtergesetzes im Sommer 2003 in Kraft getreten war. Seitdem gibt es für die Jura-Studierenden universitäre Schwerpunktbereiche, die an den einzelnen Hochschulen individuell angeboten und geprüft werden. Die Justizministerkonferenz will abwarten, bis mehrere Abschlussjahrgänge zu den Ergebnissen dieser Reform befragt werden konnten. Auch hier soll "spätestens 2011" erneut ein Bericht angehört werden. Einige Hochschullehrer äußerten sich in der Vergangenheit bereits skeptisch über die Auswirkungen, weil sie durch die universitätsinternen Prüfungen eine schleichende Anhebung des Notendurchschnitts befürchten.
Derweil liegen bereits verschiedene Reformvorschläge auf dem Tisch. Das Justizministerium von Nordrhein-Westfalen hatte erst Ende Oktober ein eigenes Konzept veröffentlicht. Auch in Baden-Württemberg und vor allem in Hamburg wird über Reformen intensiv diskutiert. Unter der Ägides des Hamburgischen Anwaltvereins und der Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Juristinnen und Juristen fand vor wenigen Tagen bereits das dritte Symposium zur Studienreform statt. Kernelemente des Hamburger Modells sind ein vierjähriges Bachelor-Studium, die Umwandlung des ersten Staatsexamens in eine Eingangsprüfung für das Referendariat und die Abschaffung des zweiten Staatsexamens. (ML)
Im Internet: www.jumiko.de
www.reform-der-juristenausbildung.de
www.djb.de
Echte Fälle: Moot Court zum Steuerrecht am BFH
25.11.08 - Ende November findet am Bundesfinanzhof (BFH) in München zum ersten Mal ein öffentlicher Moot Court zum Steuerrecht statt, an dem sich deutsche und österreichische Studenten beteiligen.
Träger der Veranstaltung sind die Deutsche Steuerjuristische Gesellschaft (DStJG) und der BFH, das oberste deutsche Gericht für Steuern. Teams von Studenten treten dabei als Prozessbeteiligte auf und verhandeln wirklichkeitsnah Revisionsfälle.
Nach einem Probelauf im vergangenen Jahr wird ab sofort alljährlich ein Wettbewerb ausgeschrieben. Beteiligen können sich Teams von rechts- und wirtschaftswissenschaftlichen Fakultäten in Deutschland und Österreich. Die Teilnehmer haben die Aufgabe, innerhalb einer vorgegebenen Zeit zu zwei steuerrechtlichen Revisionsfällen Schriftsätze der beiden Prozessbeteiligten zu entwerfen. Später, im Endausscheidungsverfahren, treten sie als Prozessbeteiligte in der mündlichen Revisionsverhandlung auf. Auf welcher Seite sie in der mündlichen Verhandlung Platz nehmen, wird erst kurz vorher durch das Los bestimmt.
Von anderen Wettbewerben dieser Art unterscheidet sich der Moot Court am BFH dadurch, dass die zu bearbeitenden Fälle nicht konstruiert sind. Sie liegen als echte Revisionsfälle dem BFH zur Entscheidung vor.
Der Jury gehören neben dem Präsidenten des BFH ein Wissenschaftler, ein Rechtsanwalt, ein Finanzbeamter sowie ein BFH-Richter an. In diesem Jahr beteiligen sich an der mündlichen Endausscheidung Teams der Universitäten aus Heidelberg, Köln, München, Münster und Wien.
Im Internet: www.bundesfinanzhof.de
www.dstjg.de
Hochschulen aus Australien und Neuseeland werben um Studierende
28.10.08 - Mit einer Veranstaltungsreihe an deutschen Universitäten werben australische und neuseeländische Hochschulen im November um Studierende.
Bis zu 31 Hochschulen stellen sich mit Informationsständen und Referaten vor. Dabei geht es nicht nur um die Studieninhalte und Abschlüsse bei den einzelnen Anbietern. Ausführlich informieren die Berater auch über die praktischen Fragen eines Studienaufenthalts: Lebensalltag in den Gastländern, Bewerbungsformalitäten, Visa, Finanzierungsfragen, Arbeitsmöglichkeiten und Karrierechancen. Von den teilnehmenden Universitäten bieten zahlreiche ein LL.M.-Programm an. Wie man am besten einen LL.M.-Abschluss erwirbt, ist auch Thema in den Vortragsveranstaltungen.
Die Termine im Einzelnen:
München, 10. November 2008
Mannheim, 11. November 2008
Köln, 12. November 2008
Hamburg, 13. November 2008
Berlin, 14.-16. November 2008
Im Internet: www.ranke-heinemann.de/australien/messe.php?id=2
Private Hanseuniversität: Studienbetrieb liegt auf Eis
30.09.08 - Noch vor dem ersten Semester hat die Educationtrend AG, Eigentümerin der Privaten Hanseuniversität (PHU) in Rostock-Warnemünde, die Notbremse gezogen und den Studienbetrieb vorerst eingefroren.
Geplant war dort neben dem Fach Betriebswirtschaftslehere auch ein grundständiger juristischer Studiengang, wahlweise mit Abschluss Bachelor of Laws oder dem Staatsexamen. Er wurde staatlich genehmigt und akkreditiert. Drei angesehene Nachwuchswissenschaftler wurden, wie hier berichtet, nach einem zähen Abstimmungsprozess mit der Landesregierung Mecklenburg-Vorpommern als Juraprofessoren berufen.
Schon einmal, im Mai 2006, ging es mit der Juristenausbildung in Rostock bergab: Die Universität musste sich dem Beschluss des Schweriner Landtags beugen, den Studiengang zum Staatsexamen zu beenden. Jetzt gibt es an der Privaten Hanseuniversität (PHU) massive Probleme wegen zu geringer Nachfrage. Noch bezahlt der Investor die Angestellten und hält die Infrastruktur aufrecht.
„Educationtrend sucht zur Zeit nach Möglichkeiten, die Anzahl der Studienbewerber an der Privaten Hanseuniversität zu erhöhen“, erklärt deren Pressesprecher Leander Hollweg. „Zur Zeit ist allerdings noch keine Entscheidung gefallen, wie es insgesamt dort weitergeht.“ Educationtrend unterhält neben der PHU verschiedene Berufbildungszentren sowie die International University in Bruchsal.
Als private Bildungsgesellschaft ist Educationtrend nur eine von zahlreichen Beteiligungen von Dr. Lutz Helmig. Der ehemalige Inhaber der Asklepios- und Helios-Kliniken investiert in so unterschiedlichen Branchen wie Anlagenbau, Medizintechnologie oder Agrarprodukte. Ob Rostock-Warnemünde noch zu einer blühenden Landschaft der Juristenausbildung wird, ist vorerst offen. (ML)
Im Internet: www.hanseuni.de
www.educationtrend.com
Uni Mannheim: Unternehmensjurist gefragt
26.08.08 - Die Universität Mannheim verzeichnet einen Bewerberrekord. 14.600 Interessenten wollten ihr Studium in Mannheim beginnen – 650 davon im neuen Studiengang Unternehmensjurist.
Die Nachfrage ist in allen Fakultäten gestiegen, im Durchschnitt um 31 Prozent. Aktuell kommen auf jeden Studienplatz im Durchschnitt sechs Bewerbungen.
Den höchsten Zuwachs gab es im Bachelor BWL. Die Bewerbungen waren dort im Jahr 2007 stark zurückgegangen, da die Fakultät einen Beleg für sehr gute Englischkenntnisse eingefordert hat. Inzwischen haben sich viele Abiturienten auf diese Anforderung eingestellt.
Der Studiengang Unternehmensjurist war Anfang des Jahres vorgestellt worden. Er vereint Inhalte aus den Fächern Rechts- und Wirtschaftswissenschaften. Auf die BWL-Inhalte entfällt etwa ein Drittel der Studienzeit – aber diese Kombination ist nicht das Ausschlaggebende. Wer den Mannheimer Bachelor in der Regelstudienzeit von sechs Semestern erwirbt, erhält einen bislang beispiellosen Bonus. Die in dieser Zeit bestandenen zivilrechtlichen Klausuren werden für das Erste Staatsexamen anerkannt. Die Mannheimer Bachelor-Absolventen müssen nur noch die Klausuren im Öffentlichen Recht und im Strafrecht sowie die mündliche Prüfung bestehen, um die Erste Staatsprüfung abzuschließen. Sie können so das Staatsexamen in Etappen ablegen, statt wie der Rest der deutschen Jura-Studierenden in einem Prüfungsmarathon am Ende des Studiums. (ML)
Augsburg: Medizinrecht jetzt auch als Studienschwerpunkt
29.07.08 - Ab dem Wintersemester können Augsburger Jura-Studenten den neu eingerichteten Studienschwerpunkt Bio-, Gesundheits- und Medizinrecht wählen.
Getragen wird der Schwerpunkt von den Mitgliedern des Instituts für Bio-, Gesundheits- und Medizinrecht (IBGM) der Juristischen Fakultät in Augsburg.
Zu den vielfältigen Veranstaltungen zählen das Arzt- und Krankenhausvertragsrecht sowie das Arzthaftungsrecht, das Bio- und Biostrafrecht, rechtliche Grundlagen der forensischen Psychiatrie, Grundprobleme des Bio- und Gesundheitsrechtes, das Krankenversicherungsrecht und das Vertragsarztrecht. Außerdem beschäftigen sich die Dozenten mit dem Arzneimittel- und Medizinprodukterecht einschließlich der internationalen und europäischen Bezüge, Risikoregulierung, Recht und Ökonomik des Gesundheitswesens sowie ethischen Fragen. Das Angebot wird durch praxisnahe Veranstaltungen und wechselnde Seminare abgerundet.
Die Juristen des IBGM schätzen den neuen Schwerpunkt als attraktiv ein. Er schließt zivil-, straf- und öffentlich-rechtliche Elemente ein, so dass die Studierenden in allen Feldern des Rechts am Ball bleiben. Der Schwerpunkt ist außerdem interdisziplinär und spricht ökonomische und medizinethische Grundfragen mit an.
Im Internet: www.jura.uni-augsburg.de/inst_einr/medizinrecht/
Studienalternativen: Neue Master an der Schnittstelle von Wirtschaft und Recht
24.06.08 - Zum Wintersemester startet an der Universität Bayreuth ein neuer Master-Studiengang unter dem Titel "Law & Economics".
Das neue Studienprogramm führt in zwei Semestern zum Abschluss des "Master of Laws (LL.M.)". Inhaltlich ist es an der Schnittstelle zwischen Recht und Wirtschaft angesiedelt: Die Bayreuther Juristen bieten Lehrveranstaltungen für deutsches, europäisches und internationales Recht sowie Wirtschaftswissenschaften unter besonderer Berücksichtigung der ökonomischen Analyse des Rechts. Angehende Unternehmensjuristen und Rechtsanwälte, die im Wirtschaftsrecht tätig werden wollen, können mit diesem erweiterten Qualifikationsprofil ihre Wettbewerbsfähigkeit auf dem Arbeitsmarkt erhöhen - nicht nur für deutsche Arbeitgeber, auch für europaweit tätige Firmen. Bewerbungsfrist für Studieninteressierte ist der 30. September 2008.
Das Studienprogramm ist modular aufgebaut: Im Grundlagenmodul geht es um ökonomische Analysen des Rechts sowohl unter juristischen wie unter wirtschaft-swissenschaftlichen Gesichtspunkten. Das juristische Kernmodul umfasst Europäisches Wirtschaftsrecht, Internationales Handelsrecht, Kapitalmarktrecht, Schiedsverfahren und Mediation, Beihilfen- und Vergaberecht sowie die Methodik der Vertragsgestaltung. Abgerundet wird dieses fächerübergreifende Lehrangebot durch das Modul Wirtschaft mit Lehrveranstaltungen aus den Fächern Betriebs- und Volkswirtschaftslehre. Zum Abschluss des Studiums schreiben die Studierenden eine Masterarbeit, bei der sie ein von ihnen gewähltes juristisches Thema methodisch sauber und unter Berücksichtigung der ökonomischen Bezüge der Rechtswissenschaft behandeln sollen.
Im Internet: www.le.uni-bayreuth.de
An der Universität Kassel haben Wirtschaftswissenschaftler um Professor Dr. Jürgen Freimann einen Masterstudiengang zum Thema "Nachhaltiges Wirtschaften" entworfen, der auch für Juristen interessant ist. In drei Semestern können Teilnehmer aus verschiedenen Disziplinen einen Abschluss als "Master of Arts (M.A.)" erwerben. Neben Ökonomen und Rechtswissenschaftlern sind auch Absolventen von Politik- und Sozialwissenschaften sowie Ingenieure angesprochen.
Als Pflichtmodule haben die Kasseler Planer folgende Bereiche definiert: Advanced Economics of the Environment, Industrial Ecology, Umweltpolitik, europäisches und internationales Umweltrecht sowie ethische und philosophische Grundlagen. Die Palette der Wahlmodule ist groß und umfasst wirtschaftliche, technische und ökologische Themen.
Der Bewerbungsschluss für den ersten Durchgang im Wintersemester ist der 15. Juli.
Im Internet: www.uni-kassel.de/go/freimann
Zehn Jahre CENTRAL - Einladung zu zwei Summer Academies
27.05.08 - Das Center for Transnational Law (CENTRAL) der Universität Köln veranstaltet wie in den Vorjahren zwei Sommerakademien zu den Themen Arbitration und Alternative Dispute Resolution.
CENTRAL, vor zehn Jahren von Professor Dr. Klaus Peter Berger in Münster zur Förderung einer praxisnahen Ausbildung an der Universität gegründet, bietet beide Veranstaltungen parallel an. Vom 31. August bis 4. September 2008 treffen sich maximal 30 Teilnehmer in der "Summer Academy on Business Negotiation and Mediation". Das Alternativangebot, die "Summer Academy on International Commercial Arbitration", erlaubt bis zu 40 Interessenten die Teilnahme. Beide Gruppen beschäftigen sich intensiv mit den gleichen Fallstudien. In einer gemeinsamen Veranstaltung am Schlusstag werden die Ergebnisse der jeweiligen Gruppe vorgestellt und in der großen Runde diskutiert sowie bewertet.
Die Themen der Sommerakademien sind international ausgerichtet. Wie die Kursbezeichnung schon erkennen lässt, ist die Arbeitssprache Englisch. Großen Wert legen die Dozenten auf die praktische Anwendbarkeit der Inhalte: Alle Teilnehmer nehmen aktiv an Verhandlungs- und Mediationsübungen teil oder übernehmen eine Rolle in einem Schiedsverfahren.
Die Teilnahmegebühren liegen bei 400 Euro für Studierende und 1.200 Euro für Berufst ätige. Wer den Frühbucherrabatt in Anspruch nehmen möchte, meldet sich am besten bis zum 28. Juni bei den Veranstaltern. Grundsätzlich werden Bewerbungen bis Anfang August akzeptiert.
Im Internet: www.central.uni-koeln.de
Kompakte Einführung in das spanische Recht
27.05.08 - Volle zwei Wochen widmen die Juristen der Universität Bayreuth im August dem spanischen Recht.
Den Sommerkurs "Introducción al Derecho español" halten Professoren renommierter spanischer Universitäten vom 2. bis 15. August 2008 ab. Gesprochen wird durchgängig Spanisch.
Ziel der Veranstaltung ist es, interessierten Studierenden innerhalb von zwei Wochen einen Überblick über die wichtigsten Bereiche des spanischen Privat-, Straf- und Öffentlichen Rechts zu geben. Der Kurs eignet sich daher besonders für diejenigen, die einen Auslandsaufenthalt an einer spanischen Universität planen. Eingeladen sind aber auch alle, die keine konkreten Auslandspläne haben, sondern „nur“ eine andere Rechtsordnung kennen lernen möchten. Der Lehrstuhl von Professor Dr. Stefan Leible, der die Veranstaltung in Bayreuth organisiert, wird von der Deutsch-Spanischen Juristenvereinigung unterstützt. Die Teilnahmegebühr ist daher mit 150 Euro sehr moderat angesetzt.
Attraktiv wird eine Teilnahme auch durch das Rahmenprogramm: Zeitgleich mit der Einführung in das spanische Recht findet in Bayreuth die „Sommeruniversität für Interkulturelle Deutsch-Studien“ statt, zu der rund 300 Teilnehmer aus aller Welt erwartet werden und die mit einem umfangreichen Kulturprogramm aufwartet.
Im Internet: www.derecho.uni-bayreuth.de
Private Hanseuniversität absolviert Akkreditierungsprozess für Jura-Studiengänge
29.04.08 - Die Bucerius Law School bekommt Konkurrenz: Im Oktober 2008 fällt der Startschuss für die ersten Studierenden im Fach Jura an der Privaten Hanseuniversität (PHU) in Rostock.
Die neu gegründete Hochschule mit Sitz im Technologiezentrum Rostock-Warnemünde hat ihren Studienbetrieb im vergangenen Wintersemester mit dem Studiengang "Bachelor of Arts in Business Administration" aufgenommen. Zum Herbst wird das Studienprogramm um weitere Abschlüsse erweitert, im Bereich Wirtschaft, aber auch im Bereich Jura. Im Fachbereich Rechtswissenschaften sind dies der sechssemestrige "Bachelor of Laws (LL.B.)" und ein Vorbereitungskurs für das Erste Staatsexamen, der bei einer Dauer von acht Semestern den LL.B. einschließt. Beide Angebote werden zur Zeit hinsichtlich ihrer Struktur und Qualität von der Akkreditierungsagentur FIBAA überprüft. Die Hochschule rechnet schon in Kürze mit einem positiven Abschluss dieses aufwändigen Verfahrens.
Zunächst werden an der PHU drei juristische Lehrstühle eingerichtet - für Strafrecht, Zivilrecht und Öffentliches Recht -, für die zur Zeit die Berufungsverfahren laufen. Auch für die Studienplatzbewerber hat das Auswahlverfahren begonnen: In zwei Stufen werden die ersten Bewerber auf ihre Eignung für das Studium geprüft. Wie groß die erste Gruppe sein wird, steht noch nicht fest. Langfristig sollen die Kapazitäten der Hochschule so ausgebaut werden, dass pro Jahrgang bis zu 100 Jura-Studierende aufgenommen werden können. Die Gebühren pro Semster betragen 6.000 Euro. Zahlreiche Unternehmen haben zugesagt, sich bei der Ausbildung und Studienfinanzierung zu engagieren, etwa durch das Modell eines unternehmensfinanzierten Studiums. (ML)
Im Internet: http://www.hanseuni.de
Universität Heidelberg: Master of Laws für Unternehmensrestrukturierung
29.04.08 - Ab dem Wintersemester bietet die Universität Heidelberg einen LL.M.-Studiengang zum Thema Restrukturierung an.
Das zweisemestrige Studienprogramm entsteht zur Zeit in Zusammenarbeit mit der Heidelberger gemeinnützigen Gesellschaft für Unternehmensrestrukturierung (HgGUR). Rund 30 Studierende können im Oktober beginnen. Ihnen werden spezielle Kenntnisse aus den Bereichen Recht, Betriebswirtschaft und Management vermittelt, die für die Bewältigung von Unternehmenskrisen erforderlich sind. Das Dozententeam setzt sich zu zwei Dritteln aus Juristen und zu einem Drittel aus Wirtschaftswissenschaftlern zusammen, die ausführlich über praktische Probleme und ihre Lösungen berichten.
Der praxisnahe Ansatz ist erfolgversprechend, denn das Vorhaben wird wie die HgGUR von zwei erfahrenen Partnern getragen: Zum einen von der Kanzlei Wellensiek, die seit langer Zeit zu den führenden Sozietäten im Bereich Insolvenz und Restrukturierung gehört, zum anderen von der Beratungsgesellschaft Roland Berger. "Die zunehmende Zahl von Unternehmenskrisen erhöht den Bedarf an an Sanierungen und die Nachfrage nach qualifizierten Restrukturierungsspezialisten", erklärte Wellensiek-Partner und Insolvenzverwalter Christopher Seagon, der die HgGUR mit begründet hat. Die wissenschaftliche Betreuung des Studienangebots liegt bei Professor Dr. Werne Ebke, der das Institut für Gesellschafts- und Wirtschaftsrecht leitet. (ML)
Kurs zu Schlüsselqualifikationen im Saarland ausgezeichnet
29.04.08 - Eine Lehrveranstaltung der Juristischen Fakultät der Universität des Saarlandes hat den Landespreis Hochschullehre 2007 gewonnen.
Die Preisträger sind Professor Dr. Carsten Momsen und Dr. Sybille Jung, die zum Thema "Schlüsselqualifikationen - Strafprozessrecht" eine praxisorientierte Lehrveranstaltung konzipiert und angeboten haben. Der Preis, der vom saarländischen Ministerium für Wirtschaft und Wissenschaft verliehen wird, ist mit 30.000 Euro dotiert.
Das Seminar kann seit dem Sommersemester 2004 im sechsten Semester des Jurastudiums belegt werden. Im Vordergrund steht die Vermittlung kommunikativer Fähigkeiten wie Gesprächsführung, Streitschlichtung oder Vernehmungstaktik. Momsen und Jung beschränken sich nicht auf die Vermittlung theoretischer Kenntnisse, sondern üben den freien Vortrag, mediative Methoden und Wahrnehmungspsychologie auch praktisch mit den Teilnehmern. (ML)
Jura-Studienplatz in Tübingen: Jede zweite Bewerbung online
29.04.08 - Die Bewerber für einen Jura-Studienplatz an der Universität Tübingen haben die erstmals mögliche Online-Bewerbung rege genutzt: Rund die Hälfte der 385 Bewerbungen erfolgte über das so genannte Campussystem der Universität.
Damit haben die an den Rechtswissenschaften interessierten Bewerber die Vorreiterrolle übernommen. "Die Daten der Studienbewerber stehen durch das Campussystem deutlich schneller zur Bearbeitung zur Verfügung als bei der postalischen Bewerbung", erklärte der Datenmanager Dr. Klaus Bartsch. "Auswahlgespräche können eher anberaumt und eine Studienzusage schneller erteilt werden." Nach den positiven Erfahrungen für das Fach Jura werden weitere Studiengänge das Online-Verfahren übernehmen. (ML)
Mannheim: Bachelor Unternehmensjurist mit Vorleistung für das Staatsexamen
25.03.08 - Im Alleingang reformiert die Universität Mannheim das Jura-Studium.
Mit dem LL.B.-Studiengang „Unternehmensjurist Universität Mannheim“ beginnt dort im Herbstsemester ein neuer Studiengang, der Inhalte aus den beiden Fächern Rechts- und Wirtschaftswissenschaften vereint. Auf die BWL-Inhalte entfällt etwa ein Drittel der Studienzeit – aber diese Kombination ist nicht das Ausschlaggebende. Gemischte Bachelor-Studiengänge sind in der Tradition des Diplom-Wirtschaftsjuristen bereits bei zahlreichen Fachhochschulen im Angebot. Auch an Deutschlands einziger Privathochschule für Juristen, der Bucerius Law School in Hamburg, gibt es bereits seit fünf Jahren für die Studierenden einen LL.B.-Abschluss – allerdings rein rechtswissenschaftlich.
Wer den Mannheimer Bachelor in der Regelstudienzeit von sechs Semestern erwirbt, erhält einen bislang beispiellosen Bonus. Die in dieser Zeit bestandenen zivilrechtlichen Klausuren werden für das Erste Staatsexamen anerkannt. Die Mannheimer Bachelor-Absolventen müssen nur noch die Klausuren im Öffentlichen Recht und im Strafrecht sowie die mündliche Prüfung bestehen, um die Erste Staatsprüfung abzuschließen. Sie können so das Staatsexamen in Etappen ablegen, statt wie der Rest der deutschen Jura-Studierenden in einem Prüfungsmarathon am Ende des Studiums.
Schon nach drei Jahren sollen die Unternehmensjuristen aber über hervorragende Berufschancen verfügen. "Für die vielfältigen Aufgaben einer Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft benötigen wir Juristen mit soliden betriebswirtschaftlichen Kenntnissen. Der Bachelor-Studiengang Unternehmensjurist bietet diese Verbindung auf erstklassigem Niveau", verspricht etwa Professor Dr. Georg Kämpfer, Vorstandsmitglied bei PricewaterhouseCoopers.
Die Universität Mannheim bietet den Studiengang erstmals zum Herbstsemester 2008 an. Die Mannheimer Uni hat vor einigen Jahren die Semesterzeiten nach internationalem Vorbild verschoben; Vorlesungsbeginn ist bereits Anfang September. Nach Erwerb des Bachelor-Grades und Immatrikulation im Aufbaustudiengang können die Studierenden in Mannheim ihre Erste Juristische Prüfung vervollständigen. Der Studiengang ist zulassungsbeschränkt und bewerbungspflichtig. Bewerbungen nimmt die Hochschule in der Zeit vom 15. Mai bis 15. Juli 2008 entgegen.
Im Internet:
http://www.unternehmensjurist.uni-mannheim.de
Neuer deutsch-chinesischer Masterstudiengang "Internationales Wirtschaftsrecht"
25.03.08 - Der neue deutsch-chinesische Studiengang "Joint Master of International Economic Law" – in Kurzform "ecojoin" – beginnt im Wintersemester. Er gibt Absolventen der Rechts-, Wirtschafts- und Politikwissenschaften die Möglichkeit and der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU), innerhalb eines Jahres einen postgraduellen Masterabschluss in Form des "LL.M.oec.int." zu erwerben.
Auf deutscher Seite agiert die Juristische und Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät der MLU. Kooperationspartner ist die Southwest University of Political Science and Law in Chongqing. Mit ihrem Lehrangebot zählt sie zu den einflussreichsten akademischen Einrichtungen der Volksrepublik China und bildet zugleich die bedeutendste Universität mit einem derartig umfassenden Lehrangebot im westlichen Teil Chinas. Die Studierenden absolvieren je ein Studiensemester an der Universität in Chongqing und in Halle, wobei das jeweilige Wintersemester in China stattfinden wird.
Hintergrund der deutsch-chinesischen Initiative ist die zunehmende Bedeutung des internationalen Wirtschaftsrechts, insbesondere mit Blick auf die Handelsbeziehungen. Primär für dieses Betätigungsfeld hat die MLU, die sich auf die Forschung zum internationalen Wirtschaftsrecht spezialisiert hat, den englischsprachigen Studiengang mit aufgebaut. Darüber hinaus ermöglicht es der Studiengang, den chinesischen Kulturkreis in seiner Vielfalt kennen zu lernen. Die Studierenden sollen nach erfolgreichem Abschluss in die Lage versetzt sein, in juristischer und wirtschaftswissenschaftlicher Perspektive wirtschaftliche Problemstellungen unter Berücksichtigung kultureller und gesellschaftlicher Eigenheiten im europäisch-chinesischen Verhältnis zu bewerten und zu lösen.
An der MLU wird der binationale Masterstudiengang neben dem bereits etablierten Master-Studiengang Wirtschaftsrecht als eigenständiger Studiengang angeboten. Er wird vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) gefördert. Deutsche und europäische Studierende erhalten vorbehaltlich der endgültigen Entscheidung des DAAD ein Stipendium. Die Studiengebühren betragen 500 Euro pro Semester. Die Entsendung deutscher Studenten nach Chongqing ist erstmalig für das Wintersemester 2008/2009 vorgesehen.
Im Internet:
http://www.ecojoin.uni-halle.de
Hochschulforscher sehen Bachelor-Juristen zufriedener
26.02.08 - Studierende, die einen Bachelor anstreben, sind tendenziell zufriedener als ihre Kommilitonen in traditionellen Studiengängen. Zu diesem Ergebnis kommen Studienforscher der HIS Hochschul-Informations-System GmbH und die Arbeitsgemeinschaft Hochschulforschung der Universität Konstanz im Studienqualitätsmonitor 2007.
Markige Worte finden die Forscher für die Ausbildungssituation im Fach Jura. "Sehr deutlich bessere Ausbildungsbedingungen" gibt es ihren Studien zufolge in den Bachelor-Studiengängen der Fächergruppe Rechtswissenschaften. So seien zum Beispiel mit 61% doppelt soviele Studierende mit der Betreuung durch die Lehrenden zufrieden (traditionelle Studiengänge: 31%). "Die auf breiter Front sehr niedrige Lehrqualität in den Rechtswissenschaften scheint nicht zwingend an den Lehrgegenstand gebunden zu sein", meinen die Wisschenschaftler. Möglicherweise ließen sich gerade bei den Juristen mit einer Neuorganisation der Studienstruktur sehr starke Verbesserungen erzielen. Allerdings räumt das HIS ein, dass die Bachelor-Studiengänge für angehende Juristen nur bedingt mit dem klassischen, zum Staatsexamen führenden Studiengang Rechtswissenschaften vergleichbar seien.
Generell noch zufriedener sind die Studierenden der Studie zufolge im Master-Studium. "In allen untersuchten Dimensionen der Studienqualität" fänden sich bei ihnen deutlich höhere Zustimmungsquoten, so das Fazit der Wissenschaftler, die knapp 22.000 Studierende von 150 Hochschulen befragt haben: "Aus Sicht der Studierenden und mit Blick auf die Studienqualität lässt sich sagen: Bologna ist schon jetzt ein Erfolg, die Studienstrukturreform hat, obgleich sie vielfach noch am Anfang steht, zu einer deutlichen Verbesserung der Studiensituation geführt." (ML)
Im Internet:
www.his.de/sqm - Datendokumentation auf den Projektseiten des Studienqualitätsmonitors
www.his.de/pdf/pub_fh/fh-200801.pdf - Kostenloser Download der Publikation "Forum Hochschule 1/2008"
Heißes Thema: Energierecht in der Weiterbildung
26.02.08 - Das Haus der Technik in Essen bietet im kommenden Sommersemester zum zweiten Mal den berufsbegleitenden Master-Studiengang „Energiewirtschaft (M.Sc.)“ an. Universitäre Partner dabei sind die Universität Münster und die RWTH Aachen, die gemeinsam den Master-Grad vergeben.
Der Studiengang ist mit seinen fachübergreifenden Inhalten sowohl für Ingenieure als auch für Wirtschaftswissenschaftler und Juristen ausgelegt. Der zeitlich begrenzte Präsenzteil wird durch eine internetgestützte Studienplattform ergänzt. Dies verschafft gerade Berufstätigen mehr Flexibilität beim Lernen.
Für den zweiten Durchlauf ab Ende Mai sind neue, anwendungsorientierte Schwerpunkte hinzugekommen. Akzente wurden vor allem bei den regenerativen Energien, der rationellen Energieverwendung und der umweltfreundlichen Wärmeversorgung gesetzt. Dem Aspekt der Energieeffizienz trägt unter anderem das neu gestaltete Modul "Energiemanagement" Rechnung.
Im Internet: www.hdt-university.de
In Bochum startet Anfang April der Studiengang "Energy Law & Management". Anbieter des berufsbegleitenden Studienprogramms sind die Akademie der Ruhr-Universität und das Institut für Berg- und Energierecht. Es richtet sich vor allem an Ökonomen, Ingenieure und Naturwissenschaftler aus der Energiewirtschaft, zugleich auch an Juristen, die energierechtliche Detailkenntnisse erwerben möchten. Die Anmeldung ist bis zum 14. März 2008 möglich. Wissenschaftlicher Leiter ist Professor Dr. Johann-Christian Pielow, geschäftsführender Direktor des Instituts für Berg- und Energierecht. Als Schirmherr fungiert der frühere Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement.
Neben Professoren der Ruhr-Universität wirken als Dozenten zahlreiche Experten aus Energieunternehmen, der Anwaltschaft sowie aus der europäischen und deutschen Energiepolitik und -verwaltung mit. Das Lehrprogramm umfasst 150 Unterrichtsstunden in Blockveranstaltungen. Über einen Zeitraum von sieben Monaten treffen sich die Kleingruppen zehn Mal freitags und samstags an der Ruhr-Universität. Nach erfolgreicher Prüfung wird das Zertifikat "Energy Law & Management" der Akademie der Ruhr-Universität als gesetzlich anerkannter Abschluss vergeben. (ML)
Im Internet: www.akademie.rub.de/weiterbildung/energierecht.shtml
Compliance im Unternehmen: Neues Studienangebot für Juristen
26.02.08 - Im Mai 2008 startet an der Frankfurt School of Finance and Management der Zertifikatsstudiengang "Compliance Officer".
Deutsche und internationale rechtliche Rahmenbedingungen, der Umgang mit Betrugsfällen (Fraud Prevention), Wirtschaftskriminalität, Korruption und Geldwäsche sind einige der Studieninhalte. Das Programm kann parallel zu einer Vollzeitberufstätigkeit absolviert werden. Es dauert zwölf Monate und richtet sich an Mitarbeiter in Compliance-Abteilungen sowie Geldwäsche-Beauftragte.
Am 4. März stellt die Hochschule das Programm mit einer Informationsveranstaltung vor. In einer Podiumsdiskussion erläutern erfahrene Compliance-Officer aus der Finanzdienstleistungsindustrie aktuelle und zukünftige Aufgaben von Compliance-Beauftragten in Banken. Es diskutieren dort:
- Wolfgang Fabisch, CEO, b-next Holding, Herford
- Stefanie Held, Rechtsanwältin, Head of Compliance / Anti Money Laundering, HSBC Trinkaus & Burkhardt, Düsseldorf
- Oliver Jost, Head of Group Compliance, Commerzbank, Frankfurt
- Corina Käsler, Executive Director Legal and Compliance, Head of Compliance Germany, Sweden and the Netherlands, Morgan Stanley Bank, Frankfurt
- Jens Manglkammer, Country Compliance Representative, ABN AMRO Bank N.V., Niederlassung Deutschland, Frankfurt
Im Internet: www.frankfurt-school.de/compliance
Die "School of Governance, Risk & Compliance" an der privaten Steinbeis-Hochschule Berlin hat ihren wissenschaftlichen Beirat ergänzt. Zu den neun Beiratsmitgliedern des zur School gehörenden "Institute Risk & Fraud Management" kommen nun fünf weitere Mitglieder hinzu. Professor Dr. Axel von Werder, TU Berlin und Mitglied der Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex sowie Caspar von Hauenschild, Vorstandsmitglied bei Transparency International und Mitglied des deutschen Netzwerkes Wirtschaftsethik, verstärken die wissenschaftliche Seite des Beirats.
Mit Rainer Benne, einem ehemaligen Kriminaloberkommissar, der heute die Konzernsicherheit der Porsche AG leitet, Professor Dr. Sachar Paulus, Chief Security Officer der SAP AG sowie Thomas Steidle, Konzernleiter Compliance Sal. Oppenheim, sind erstmalig Unternehmensvertreter in dem Beratergremium vertreten. Die Hochschule will durch diese Neuausrichtung des Beirats die Verzahnung von Wissenschaft und Praxis intensivieren. Seit 2005 bietet es einen integrierten MBA-Studiengang für Prävention von Wirtschaftskriminalität und Risikomanagement an. (ML)
Im Internet: http://www.school-grc.de
Dynamisches Rechtsgebiet: EU-Umweltrecht im Fernstudium
29.01.08 - Für die Neuauflage ihres Kurses zum EU-Umweltrecht im Sommersemester 2008 hat die Universität Koblenz-Landau das Fernstudienmaterial vollständig überarbeitet.
"Das europäische Umweltrecht unterliegt seit jeher einer enormen Dynamik," erläutert der Leiter des Koblenzer Fernstudienzentrums, Prof. Dr. Joachim Loeper. "Was heute noch aktuell ist, kann morgen schon überholt sein. Daraus resultiert ein erheblicher Weiterbildungsbedarf. Wir dürfen gespannt sein, welche weiteren Impulse der im Dezember unterzeichnete Vertrag von Lissabon auch dem EU-Umweltrecht bringen wird."
Nach einer viermonatigen Fernstudienphase mit Online-Betreuung endet die Fortbildung mit einem Präsenzseminar Anfang August in Koblenz. Inhaltlich wendet sich der Kurs einer breiten Themenpalette zu. Es geht um Geschichte und Strukturen der Europäischen Union, die Grundlagen der europäischen Gesetzgebung und Konzepte der EU-Umweltpolitik. Im juristischen Kern behandelt der Kurs das Umweltverfassungs- und Umweltvölkerrecht, planerische und ökonomische Instrumenten sowie das europäische Naturschutz-, Gewässerschutz- und Immissionsschutzrecht, schließlich das Chemikalien-, Gentechnik- und Abfallrecht.
Das Weiterbildungsangebot richtet sich in erster Linie an Ingenieure und Naturwissenschaftler aus allen Bereichen der öffentlichen Verwaltung, des Dienstleistungs- und des Industriesektors. Absolventen anderer Fachrichtungen können ebenfalls zugelassen werden. Anmeldeschluss ist der 15. März 2008.
Im Internet: www.uni-koblenz.de/eelaw
Mal was anderes: Workshops zum Frachtvertragsrecht
29.01.08 - Für die Neuauflage ihres Kurses zum EU-Umweltrecht im Sommersemester 2008 hat die Universität Koblenz-Landau das Fernstudienmaterial vollständig überarbeitet.
Am 15. Februar beginnt an der Bucerius Law School eine neue Veranstaltungsreihe unter dem Titel "Quality Broking in der Schifffahrt". Damit wird eine Reihe aus dem Jahr 2007 fortgesetzt. 2008 sind insgesamt 29 Termine angesetzt. Los geht es mit Professor Dr. Rolf Herber (Kanzlei Ahlers & Vogel), der über die Entwicklung des Seehandelsrechts in den letzten fünfzig Jahren berichtet, und Dr. Hans-Heinrich Nöll (Verband Deutscher Reeder) mit dem Thema „Verbände in der Schifffahrt“.
Die Reihe wendet sich an Schiffsmakler und Mitarbeiter von Reedereien mit mehrjähriger Erfahrung, die sich im Berufsalltag mit Frachtverträgen beschäftigen und sie beurteilen müssen. Auch Anwälte und Richter sind als Teilnehmer willkommen. Ein als Kenner der Materie ausgewiesener Praktiker und ein gleichermaßen qualifizierter Jurist halten in der Regel je einen Einführungsvortrag. Darauf folgt eine offene Diskussion. Wissenschaftliche Programmdirektorin ist Professorin Dr. Doris König von der Bucerius Law School.
Im Internet: www.bucerius-education.de
Hamburger Juristen leiten Aufbau der Europe-China School of Law
18.12.07 - Unter Federführung der Universität Hamburg wird ein europäisches Konsortium die Europe-China School of Law (ECSL) in Peking errichten. Die Europäische Kommission fördert das internationale Projekt mit 35 Millionen Euro. Die Planung sieht vor, dass bis zu 25 deutsche Professorinnen und Professoren an der ECSL in der chinesischen Hauptstadt unterrichten und forschen werden.
„Die Mitwirkung deutscher und anderer europäischer Rechtslehrer an der Europe-China School of Law in Peking wird dazu beitragen, unserem Rechtsverständnis in China Geltung zu verschaffen und den Rechtsstaatsdialog mit China zu intensivieren“, erklärte Bundesjustizministerin Brigitte Zypries, die die Bewerbung der Hamburger unterstützt hatte.
Die Projektleitung hat der Dekan der Juristischen Fakultät, Professor Dr. Hans-Heinrich Trute. Neben der Universität Hamburg beteiligen sich die Max-Planck-Institute in Hamburg, Heidelberg, Freiburg und München sowie die Bucerius Law School, das Europa-Kolleg Hamburg und die Universität Münster. Auch verschiedene Kanzleien fördern das Projekt, etwa die spanischen Sozietäten Cuatrecasas, Uría Menendez und J&A Garrigues, die italienische Kanzlei Bonnelli Erede Pappalardo, Clifford Chance sowie De Brauw. Auf chinesischer Seite werden sich zwei Pekinger Universitäten – die China University of Political Science and Law (CUPL) und die Tsinghua Law School – engagieren. Hinzu kommen weitere europäische Hochschulen.
Drei Projektziele haben die beteiligten Partner bislang vereinbart:
- Die Errichtung eines Masterstudiengangs für chinesische und europäische Studierende auf den Gebieten Europarecht, internationales Recht, Rechtsvergleich sowie chinesisches Recht, chinesische Sprache und Kultur für Europäer;
- Implementierung eines Qualifizierungsprogramms für Chinesen in juristischen Berufen mit Unterstützung von Praktikern aus Europa;
- Einrichtung eines Forschungsprogramms zur Reform des chinesischen Rechtssystems und zur Entwicklung von Gesetzesentwürfen sowie die Beratung chinesischer internationaler Firmen und Organisationen. (ML)
Im Internet: www.jura.uni-hamburg.de/ecsl
Juristisches Personalmanagement an der Braunschweiger FH
18.12.07 - Einen neuartigen Bachelorstudiengang mit der Spezialisierung „Recht, Personalmanagement und Personalpsychologie" bietet die Brunswick European Law School (BELS) der Fachhochschule Braunschweig/Wolfenbüttel zum Sommersemester 2008 an.
Der siebensemestrige Studiengang bereitet auf Tätigkeiten im Personalmanagement vor und vermittelt rechtliche, ökonomische und wirtschaftspsychologische Inhalte. Absolventen sollen mit der vielfältigen Qualifikation den Anforderungen des Personalwesens im Mittelstand und in großen Industrieunternehmen gerecht werden und juristisches Wissen auf betriebliche und personalpsychologische Probleme anwenden können. Das Studium umfasst die Themen Arbeits- und Sozialrecht sowie Personalmanagement mit den Schwerpunkten Personalstrategien, Arbeitszeitmanagement und Mitarbeitervergütung. Es schließt mit dem Titel Bachelor of Laws (LL.B.) ab.
Die BELS ist im September 2007 aus dem ehemaligen Fachbereich Recht der Fachhochschule hervorgegangen. Zehn Professorinnen und Professoren betreuen dort rund 420 Studierende. Der ehemalige Diplom-Studiengang Wirtschaftsrecht wurde soeben auf ein Studienprogramm mit Bachelor-Abschluss umgestellt. (ML)
Im Internet: http://bels.fh-wolfenbuettel.de
Journalistische Zusatzausbildung für Juristen
28.11.07 - Eine bundesweit einmalige Journalistenausbildung für Juristen
startet an der Universität Münster zum achten Mal am 10. März 2008.
Organisiert wird das Programm mit dem Namen "Journalismus und Recht" vom Institut für Informations-, Telekommunikations- und Medienrecht (Zivilrechtliche Abteilung, Professor Dr. Thomas Hoeren).
Innerhalb einer Woche erlernen Jurastudenten und junge Juristen die Grundtechniken journalistischen Schreibens und wie sie juristische Sachverhalte allgemeinverständlich vermitteln können. Zudem werden sie rhetorisch geschult.
Fachredakteure aus Verlagen, Print- und Funkmedien und Pressesprecher aus dem juristischen Bereich führen in die jeweiligen Berufsfelder theoretisch und praktisch ein. Als Referenten haben sich etwa ZDF-Redakteur Friedrich Kurz von der Sendung "Frontal 21" und Jörg Overbeck, Leiter der Unternehmenskommunikation bei der Kanzlei Linklaters angekündigt. Pro Teilnehmer wird ein Unkostenbeitrag von
50 Euro erhoben. Bewerbungsschluss ist Freitag, 11. Januar 2008.
Im Internet: www.uni-muenster.de/Jura.itm/hoeren
Terrorismus und Kommunalrecht: Preise für Rechtswissenschaftler
28.11.07 - An der Rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universität Münster sind die diesjährigen Harry-Westermann-Preise verliehen worden.
Den mit 2.000 Euro dotierten ersten Preis erhielt Dr. Gudrun Dahme für ihre Dissertation über "Terrorismusbekämpfung durch Wirtschaftssanktionen". Der mit 1.000 Euro dotierte zweite Preis ging an Michael Veddern für seine Doktorarbeit über "Immaterialgüterrechte in der europäischen Vertragsforschung". Petra Pheiler-Cox mit der Arbeit "Präzisierung des § 1381 BGB" und Christoph-Georg Baum, der über "Jugendmedienschutz als Staatsaufgabe" geschrieben hat, freuen sich über mit jeweils 500 Euro dotierte dritte Plätze.
Im Rahmen der Feierstunde wurde auch der diesjährige Habilitationspreis der Juristischen Studiengesellschaft zu Münster an Privatdozentin Dr. Elke Mildenberger verliehen. Die Juristin wurde im Januar dieses Jahres mit der Schrift "Stellvertretende Einwilligung im Strafrecht - dargestellt am Beispiel der Einwilligung in medizinische Forschungseingriffe an Entscheidungsunfähigen" habilitiert. Ihr wurde die akademische Lehrbefugnis für die Fächer Strafrecht, Strafprozessrecht und Medizinrecht verliehen.
Die Dissertation von Dr. Thorsten Finger über die "offenen Szenen" in Städten ist mit der "Kommunalwissenschaftlichen Prämie" der Stiftung der deutschen Städte,
Gemeinden und Kreise zur Förderung der Kommunalwissenschaften in
Verbindung mit der Carl und Anneliese Goerdeler-Stiftung ausgezeichnet worden. Bund, Länder und Kommunen entwickeln und praktizieren seit 1990 vermehrt sicherheitspolitische Konzepte gegen "offenen Szenen", die sich zum Beispiel aus Drogenhändler und -konsumenten, Obdachlosen, Prostituierten nebst
Freiern, "Punks" und "Gothics" zusammensetzen können.
Die sicherheitspolitische Konzepte, mit denen "Sicherheit, Sauberkeit und Ordnung" in den (Innen-)Städten wiederhergestellt werden sollen, unterzieht Finger einer juristischen Prüfung. Er geht der Frage nach, ob und unter welchen Voraussetzungen zum Beispiel der Alkoholgenuss, das Betteln oder ähnliche Verhaltensweisen in Innenstädten durch die Polizei- und Ordnungsbehörden überhaupt mit den Mitteln des Rechts unterbunden werden dürfen. "Das Polizei- und Ordnungsrecht bietet den Behörden kaum Spielräume für solche Verbote", lautet sein Fazit. Finger arbeitet jetzt als Verwaltungsrichter in Gelsenkirchen.
Informationen aus erster Hand
07.11.07 - Die heilbronn business school (hbs) veranstaltet am
Samstag, 17.11.2007 von 11 bis 14 Uhr einen Infotag, auf dem die berufsbegleitenden Weiterbildungsstudiengänge vorgestellt werden.
Professoren, Dozenten, Studenten sowie die hbs-Mítarbeiter stehen für Gespräche
zu Verfügung. Die Besucher erfahren alles über die unterschiedlichen Studiengänge (MBA, LL.M.,
MSc.), das Bewerbungs- und Auswahlverfahren, Kosten sowie Stipendien der Dieter-Schwarz-Stiftung.
Die Hochschule erbitte eine Anmeldung unter der Telefonnummer 07131/645636-0 oder online unter www.hn-bs.de.
Innovation als Programm: Neuer IT-LL.M. in Heilbronn
30.10.07 - Die heilbronn business school (hbs), 2005 neu gegründete private Stiftungshochschule der Dieter-Schwarz-Stiftung, erweitert ihr Angebot an berufsbegleitenden Studiengängen um einen „LL.M. in Information and Communication Technologies & Law“.
Studiengangsleiter ist Professor Dr. Jochen Deister, der zuvor für Motorola tätig war. Deister leitete bei dem US-Technologieunternehmen zuletzt die Rechtsabteilung des Geschäftsbereichs Mobile Devices für Europa, Afrika, den Mittleren Osten und Indien. Früher hatte er die europäischen Rechtsabteilungen des Jointventures von Accenture und Microsoft, Avanade, aufgebaut und geleitet. Seine juristische Karriere begann er als Anwalt bei Clifford Chance.
„Zusammen mit einem Netzwerk aus anerkannten Wissenschaftlern und erfahrenen Praktikern bieten wir einen innovativen Studiengang“, erläutert Deister. Der Studiengang, der auch gleichzeitig die theoretischen Anforderungen an den Fachanwalt für Informationstechnologierecht erfüllen soll, beginnt im April 2008 und dauert 24 Monate. Als Studiengebühr sind 18.000 Euro veranschlagt. Für besonders hochqualifizierte Teilnehmer vergibt die Dieter-Schwarz-Stiftung Stipendien.
Der inhaltliche Rahmen ist innerhalb des Spezialgebiets breit gesteckt: Das Masterprogramm thematisiert alle Rechtsfragen, die sich mit der Produktion, der Vermarktung und Nutzung von Informations- und Kommunikationstechnologien im Unternehmen stellen – sowohl aus der Perspektive des Zivilrechts als auch des öffentlichen Rechts.
Die heilbronn business school wählt ihre Teilnehmer durch ein Assessment Center aus. "Die Erkenntnisse aus dem Assessment Center fließen in eine studiengangsbegleitende Persönlichkeitsförderung der Teilnehmer ein", so hbs-Präsident Professor Dr. Wolrad Rommel. "Mit diesem ganzheitlichen Ansatz und der Ausrichtung an der wirtschaftlichen Realität heben wir uns von anderen Programmen ab." Rommel hat den neuen Studiengang von Anfang an mit entwickelt. Er ist renommierter Telekommunikationsrechtler und leitete unter anderem von 2000 bis 2005 die Marktregulierungs- und Netzzugangsverfahren der Deutschen Telekom.
Im Internet: www.heilbronn-business-school.de
Augsburg feiert erste Diplom-Wirtschaftsjuristen
30.10.07 - Die ersten 21 Absolventinnen und Absolventen des Diplomstudiengangs "Rechts- und Wirtschaftswissenschaften" haben von der Universität Augsburg ihr Diplom erhalten.
Der Studiengang wurde zum Wintersemester 2003/04 in Kooperation zwischen der Juristischen und der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät an der Universität Augsburg eingerichtet. Als Alternative und in Abgrenzung zur klassischen, mit einer Staatsprüfung abschließenden Juristenausbildung ist sein Konzept darauf ausgerichtet, die Absolventen durch eine Kombination rechts- und wirtschaftswissenschaftlicher Themen mit vielen Praxiselementen gezielt auf Führungspositionen in der Wirtschaft vorzubereiten. "Von Beginn an sind wir mit dieser Idee bei der IHK und in der Wirtschaft allgemein auf großes Interesse gestoßen", berichtete Professor Dr. Reiner Schmidt, der den Studiengang mit initiierte und jetzt dem Verein "Alumni, Freunde und Förderer der Wirtschaftsjuristen Augsburg e. V." vorsitzt.
Die Augsburger Diplom-Studentinnen und -Studenten werden in einem speziellen Verfahren auf ihre Eignung geprüft. Die fundierte wissenschaftliche Ausbildung in rechts- und wirtschaftswissenschaftlichen Fächern wird durch eine spezifische Fremdsprachenausbildung in Englisch ergänzt. Kennzeichnend ist außerdem die große Anzahl praxisbezogener Lehrveranstaltungen. Fallstudien, Gruppenarbeiten sowie Qualifizierungsmöglichkeiten in Verhandlungsführung und Rhetorik runden das Studienprogramm ab. Nach dem zweijährigen Grundstudium spezialisieren sich die Teilnehmer im Hauptstudium auf Schwerpunkte, die ihren individuellen beruflichen Wünschen entsprechen. Zur Wahl stehen Personalwesen, Steuern und Rechnungswesen, Unternehmen und Management, Bank und Kapitalmarkt sowie Wirtschaftsregulierung und Schutz der Umwelt. Ein wichtiger Bestandteil des Hauptstudiums, das auch für Auslandsaufenthalte genutzt werden soll, sind die Pflichtpraktika in Unternehmen.
Im Internet: www.wirtschaftsjurist.uni-augsburg.de
LL.M. im Informationsrecht: Berufsbegleitend in Oldenburg
25.09.07 - Examinierte Juristinnen und Juristen können sich ab dem Wintersemester an der Universität Oldenburg im Bereich Informationsrecht weiterqualifizieren.
Der neue berufsbegleitende und online-gestützte zweijährige Masterstudiengang startet am 1. Oktober 2007. Das Angebot schließt mit dem akademischen Grad "Master of Laws (LL.M.)" ab und vermittelt zudem die für die Erlangung der Fachanwaltsbezeichnung "Fachanwalt für Informationstechnologierecht" erforderliche Theorieausbildung.
Der Masterstudiengang kombiniert E-Learning-Angebote und klassische Lernformen wie Präsenzveranstaltungen. So können die Teilnehmer den Studiengang parallel zu ihrer beruflichen Tätigkeit absolvieren.
Gemeinsam mit national und international renommierten Hochschullehrern wirken ausgewiesene Experten aus der Praxis im Studiengang mit. Rechtsanwälte internationaler Kanzleien mit dem Schwerpunkt IT-Recht und Juristen großer Telekommunikationsunternehmen präsentieren praxisbezogene Fallstudien.
Das Informationsrecht umfasst die klassischen Rechtsgebiete Telekommunikations- und Medienrecht, Urheberrecht und gewerbliche Schutzrechte, Fernabsatzrecht (eCommerce-Recht) und Internetrecht. Alternativ können eGovernment, Computer-Strafrecht, Datenschutzrecht, Vergaberecht und Steuerrecht gewählt werden.
Die wissenschaftliche Leitung des Masterstudiengangs liegt bei Prof. Dr. Jürgen Taeger, Direktor des Instituts für Rechtswissenschaften. Für die Organisation und das Management zeichnet das Center für Lebenslanges Lernen (C3L) verantwortlich.
www.informationsrecht.uni-oldenburg.de
Recht und Wirtschaft: Weiterbildung für die Energiebranche
31.08.07 - Das von der Akademie der Ruhr-Universität Bochum und vom Institut für Berg- und Energierecht entwickelte und angebotene Zertifikats-Studium "Energy Law and
Management" richtet sich an Nachwuchsführungskräfte im Energiesektor. Das berufsbegleitende Programm startet am 9. November 2007, Bewerbungen sind ab sofort möglich.
Die immer komplexeren Anforderungen in der Energiewirtschaft erfordern mehr denn je einen interdisziplinären Ansatz und die Fähigkeit zum vernetzten Denken. Im neuen Studiengang werden deshalb Querschnittkompetenzen in Energierecht, Energiewirtschaft und Energietechnik vermittelt. Das Lehrprogramm profitiert von der Bochumer Tradition der fächerübergreifenden energiewissenschaftlichen Forschung. Neben der Weitergabe wissenschaftlicher Erkenntnisse ist das Studium an den Belangen der energiewirtschaftlichen Praxis ausgerichtet. Als Dozentinnen und Dozenten wirken neben Juristen, Ökonomen und Ingenieuren der Ruhr-Uni zahlreiche Spitzenkräfte aus
Energieunternehmen, der Anwaltschaft sowie aus der europäischen und
deutschen Energiepolitik und -verwaltung mit. Die wissenschaftliche Leitung hat Professor Dr. Johann-Christian Pielow, geschäftsführender Direktor des Instituts für Berg- und Energierecht. Die Schirmherrschaft hat der frühere NRW-Ministerpräsident und Bundeswirtschaftsminister Dr. Wolfgang Clement übernommen.
Das Programm richtet sich an Nachwuchsführungskräfte aus Unternehmen mit rechts-, wirtschafts- oder ingenieurwissenschaftlichem Hochschulabschluss, Anwälte sowie Verbands- und Verwaltungsjuristen. Es umfasst 150 Unterrichtsstunden, findet in Kleingruppen freitags und samstags an der RUB statt und erstreckt sich über ein Jahr. Nach erfolgreicher Prüfung vergibt die Akademie der RUB das Zertifikat
"Energy Law & Management". Inhaltlich geht es neben rechtlichen, ökonomischen und technischen Grundlagen um die Wertschöpfungsstufen in der Energiewirtschaft: von der Primärenergiebeschaffung über Stromerzeugung sowie Energietransport und -verteilung bis hin zu Energiehandel und Energiebelieferung. Ein eigenes Modul ist dem Umwelt-und Klimaschutz gewidmet.
http://www.akademie.rub.de/weiterbildung/lawmanagement.shtml
September-Programm zur Schiedsgerichtsbarkeit
31.08.07 - Mit einem kompakten Programm unter dem Namen "Düsseldorf International Arbitration School" bietet die Düsseldorfer Universität kurz vor dem Beginn des Wintersemesters Einblick in das Thema Schiedsgerichtsbarkeit.
In der juristischen Aus- und Weiterbildung spielt das Schiedsverfahrensrecht bislang trotz seiner gestiegenen Bedeutung eine untergeordnete Rolle. An dieser Stelle setzt die "Arbitration School" an. Sie findet unter dem Dach der Düsseldorf Law School (DLS) vom 24. bis 28. September 2007 erstmalig statt. Die DLS ist die selbständige
Weiterbildungseinheit der Düsseldorfer Juristischen Fakultät.
Was ist Schiedsgerichtsbarkeit? So lautet die Ausgangsfrage der Veranstalter. Im Zuge des rapiden Wachstums internationaler Wirtschaftsbeziehungen erlebt sie zur Zeit eine besondere Boomphase. Während sich früher vor allem Großkonzerne und Global Players für schiedsgerichtliche Streitentscheidung entschieden, sind heute Schiedsvereinbarungen in allen internationalen Vertragsverhältnissen vorzufinden – gleich ob Unternehmenskaufvertrag oder technische Lizenzverträge. Außerdem geht es um die Frage, wie Beweise im Schiedsverfahren erhoben werden. Praktiker erläutern den Umgang mit Konflikten der Rechtskulturen in internationalen Schiedsverfahren. Die Hürden bei der Durchsetzung eines Schiedsspruchs werden zusätzlich thematisiert.
Die Düsseldorfer Veranstaltung richtet sich an hochqualifizierte Studenten - etwa die Teilnehmer am Vis-Moot Court -, Rechtsreferendare und Praktiker. Das sehr praxisorientierte, schiedsverfahrensrechtliche Programm wird durch Vorträge zum Internationalen Wirtschaftsrecht (u.a. CISG) und interaktive "Pleading und Drafting Exercises“ ergänzt. Zu den Referenten gehören namhafte nationale und internationale Schiedsverfahrenspraktiker sowie internationale Handelsrechtler (u.a. Prof. Dr. Siegfried Elsing, Prof. William W. Park, Dr. Wolfgang Kühn, Dr. Thomas Kreifels, Dr. Stephan Wilske, Dr. Wolfgang Gruber, Ulrike Gantenberg, Kirstin Dodge und Dr. Sabine Konrad). Die Gebühren betragen 250 Euro für Studenten/Referendare und 500 Euro für Rechtsanwälte. Stipendien werden nach akademischen Kriterien vergeben.
http://www.duslaw.eu/dias.htm
Kriminelle Meister: Neuer Hamburger Studiengang
26.06.07 - Zum Wintersemester 2007/08 bietet das Institut für Kriminologische Sozialforschung der Universität Hamburg erstmals den neuen weiterbildenden Masterstudiengang Kriminologie an.
Praktiker aus kriminologisch einschlägigen Arbeitsfeldern können in dem auf zwei Semester angelegten berufsbegleitenden Studium den Titel "Master of Arts" (M.A.) erlangen. Es stehen jährlich maximal 30 Studienplätze zur Verfügung.
Das Studium dient dem Erwerb wissenschaftlicher Qualifikation insbesondere für Leitungsaufgaben in Berufsfeldern, die mit Devianz und Kriminalität zu tun haben. Er setzt einen ersten berufsqualifizierenden Hochschulabschluss etwa in den Fächern Soziologie, Psychologie oder Rechtswissenschaften und anschließende einschlägige Berufserfahrung voraus.
Die Studienorganisation ermöglicht auch Interessenten, die nicht in Hamburg wohnen, die Teilnahme. Das Studium beginnt mit einem einwöchigen Seminar und läuft dann in aufeinanderfolgenden Modulen ab, die mit jeweils einem Präsenz-Wochenende beginnen und durch eine mehrwöchige E-Learningphase vertieft werden. Die Gebühren für das gesamte Studium betragen 2.700 Euro. Die Bewerbungsfrist endet in wenigen Tagen.
Die Ruhr-Universität Bochum hatte bereits vor zwei Jahren einen "Master of Criminology" in ihr Angebot genommen. Neben dem Präsenzstudiengang ist in Bochum auch ein Fernstudium mit diesem Abschluss möglich.
www.sozialwiss.uni-hamburg.de/publish/IKS/wbmaster.html
Auszeichungen im Steuerrecht und in der Telekommunikation
26.06.07 - Dr. Elke Sievert erhielt für ihre Dissertation "Konzernbesteuerung in Deutschland und Europa" den mit 1.000 Euro dotierten Förderpreis Internationales Steuerrecht 2007 der Bundessteuerkammer.
Sievert hat im Jahr 2005 am Institut für Unternehmensrechnung und -besteuerung der Universität Münster promoviert. Anhand eines umfassenden Ländervergleichs zeigt ihre Arbeit Wege zu einem adäquaten Konzernbesteuerungssystem in Europa auf. "Die Ergebnisse sind im Kontext der aktuellen steuerpolitischen Diskussion in der EU von hoher Relevanz und liefern zudem wertvolle Anregungen für die rechts- und steuerberatende Praxis", erklärte Dr. Klaus Heilgeist, Präsident der Bundessteuerkammer, bei der Preisübergabe in Dresden.
Mit dem Förderpreis zeichnet die Bundessteuerkammer hervorragende wissenschaftliche Publikationen auf dem Gebiet der internationalen Besteuerung oder des internationalen Steuerberatungsrechts aus. Sie fördert damit gleichzeitig den internationalen fachlichen Austausch des Berufnachwuchses, da den Preisträgern die Teilnahme an den Kongressen der International Fiscal Association ermöglicht wird.
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In der Ludwig-Maximilians-Universität München wurden drei junge Steuerakademiker mit dem Ottmar-Bühler-Förderpreis ausgezeichnet. Die Kanzlei Linklaters fördert gemeinsam mit dem Lehrstuhl für Betriebswirtschaftliche Steuerlehre und Steuerrecht der Ludwig-Maximilians-Universität München außergewöhnliche wissenschaftliche Leistungen auf dem Gebiet der betriebswirtschaftlichen Steuerlehre und des Steuerrechts. Der Förderpreis ist nach dem Universitätsprofessor Ottmar Bühler (1884-1965) benannt und wurde bereits zum siebten Mal verliehen.
Die Preisträger sind allesamt Diplom-Kaufleute. Ausgezeichnet wurden Barbara Maria Klimaszewski-Blettner für die herausragende Gesamtleistung im Rahmen ihres Diplomstudiums Betriebswirtschaftslehre unter besonderer Berücksichtigung der Leistungen in Betriebswirtschaftlicher Steuerlehre, Michael Polaschek für besondere wissenschaftliche Leistungen mit seiner Diplomarbeit zum Thema "Der Einsatz von Holdinggesellschaften beim Unternehmenskauf – eine steuerliche Analyse", sowie Dr. Alexander Linn für besondere wissenschaftliche Leistungen in seiner Dissertation "Der Einfluss von Missbrauchsverhinderungsnormen auf die Standortwahl von Unternehmen".
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Kamyar Abrar heißt der Träger des Promotionspreises, den die Kanzlei Schalast & Partner in diesem Jahr erstmalig für herausragende wissenschaftliche Arbeiten auf dem Gebiet des Telekommunikationsrechts vergeben hat. Der Preisträger kann sich über einen Druckkostenzuschuss in Höhe von 2.500 Euro freuen. Das Thema seiner Dissertation ist "Fusionskontrolle in der Telekommunikation".
Die Arbeit wurde von den Korrektoren der Universität Hamburg, Professor Dr. Ladeur und Professor Dr. Hofmann-Riem, mit Summa Cum Laude beziehungsweise Magna Cum Laude bewertet. Die Jury bestand aus den beiden Praktikern Sabine Henning (COLT) und Felix Müller (British Telecom) sowie den drei Schalast-Partnern Jan Mönikes, gleichzeitig Geschäftsführer der Initiative Europäische Netzbetreiber, Dr. Ernst Georg Berger und Prof. Dr. Christoph Schalast.
Jura in fremden Sprachen: Universität Osnabrück schafft neues Angebot
29.05.07 - Der Fachbereich Rechtswissenschaften der Universität Osnabrück richtet zum Wintersemester 2007/2008 eine Fachspezifische Fremdsprachenausbildung (FFA) für Studierende der Rechtwissenschaften ein.
Die Teilnehmer dieses Programms sollen innerhalb von drei Studienjahren vertiefte fachspezifische Kenntnisse in mindestens einer Fremdsprache sowie möglichst breite Kenntnisse der jeweiligen Rechtsordnung erwerben. Bewerbungen sind bis zum 15.Juli 2007 möglich.
"In dieser Einrichtung sehen wir eine Chance, das eigene Lehrangebot um einen zusätzlichen und besonders attraktiven Pfeiler zu erweitern", erklärte Dekan Professor Dr. Martin Schmidt-Kessel. "Darüber hinaus ist es ein drittes profilbildendes Element neben der wissenschaftlichen Ausrichtung auf Wirtschaftsrecht sowie Europäisches und Internationales Recht."
Im Angebot ist selbstverständlich eine Ausbildung in der englischen Sprache, wobei hier zwei unterschiedliche Ausprägungen, nämlich britisches Englisch und US-amerikanisches Englisch, vorgesehen sind. Das Französische ist als die andere Hauptarbeitsprache der Europäischen Union gleichfalls unverzichtbar. Eine FFA in niederländischer Sprache wird bislang in Deutschland nicht angeboten, die Osnabrücker Juristen erbringen hier eine Pionier-Leistung. Italienisch, Spanisch und Polnisch sind die Sprachen von drei weiteren großen Mitgliedstaaten der Europäischen Union, die den Juristen an der niedersächsischen Universität demnächst angeboten werden. Den Unterricht leiten ausschließlich Muttersprachler.
Das Ausbildungsprogramm ist in drei Phasen gegliedert, nämlich eine mit der allgemeinen Sprach- und Wirtschaftssprachausbildung sowie zwei für die fachspezifischen Ausbildung. Es soll beginnend zum Wintersemester im Jahresturnus angeboten werden. Die Verantwortlichkeiten für die einzelnen Abschnitte werden zwischen Akademischem Auslandsamt und Fachbereich geteilt. Der Zugang zur FFA erfolgt grundsätzlich nach den allgemeinen Zulassungskriterien des Fachbereichs für den Studiengang Rechtswissenschaften. Um zu gewährleisten, dass die zugelassenen Studierenden den Kursen der Grundstufe folgen können, ist Voraussetzung zur Zulassung zudem in jedem Falle das Bestehen eines Eingangstests in der betreffenden Sprache. Am Ende der Ausbildung erhalten die Absolventen ein Zertifikat. Schmidt-Kessel: "Sprachkompetenz macht den künftigen europäischen Wirtschaftsjuristen aus. Wir hoffen, durch diese Neuerung viele gute Köpfe an unseren Fachbereich zu locken."
http://www.jura.uni-osnabrueck.de/html/ffa.html
Bachelor auf dem Vormarsch - auch bei den Juristen
29.05.07 - Das Hochschul-Informations-System (HIS) spricht von einem Durchbruch: Unabhängig von Geschlecht, Hochschulart oder Fächergruppe ist der Bachelor seit dem vergangenen Wintersemester die Abschlussart mit den größten Anteilen - ausgenommen Rechtswissenschaften, Medizin und die Lehramtsstudiengänge.
Dies ergaben vorläufige Zahlen der HIS-Studienanfängerbefragung aus dem WS 2006/07. Auf dem Weg zur Errichtung des europäischen Hochschulraumes im Rahmen des Bologna-Prozesses werden seit einigen Jahren an immer mehr deutschen Hochschulen Bachelor- und Master-Studiengänge eingeführt. Mittlerweile sind laut Statistik der Hochschulrektorenkonferenz 45 Prozent des Studienangebotes an deutschen Hochschulen umgestellt. An einer Reihe von Hochschulen stellen Bachelor- und Master-Abschlüsse bereits das Regelangebot.
In der Humanmedizin und in den Rechtswissenschaften spielt der Bachelor nach wie vor eine untergeordnete Rolle. Der Bachelor-Anteil in den Rechtswissenschaften verdoppelte sich von 5 Prozent im WS 2005/06 auf 10 Prozent im WS 2006/07 - ein Zuwachs, der fast ausschließlich auf das Konto der Fachhochschulen geht.
Im Wintersemester 2006/07 haben sich 48 Prozent der Studienanfängerinnen und Studienanfänger für einen Bachelor-Studiengang entschieden (inklusive der Bachelor mit dem Ziel Lehramt). Im Vergleich zum Vorjahr legt diese Abschlussart damit um 18 Prozentpunkte zu. Ein Universitätsdiplom streben 18 Prozent an, ein Fachhochschuldiplom 10 Prozent. Beide Abschlussarten verlieren mit der Verbreitung der Bachelor-Studiengänge kontinuierlich an Bedeutung. Nur noch 4 Prozent der Studienanfänger haben sich für einen Magisterstudiengang entschieden, 8 Prozent für einen Studiengang, der zu einem Staatsexamen führt.
Fächergruppen unterscheiden sich stark im Angebot eines Bachelors als Abschlussart
Der Anteil von Bachelor-Studienanfängern, beträgt im WS 06/07 in den Wirtschafts- und Sozialwissenschaften knapp zwei Drittel, bei den Agrar- und Forstwissenschaften sind es sogar 68 Prozent. In den Ingenieurwissenschaften, in denen vor allem an den Universitäten eine Abwertung ihrer Qualifikation durch den Bachelor befürchtet wird, wählte jeder zweite Studienanfänger die Abschlussart Bachelor. Einen starken Zuwachs verzeichnet die Fächergruppe Sprach-/Kulturwissenschaften/Sport, in der im WS 06/07 ebenfalls jeder zweite Studienanfänger einen Bachelor-Abschluss anstrebt- ein Jahr zuvor waren es nur 29 Prozent.
Von der Westküste: "Wirtschaft und Recht für Europa"
29.05.07 - Zum Wintersemester 2007/2008 startet an der Fachhochschule Westküste in Heide (Schleswig-Holstein) der neue Master-Studiengang Wirtschaft und Recht für Europa, akkreditiert durch die FIBAA. Die Absolventen dieses Studienganges erlangen den Grad Master of Arts (M.A.).
Zum Wintersemester werden erstmalig Studierende der Fachhochschule Westküste das Bachelor-Studium "Wirtschaft und Recht" abgeschlossen haben, die dann nahtlos in das Master-Studium eintreten können. Aber auch für Absolventen der Betriebswirtschaft bietet dieses Studium eine optimale berufliche Weiterqualifizierung und Spezialisierung.
Der Master-Studiengang richtet sich an alle Studieninteressierte, die bereits in einem ersten berufsqualifizierendem Studium juristische und betriebswirtschaftliche Kenntnisse erworben haben und diese vertiefen und im Wege einer Spezialisierung ausbauen wollen.
Das Studienkonzept des Masters knüpft an den Bedarf kleiner und mittlerer Unternehmen an, die zur Wettbewerbsteigerung eine Expansionsstrategie ins Ausland, insbesondere in den europäischen Raum, erwägen oder planen. Hierzu benötigen die Unternehmen auf der Managementebene wirtschaftsjuristische Kompetenz, um sich von ihren traditionellen Märkten in der eigenen Region zu lösen und in verschiedenen Regionen auf dem europäischen Markt agieren zu können.
Das 4-semestrige Studium vermittelt sowohl juristisches als auch betriebswirtschaftliches Wissen zu gleichen Teilen und zeichnet sich durch eine qualitativ hochwertige und praxisorientierte Ausbildung aus. Die betriebswirtschaftlichen Veranstaltungen werden durch die wirtschaftsrechtlichen Lehrinhalte zu Privatrecht und Rechtsvergleichung, Steuerrecht, Handels- und Gesellschaftsrecht sowie Personalrecht ergänzt, die jeweils international bzw. europarechtlich fokussiert sind. Aufgrund der europäischen Ausrichtung des Studienganges finden zudem Veranstaltungen zum interkulturellen Management statt, um den Studierenden Kenntnisse zur erfolgreichen Umsetzung der Unternehmenskultur als Schlüsselfaktor des unternehmerischen Erfolgs zu vermitteln. Als besonderer Bestandteil des Studiums wird das dritte Semester an einer ausländischen Partnerhochschule durchgeführt, um die Studierenden auf fachspezifische Herausforderungen in Verbindung mit fortschreitender Internationalisierung der Wirtschaftsbeziehungen vorzubereiten.
Der Masterstudiengang bietet den Absolventen beste Chancen auf dem nationalen und internationalen Arbeitsmarkt, da sie aufgrund ihrer juristischen und betriebswirtschaftlichen Doppelqualifikation vielseitig einsetzbar sind. Dies schließt insbesondere Geschäftsführungsaufgaben von kaufmännisch geprägten Unternehmen als auch Beratungsfunktionen von Dienstleistungsunternehmen ein, die den Internationalisierungsprozess begleiten. Die klassischen Einsatzgebiete liegen zum Beispiel in der Wirtschaftsprüfung und -beratung, der Steuer- und Unternehmensberatung, der M&A-Beratung, im Bankengewerbe, in der Versicherungswirtschaft, der Insolvenzverwaltung sowie bei Verbänden und größeren Rechtsanwaltskanzleien.
http://www.fh-westkueste.de
Neuer LL.M. für Erbrecht und Vermögen
24.04.07 - Ab Oktober dieses Jahres bietet JurGrad an der Universität Münster unter dem Titel „Private Wealth Management“ einen weiteren Postgraduierten-Studiengang an. Der Studiengang wird interdisziplinär die wesentlichen rechtlichen und wirtschaftlichen Aspekte im Bereich „Erbrecht und Vermögensverwaltung“ beleuchten.
Auf der noch im Aufbau befindlichen Internet-Präsenz des Studiengangs können sich Interessenten ab sofort in eine Liste für weitere Informationen eintragen. Ihnen wird dann automatisch die voraussichtlich im Juni erscheinende Studiengangbroschüre zugeschickt. Leiter des Studiengangs sind Professor Dr. Peter Oestmann und Rechtsanwalt Dr. Andreas Richter, Kanzlei P+P Pöllath + Partner.
Der mittlerweile fünfte von der JurGrad gGmbH angebotene Postgraduierten-Studiengang befindet sich zur Zeit noch im Akkreditierungsverfahren, das in Kürze abgeschlossen sein wird. Bei erfolgreicher Absolvierung des Studiengangs wird den Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Hochschulgrad eines "Master of Laws" (LL.M.) bzw. "Executive Master of Business Administration" (EMBA) verliehen. Dies ist davon abhängig, ob man sich für den Schwerpunkt der Rechts- oder der Wirtschaftswissenschaften entschieden hat.
www.private-wealth-muenster.de
Professor Sethe als exzellenter Hochschullehrer ausgezeichnet
24.04.07 - Professor Dr. Rolf Sethe, Zivilrechtler an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und Direktor des dortigen Instituts für Wirtschaftsrecht, ist der Träger des Ars legendi-Preises für exzellente Hochschullehre 2007.
Der Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft vergibt diesen mit 50.000 Euro dotierten Preis zum zweiten Mal gemeinsam mit der Hochschulrektorenkonferenz. Der Preis wird jährlich in verschiedenen Disziplinen verliehen, nach der Medizin im vergangenen Jahr nun in den Rechtswissenschaften.
"Wir wollen mit diesem Preis ein starkes Zeichen dafür setzen, dass erstklassige Lehre für Hochschulen die gleiche Bedeutung haben muss wie Spitzenleistungen in der Forschung", erklärte der Generalsekretär des Stifterverbandes, Andreas Schlüter.
Rolf Sethe vermittelt in seinen Veranstaltungen für Studienanfänger auf vorbildliche Weise Studiertechniken, befand die Jury. Er räumt der Vermittlung von juristischen Schlüsselqualifikationen breiten Raum ein - juristische Rhetorik, Mediation oder Verhandlungsmanagement stehen auf seiner Agenda. Darüber hinaus bietet Sethe, der seit 2003 in Halle lehrt, ein umfangreiches Examensrepetitorium an. Die juristische Fakultät der Uni Halle-Wittenberg und die Jury sahen im Engagement des Preisträgers einen wesentlichen Beitrag dazu, dass die Fakultät im Ranking des Centrums für Hochschulentwicklung (CHE) in die Spitzengruppe aufrücken konnte.
Die Expertenjury aus Juristen, Hochschuldidaktikern und Studierenden traf die Entscheidung einmütig. Das Bewerberfeld bestand aus 28 Kandidatinnen und Kandidaten aus 14 Fakultäten.
azur-Hochschulgespräch: Drei Fragen an Professor Dr. Strauß
27.03.07 - Professor Dr. Rainer Strauß ist Beauftragter für den LL.M.-Studiengang Wirtschaftsrecht an der Fachhochschule Osnabrück, wo er seit 2002 lehrt. Der LL.M. löste im vergangenen Jahr den Diplom-Studiengang Wirtschaftsrecht ab, der beim CHE-Ranking 2005 in der Spitzengruppe landete.
Für welche Zielgruppe wurde der Wirtschaftsrecht-LL.M. in Osnabrück konzipiert?
Der Master-Studiengang Wirtschaftsrecht ist das konsekutive Angebot zum Bachelor an unserer Fachhochschule. Wir rechnen damit, dass ungefähr gut ein Drittel der Osnabrücker LL.B.-Absolventinnen und Absolventen sich für den Master entscheiden. Daneben sollen Bachelor-Absolventen anderer Hochschulen ebenso zum Zug kommen wie Bewerber, die das 1. juristische Staatsexamen in der Tasche haben und ihr wirtschaftsrechtliches Wissen zusammen mit ökonomischen Inhalten vertiefen möchten.
Gibt es Alleinstellungsmerkmale, die diesen Studiengang von anderen unterscheiden?
Im Vergleich mit anderen LL.M.-Angeboten haben wir durchaus das Ziel, vertieftes Wissen im Wirtschaftsrecht in Verbindung mit ökonomischen Inhalten und Schlüsselqualifikationen, wie etwa Führungstraining und Verhandlungsführung, zu vermitteln. Dafür sind insgesamt vier Vollzeit-Semester vorgesehen. Auch die Gruppengröße von 25 Studierenden sorgt dafür, dass intensiv gelernt wird. In das Studienprogramm ist gewissermaßen ein wirtschaftsrechtliches Repetitorium integriert, das Wissenslücken schließt und die Grundlage schafft für zwei mögliche Spezialisierungen – Human Resources oder International Taxation and Accounting.
Die ersten Absolventen/innen werden im Sommer 2008 die Hochschule verlassen. Welche beruflichen Perspektiven sehen Sie für Ihre Absolventen?
Wir gehen davon aus, dass unsere Studierenden nach dem Abschluss für Führungsfunktionen gut gerüstet sind, da neben den juristischen und wirtschaftlichen Inhalten auch Schlüsselqualifikationen vermittelt werden. Als Arbeitgeber kommen Steuerberatungs- und Wirtschaftsprüfungsgesellschaften ebenso in Frage wie die Personalabteilungen von Unternehmen oder auch der höhere Öffentliche Dienst. Ein guter Einstieg in ein Arbeitsfeld ist die Masterarbeit, in der die Studierenden eine juristische Fragestellung aus der Praxis aufgreifen und ausarbeiten.
Personen, Sachen, Haftpflicht: Hamburger Uni startet Versicherungs-LL.M.
27.03.07 - Im Wintersemester beginnt an der Universität Hamburg ein LL.M.-Studiengang im Versicherungsrecht. In 18 Monaten sollen die Teilnehmer einen fundierten Einblick in Spezialfragen dieses Rechtsgebiets erhalten. Das inhaltliche Spektrum reicht vom allgemeinen Versicherungsvertragsrecht bis zum Seeversicherungs- und internationalen Versicherungsrecht.
Bewerbungsschluss für den ersten Durchgang ist Ende Juni. Interessenten müssen einen ersten Hochschulabschluss und mindestens einjährige Berufserfahrung vorweisen. Als Gebühr sind 9.500 Euro festgesetzt worden. Die Teilnehmer treffen sich einmal monatlich zu dreitägigen Blockveranstaltungen. Das Studienpensum ist so ausgewählt worden, dass die theoretischen Kenntnisse für den Titel „Fachanwalt für Versicherungsrecht“ mit abgedeckt sind.
Programmleiter Professor Dr. Robert Koch hat ein Dozententeam zusammengestellt, dem sowohl Wissenschaftler als auch Praktiker angehören. Der Praxisbezug spiegelt sich besonders in den Kursen zum englischen Recht, die in englischer Sprache stattfinden. Das International Center for Graduate Studies (ICGS) der Universität Hamburg betreut die Durchführung des LL.M.-Kurses.
www.icgs.de
Juristisches Fernstudium: Neues Angebot aus dem Norden
27.03.07 - Die Wismar International Graduation Services (Wings) bietet ab April zwei Fernstudienkurse für Mediation und Wirtschaftsrecht an.
Die Präsenzveranstaltungen finden grundsätzlich an Wochenenden statt, um Berufstätigen die Teilnahme an der Qualifizierung zu ermöglichen. Wings ist eine Tochtergesellschaft der Hochschule Wismar.
Der Kurs für angehende Mediatoren dauert zwei Semester und soll die Absolventen befähigen, Streitigkeiten zwischen Geschäftspartnern außergerichtlich beizulegen. Juristen, Steuerberater und Mitarbeiter im Öffentlichen Dienst sind nach Ansicht der Wings-Planer für dieses Thema prädestiniert.
Der Kurs im Wirtschaftsrecht ist auf ein Semester angelegt. Die Zielgruppe sind Nichtjuristen, die in ihrer alltäglichen Arbeit Berührungspunkte mit juristischen Fragestellungen haben und für diese Aufgaben ein Weiterbildungsangebot suchen. Der Lernfortschritt wird nach jedem Modul kontrolliert, zum Abschluss verleiht die Hochschule ein Zeugnis.
www.wings.hs-wismar.de
Uni Düsseldorf plant LL.M.-Studiengang im Medizinrecht
27.02.07 - Voraussichtlich ab dem kommenden Wintersemester bietet die Universität Düsseldorf einen LL.M.-Studiengang für das Medizinrecht an.
Das Dr. med. Micheline Radzyner-Institut für Rechtsfragen der Medizin will den zweisemestrigen Studiengang auch für Berufstätige öffnen: Die Veranstaltungen finden in der Regel an den Donnerstag- und Freitagabenden sowie am Wochenende statt.
Das Institut, das durch seine Direktoren Professor Dr. Dirk Olzen und Professor Dr. Helmut Frister sowohl die privat- als auch die strafrechtlichen Aspekte des Medizinrechts repräsentiert, will diese Mischung auch den LL.M.-Studenten anbieten. Dazu haben die Macher Anwälte von Dr. Halbe Rechtsanwälte in Köln sowie von der Kanzlei Wessing Rechtsanwälte in Düsseldorf gewinnen können. Weitere Dozenten kommen aus der Justiz.
Von den vier Modulen widmen sich zwei den Grundlagen des Medizinrechts, mit einem Schwerpunkt auf Rechtsfragen der Krankenversicherung. Weiter geht es um das ärztliche Berufsrecht sowie - im vierten Modul - unter anderem um Arzneimittel-, Medizinprodukte- und Apothekenrecht. Zwischen den Semestern ist ein vierwöchiges Praktikum vorgesehen. Für den Abschluss müssen die Teilnehmer eine Masterarbeit verfassen, die 15 von 60 Kreditpunkten ausmacht.
Das Akkreditierungsverfahren für den Medizin-LL.M. läuft noch bis Juni 2007. Die Gebühr ist auf 2.000 Euro pro Semester veranschlagt. Die Düsseldorfer Juristen runden mit diesem Weiterbildungsangebot ihre Palette von LL.M.-Programmen ab, die bereits den Gewerblichen Rechtsschutz und das Informationsrecht umfasst.
www.studiengang-medizinrecht.de
Executive LL.M. in Madrid bietet laufenden Einstieg
27.02.07 - Die Zusammenarbeit der renommierten spanischen ie Business School mit der Northwestern University School of Law aus Chicago ermöglicht es Interessenten, ohne lange Wartezeiten ihre Weiterbildung zu beginnen: Der Executive LL.M. - sozusagen die Teilzeit-Variante eines LL.M., analog zu den Executive-MBA-Programmen - erlaubt den Einstieg über das ganze Jahr.
Das Instituto de Empresa in Madrid verleiht den Absolventen des LL.M.-Programms zusätzlich noch ein Certificate of Business Administration. Für deutsche Interessenten ist das erste Staatsexamen Zugangsvoraussetzung, verbunden mit dem Nachweis von einigen Jahren Berufserfahrung. Aktuell durchlaufen 12 Teilnehmer mit einem Durchschnittsalter von rund 35 Jahren das zehnmonatige Ausbildungsprogramm, das zwei vierzehntägige Studienaufenthalte in Madrid und einen zweiwöchigen Kurs in Chicago beinhaltet.
Alle Unterrichtseinheiten - auch die Online-Kurse, die zwischen den Präsenzphasen liegen -, finden komplett in englischer Sprache statt. Durch die Einbindung der US-Dozenten liegt ein inhaltlicher Schwerpunkt auf dem angelsächsischen Wirtschaftsrecht; die spanischen Dozenten steuern praxisrelevante Wirtschaftsthemen bei.
Das ausgefallene Programm hat seinen Preis: Die Gebühren betragen 34.000 Euro. Allerdings legt die berufsbegleitende Organisation nahe, dass die Teilnehmer ihre Arbeitgeber von einer Kostenübernahme überzeugen können.
www.executive-llm.ie.edu/
Mehr Hochschulen informieren Schüler über Jurastudium
27.02.07 - Im Sommersemester 2007 bietet der Fachbereich Rechtswissenschaft der Universität Bremen Schülerinnen und Schülern der Jahrgangsstufe 12 einen Einblick in das Jurastudium.
Parallel zum laufenden Universitätsbetrieb geben Hochschullehrer, Richter, Rechtsanwälte und Staatsanwälte einmal wöchentlich einen Einblick in das rechtswissenschaftliche Studium und den Alltag in juristischen Berufen. Veranstalter Professor Dr. Felix Herzog will den Interessenten Gelegenheit geben, Vorstellungen und Erwartungen von einem Jura-Studium zu überprüfen und letzendlich Abiturienten von einer Verlegenheitsentscheidung abhalten.
Ein ähnliches Modell hat die private Bucerius Law School in Hamburg schon 2005 etabliert. Mit dem Schüler-Campus Jura spricht die Zeit-Stiftung ebenfalls Interessenten für ein Jurastudium an. Für eine Gebühr von 350 Euro erhalten die teilnehmenden Schülerinnen und Schüler aus der Oberstufe eine volle Woche lang ausführliche Informationen über das Studienangebot der Bucerius Law School sowie über die fachlichen Grundlagen und die Methodik der Juristen. Das diesjährige Wochenseminar startet am 29. Juli, Online-Bewerbungen sind bis zum 19. April möglich.
www.brueckenkurs.uni-bremen.de
www.zeit-stiftung.de/home/index.php?id=188
Neuer LL.M. in Frankfurt: Kooperation mit Österreich
30.01.07 - Die Frankfurt School of Finance & Management (vormals HfB Business School) und die Universität Innsbruck bieten ab dem Herbst einen gemeinsamen LL.M.-Studiengang an.
Das Programm mit dem Titel „International Business and Tax Law“ dauert zwei Jahre und ist laut den Kooperationspartnern an der Schnittstelle von Rechts- und Wirtschaftswissenschaften angesiedelt: interdisziplinär werden die Teilnehmer an Fragen herangeführt, die sich aus der europäischen Integration und insbesondere aus der Eingliederung der neuen osteuropäischen EU-Mitglieder in den Binnenmarkt ergeben. Unternehmensfinanzierung, internationaler Handel sowie europäische Hochtechnologieprojekte stehen ebenso im Fokus wie der Themenkomplex Steuern. Das Dozententeam der beiden Hochschulen ergänzen wie beim ersten LL.M.-Programm der Frankfurter, dem Master of Mergers & Acquisitions, Praktiker aus Kanzleien und Unternehmen. Innsbruck hat das LL.M.-Programm schon seit einigen Jahren eigenständig durchgeführt und kann so auf vielfältige Erfahrungen zurückgreifen.
Bewerber, die vor allem aus Deutschland und Österreich erwartet werden, müssen über einen ersten akademischen Abschluss verfügen und das Aufnahmeverfahren erfolgreich durchlaufen. Die Seminare finden in Frankfurt und Innsbruck statt und sind so gebündelt, dass eine Vollzeit-Berufstätigkeit neben dem Studiengang möglich ist. Die Gebühren betragen 17.250 Euro. Wer sich schon frühzeitig anmeldet, kann bis zu 15 Prozent Nachlass erhalten. Endgültiger Bewerbungsschluss ist der 30. September.
www.frankfurt-school.de
Masterstudiengang Energiewirtschaft bündelt Wirtschaft, Technik und Recht
19.12.06 - Zusammen mit Partnern wie der Universität Münster, der RWTH Aachen sowie Unternehmen und Verbänden der Energiewirtschaft bietet das Essener Haus der Technik (HDT) ab dem Sommer 2007 den neuen Masterstudiengang Energiewirtschaft an, um Fach- und Führungskräfte fit zu machen für den Energiemarkt der Zukunft.
"Der zweijährige Studiengang versteht sich nicht aus einer Fachrichtung heraus, sondern ist mit den drei Schwerpunkten Wirtschaft, Technik und Recht interdisziplinär aufgebaut", erläutert Dr. Dr. Fritz-Dieter Erbslöh vom HDT, der den neuen Masterstudiengang Energiewirtschaft mit entwickelt hat. Eine Besonderheit des Angebots: "Ingenieure, Führungsnachwuchskräfte, aber auch erfahrene Führungskräfte können mit dem berufsbegleitenden Studium das Fundament für eine Karriere in einer boomenden Branche legen", so Dr. Erbslöh.
Unter anderem führen Dozenten der Universität Münster sowie der Fakultät für Elektrotechnik
und Informationstechnik der RWTH Aachen durch die einzelnen Module des Studiums. Auf dem Lehrplan stehen etwa Grundlagen der Betriebswirtschaftslehre, Risikomanagement, aber auch Umweltrecht sowie Stromerzeugung und Energieumwandlung. "Es wird eine große
Bandbreite an Themen behandelt, an denen man in der Energiebranche nicht vorbeikommt", so Professer Dr. Wolfgang Ströbele, Wirtschaftswissenschaftler in Münster und einer der beiden Leiter.
Dass dabei auch der Praxisnutzen nicht zu kurz kommt, dafür haben Vertreter einiger großer Energieunternehmen und -verbände gesorgt, die als Partner mit im Boot sitzen und an der Ausarbeitung des Lehrplans beteiligt waren. "Der Studiengang Energiewirtschaft ist so optimal an den spezifischen Erfordernissen der Branche ausgerichtet", meint Professor Dr. Hans-Jürgen Haubrich von der RWTH Aachen. Haubrich ist Direktor des Instituts für Elektrische Anlagen und Energiewirtschaft der RWTH Aachen und der wissenschaftliche Leiter in diesem Studiengang für den Bereich Energietechnik.
Die Veranstaltungen des berufsbegleitenden Masterstudienganges finden überwiegend freitags und samstags in Essen statt. Ergänzt werden die Präsenzveranstaltungen, die rund 600 Stunden umfassen, durch ein umfangreiches E-Learning-Angebot.
Nach Studium und erfolgreicher Masterarbeit erhalten die Teilnehmer den Grad "Master of Science" der beiden Partneruniversitäten. Sie erwerben mit diesem Master 120 Credit Points und können nach erfolgreichem Abschluss des Studiums sogar promovieren. Der Studiengang "Energiewirtschaft" wurde Anfang Dezember 2006 akkreditiert.
www.hdt-university.de
Juristisches Forschungsprojekt zur Biopiraterie
28.11.06 - Die Deutsche Forschungsgemeinschaft fördert mit 250.000 Euro ein interdisziplinäres Forschungsprojekt zur Biopiraterie an der Bremer Forschungsstelle für Europäisches Umweltrecht.
Drei Jahre lang werden sich Rechtssoziologen und Juristen unter der Leitung von Professor Dr. Gerd Weber mit dem Spannungsverhältnis von legitimer und kontraproduktiver Zugangsbeschränkung zu biologischen Informationen befassen. Einerseits haben Staaten mit großer genetischer Vielfalt und tradiertem kulturellen Wissen etwa über die Heilkraft von Pflanzen ein legitimes Interesse daran, sich gegen die industrielle Vermarktung ihrer Ressourcen zu wehren. Sie verlangen eine Beteiligung an den geistigen Eigentumsrechten und ihrem Ertrag. Andererseits behindern sie durch administrative Hürden möglicherweise die Erforschung ihrer biologischen Vielfalt zu wissenschaftlichen Zwecken, die längerfristig den besten Schutz gegen die unrechtmäßige Verwertung der eigenen Ressourcen bietet.
Die Bremer Arbeitsgruppe wird am Beispiel der Ressourcenstaaten Kenia und Brasilien sowie des Nutzerstaates Deutschland erforschen, wie die Praxis und der rechtliche Rahmen für den Zugang zu biologischen Daten aussehen. Am Ende sollen die Forscher rechtspolitische Vorschläge erarbeiten, die für die im Jahr 2008 geplante Vertragsstaatenkonferenz über die biologische Vielfalt verwendet werden können.
Bielefelder Kompaktkurs in neuen Masterstudiengang integriert
31.10.06 - Im Januar 2007 startet an der Universität Bielefeld ein Masterstudiengang unter der Überschrift "Rechtsgestaltung und Prozessführung".
Die Bielefelder Juristen knüpfen mit dem neuen LL.M.-Angebot an ihren bewährten Kompaktkurs an, der Referendare und Assessoren jährlich von Februar bis Mai auf die Anwaltspraxis vorbereitet. Dieses Angebot besteht seit 1990 und dürfte damit eines der ältesten universitären Programme sein, dass sich um die berufliche Qualifizierung von Juristinnen und Juristen kümmert. Von Anfang an haben die beteiligten Professoren Wert darauf gelegt, dass der Referentenkreis aus erfahrenen Praktikern besteht.
Wer sich für den neuen Masterstudiengang anmeldet, startet früher als die Kompaktkurs-Teilnehmer mit einem Einführungsmodul. Im Anschluss an die Fachmodule des Kompaktkurses, in denen etwa die Anwaltstätigkeit im Zivil- und Verwaltungsrecht sowie im Zivil-, Straf- und Arbeitsrecht vorgestellt wird, geht es für die LL.M.-Studenten weiter mit einer Kolloquiumsphase. Darin sollen sich die Studierenden auf die Masterarbeit vorbereiten. Bei der Themenfindung und Recherche werden sie individuell betreut. Von September bis November sind drei Monate für das Verfassen der Masterarbeit eingeplant. In dieser Zeit finden keine Lehrveranstaltungen statt.
Anmeldungen für den "Master der Rechtsgestaltung und Prozessführung / Master of Legal Advice and Litigation (LL.M.)" sind zur Zeit noch möglich, die Anmeldephase endet - abhängig vom Eingang der Bewerbungen - voraussichtlich im November.
www.kompaktkurs.de
Standpunkt beziehen: Wettbewerb des Humboldt-Forum Recht
31.10.06 - Nachwuchswissenschaftler aus aller Welt sind bis zum Einsendeschluss am 1. Dezember aufgefordert, sich über das Thema "Fabrikation von Recht" Gedanken zu machen.
Das Humboldt-Forum Recht - die nach eigenen Angaben erste deutsche juristische Internetzeitschrift - hat einen entsprechenden Wettbewerb ausgeschrieben, der die qualitativen Änderungen des deutschen Rechtssystems in den vergangenen Jahren zum Ausgangspunkt nimmt.
Die Leitfragen der Initiatoren lauten: Woher kommt unser Recht heute? Findet eine Aufweichung unserer Rechtsordnung durch Kontakt mit der Europäischen Union und den Vereinten Nationen statt? Gibt es außerjuristische Einflüsse wie Sicherheitsbestreben nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001, wirtschaftliche Leitideen oder Traditionen, die auf das Empfinden der Rechtsgemeinschaft einwirken? Droht die Rechtsfindung einen solchen Wandel nachzuvollziehen, gar über eine Renaissance von Generalklauseln?
Die Schirmherrin des Wettbewerbs ist Bundesjustizministerin Brigitte Zypries. Sie wird die Preisträger auszeichnen, denen Geldpreise von 750 Euro, 450 Euro und 300 Euro winken. Für die Plätze 4-10 gibt es Sachpreise.
www.humboldt-forum-recht.de
Freshfields ermittelt "besten" Wirtschaftsrechtsstudenten
31.10.06 - In einem internationalen Wettbewerb ermittelt die Kanzlei Freshfields Bruckhaus Deringer den "Best Business Law Student 2006".
Deutsche Jura-Studenten und Referendare können sich bis zum 13. November für die Teilnahme an der ersten Runde bewerben. Am 24.11. findet die deutsche Vorausscheidung mit acht bis zehn Teilnehmern statt. Es gilt, eine Fachjury zu überzeugen, die aus Unternehmensjuristen, einem Hochschullehrer und einem Partner der Kanzlei besteht. Der Gewinner dieser Runde erhält ein Preisgeld von 3.000 Euro.
Am 11. Dezember schließlich findet vor einer internationalen Jury in Wien die internationale Endausscheidung statt. Der Sieger erhält als Preis wahlweise ein Stipendium im Wert von bis zu 25.000 Euro oder einen Geldpreis von bis zu 12.500 Euro verbunden mit einem bezahlten sechsmonatigen Praktikum an einem europäischen Standort von Freshfields Bruckhaus Deringer.
Jura-Studium wird Frauensache
26.09.06 - Die Quote der Studienanfängerinnen in rechtswissenschaftlichen Studiengängen liegt bei 57 Prozent, Tendenz steigend.
Nach Angaben des Statistischen Bundesamts lag der Frauenanteil vor zehn Jahren noch bei 49 Prozent. Ebenfalls überraschend: Im gleichen Zeitraum sank die Gesamtzahl der Studierenden in den Rechtswissenschaften um 12 Prozent - im Wintersemester 2005/06 waren 99.100 angehende Juristen eingeschrieben, 1996 waren es noch 112.500. Von dem Rückgang der Jura-Studierenden waren die Universitäten am stärksten betroffen, sie verloren 17 Prozent. Das Angebot wirtschaftsrechtlicher Studiengänge an Fachhochschulen konnte dieses hohe Minus nicht kompensieren.
Das nachlassende Interesse am Fach geht einher mit einer Ausdifferenzierung der Absolventen nach Hochschultypen und Abschlüssen. Die Abschlüsse mit erstem Staatsexamen machen in der Statistik nur noch unter 75 Prozent aus, weil einerseits immer mehr Juristen promovieren (1.900 im Jahr 2005) und andererseits die Abschlüsse aus reformierten Studiengängen - Bachelor- und Master-Abschlüsse - deutlich zunehmen. Über 600 Juristen erwarben außerdem ein wirtschaftsrechtliches Diplom einer Fachhochschule.
LL.M.-Programm zum Strukturwandel
26.09.06 - Der in Recklinghausen angesiedelte Fachbereich Wirtschaftsrecht der FH Gelsenkirchen bietet ab dem Wintersemester einen Master-Studiengang an, der sich mit dem Management des Strukturwandels befasst.
Nach vier Semestern winkt den erfolgreichen Studierenden von "Business Law and Business Management - Structural Change Management" der LL.M.-Abschluss, Anmeldungen sind noch bis zum 15. Oktober möglich.
Die Absolventen sollen in Unternehmen an der Schnittstelle zwischen Wirtschaft und Recht arbeiten und in der Lage sein, noch vor dem Auftreten einer Krise den Wandlungsbedarf des Unternehmens erkennen zu können sowie Schritte zur Bewältigung des Strukturwandels einzuleiten. "Einstiegspositionen finden sich bei Wirtschaftsförderern, Banken, Unternehmensberatern oder Gewerkschaften", erklärt die Fachhochschule. Der Studiengang soll neben der soliden wissenschaftlichen Fundierung anwendungsorientiert sein. Eine Hochschule im Ruhrgebiet sei dafür eine gute Adresse, meinen die Verantwortlichen, da sich das rheinisch-westfälische Industriegebiet seit vielen Jahren in einem Strukturwandel befinde.
www.fh-gelsenkirchen.de/fb10/informat/studiums-master.htm
Gesetzesdatenbank auf polnisch und deutsch
26.09.06 - Die Deutsch-Polnische Juristenvereinigung e.V. stellt im Internet eine Datenbank zur Verfügung, in der Gesetze und Musterschreiben sowohl in deutscher als auch in polnischer Sprache abrufbar sind.
Unter www.de-iure-pl.org ist außerdem ein umfangreiches kostenloses Wörterbuch zu finden, das juristische Begriffe in die andere Sprache übersetzt. Die Gesetzessammlung deckt unter anderem das Verfassungsrecht, Zivil- und Handelsrecht, Öffentliches Recht und Strafrecht ab. Zudem ist der Kontakt zu einem kostenpflichtigen Übersetzungsdienst möglich. Als Zielgruppe haben die Organisatoren Juristen in Kanzleien und Unternehmen, aber auch Gerichte, Botschaften und Universitäten im Visier.
Polnischer Jurist kann Referendar werden
29.08.06 - Zum ersten Mal hat ein Studienabsolvent aus einem anderen EU-Mitgliedsstaat vor dem Gemeinsamen Juristischen Prüfungsamt der Länder Berlin und Brandenburg (GJPA) die für den Zugang zum deutschen Rechtsreferendariat erforderliche Eignungsprüfung bestanden.
Der erfolgreich geprüfte Kandidat stammt aus Polen. Er hat Rechtswissenschaft an der Adam-Mickiewicz-Universität in Poznan und deutsches Recht an der Europa-Universität-Viadrina in Frankfurt (Oder) studiert. Nach einem erfolgreichen Zweiten Juristischen Staatsexamen steht ihm der Weg zu einer Rechtsanwaltstätigkeit in Deutschland offen.
Die Eignungsprüfung ist für Absolventen juristischer Fakultäten eines anderen EU-Mitgliedsstaates vorgesehen, die in Deutschland den juristischen Vorbereitungsdienst absolvieren wollen. Sie dient dem Nachweis ausreichender Kenntnisse im deutschen Recht. Danach ist die Zulassung des Bewerbers oder der Bewerberin zum deutschen Rechtsreferendariat in allen Bundesländern möglich.
Die Eignungsprüfung für EU-Ausländerinnen und -Ausländer wird seit März dieses Jahres deutschlandweit ermöglicht; ihre Vorgaben sind von einem besonderen Ausschuss der Justizministerkonferenz entwickelt worden. Mit der Prüfung folgen die Bundesländer der Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs. Im März 2003 hatte dieser in seiner so genannten „Morgenbesser"-Entscheidung festgestellt, dass es gegen EU-Recht verstößt, Absolventinnen und Absolventen einer juristischen Fakultät eines anderen Mitgliedsstaates vom juristischen Vorbereitungsdienst auszuschließen, nur weil sie keinen juristischen Abschluss des Landes aufweisen, in dem sie den Vorbereitungsdienst abzuleisten wünschen.
www.berlin.de/sen/justiz/index.html
Ruhr-Universität Bochum bietet "Master of Criminology" an
25.07.06 - Einen Masterstudiengang "Kriminologie und Polizeiwissenschaft" können Interessenten ab dem Herbst dieses Jahres an der Ruhr-Universität Bochum als Fernstudiengang belegen. Die Ruhr-Universität bietet ihn bereits seit Oktober 2005 als Präsenzstudiengang an.
Das Programm vermittelt spezifisches Wissen in den Fächern Kriminologie, Polizeiwissenschaft, Rechtswissenschaft, Pädagogik und Sozialwissenschaft. In der Variante als Fernstudium absolvieren die Teilnehmer pro Semester ein oder zwei mehrtägige Präsenzphasen mit Blockveranstaltungen und Prüfungen. Zuhause können sie durch interaktive Studienbriefe, Vorlesungsmitschnitte, Internetkonferenzen und moderierte Diskussionsforen die Inhalte in freier Zeiteinteilung und nach eigenem Tempo erarbeiten. Die Universität erhebt pro Semester 900 Euro Gebühren.
www.rub.de/kriminologie
Neues Studienprogramm "Musik und Recht"
25.07.06 - Ein kompaktes Studienprogramm "Musik und Recht" hat die Donau-Universität im österreichischen Krems eingerichtet.
In vier Modulen behandeln Experten aus der Rechtswissenschaft und der Musikbranche rechtliche Rahmenbedingungen des Musik-Business. Die Veranstaltungen finden von November 2006 bis Januar 2007 in Krems statt, als Teilnahmegebühr sind 1.200 Euro veranschlagt.
Die inhaltliche Bandbreite reicht von neuen und alternativen Verwertungsformen für Musik über steuer-, arbeits- und sozialrechtliche Fragen bis hin zum Vertrags- und Urheberrecht.
www.donau-uni.ac.at/musikundrecht
DFG verlängert deutsch-polnisches Forschungsprojekt im Wirtschaftsrecht
27.06.06 - Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat die Förderung für das Graduiertenkolleg "Systemtransformation und Wirtschaftsintegration im zusammenwachsenden Europa" bis 2010 verlängert.
Mit der Unterstützung des Kollegs erforschen seit 2002 deutsche und polnische Juristen die Veränderungen des Rechts- und Wirtschaftssystems in den mittel- und osteuropäischen Staaten, die im Zusammenhang mit der Integration dieser Länder in die Europäische Union stehen. Durch die fortgesetzte Finanzierung können nun auch Promotionsvorhaben gefördert werden, die untersuchen, welche juristischen Impulse von den neuen Mitgliedsstaaten für die EU gegeben werden.
Die pro Teilnehmer auf zwei Jahre begrenzte Förderung kommt insgesamt 30 Kollegiatinnen und Kollegiaten zugute, wobei die Plätze zu gleichen Teilen an deutsche und polnische Absolventen vergeben werden. Die Universitäten Mainz, Heidelberg und Krakau bieten das Graduiertenkolleg gemeinsam an, die Geschäftsführung ist an der Johannes Gutenberg-Universität in Mainz angesiedelt.
Finanzierungsgutachten - ein Markt für Juristen
30.05.06 - Das Institut für Finanzmarktforschung und Qualitätssicherung (IFQ) an der Universität Witten/Herdecke bildet ab September 2006 unabhängige Finanzierungsgutachter aus.
Unter der Leitung von Dr. Michael Westendorf erfahren Rechtsanwälte, Steuer- und Unternehmensberater in sieben Monaten, wie Investitions- und Finanzierungscontrolling funktioniert. Der Studiengang verbindet den Erwerb von betriebswirtschaftlichen, juristischen und psychologischen Kenntnissen mit speziellem Sachverständigenwissen. Zum Abschluss wird eine Universitätsurkunde mit dem Titel "Expert in Financial Assessment / Sachverständiger für die Bewertung von Investition und Finanzierung (Exp.FA/Univ.)" vergeben. Die künftigen Absolventen können in finanzwirtschaftlichen Fragen nicht nur präventiv beraten, sondern beispielsweise auch bei der Aufdeckung von Wirtschaftskriminalität helfen oder als unabhängige Gutachter von Gerichten oder Versicherungen bestellt werden. Die Studiengebühr für das Gesamtprogramm beläuft sich auf 9.750 Euro.
http://ifq.uni-wh.de
Zeppelin University: Neuartige Ausbildung für das öffentliche Management
30.05.06 - Die privat finanzierte Zeppelin University (ZU) in Friedrichshafen hat ein Department für "Public Management & Governance" eröffnet, eine interdisziplinäre Abteilung für Verwaltungs- und Politikmanagement.
Diese dritte Abteilung der ZU - nach "Corporate Management & Economics" sowie "Communication & Cultural Management" - soll Manager ausbilden, die im öffentlichen Dienst und in öffentlichen Unternehmen Reformen planen und ausführen können. Für diesen Zweck setzen die Friedrichshafener nicht mehr ausschließlich auf eine staatsrechtlich-juristische Ausbildung, sondern integrieren mehrere Fachrichtungen.
Das Department startete im April den ersten Studiengang "Master of Arts in Public Management & Governance" mit drei Vollprofessuren - für Politische Ökonomie mit Prof. Dr. Birger P. Priddat (zuvor Dekan an der Universität Witten/Herdecke), für Verwaltungswissenschaft und -modernisierung mit Prof. Dr. Eckhard Schroeter (zuvor Professor an der University of California, Berkeley) und für Rechtswissenschaften mit Prof. Dr. Heinrich Wilms (zuvor Professor an der Universität Konstanz, siehe azur 2/2005). Ein weiterer Masterstudiengang und ein im September 2006 beginnender Bachelorstudiengang sollen das Ausbildungsangebot ergänzen. Auch personell soll das Department weiter verstärkt werden, vier weitere Lehrstühle sind in Planung.
www.zeppelin-university.de
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