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Universität Halle-Wittenberg richtet IP-Stiftungsprofessur ein
23.02.10 - Die Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg richtet zum Sommersemester 2010 einen neuen Lehrstuhl für Recht des geistigen Eigentums ein.
Über die nächsten fünf Jahre wird die Stiftungsprofessur von der Deutschen Vereinigung für gewerblichen Rechtsschutz und Urheberrecht (GRUR) und der Industrie- und Handelskammer Halle-Dessau mitfinanziert. Die GRUR beteiligt sich dabei mit jährlich bis zu 80.000 Euro, während die IHK Halle-Dessau einmalig 50.000 Euro zuschießt. Im Anschluss stellt die Universität eine reguläre Professorenstelle zur Verfügung.
Bei einem Treffen der Vertragspartner am 22. Januar betonte der Sprecher des halleschen Jura-Bereichs, Professor Dr. Schmidt-De Caluwe, die wirtschaftliche, politische und kulturelle Bedeutung einer fundierten universitären Ausbildung in Fragen des geistigen Eigentums. In Deutschland habe man „eine an Technologien reiche Wirtschaftsstruktur mit hohen Investitionen in Erfindungen und Entwicklungen, zudem ein reichhaltiges Kunst- und Kulturleben“. Dies gelte es wirksam zu schützen. GRUR-Generalsekretär Dr. Michael Loschelder unterstrich daneben besonders die Bedeutung markenrechtlicher Themen.
Benannt wird die Professur nach dem Frühaufklärer Nikolaus Hieronymus Gundling, der von 1715 bis zu seinem Tod 1729 in Halle lehrte und als Mitbegründer der Lehre vom geistigen Eigentum gilt. Das Auswahlverfahren läuft bereits. (NP)
Hamburg: Promotionsstipendium speziell für Mütter
26.01.10 - Ein besonderes Promotionsstipendium hat jetzt die Fakultät für Rechtswissenschaft der Universität Hamburg ausgeschrieben: Zur Förderung des weiblichen wissenschaftlichen Nachwuchses vergibt sie ein Stipendium an Mütter.
Neben der fachlichen Qualifikation für ein Promotionsvorhaben zählen nach Auskunft der Universität auch soziale Aspekte wie das verfügbare Einkommen oder die Anzahl der Kinder. Bewerbungen sind bis Ende Februar beim rechtswissenschaftlichen Dekanat möglich.
Die erfolgreiche Bewerberin kann das Geld entweder als Grundstipendium für einen Zeitraum von zwei Jahren oder als Abschlussstipendium für ein Jahr bekommen. Gezahlt wird pro Monat ein Betrag von 900 Euro, der pro Kind um 154 Euro pro Monat aufgestockt wird. Die Promotion muss an der Universität Hamburg betreut werden. Außerdem sollten die Bewerberinnen im Studium überdurchschnittliche Noten erzielt haben. (ML)
Heribert Prantl zum Honorarprofessor in Bielefeld ernannt
26.01.10 - Dr. Heribert Prantl, Ressortleiter Innenpolitik der Süddeutschen Zeitung, ist neuer Honorarprofessor der rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universität Bielefeld. Der promovierte Jurist, der vor seinem Aufstieg zum "Alpha-Journalisten" als Staatsanwalt und Richter tätig war, nahm die Urkunde am 20. Januar vom Rektor der Universität, Prof. Dr. Gerhard Sagerer, entgegen.
In seiner Antrittsvorlesung zum Thema "Theorie und Praxis des Artikels 5 Grundgesetz" unterstrich Prantl das wechselseitige Bedingungsverhältnis von (Rechts-)Wissenschaft, Publizistik und demokratischer Kultur - "Politik braucht Sachverstand, Wissenschaft braucht Verständlichkeit und die Öffentlichkeit braucht Aufklärung." Gerade der aktuelle Wandel der Medienlandschaft und die damit verbundene "Ausweitung des wissbaren Wissens" böten große Chancen für gelebte Demokratie.
Zugleich aber stiegen Anforderungen und Bedarf an fach- und sachkundiger Informationsvermittlung. Mehr denn je sei daher effektive Vernetzung gefragt: "Ein kluger Journalismus ist der, der die Ressourcen der Wissenschaft nutzt. Und eine gute Wissenschaft ist die, die mit ihren Erkenntnissen in die breite Öffentlichkeit will und sich dort der Diskussion stellt."
Als Lehrbeauftragter in Bielefeld behandelt Prantl seit 2002 verschiedentlich aktuelle Fragestellungen, etwa "Rechtsstaat und Sicherheitsstaat" oder "Finanzmarktkrise und Re-regulation der Märkte". Seit 2009 moderiert der Journalist außerdem die "Bielefelder Rechtsgespräche" mit Gästen aus Wissenschaft, Justiz und Politik. Welche Veranstaltungen Prantl in den kommenden Semestern anbieten wird, steht noch nicht fest. (NP)
Aufträge von Bund und EU für Rechtswissenschaftler aus Halle und Münster
22.12.09 - Zwei Professoren der juristischen Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU), Caroline Meller-Hannich und Armin Höland, haben eine Ausschreibung der Bundesanstalt für Ernährung und Landwirtschaft (BLE) für sich entschieden.
Sie werden ein einjähriges und mit knapp 156.000 Euro dotiertes Projekt leiten, in dem ein Überblick über die im nationalen Recht bestehenden Instrumente des kollektiven Rechtsschutzes erarbeitet werden soll.
Professorin Meller-Hannich ist Inhaberin des Lehrstuhls für Bürgerliches Recht, Zivilprozessrecht und Handelsrecht an der MLU und arbeitet viel im Bereich des Verbraucherschutzrechts. Professor Höland, Inhaber des Lehrstuhls für Bürgerliches Recht, Arbeitsrecht und Recht der sozialen Sicherheit, ist neben seinem Forschungsschwerpunkt der Rechtssoziologie auch Auslandsbeauftragter der Juristischen Fakultät (Hallesche Juristen fördern Rechtsstaatlichkeit in der Ukraine).
Hintergrund des Projektes ist das Interesse der Europäischen Gemeinschaft an der Weiterentwicklung kollektiver Rechtsschutzinstrumente wie etwa Verbandsklagen, die in Deutschland vergleichsweise stark entwickelt sind. Mit Hilfe des Projektes, das auch die Schaffung mehrerer Stellen für wissenschaftliche Mitarbeiter ermöglicht, sollen die vorhandenen Instrumente in Hinblick auf eine europäische Weiterentwicklung analysiert und bewertet werden.
Die Weiterentwicklung unterschiedlicher gesetzlicher Regelungen in der EU liegt auch der Berufung des Münsteraner Arbeits-, Sozial- und Wirtschaftsrechtlers Professor Dr. Heinz-Dietrich Steinmeyer in eine Expertengruppe der Europäischen Kommission zugrunde. Steinmeyer, der auch Dekan der juristischen Fakultät Münster ist, wurde auf Vorschlag der Hochschulrektorenkonferenz in die Gruppe berufen, die sich mit rentenrechtlichen Problemen bei internationaler Mobilität von Forschern befassen. Bislang werden internationale Wechsel von Wissenschaftlern an Hochschulen und Forschungseinrichtungen auch innerhalb der EU durch bürokratische Hindernisse und die Gefährdung bereits erworbener Versorgungsansprüche erschwert. Die Expertengruppe wird Ende Januar ihre Arbeit aufnehmen und nach einem halben Jahr ihre Empfehlungen vorstellen. (ham)
Universität Köln plant Master-Studiengang für deutsches und chinesisches Recht
22.12.09 - Ein geplantes Cologne Center for Chinese Law Studies soll Jurastudenten "mittelfristig" die Möglichkeit zu einem gemeinsamen Master-Abschluss in deutscher und chinesischer Rechtswissenschaft bieten.
Darauf einigten sich der Rektor der Kölner Universität, der nordrhein-westfälische Wissenschaftsminister und der Präsident der China University of Political Science and Law (CUPL) in Peking im November 2009. Sie betonten die Bedeutung eines deutsch-chinesischen Rechtsstaatsdialogs und die hervorgehobene Rolle patentrechtlicher Themen. Zunächst soll der Studentenaustausch zwischen den beiden Hochschulen gefördert und eine jährliche Sommerakademie eingeführt werden. Wann die ersten konkreten Programme starten werden, ist noch offen.
An der Universität Köln könnte mit diesem Projekt die Zusammenarbeit von Juristen und Sinologen ausgebaut werden. Schon seit 1992 gibt es in Köln eine eigene Professur für chinesische Rechtskultur, die allerdings nicht der juristischen Fakultät, sondern dem Ostasiatischen Seminar der Philosophischen Fakultät zugeordnet ist. Lehrstuhlinhaber ist Professor Dr. Robert Heuser. Studenten der Bachelor- und Masterstudiengänge "Regionalstudien China" und "China-Studien" werden bereits in den ersten Semestern Veranstaltungen zu rechtswissenschaftlichen und rechtshistorischen Themen angeboten. Teilnehmer des Masterstudiengangs können die juristischen Inhalte zusätzlich in Veranstaltungen der rechtswissenschaftlichen Fakultät vertiefen.
Gemeinsam mit der Université Paris I (Panthéon-Sorbonne) bietet die Universität Köln bereits Studienprogramme für deutsch-französische Rechtwissenschaften (LL.B. / Maîtrise en Droit und LL.M. Wirtschaftsrecht) an. In Kooperation mit dem University College London wird ebenfalls ein LL.B.-Programm angeboten. (NP)
Forschung: DFG gibt Geld für Juristen in Hamburg und Bremen
24.11.09 - HAMBURG - Unter den elf neuen Graduiertenkollegs, die die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) in den nächsten fünf Jahren fördern wird, ist auch ein juristisches Projekt der Hamburger Universität.
Das Hamburger Kolleg ist am Institut für Recht und Ökonomik der Universität Hamburg angesiedelt und erhält zwei Millionen Euro aus der DFG-Kasse. Leiter ist Professor Dr. Thomas Eger. Graduiertenkollegs bieten einen Rahmen für die Forschung und Qualifizierung von Doktoranden. Ab April 2010 werden fünfzehn Doktoranden und ein Postdoktorand in der Hansestadt forschen. Sie wollen Methoden und Konzepte der ökonomischen Analyse auf Fragestellungen des internationalen Rechts anwenden. Auch die Interaktion mit nationalem Recht spielt eine Rolle. Das Thema drängt: Es geht beispielsweise um die optimale Zuweisung von Nutzungsrechten an international genutzten Ressourcen sowie die Motive und Auswirkungen, wenn internationales Recht angewandt und durchgesetzt wird.
Der Innovationsgehalt des Graduiertenkollegs ergibt sich vor allem aus der konsequenten Anwendung des Instrumentariums der ökonomischen Analyse des Rechts auf das Völkerrecht und dessen Interdependenz mit nationalen Rechtsnormen. Im Vergleich zu bisherigen Ansätzen wird der Schwerpunkt des Graduiertenkollegs explizit auf rechtlichen Aspekten und Details liegen. Die Anwendung der in der ökonomischen Analyse des Rechts bewährten spieltheoretischen und ökonometrischen Ansätze wird bei dafür geeigneten Themen gefördert. Eine ökonomisch orientierte Rechtsvergleichung soll das Forschungsprogramm in methodischer Hinsicht abrunden.
Im Internet: www.ile-hamburg.de
BREMEN - Rechtswissenschaftler der Universität Bremen erforschen in einem neuen, von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten Projekt Lösungen für die Verwendung von genetischen Ressourcen. Die bestehenden Regelungen sind ihrer Meinung nach ineffektiv und ungerecht.
Die genetischen Eigenschaften von Pflanzen und Tieren gehören den Staaten, in denen diese vorkommen. Wer sie erforschen und vielleicht aus ihnen Produkte wie etwa Medikamente oder Saatgut entwickeln will, muss die Zustimmung des jeweiligen Ressourcenstaates einholen und wissenschaftliche Erkenntnisse mit ihm teilen. Auch wenn neue Produkte Gewinn abwerfen, muss der Ressourcenstaat beteiligt werden. Ein bekannter Fall ist die Verwendung des indischen Neem-Baumes für eine Vielzahl von Produkten im Pflanzenschutz sowie für Dünge- und Arzneimittel. Dass globale Konzerne manche der Pflanzeneigenschaften patentierten, führte zu weltweiten Vorwürfen der Biopiraterie.
Nach den Ergebnissen eines Vorläuferprojekts, das Professor Gerd Winter und Dr. Evanson Chege Kamau von der Bremer Forschungsstelle für Europäisches Umweltrecht (FEU) durchgeführt haben, sind die bestehenden Regelungen nicht effektiv, weil ein Ressourcenstaat die Verwendung der Ressourcen nicht kontrollieren kann. Ungerecht sind sie, da die Ressourcen meist in mehreren Staaten vorkommen und die Vorteilsbeteiligung nicht nur einem von ihnen zufließen sollte. In ihrem Forschungsprojekt erarbeiten Winter und Kamau deshalb neue Lösungen. Dazu sollen Pools aus genetischem Material und genetischem Wissen eingerichtet werden, bei deren Verwertung Ressourcen- und Nutzerstaaten besser zusammenwirken können. In ihrem neuen DFG-Projekt werden sie bereits existierende Varianten von Pools auswerten und Vorschläge für einen rechtlichen Rahmen erarbeiten. Die DFG fördert das Projekt mit dem Titel "Common pools genetischer Ressourcen" in den nächsten drei Jahren mit 350.000 Euro. Die Vorschläge sollen in die Vorbereitungen der 10. Vertragsstaatenkonferenz der Konvention über Biodiversität einfließen, die im Oktober 2010 in Japan stattfindet.
Im Internet: www.feu.uni-bremen.de
Mit Humboldt nach Kiel: Stipendien für den Ozean der Zukunft
24.11.09 - Der Kieler Exzellenzcluster "Ozean der Zukunft" kooperiert mit der Alexander von Humboldt-Stiftung in Berlin. Internationale Forscher, die sich mit den Veränderungen des Ozeans beschäftigen, sollen als Humboldt-Forschungsstipendiaten für den Standort Deutschland gewonnen werden.
Die Humboldt-Stiftung will die ersten Stipendiaten im nächsten Sommer auswählen, die dann Ende 2010 ihre Forschungen in Kiel beginnen könnten. Bis zu zehn Stipendien werden im Rahmen der Kooperation vergeben. Die Kosten trägt das interdisziplinäre Forschungsprojekt "Ozean der Zukunft". Das Angebot richten sich an auf die Meeresforschung spezialisierte Wissenschaftler unterschiedlicher Disziplinen, etwa an Biologen, Geo- und Wirtschaftswissenschaftler ebenso wie an Mediziner, Mathematiker oder Juristen. Erfahrene Wissenschaftler oder Postdoktoranden können sich bei der Alexander von Humboldt-Stiftung bewerben. Die Humboldt-Stiftung sieht in der Vereinbarung ein Modell für ähnliche Kooperationen mit Forschungseinrichtungen in Deutschland, um hochqualifizierte Forscher im Ausland auf ihre Förderungsmöglichkeiten aufmerksam zu machen. Jährlich ermöglicht die Stiftung über 1.900 Forschern aus aller Welt einen wissenschaftlichen Aufenthalt in Deutschland. Die Stiftung pflegt ein Netzwerk von weltweit mehr als 23.000 Humboldtianern aller Fachgebiete in 130 Ländern - unter ihnen 43 Nobelpreisträger.
Der Exzellenzcluster "Ozean der Zukunft" ist ein in Deutschland einmaliger fächerübergreifender Forschungsverbund von mehr als 250 Wissenschaftlern der der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, dem Leibniz-Institut für Meereswissenschaften (IFM-GEOMAR), dem Institut für Weltwirtschaft (IfW) und der Muthesius Kunsthochschule. Der Exzellenzcluster wird im Rahmen der Exzellenzinitiative von der deutschen Forschungsgemeinschaft im Auftrag von Bund und Ländern gefördert. Mehr über die Beteiligung von Juristen an diesem Projekt in der aktuellen Ausgabe von azur (Ausgabe 2/2009): "Hart am Wind: Die interessanten Jobs der Kieler Juristen."
Im Internet: www.ozean-der-zukunft.de
Rheinland-Pfalz: Hochschulen gründen Zentrum für Insolvenz und Sanierung
27.10.09 - Die Universität Trier kooperiert mit den Fachhochschulen Koblenz und Trier auf dem Gebiet des Insolvenzrechts. Die drei rheinland-pfälzischen Hochschulen schlossen im Oktober einen Vertrag, in dem die Gründung eines Zentrums für Insolvenzrecht und Sanierung (ZEFIS) beschlossen wird.
Das ZEFIS wird an der Uni Trier angesiedelt und soll sich auf Forschung und Wissensvermittlung konzentrieren. Die Gründungsmitglieder, zu denen auch der in der Insolvenzszene bekannte Remagener Professor Dr. Hans Haarmeyer gehört, wollen sich allerdings auch den Themen Insolvenzvermeidung und Sanierung widmen. Juristische und betriebswirtschaftliche Forschung sollen verbunden werden, die Rechtsentwicklung auf dem Gebiet der Insolvenz wird empirisch aufgearbeitet.
In den letzten Jahren haben sich immer mehr Hochschulen dem Thema Insolvenzrecht zugewandt. Zuletzt verkündete die Juristenfakultät der Universität Leipzig die Gründung eines eigenen Instituts für Unternehmenssanierung und Insolvenzrecht. Bereits seit 2006 existiert in Mannheim das Zentrum für Insolvenz und Sanierung (ZIS). Es ist an den Lehrstuhl von Professor Dr. Georg Bitter angebunden, der dort praxisnahe Forschungen zu Unternehmenskrisen organisiert. Auch in Köln, Heidelberg und Kiel gibt es bekannte Aktivitäten. (ML)
Stiftungsprofessuren: Kiel und Bayreuth bauen aus
27.10.09 - Seit diesem Wintersemester gibt es eine neue Professur für Sportrecht an der Christian-Albrechts-Universität Kiel (CAU) - die erste Professur in Deutschland, die ausschließlich dem Sportrecht gewidmet ist. Lehrstuhlinhaber ist Professor Martin Nolte. Gestiftet wird die zunächst auf drei Jahre befristete Professur von der Deutschen Telekom AG.
Professor Martin Nolte hat sich nicht nur als Sportrechtler einen deutschlandweiten Namen gemacht, sondern ist auch Kenner des Sports: Er war selbst jahrelang erfolgreicher Leistungssportler und ist heute ehrenamtliches Vorstandsmitglied der Nationalen Anti Doping Agentur (NADA) sowie des Landessportverbandes Schleswig-Holstein. Im vergangenen Jahr war angekündigt worden, dass er einen Lehrstuhl an der privaten Hanse-Universität in Rostock-Warnemünde besetzen sollte, doch die Hochschule stellte ihren Betrieb kurz danach ein.
Die neue Professur ist am Institut für Sport- und Sportwissenschaften der Philosophischen Fakultät angesiedelt. Für Professor Nolte stehen Themen wie strafrechtliche und kartellrechtliche Grenzen des Sponsorings, die Dopingproblematik, Werbeverbote oder Veranstalterschutzrechte im juristischen Fokus. Weitere Fragestellungen betreffen die Gestaltung des Sportwettenmarktes in Deutschland, die Rolle der Medien speziell im Bereich der Sportberichterstattung und die steuerliche Begünstigung des Sports. Ferner geht es um die Bekämpfung der Gewalt im Sport und bei Sportveranstaltungen. Und letztlich stellt sich die Frage nach länderübergreifender Zusammenarbeit gegen kriminelle Aktivitäten wie Korruption, Geldwäsche und Dopingmittelhandel.
"Der Sport ist grundsätzlich autonom und löst daher auch Konflikte und Probleme zunächst selbst", sagt Sportrechtler Nolte. "Es gibt jedoch immer mehr Bereiche, in denen die Selbstregulierungskräfte des Sports an ihre Grenzen stoßen." Die spezifischen Herausforderungen des Sportrechts lägen darin, die Wechselwirkungen zwischen Sportverbandsrecht und staatlichem Recht angemessen auszuloten und weiterzuentwickeln. "Das ist eine große Aufgabe, die eine Spezialisierung auf Sportrecht erfordert", unterstreicht Professor Nolte.
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Die Universität Bayreuth erhält eine Stiftungsprofessur für Verbraucherrecht. Die Professoren Markus Möstl und Stefan Leible haben die Bayreuther Bewerbung beim Bundesverbraucherschutzministerium nach vorne gebracht, der Startschuss soll im Sommersemester 2010 fallen. 900.000 Euro hat das Bundesverbraucherschutzministerium bis zur zweiten Jahreshälfte 2012 für die Stiftungsprofessur zugesagt. Für den neuen Lehrstuhl sind auch fünf Doktorandenstellen und sechs Stellen für studentische Hilfskräfte vorgesehen.
Für Bayreuth sprach das Netz an Forschungsaktivitäten, die allesamt das Thema Verbraucherrecht aus verschiedenen Blickwinkeln bearbeiten. Die Forschungsstelle für Bankrecht und Bankpolitik gehört ebenso dazu wie die Forschungsstellen für deutsches und europäisches Energierecht, für Wirtschafts- und Medienrecht, für deutsches und europäisches Lebensmittelrecht und für Nahrungsmittelqualität. Bezug zum Verbraucherrecht haben auch der Arbeitskreis für Informationstechnologie, das Institut für Medizinmanagement und Gesundheitswissenschaft, das DFG-Graduiertenkolleg "Geistiges Eigentum und Gemeinfreiheit" und das Intradisziplinäre Forum Franken. "Diese Forschungsstärke war eines unserer besten Argumente. Sie wird bei der Entscheidung des Ministeriums sicher eine Rolle gespielt haben", so Möstl. "Nur wenige Universitäten in Deutschland verfügen über ein solches Netzwerk."
Auch nach innen wird die Stiftungsprofessur wirken. Verbraucherrecht wird neben den bereits vorhandenen sieben anderen ein Studienschwerpunkt an der Fakultät Rechts- und Wirtschaftswissenschaften werden.
Ehrung für Moot-Court-Gründer in Mannheim
27.10.09 - Die Universität Mannheim hat die Förderer ihres zivilrechtlichen Moot Courts ausgezeichnet. Professor Dr. Horst Hagen, ehemaliger Vizepräsident des Bundesgerichtshofs, erhält die Ehrendoktorwürde der Universität. Rechtsanwalt Dr. Georg Jäger von der Kanzlei SZA Schilling Zutt & Anschütz wird mit der Universitätsmedaille in Gold ausgezeichnet.
Die beiden Juristen haben an der Universität Mannheim einen Moot Court etabliert. Hagen ist Schirmherr des Mannheimer Zivilrechts-Moot-Courts. Sein Beitrag zum Gelingen des Moot-Courts geht weit über eine symbolische Schirmherrschaft hinaus, wie die Mannheimer Hochschule mitteilt. Er leitet sämtliche Veranstaltungen persönlich und beteiligt sich aktiv an der Stellung der Aufgaben. Damit ermöglicht er den Mannheimer Studierenden Praxiserfahrungen auf höchstem Niveau. Neben diesem Engagement hat Hagen auch umfangreiche juristische Schriften veröffentlicht, mit denen er wichtige Beiträge zum Verständnis und zur Fortbildung des Zivilrechts geleistet hat.
Für herausragendes Engagement ehrt die Universität Mannheim außerdem Dr. Georg Jäger mit der Universitätsmedaille in Gold. Die Universität verdankt ihm die Gründung und beständige Förderung des Mannheimer Zivilrecht-Moot-Courts. Der Rechtsanwalt und Fachanwalt für Arbeitsrecht hat den Moot-Court in den zehn Jahren seiner Existenz als Jurymitglied aktiv mitbetreut.
Von Hoyningen-Huene wird Gründungsdekan der EBS Law School
29.09.09 - Der als Arbeitsrechtler hoch renommierte Heidelberger Professor Dr. Dr. Gerrick von Hoyningen-Huene (65) fungiert seit September als Gründungsdekan der EBS Law School.
Von Hoyningen-Huene lehrte beinahe 30 Jahre lang in Heidelberg. In dieser Zeit hatte er auch verschiedene Ämter inne. Nachdem er in den 1980er Jahren bereits einmal als Dekan fungiert hatte, kümmerte er sich von 2000 bis 2004 als Prodekan um Organisation und Planung innerhalb der juristischen Fakultät. Von 2004 bis 2007 war von Hoyningen-Huene zudem außerhalb der Hochschule als wissenschaftlicher Berater für die Kanzlei Taylor Wessing tätig.
Ende August war von Hoyningen-Huene an der Heidelberger Universität pensioniert worden. Jetzt verpflichtete er sich, den Aufbau der Juristen-Ausbildung an der privaten European Business School (EBS) in Oestrich-Winkel voraussichtlich sechs Jahre lang zu begleiten, bis der erste Studierenden-Jahrgang die Hochschule verlässt. Er ist unter anderem verantwortlich für die Gestaltung der Lehrpläne und die Besetzung der Lehrstühle.
Bereits im Sommer hatte sich dort ein Gründungskuratorium konstituiert. In diesem Kreis trifft von Hoyningen-Huene auf einen Heidelberger Kollegen: Stellvertretender Vorsitzender des Kuratoriums ist Professor Dr. Werner Ebke, der schon seit Jahren an der EBS das Programm "Business Law" leitet. Ebenfalls im Kuratorium vertreten sind zahlreiche Wirtschaftskanzleien wie Clifford Chance, Linklaters, CMS Hasche Sigle, Shearman & Sterling, Baker & McKenzie, Latham & Watkins und White & Case, aber auch die Bundesrechtsanwaltskammer, der Bundesgerichtshof und das Hessische Justizministerium. Der Justizminister Jörg-Uwe Hahn (FDP) ist Kuratoriumsvorsitzender.
Der Ausbau der EBS von einer betriebswirtschaftlichen Hochschule zu einer Universität mit zwei Fakultäten ist zwischen den politischen Lagern umstritten. Die neue Law School - zweite private juristische Hochschule nach der Bucerius Law School - soll nämlich neben privaten Geldern auch eine staatliche Anlaufförderung erhalten. Die EBS Law School soll in der Landeshauptstadt Wiesbaden angesiedelt sein und 2011 den ersten Studentenjahrgang aufnehmen. Bildungspolitiker von SPD und Grünen hatten auf die Unterfinanzierung staatlicher Hochschulen hingewiesen. (ML)
Mehr über die Pläne der EBS Law School in der nächsten Ausgabe von azur im November 2009.
Bayern: Augsburger und Würzburger Juristen machen gute Lehre
29.09.09 - Zwei Dozenten der Juristischen Fakultäten der Universitäten Augsburg und Würzburg gehören zu den diesjährigen Preisträgern für gute Lehre des Bayerischen Staatsministers für Wissenschaft, Forschung und Kunst.
Ausgezeichnet wurde der Würzburger Strafrechtler Professor Dr. Frank Zieschang, dessen Lehrveranstaltungen bei den regelmäßig stattfindenden Lehrevaluationen fast immer auf den Spitzenplätzen landen. Enthusiastisch fallen auch die Kommentare der Studierenden aus, auf denen der Vorschlag für die Auszeichnung gründet: "Ein angenehmer Vortragsstil, feinsinniger Humor", "wie kaum einem anderen gelingt es ihm, komplexe Sachverhalte einfach zu erklären" und ". auch sein Lehrbuch ist meines Erachtens das Beste auf dem Markt". Gelobt wurden zudem besonders sein Medieneinsatz in den Vorlesungen, sowie die umfangreichen und verständlichen Begleitmaterialien, die Zierschang im Internet zur Verfügung stellt.
Mit Dr. Stefan Lorenzmeier von der Universität Augsburg wurde ein weiterer Jurist für seine gute Lehre ausgezeichnet. Auch bei Dr. Lorenzmeier gründet die Auszeichnung auf hervorragenden Evaluationsergebnissen, die er seit 2000 als wissenschaftlicher Mitarbeiter und später als Assistent am Lehrstuhl für Öffentliches Recht, Völker- und Europarecht erzielt hat. Neben seinen didaktischen Fähigkeiten wurde von den Vorschlagenden besonders sein Engagement gelobt, mit dem er die Studierenden durch die Vorbereitung auf und Teilnahme an internationalen Moot Courts mit internationalen Sachverhalten vertraut macht und die Augsburger Teams bereits zu internationalen Wettbewerbserfolgen führte.
Der "Preis für gute Lehre an Universitäten" wurde bereits vor elf Jahren ins Leben gerufen und bislang an 168 Lehrende und vier Arbeitsgruppen an bayerischen Universitäten vergeben. Er ist mit 5.000 Euro dotiert. (ham)
Hallesche Juristen fördern Rechtsstaatlichkeit in der Ukraine
29.09.09 - Die Juristen der Universität Halle-Wittenberg unterstützen im Rahmen eines DAAD-Programms die Entwicklung von Demokratie und rechtsstaatlichen Strukturen in der Ukraine.
Das Auswärtige Amt hatte ein Sonderprogramm "Unterstützung der Demokratie in der Ukraine" ausgeschrieben. Eines der Ziele ist die Annäherung des osteuropäischen Landes an die rechtlichen und politischen Standards der Europäischen Union. Hallesche Wissenschaftler um Professor Dr. Armin Höland hatten gemeinsam mit ukrainischen und polnischen Kollegen ein Studien- und Weiterbildungsangebot entwickelt.
Beteiligt sind die Juristischen Fakultäten der Staatlichen Agraruniversität in Sumy (Ukraine) und der ermländischen und masurischen Universität Olsztyn (Polen). In zwei intensiven, jeweils einwöchigen Seminaren in Halle und Sumy werden im Herbst 2009 grundlegende juristische Fragen erörtert. Außerdem ermöglicht der DAAD drei ukrainischen Wissenschaftlern einen Forschungs- und Studienaufenthalt in Halle.
Das erste Seminar findet vom 19. bis 24. Oktober in Halle statt, das zweite vom 16. bis 21. November in Sumy im Nordosten der Ukraine. Referate und Diskussion werden simultan übersetzt. Auf der langen Themenliste stehen unter anderem der Zugang zum Recht und zu den Gerichten, Fragen der Unternehmensinsolvenz, des Steuerrechts, des geistigen Eigentums, des transnationalen Wirtschaftsverkehrs, der Modernisierung des Arbeitsrechts, des Eigentums an Grund und Boden, der Europäischen Wettbewerbsordnung, der alternativen Justiz in der Ukraine, der Rechtsvertretung vor Gericht und der Bedeutung der Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte.
In beiden Seminaren gibt es Ausflüge in die Rechtspraxis, ergänzt etwa durch Gespräche mit Staatsanwälten, Verbandsvertretern und Rechtsanwälten. Die Ergebnisse der Referate und Diskussionen werden in Deutsch und Ukrainisch veröffentlicht. Der Teilnehmerkreis ist nicht begrenzt: An beiden Seminaren können Studierende und Lehrende aller Fachrichtungen, aber auch die interessierte Öffentlichkeit teilnehmen. (ML)
Max-Planck-Gesellschaft fördert Promotionen zur Streitbeilegung
25.08.09 - Drei Jahre lang finanziert die Max-Planck-Gesellschaft mit insgesamt 730.000 Euro ein Graduiertenkolleg zur erfolgreichen internationalen Streitbeilegung. Das Kolleg ist angebunden an das bereits bestehende Promotionskolleg "Erfolgreiche Internationale Streitbeilegung", das an der Juristischen Fakultät der Universität Heidelberg angesiedelt ist.
Ab 2010 werden in der "International Max Planck Research School (IMPRS) on Successful Dispute Resolution" voraussichtlich 20 Stipendiaten ihre Promotion vorbereiten. Eine dreijährige Verlängerung ist möglich.
Die Forscher sollen ergründen, welche Voraussetzungen und Rahmenbedingungen erforderlich sind, damit Konflikte auf internationaler Ebene erfolgreich gelöst werden können. Dabei geht es insbesondere um Verfahren vor dem Internationalen Gerichtshof und dem Internationalen Strafgerichtshof. Weitere Schwerpunkte sind Investitionsstreitigkeiten, Handelsschiedsgerichtsbarkeit und das Thema Staatsinsolvenz. Auch alternative Methoden der Streitbeilegung stehen im Blickpunkt. Alle Forschungsthemen sind international, rechtsvergleichend und interdisziplinär angelegt. Das Kolleg wendet sich deshalb nicht nur an Doktoranden aus den Rechtswissenschaften, sondern auch an Politologen, Soziologen und Psychologen.
Das Kolleg wird vom Max-Planck-Institut (MPI) für ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht in Heidelberg und dem Institut für ausländisches und internationales Privat- und Wirtschaftsrecht der Heidelberger Universität getragen. Sprecher der IMPRS sind die Professoren Dr. Rüdiger Wolfrum vom MPI für ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht und Dr. Burkhard Hess von der Heidelberger Universität. (ML)
Augsburg: Center for Criminal Compliance eingerichtet
25.08.09 - Die Abteilung, die sich mit den speziellen strafrechtlichen Fragestellungen zu Compliance auseinandersetzt, ist an der Forschungsstelle Compliance der Universität Augsburg angesiedelt.
Vor dem Hintergrund einer unklaren Rechtsprechung und schwer verständlichen Rechtslage soll sich eine Praxisgruppe aus erfahrenen Strafrechtlern der Fragen nach strafrechtlichen Risiken in der Wirtschaft und ihrer Vermeidung annehmen.
Professor Dr. Thomas Rotsch, Professor für Straf- und Strafprozessrecht, Wirtschaftsstrafrecht und Völkerstrafrecht an der Universität Augsburg leitet die neu gegründete Praxisgruppe, die mit erfahrenen Strafrechtlern besetzt ist, darunter auch so bekannte Namen wie der Frankfurter Wirtschafts- und Steuerstrafrechtler Prof. Dr. Jürgen Taschke und der Münchner Wirtschafts- und Steuerstrafrechtler Dr. Christian Pelz.
Taschke, der erst im Juli von der Frankfurter Universität zum Honorarprofessor ernannt worden ist, genießt seit Jahren unter den Wirtschaftsstrafrechtlern einen exzellenten Ruf und gilt als gut positioniert in der Industrie. Er wechselt zum September 2009 von der Kanzlei Clifford Chance zu DLA Piper (Link JUVE-Nachricht). Pelz ist Partner bei der Kanzlei Nörr Stiefenhofer Lutz und ebenfalls durch viel beachtete Mandate bekannt: er trat als Berater von MAN im Zuge der Korruptionsaffäre ebenso in Erscheinung wie als Teil des Beraterteams der Hypo Real Estate nach der Durchsuchung im Dezember 2008 (Link JUVE-Nachricht).
Das Profil des Zentrums richtet sich denn auch vor allem an Unternehmen, für die das Center for Criminal Compliance zahlreiche Service-Leistungen anbietet, darunter die Erstellung von Rechtsgutachten und Risikoanalysen, ebenso wie Schulungen für Mitarbeiter und Führungskräfte. Darüber hinaus kündigte Professor Rotsch auch die Ausrichtung von Vorträgen und Tagungen zu diesem Thema als Aufgabe der Abteilung an.
Die Einrichtung des Criminal Compliance Center ist ebenso wie die übergeordnete Forschungsstelle Compliance der gestiegenen Bedeutung dieses Themenbereichs geschuldet. Dies hat nicht nur zu zahlreichen Verfahren geführt, sondern auch in Unternehmen und Finanzinstituten zu einem deutlichen Ausbau der Compliance-Strukturen geführt (Link JUVE-Nachricht), der einen entsprechenden Bedarf an juristischer Beratung nach sich zieht. (ham)
Zeppelin-Universität: Neuer Professor für das Europarecht
28.07.09 - Der Rechtswissenschaftler Professor Dr. Georg Jochum hat zum Juli den Ruf an die Zeppelin Universität (ZU) Friedrichshafen angenommen. Jochum kommt von der Universität Konstanz und übernimmt an der privaten ZU den neu eingerichteten Lehrstuhl für Europarecht und Internationales Recht der Regulierung.
Die Professur ist im Department Public Management & Governance angesiedelt. Jochums Forschungsschwerpunkte sind vielfältig. Sie liegen in den Bereichen Staatsrecht, insbesondere Fragen der Staatsorganisation sowie im Verwaltungsrecht, hier speziell zum Wirtschaftsverwaltungsrecht und zu Verfahrensfragen. Hinzu kommen das Europarecht sowie außerdem Finanz- und Steuerrecht. Jochum kennt sich an seiner neuen Hochschule bestens aus. Bereits seit der Gründung 2003 hatte Georg Jochum neben seiner damaligen Tätigkeit an der Universität Heidelberg und einer außerplanmäßigen Professur in Konstanz einen Lehrauftrag an der ZU.
"Die Tätigkeit an der ZU bietet ein einzigartiges interdisziplinäres Lehr- und Forschungsumfeld, das kaum eine andere Universität zu bieten hat", sagte Jochum. "Der enge Kontakt zwischen Studenten und Forschern und die Möglichkeit, Wissenschaft und Praxis zu verbinden, war ein entscheidender Grund für die Zusage. Ich freue mich auf eine spannende Zeit."
Georg Jochum, geboren 1968 in Köln, studierte als Stipendiat der Friedrich-Naumann-Stiftung Rechtswissenschaften an der Universität zu Köln. Im Jahr 1996 promovierte er zum Thema "Materielle Anforderungen an das Entscheidungsverfahren in der Demokratie", 2003 folgte die Habilitation über Steuervergünstigungen. Nach Tätigkeiten als Rechtsanwalt, wissenschaftlicher Assistent und Lehrbeauftragter an verschiedenen Hochschulen wurde er vor zwei Jahren zum außerplanmäßigen Professor an der Uni Konstanz ernannt. Im gleichen Jahr wurde er Mitglied in der wissenschaftlichen Kommission der Anti-Diskriminierungsstelle des Bundes.
Während die Attraktivität der privaten Zeppelin-Universität für Wissenschaftler und Studierende offensichtlich ungebrochen ist, meldet eine andere private Hochschule aus dem Land Baden-Württemberg ihr Aus: Die International University in Bruchsal bei Karlsruhe stellt ihren Studienbetrieb ein. Rund 70 Studierende dort können 2009 noch ihre Abschlussexamen ablegen, weitere 70 Studierende werden an andere Hochschulen vermittelt. Die International University gehört seit 2007 der Hamburger Beteiligungsgesellschaft Educationtrend, die schon vor einigen Monaten mit der privaten Hanseuniversität in Rostock-Warnemünde Schiffbruch erlitten hatte. (ML)
Zwei deutsch-türkische Universitäten mit rechtswissenschaftlicher Fakultät geplant
30.06.09 - Gleich zwei deutsch-türkische Universitäten sollen mit Beteiligung der Bundesregierung beziehungsweise des Landes Nordrhein-Westfalen in der Türkei entstehen und sowohl deutsche als auch türkische Abschlüsse anbieten. Noch in diesem Jahr soll die erste der beiden Universitäten den Lehrbetrieb aufnehmen.
Anfang letzter Woche wurde unter Beteiligung von bundesweit 22 Hochschulen ein deutsches Hochschulkonsortium gegründet, das unter der Leitung des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) die Gründung einer Deutsch-Türkischen Universität (DTU) in der Türkei vorbereiten soll. Aufgabe des Hochschulkonsortiums wird es sein, die akademische Ausgestaltung der DTU mit den türkischen Projektverantwortlichen abzustimmen und zum Beispiel die Einzelheiten der Universitätsgründung, der Zulassung und Finanzierung auszuarbeiten.
Geplant ist eine staatliche, wissenschaftliche Einrichtung in Istanbul, an der mittelfristig 5000 Studierende ihren Abschluss entweder als gemeinsamen oder Doppel-Abschluss machen können. Die türkischen Partner werden das Gelände, Gebäude und Infrastruktur zur Verfügung stellen und die laufenden Kosten tragen. Auf deutscher Seite umfassen die Beiträge etwa die Entsendung von Dozenten, die Entwicklung der Curricula, Material für den Aufbau eines Sprachlernzentrums sowie die Gewährung von Zuschüssen zu Stipendien, Fortbildungsmaßnahmen und Ortsgehältern. Die Kosten hierfür trägt das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), aber auch die Einbindung von privaten Stiftungen und Wirtschaftsunternehmen ist vorgesehen.
Es ist geplant, dass die DTU noch in diesem Jahr zum Wintersemester mit fünf Fakultäten, darunter eine rechtswissenschaftliche, den Betrieb aufnehmen wird. Unter der Leitung des Rechtswissenschaftlers Professor Dr. Philip Kunig hat die Freie Universität Berlin federführend den Aufbau der juristischen Fakultät übernommen. Kunig ist gleichzeitig einer der Vizepräsidenten des neu gegründeten Hoschschulkonsortiums und beschreibt die Zielsetzung für seine neue Aufgabe: "Die Juristische Fakultät der DTU in Istanbul soll eine Ausbildungs- und Forschungsstätte für türkisches, europäisches und deutsches Recht auf höchstem Niveau werden."
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Ähnlich ambitioniert klingen auch die Pläne von Faruk Sen für die geplante Deutsch-Türkische Stiftungsuniversität in Izmir. Der Vorstandsvorsitzende der Deutsch-Türkischen Stiftung für Bildung und wissenschaftliche Forschung (DTS) und ehemalige Leiter des Zentrums für Türkeistudien erklärte: "Ich will eine elitäre Hochschule - klein aber fein, für höchstens 3900 Studenten, die als Absolventen dann gute Perspektiven haben."
Das Gelände für die geplante Hochschule wurde vom türkischen Tourismusministerium bereits zur Verfügung gestellt. Im Wintersemester 2010/2011 soll die Stiftungsuniversität den Betrieb aufnehmen, zunächst noch in gemieteten Räumen und mit zunächst vier Fakultäten - darunter auch eine juristische. Die Finanzierung tragen bisher die türkische Republik und das Land Nordrhein-Westfalen, aber auch bei der Deutsch-Türkischen Stiftungsuniversität ist die Beteiligung von privaten Sponsoren, besonders Wirtschaftsunternehmen, vorgesehen. Lehrsprache an der Universität wird deutsch sein, und ebenso wie an der DTS sollen deutsche und türkische Abschlüsse gemacht werden können. Mit der Universität Duisburg-Essen, der Ruhr-Uni Bochum, der Universität Münster, der Fachhochschule Gelsenkirchen und der Sporthochschule Köln hat bereits eine Reihe von nordrhein-westfälischen Hochschulen ihre Kooperation bei dem Aufbau der einzelnen Fachbereiche zugesagt. (ham)
Umbenennung: heilbronn business school wird German Graduate School
30.06.09 - Die heilbronn business school, private Hochschule für Unternehmensführung, hat sich umbenannt.
Als German Graduate School of Management and Law (GGS) sollen die Aktivitäten der Hochschule besser sichtbar gemacht werden, die sich selbst das Ziel gesetzt hat, mittelfristig eine der führenden deutschen Hochschulen für die berufsbegleitende Aus-und Weiterbildung von Führungskräften zu werden.
Gegründet wurde die private Hochschule 2004 von der Dieter-Schwarz-Stiftung, benannt nach dem Eigentümer der Schwarz-Gruppe, zu der die Unternehmen Lidl und Kaufland gehören. Neben einem MBA- und MSc-Programm bietet die GGS auch einen berufsbegleitenden L.L.M.-Studiengang in Business Law an, der sich besonders an Nicht-Juristen richtet.
Bereits zum 1. April verstärkte die private Hochschule ihren juristischen Lehrkörper um den Freshfields Bruckhaus Deringer-Anwalt Dr. Martin Schulz. Bei Freshfields hat sich Schulz neben seiner Tätigkeit im Gesellschafts- und Unternehmensrecht besonders dem Ausbau des Wissensmanagements in der Kanzlei gewidmet. Mit Antritt der Professur verstärkt er das bisherige Team aus zwei Jura-Professoren, Dr. Michael Brück und Dr. Jochen Deister. (ham)
Insolvenzrecht: Universitäten setzen auf das Krisenthema
26.05.09 - Das Insolvenzrecht steht nicht nur im Mittelpunkt, wenn es um die Zukunft von Autobauern oder Warenhauskonzernen geht. Es findet auch immer stärkere Beachtung an den deutschen Hochschulen - zum Beispiel in Leipzig, Köln, Heidelberg und Mannheim.
Zuletzt verkündete die Juristenfakultät der Universität Leipzig die Gründung eines eigenen Instituts für Unternehmenssanierung und Insolvenzrecht. Benannt ist es nach dem Leipziger Professor Dr. Ernst Jaeger, der von 1905 bis 1935 an der Hochschule lehrte und das Konkursrecht in Deutschland prägte.
Die Leitung hat der Dekan der Juristenfakultät und ehemalige Richter am Bundesgerichtshof, Professor Dr. Christian Berger. Geplant ist nach Auskunft Bergers, Nachbardisziplinen wie die Betriebswirtschaftlehre in Forschung und Lehre zu integrieren. Besonderes Augenmerk liegt auf der Nachwuchsarbeit: Leipzig will Promotionsprogramme anbieten, einen Aufbaustudiengang durchführen und eine allgemein zugängliche Spezialbibliothek einrichten.
Die Universität Köln, schon seit den aktiven Zeiten von Professor Dr. Wilhelm Uhlenbruck ein Zentrum des Insolvenzrechts, hat bereits im Vorjahr ein Institut für Internationales und Europäisches Insolvenzrecht gegründet. Die speziell auf grenzüberschreitende Fragen ausgerichtete Einrichtung wird von den Professoren Ehricke, Prütting und Vallender geleitet. Vallender ist zugleich Leiter des Kölner Insolvenzgerichts und auch in seiner beruflichen Praxis mit den internationalen Aspekten von Insolvenzverfahren befasst. In der vergangenen Woche veranstalteten die Kölner Wissenschaftler ihr erstes Symposium.
Der erste Aufbaustudiengang im Bereich Sanierung und Insolvenz läuft seit Beginn des Wintersemesters 2008/09 an der Universität Heidelberg. Der LL.M. in Unternehmensrestrukturierung wird von einer gemeinnützigen Gesellschaft getragen, an der die bekannte Insolvenzkanzlei Wellensiek und die Unternehmensberatung Roland Berger beteiligt sind. Die Bewerbungsfrist für den zweiten Durchgang läuft bis zum 15. Juli. Das Heidelberger Programm integriert fachliche Aspekte aus den Bereichen Jura, Wirtschaft, Management und Kommunikation.
Bereits seit 2006 existiert in Mannheim das Zentrum für Insolvenz und Sanierung (ZIS). Es ist an den Lehrstuhl von Professor Dr. Bitter angebunden, der dort praxisnahe Forschungen zu Unternehmenskrisen organisiert. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Aus- und Weiterbildung im Bereich des Insolvenz- und Sanierungsrechts, auch hier interdisziplinär: Forschung und Lehre beziehen die der betriebs- und
volkswirtschaftlichen Grundlagen mit ein. Sowohl die vom ZIS veranstalteten Mannheimer Insolvenzrechtstage als auch die Abendsymposien zu aktuellen Insolvenzthemen sind regelmäßig gut besucht. Seit Anfang des Monats unterstützt ein Kuratorium aus Unternehmen, Banken und Kanzleien die Mannheimer Aktivitäten. Auf der Gründungsversammlung übergaben die Mannheimer Insolvenzverwalter Peter Depré und Karl-Heinrich Lorenz als Vorstandsmitglieder des ZIS-Fördervereins einen Scheck über 44.000 Euro. Mit dem Geld soll eine halbe Mitarbeiterstelle sowie der Aufbau einer insolvenz- und sanierungsrechtlichen Bibliothek gefördert werden. (ML)
Mainzer Medieninstitut baut aus
26.05.09 - Der Vorstand des Mainzer Medieninstituts hat neben Professor Dr. Dieter Dörr einen zweiten Direktor bestellt.
Der neue Co-Direktor Professor Dr. Bernd Grzeszick hat einen Ruf an die Johannes Gutenberg-Universität Mainz angenommen und zu Beginn des Sommersemesters 2009 seine Professur angetreten. Seine Entscheidung für die Mainzer Universität fiel nicht zuletzt wegen der Entwicklungsperspektiven im Bereich des Medienrechts: Als neuer Forschungsschwerpunkt wurde im Herbst 2008 die Medienkonvergenz auserkoren. Das Medieninstitut veranstaltet seit vielen Jahren einen LL.M.-Studiengang im Medienrecht und bietet auch Kurse für den Fachanwalt im Urheber- und Medienrecht an. Auch hier wird der Neuzugang mitwirken.
Geboren ist Professor Grzeszick im Dezember 1965 in Erkelenz. Er war seit 2004 Inhaber des Lehrstuhls für Öffentliches Recht, Völkerrecht und Rechtsphilosophie und Direktor des Instituts für Rechtsphilosophie und Allgemeine Staatslehre an der Universität Erlangen-Nürnberg. (ML)
Im Internet: www.mainzer-medieninstitut.de
Versicherungs-Lehrstuhl für Partner von Bach Langheid
28.04.09 - Professor Dr. Dirk-Carsten Günther, Partner der Kölner Kanzlei Bach Langheid & Dallmayr, ist seit Ende März Inhaber eines FH-Lehrstuhls. Günther bleibt weiterhin als Anwalt tätig.
Die Professur für Sachversicherung, Betriebsunterbrechungsversicherung und Wirtschaftsrecht am Institut für Versicherungswesen an der Fachhochschule Köln ist renommiert. Günther tritt die Nachfolge von Professor Johannes Wälder an und nimmt die Aufgabe wegen seiner Anwaltstätigkeit mit eingeschränkter Lehrverpflichtung wahr. Das Institut für Versicherungswesen ist das größte seiner Art in Deutschland und bietet einen Bachelor- und Masterstudiengang an, der sich konsequent an den Anforderungen der Versicherungswirtschaft orientiert. Zahlreiche Führungskräfte in der Versicherungswirtschaft sind Absolventen.
Günther ist seit dem Jahr 1995 bei Bach Langheid, seit 1999 als Partner, Gesellschafter und Fachleiter der Gesamtkanzlei für den Bereich Sachversicherung. Seit 2009 ist er auch Leiter des neugegründeten BLD-Betrugsaufklärungszentrums.
Ringvorlesung zum Grundgesetz: Anspruch und Wirklichkeit
28.04.09 - Das Institut für Recht und Gesellschaft an der Juristischen Fakultät der Humboldt-Universität zu Berlin und die Bürgerrechtsvereinigung Humanistische Union bieten im Sommersemester 2009 in Berlin eine Ringvorlesung zu 60 Jahren Grundgesetz an.
Die Vorlesungsreihe soll nach den Wünschen der Veranstalter eine kritische Bilanz zum 60. Jahrestag des Inkrafttretens des Grundgesetzes liefern. Aus juristischen, historischen, rechtspolitischen und sozialwissenschaftlichen Perspektiven soll der normative Anspruch der Verfassung der gesellschaftlichen Wirklichkeit gegenübergestellt werden. Die Bandbreite der Themen reicht von der Geschichte des Grundgesetzes, seiner philosophischen Idee und dem Wandel bis zu aktuellen Debatten wie Gleichheit und Differenz, Sicherheit und Freiheit oder dem Verhältnis des Grundgesetzes zur Europäischen Union und zum Völkerrecht.
Die Vorlesungen finden jeweils montags von 16 bis 18 Uhr im Hauptgebäude der Humboldt-Universität, Unter den Linden 6, statt.
Im Internet: www.institut-fuer-recht-und-gesellschaft.de
Private Hanseuniversität in Rostock stellt Betrieb ein
31.03.09 - Die private Hanseuniversität Rostock besteht nicht mehr. Nach nur einjährigem Lehrbetrieb im Fach Betriebswirtschaftslehre und ohne den Lehrbetrieb in Rechtswissenschaften aufgenommen zu haben, ist Schluss.
Zum Ende März werden die noch verbliebenen neun Mitarbeiter gekündigt, teilte eine Sprecherin der Hochschule mit. Für die wenigen BWL-Studenten war bereits zum Wintersemester im Oktober 2008 Schluss. Sie seien an andere Universitäten vermittelt worden. Damals hieß es noch, eine Weiterführung unter anderen Vorzeichen werde geprüft.
Bis zum Sommer 2008 hatte die Private Hanseuniversität drei Jura-Professoren berufen, azur-mail berichtete. Geplant war ein grundständiger Jura-Studiengang, wahlweise mit den Abschlüssen Bachelor of Laws oder Staatsprüfung. Im Spätsommer hatte dann die Muttergesellschaft Educationtrend AG den Studienbetrieb eingefroren.
Als Grund für die Aufgabe nannte die Geschäftsleitung finanzielle Probleme. Nach dem Absprung eines Investors seien Gespräche mit ausländischen Geldgebern gescheitert. Auch die angestrebten Partnerschaften mit der Wirtschaft seien nicht zustande gekommen. Das Geschäftsmodell sah vor, dass interessierte Unternehmen ihren Mitarbeitern die Studiengänge bezahlen sollten.
Für die Juristische Fakultät, die erst 2008 zugelassen worden war und wegen der finanziellen Schieflage nicht mehr ihren Betrieb aufgenommen hatte, habe es rund zwei Dutzend Bewerbungen gegeben, sagte die Sprecherin.
Universität Hannover: Neun Doktortitel aberkannt
31.03.09 - Die Juristische Fakultät der Universität Hannover hat einem Pressebericht zufolge Anfang März neun Juristen ihren Doktortitel aberkannt. Die Betroffenen hatten ihre Promotion über einen Jura-Professor erlangt, der sich die Promotionsvorhaben bezahlen ließ.
Das Landgericht Hildesheim hat den Professor bereits wegen Bestechlichkeit in 68 Fällen zu drei Jahren Haft verurteilt. Er soll zwischen 1998 und 2005 insgesamt 150.000 Euro kassiert haben. Allerdings waren nur neun dieser 68 Vorhaben bis zum Ende durch den formalen Prüfungsprozess gelaufen und hatten den Interessenten zum Doktortitel verholfen.
Die Kandidaten hatte das inzwischen insolvente "Institut für Wissenschaftsberatung" in Bergisch Gladbach vermittelt. Auch dessen Geschäftsführer ist vom Hildesheimer Landgericht verurteilt worden, das Verfahren liegt zur Revision beim Bundesgerichtshof.
Der Hannoveraner Dekan Professor Dr. Volker Epping geht laut einem Interview mit der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung davon aus, dass die betroffenen Juristen gegen den Verlust ihrer Doktortitel Klage einreichen werden. Die Betroffenen haben einen Monat Zeit, um gegen die Aberkennung der Titel zu klagen. Die erste Klage sei bereits beim Verwaltungsgericht Hannover eingegangen.
Als Reaktion auf die Bestechungs-Affäre haben die Hannoveraner Juristen ihre Promotionsordnung deutlich verschärft. "Wir dürften derzeit die strikteste Promotionsordnung Deutschlands in Bezug auf die Beteiligung privater Promotionsvermittler haben", sagte Dekan Epping schon im Januar der FAZ. "Seit 2004 muss jeder Kandidat bei der Abgabe seiner Dissertation versichern, dass er ganz ohne die Hilfe kommerzieller Promotionsvermittler ausgekommen ist, wie auch immer die aussehen mag. Kann er diese Versicherung nicht abgeben, wird die Zulassung zur Promtion abgelehnt."
Verdienstvolle Juristen: Neue Honorarprofessoren und mehr
24.02.09
Dr. Heiko Höfler, Partner der Kanzlei Orrick Hölters & Elsing aus Frankfurt am Main, wurde an der Bauhaus-Universität Weimar zum Honorarprofessor berufen. Die Bauhaus-Universität Weimar ist eine der auf den Gebieten der Architektur und des Bauingenieurwesens weltweit führenden Universitäten. Sie ernannte Höfler zum Honorarprofessor für Vergaberecht. Er hält Vorlesungen zum Vergaberecht und zum Recht der Public Private Partnerships seit dem Jahr 2002 an dieser Universität und erhielt seine Bestellungsurkunde durch den Rektor der Universität Professor Dr. Gerd Zimmermann am 16. Februar 2009.
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Dr. Michael Schlitt, seit Oktober 2008 Partner im Frankfurter Büro der Kanzlei Willkie Farr & Gallagher, ist vom Rektor der Universität Köln zum Honorarprofessor ernannt worden. Michael Schlitt ist seit 2004 Lehrbeauftragter an der Universität und hat seitdem zahlreiche Vorlesungen und Seminare im Aktien- und Kapitalmarktrecht veranstaltet.
"Auf diese Ernennung bin ich sehr stolz", sagte Schlitt. "Die Universität zu Köln hat einen ausgezeichneten Ruf im Gesellschafts-, Bank- und Kapitalmarkrecht. Meine Lehrtätigkeit ist eine sehr gute Ergänzung zu meiner anwaltlichen Tätigkeit. Neben der Möglichkeit, gesellschafts- und kapitalmarktrechtliche Fragen in der wissenschaftlichen Diskussion zu vertiefen, ermöglichst sie mir einen ständigen Austausch mit begeisterten jungen Juristen."
Professor Dr. Barbara Grunewald, Inhaberin der Lehrstuhls für Bürgerliches Recht und Wirtschaftsrecht, erklärte: "Wir freuen uns sehr, dass wir mit Michael Schlitt einen namhaften Experten im Aktien- und Kapitalmarkt für unsere Fakultät gewinnen konnten und auf diese Weise Lehre und Praxis weiter verzahnen können."
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Dr. Gerhard Speckmann ist neuer Honorarprofessor an der Rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universität Münster. Er hielt seine Antrittsvorlesung über das Thema "Der Anwalt und die zivilprozessuale Wahrheitspflicht". Speckmann studierte Jura an den Universitäten Freiburg und Köln, 1963 wurde er in Köln promoviert. Seit 1968 ist er als Anwalt zugelassen und Partner der Anwaltskanzlei Streitbörger Speckmann in Hamm. Der Rechtswissenschaftlichen Fakultät in Münster ist er bereits seit dem Sommersemester 2001 durch eine umfassende Lehrtätigkeit verbunden, unter anderem durch Vorlesungen zum Wettbewerbs- und Kartellrecht sowie zum Gewerblichen Rechtsschutz.
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Bundespräsident Horst Köhler hat Professor Dr. Herbert Kronke, Direktor des Heidelberger Instituts für ausländisches und internationales Privat- und Wirtschaftsrecht, das Verdienstkreuz 1. Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen. Kronke erhält die Auszeichnung für seine Verdienste um die Modernisierung und internationale Harmonisierung des Handels- und Wirtschaftsrechts sowie die Beratung ausländischer Staaten, die ihre Rechtsordnungen weiterentwickeln. Bundesjustizministerin Brigitte Zypries überreichte den Orden Anfang Februar in Berlin.
Professor Kronke, seit 1993 Mitglied der Heidelberger Juristischen Fakultät, war von 1998 bis 2008 Generalsekretär von Unidroit in Rom und währenddessen beurlaubt. Seit Beginn des Wintersemesters lehrt er wieder in Heidelberg.
Unidroit kümmert sich um das allgemeine Handelsvertragsrecht, das Recht der Kreditsicherheiten sowie die Harmonisierung des Finanz- und Kapitalmarktrechts. Vor seiner Unidroit-Tätigkeit beriet Kronke zusammen mit Experten aus den USA und England die chinesische Regierung bei der Modernisierung des dortigen Vertragsrechts.
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Professor Dr. Rainer Kanzleiter, Honorarprofessor für Bürgerliches Recht an der Juristischen Fakultät der Universität Augsburg, ist vom Bundespräsidenten mit dem Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet worden. Die Auszeichnung gilt Kanzleiters langjährigem Einsatz in der Wissenschaft, in der Fortbildung der Notarassessoren und Notare, als Prüfer und Korrektor bei der Ersten Juristischen Staatsprüfung und zum Wohl seines Berufsstands. Kanzleiter ist Notar in Neu-Ulm.
Universität Tübingen: Jura-Fakultät bleibt eigenständig
27.01.09 - Die Tübinger Juristen haben erfolgreich protestiert: Bei der Zusammenlegung von Fakultäten bleibt die Juristische Fakultät verschont und behält als "Kleinfakultät" mit 22 Professuren ihre Eigenständigkeit.
Das Tübinger Rektorat hatte Presseberichten zufolge eine andere Lösung favorisiert. Die Rechtswissenschaftler wären demnach unter das Dach einer gemeinsamen Fakultät mit den Wirtschaftswissenschaftlern gekommen. Wäre der Plan gelungen, dann hätte es vier große Fachbereiche gegeben sowie zwei kleine - die beiden theologischen Fakultäten, an denen jeweils nur 15 Professoren tätig sind, besitzen Bestandsschutz durch einen Staatsvertrag.
Nun beschloss der Senat die Schaffung von vier Großfakultäten ohne Berücksichtigung der Jura-Professuren. Die Juristische Fakultät - eine der Gründungsfakultäten der Universität im Jahr 1477 - ist nach der Neuordnung die drittkleinste Einheit der Universität. Dekan ist der renommierte Arbeitsrechtler Professor Dr. Hermann Reichold.
Die Medizinische Fakultät bleibt als Großfakultät mit 102 Professuren bestehen. Wirtschafts- und Sozialwissenschaftler bilden einen Fachbereich für Gesellschafts- und Wirtschaftswissenschaften mit 49 Professuren. Eine große Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät verfügt in Zukunft über 126 Professuren. Schließlich wird die neue Philosophische Fakultät mit 79 Professuren die bisherigen Fakultäten der Philosophen, Historiker, Neuphilologen und Kulturwissenschaftler vereinigen.
Universitätsrektor Bernd Engler zeigt sich in einer offiziellen Mitteilung zufrieden, dass der vom Rektorat angestoßene Prozess der Neustrukturierung so schnell zu einem einvernehmlichen Ergebnis geführt habe: "Moderne und effiziente Fakultätsstrukturen sind notwendig, um die Einführung der Finanzbuchhaltung, eine Neuordnung der Prüfungsverwaltung und die bisherige Fakultätsgrenzen überschreitenden Graduiertenakademien zu ermöglichen." (ML)
Konstanz: Heidelberger Jurist Ebke will Rektor werden
27.01.09 - Am 2. Februar fällt die Entscheidung über den neuen Rektor der Universität Konstanz. Neben dem Physiker Professor Dr. Ulrich Rüdiger bewirbt sich auch der Heidelberger Jurist Professor Dr. Werner Ebke um den Posten.
Ebke lehrte insgesamt 16 Jahre als Ordinarius in Konstanz. Seit 2004 ist er an der Universität Heidelberg Direktor des Instituts für deutsches und europäisches Gesellschafts- und Wirtschaftsrecht. Der 57-Jährige gilt als sehr umtriebiger Hochschullehrer. In Heidelberg trat er zuletzt bei der Gründung des LL.M.-Studiengangs "Unternehmensrestrukturierung" in Erscheinung. Dort ist Ebke der akademische Programmbeauftragte. An der privaten European Business School in Oestrich-Winkel half er einige Jahre zuvor bei dem Konzept eines wirtschaftsrechtlichen Schwerpunktstudiums.
Bei einer Vorstellungsrunde in Konstanz hielt Ebke ein Plädoyer für eine weitere Internationalisierung der dortigen Universität. Er befürwortet die Einrichtung eines Forschungszentrums, strategische Allianzen mit anderen Forschungseinrichtungen sowie eine internationale Nachwuchsförderung. Noch sehr viel gezielter müsse man sich um Fördermittel bemühen, so der Jurist, und das Fundraising professionalisieren. (ML)
Bochum erforscht, ob die Hochschulreformen wirken
16.12.08 - Ein interdisziplinäres Team von Bochumer Forschern beschäftigt sich ab April 2009 mit den Auswirkungen der Hochschulreformen der letzten zehn Jahre.
Das Projekt ist auf drei Jahre angelegt und vereint Politik- und Verwaltungswissenschaftler, Juristen und Soziologen der Ruhr-Universität (RUB). Sie erhalten dafür insgesamt 650.000 Euro vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und von der Hans-Böckler-Stiftung. Das Forschungsteam nimmt nicht nur die Reformen des Bologna-Prozesses unter die Lupe: Alle Reformmaßnahmen seit Ende der 1990er Jahre werden untersucht und bewertet.
Die so genannte Binnenmodernisierung der Hochschulen hat zahlreiche neue Steuerungsmöglichkeiten eröffnet. Dazu zählen zum Beispiel Zielvereinbarungen, die Einrichtung von Hochschulräten und Verfahren der leistungsorientierten Mittelvergabe, sowohl zwischen Land und Hochschulen wie auch innerhalb der Hochschulen. Mit dem Ziel, leistungsfähiger und effizienter zu werden, setzen die Hochschulen häufig verschiedene neue Instrumente gleichzeitig ein. Entsprechend verändert haben sich die Mechanismen, die dabei ineinander greifen - in der sozial- und rechtswissenschaftlichen Forschung werden diese Mechanismen mit dem Begriff "Governance-Regime" bezeichnet.
Das interdisziplinäre Forscherteam der RUB untersucht nun erstmals diese Veränderungen in der Gesamtschau. Bis 2011 erfassen die Forscher alle Reformmaßnahmen an sämtlichen Universitäten in Deutschland, sie dokumentieren Probleme bei der Umsetzung neuer Gesetze und sie untersuchen schließlich die Auswirkungen auf die Leistungsfähigkeit der Universitäten. Anknüpfungspunkte ergeben sich aus bisherigen Einzel-Studien, zum Beispiel zur Institution der Hochschulräte. Dazu hatten Bochumer Forscher bereits im Frühjahr 2008 Ergebnisse vorgelegt.
Die wissenschaftliche Leitung des Projekts liegt bei drei Professoren: Dr. Jörg Bogumil (Lehrstuhl Vergleichende Stadt- und Regionalpolitik), Dr. Rolf Heinze (Lehrstuhl für Allgemeine Soziologie, beide von der Fakultät für Sozialwissenschaft) und Dr. Martin Burgi (Lehrstuhl für Deutsches und Europäisches Öffentliches Recht, Juristische Fakultät). Sie kooperieren mit Dr. Manfred Wannöffel, der die traditionsreiche gemeinsame Arbeitsstelle von RUB und IG Metall leitet. Das BMBF fördert das Projekt in der Förderinitiative "Neue Governance der Wissenschaft - Forschung zum Verhältnis von Wissenschaft, Politik und Gesellschaft" mit 412.000 Euro. Die Hans-Böckler-Stiftung des Deutschen Gewerkschaftsbundes stellt 238.000 Euro zur Verfügung.
Im Internet: http://rubigm.ruhr-uni-bochum.de/ZAP/SteuerungUNI.htm
Bis Mitte Januar bewerben: Master of European Studies
16.12.08 - Das College of Europe in Brügge und Natolin nimmt für das Studienjahr 2009/2010 jetzt Bewerbungen an.
Das College vergibt Studienplätze und Stipendien für den renommierten Master in European Studies, Bewerbungsschluss ist der 15. Januar 2009.
Das College of Europe ist eines der bekanntesten Institute für European Studies auf Postgraduierten-Niveau. Seit seiner Gründung im Jahr 1949 haben viele Tausend erfolgreiche Absolventinnen und Absolventen Karrieren in europäischen und internationalen Institutionen, Parlamenten, Unternehmen und Verbänden gestartet.
Das Campusleben am College of Europe verteilt sich auf zwei Standorte. Im belgischen Brügge und im polnischen Natolin wohnen, leben und lernen die Studierenden gemeinsam in einer internationalen Atmosphäre. Jährlich studieren am College of Europe rund 400 hochqualifizierte Teilnehmer aus mehr als 45 Ländern. Unterrichtet werden sie von Professoren und Praktikern mit ausgewiesener internationaler Erfahrung. Das zehnmonatige Studium ist zweisprachig, Englisch und Französisch.
Angeboten werden Masterabschlüsse in den Fachbereichen Rechtswissenschaften, Wirtschaft, Politik und Verwaltung sowie Internationale Beziehungen und Diplomatie - alle in Brügge. Auf dem Campus in Natolin wird ein Master in Interdisciplinary Studies angeboten mit einem Schwerpunkt auf Europäischer Nachbarschaftspolitik. In allen Studienschwerpunkten gibt es die Möglichkeit, sich fachlich zu spezialisieren.
Für das Studienjahr 2009/2010 startet nun das europaweite Bewerbungs- und Auswahlverfahren. In Deutschland können rund 40 Studienplätze und Stipendien an Bewerberinnen und Bewerber vergeben werden. Das Bewerbungs- und Auswahlverfahren wird in Deutschland vom Netzwerk Europäische Bewegung Deutschland durchgeführt. Bewerbungs-voraussetzung ist ein abgeschlossenes Universitätsstudium oder ein gleichwertiger Studienabschluss, insbesondere in den relevanten Fachbereichen. Darüber hinaus sind Abschlüsse aus den Bereichen Europastudien, Geschichte, Philosophie und Kommunikationswissenschaften, Journalismus, Sozial- und Sprachwissenschaften, Geographie und verwandten Fachbereichen möglich.
Bewerbungsschluss für das Studienjahr 2009/2010 ist der 15. Januar 2009. Ausführliche Informationen und Bewerbungsunterlagen im Internet: www.europaeische-bewegung.de
Universität Köln kooperiert mit indischer Law School
25.11.08 - Die Universität Köln kooperiert mit einer der führenden indischen Law Schools. In der vergangenen Woche unterzeichnete Universitätsrektor Professor Dr. Axel Freimuth ein Partnerschaftsabkommen mit dem Kanzler der National Law School of India University, Professor Dr. V. Nagaraj.
Die National Law School im südindischen Bangalore gilt als die renommierteste juristische Fakultät des Landes. Rund 400 Studierende leben und lernen auf dem Campus der Universität. Neben dem Ausbau der wissenschaftlichen Zusammenarbeit vereinbarten Deutsche und Inder einen Studenten- und Wissenschaftleraustausch. Freimuth besuchte die indische Hochschule während einer Wirtschaftsförderungsreise der Stadt Köln. "Das gemeinsame Auftreten von Universität und Stadt in Indien hat gute Früchte getragen. Wirtschaft und Wissenschaft haben Synergieeffekte erfolgreich genutzt", betonte der Kölner Rektor Freimuth. "Wir wollen diese Kooperation auch künftig gerne fortsetzen." Die genaue Ausgestaltung der deutsch-indischen Hochschulzusammenarbeit ist noch nicht bekannt. Bislang liegt der Schwerpunkt der internationalen Kooperation in Europa. In Asien unterhält die Kölner Juristische Fakultät bislang lediglich Beziehungen zu Hochschulen in Japan und China.
Im Internet: www.nls.ac.in
Heidelberger DAAD-Preis für Jurastudenten aus Kamerun
25.11.08 - Den diesjährigen DAAD-Preis für ausländische Studierende der Universität Heidelberg erhält Fabrice Ngambele Pamen aus Kamerun.
Fabrice Ngambele Pamen (24) studiert seit dem Wintersemester 2006/07 an der Universität Heidelberg Rechtswissenschaften. Er begann vor vier Jahren mit dem Jurastudium in seinem Heimatland. Mit einem Deutschkurs am dortigen Goethe-Institut und dem anschließenden Besuch des Internationalen Studienzentrums der Universität Heidelberg konnte er sich intensiv auf sein Studium in Deutschland vorbereiten. Ngambele Pamen absolviert zur Zeit das fünfte Fachsemester in Jura und erbringt überdurchschnittlich gute Studienleistungen.
Ausgezeichnet wird Ngambele Pamen sowohl für seine besonderen akademischen Leistungen als auch für sein vielfältiges gesellschaftliches Engagement. So wirkt er mit im Rat der Evangelischen Studierendengemeinde und ist gewähltes Mitglied des Kapitels der evangelischen Universitätsgemeinde der Peterskirche. Ngambele Pamen ist sehbehindert und setzt sich für Menschen ein, die ebenfalls körperlich eingeschränkt sind - etwa als Vertreter im Beirat der Stadt Heidelberg und als Mitglied von Selbsthilfegruppen für Sehbehinderte. Sein interkulturelles Engagement zeigt Ngambele Pamen als aktives Mitglied in der gemeinnützigen Organisation "Studieren ohne Grenzen e.V.".
Der DAAD-Preis wird regelmäßig an ausländische Studierende vergeben, die sich durch hervorragende akademische Leistungen ausgezeichnet haben und sich außerdem sozial oder hochschulintern engagieren. Mit der Verleihung des DAAD-Preises 2008 an Ngambele Pamen wird dieser Preis an der Universität Heidelberg bereits zum vierzehnten Mal vergeben. (ML)
Juristen verstärken Berlin-Brandenburgische Akademie
25.11.08 - Die Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften hat im November sechs neu gewählte Mitglieder vorgestellt - unter ihnen der Münchner Jurist Horst Eidenmüller sowie die Baseler Jura-Professorin Ingeborg Schwenzer.
Horst Eidenmüller (45) ist seit 2003 Inhaber des Lehrstuhls für Bürgerliches Recht, deutsches, europäisches und internationales Unternehmensrecht an der Universität München und bekleidet dort von 2007 bis 2011 eine Forschungsprofessur. Er studierte in München, Cambridge und an der Harvard Law School. Nach seiner Münchner Habilitation zum Thema Unternehmenssanierung lehrte er von 1999 bis 2003 in Münster. 2002 weilte er als Visiting Fellow an der Universität Cambridge (Peterhouse), 2007 war er dort Visiting Professor. Seine Forschungsschwerpunkte reichen vom klassischen Zivilrecht über das Unternehmensrecht und das Insolvenzrecht bis in das Verfahrensrecht. Hier widmet er sich vor allem der Mediation als Form außergerichtlicher Streitbeilegung. Besonderes Augenmerk hat Eidenmüller auf die Rechtsökonomie gelegt. Seine Dissertation über Effizienz als Rechtsprinzip gilt als Standardwerk zum Verhältnis von Recht und Ökonomie in Deutschland. Im akademischen Jahr 2008/2009 ist er Fellow am Wissenschaftskolleg zu Berlin.
Ingeborg Schwenzer (57) studierte Rechtswissenschaft an den Universitäten Tübingen, Genf sowie Freiburg und anschließend an der Law School der University of California in Berkeley. 1978 promovierte sie in Freiburg, 1987 folgte dort die Habilitation für die Fächer Bürgerliches Recht, Handelsrecht, internationales Privatrecht und Rechtsvergleichung. Zunächst lehrte sie in Konstanz und Mainz. Seit April 1989 ist sie Professorin für Privatrecht an der Universität Basel. Nach einer kaufrechtlichen Dissertation befasste sich Schwenzer in ihrer Habilitationsschrift mit dem Familienrecht unter rechtsvergleichenden und sozialwissenschaftlichen Gesichtspunkten. Als Forschungsgegenstand kam später das Allgemeine Schuldrecht hinzu.
Die Akademie steht in der Tradition der Preußischen Akademie der Wissenschaften. Ihr Forschungsprofil kennzeichnen Arbeiten zur Erschließung des kulturellen Erbes, interdisziplinäre Projekte mit wissenschaftlicher und gesellschaftlicher Bedeutung sowie der Dialog zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit. Der Akademie gehören 167 ordentliche und 63 sogenannte entpflichtete ordentliche Mitglieder an. Zudem gibt es 67 außerordentliche Mitglieder. Lediglich 28 Mitglieder sind Frauen. Die sozialwissenschaftliche Klasse, der auch die Juristen angehören, zählt 34 Mitglieder. (ML)
Im Internet: http://www.bbaw.de
Mediation: Rechtsvergleichende Studie des Max-Planck-Instituts
28.10.08 - Rechtswissenschaftler des Max-Planck-Instituts für ausländisches und internationales Privatrecht in Hamburg haben im Auftrag des Bundesjustizministeriums ein Gutachten zur Mediation als außergerichtliches Verfahren für Konfliktlösungen erstellt. Die Studie untersucht Mediation rechtsvergleichend, sowohl im europäischen als auch im internationalen Kontext.
Der deutsche Gesetzgeber hat Handlungsbedarf. Im April hat das Europäische Parlament die "Richtlinie über bestimmte Aspekte der Mediation in Zivil- und Handelssachen" in zweiter Lesung angenommen. Diese sogenannte Mediationsrichtlinie verankert die Mediation als Verfahren der Streitbewältigung in Europa. Die Parlamentarier erhoffen sich einen einfacheren, besseren und nachhaltigeren Zugang der Bürger zum Recht. Die Richtlinie muss bis zum Mai 2011 in deutsches Recht umgesetzt werden.
"Der Gesetzgeber steht nun vor der Wahl, ob er ein allgemeines Mediationsgesetz oder nur punktuelle Regeln zur Förderung der Mediation anstrebt", erklärte Professor Dr. Dr. Klaus J. Hopt vom Max-Planck-Institut für Privatrecht. "Darüber hinaus gilt es, die richtige Regelungsebene zu treffen. Das Gutachten soll dabei helfen, aus den Erfahrungen anderer Rechtsordnungen mit diesen und anderen Fragen zu lernen."
Hopt leitete 13 Jahre lang als einer von drei Direktoren das Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Privatrecht in Hamburg und wurde Anfang September emeritiert. Zu seinen Arbeitsschwerpunkten zählten das deutsche und europäische Gesellschafts-, Kapitalmarkt-, Handels-, Bank- und Wirtschaftsrecht.
Zentrales Ergebnis der Studie ist, dass die Mediation in einem Land immer dann besonders erfolgreich praktiziert wird, wenn sie in das System der Streitschlichtungsverfahren eingebunden ist. So genießt die Mediation in den Ländern, in denen die maßgeblichen Personengruppen wie Richter, Anwälte und Parteien als Multiplikatoren für die Mediation gewonnen werden konnten, eine besonders hohe Akzeptanz.
"Bei der Auswertung der verschiedenen nationalen Rechtstatsachen wurde klar, dass sich die Mediation abstrakt als Methode kaum statistisch erfassen und bewerten lässt", erklärt Dr. Felix Steffek, Wissenschaftlicher Referent am Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Privatrecht und Mitherausgeber des Gutachtens. "Vielmehr ergibt und erklärt sich ihre Wirkung und Bedeutung für die Rechtspraxis erst im Zusammenspiel mit dem Rechtsumfeld und der Streitbewältigungskultur, in die sie eingebettet ist." Zudem sei die Mediation in vielen Ländern eine recht neue Streitschlichtungsmethode, deren rechtliche und kulturelle Rahmenbedingungen sich immer weiter entwickeln.
Doch trotz der nationalen Unterschiede in den Mediationsregeln verfolgen alle Länder im Wesentlichen dieselben Ziele. Es geht um eine Entlastung der Gerichte, Kostenersparnis auf Seiten des Staates und der Bürger sowie einen besseren Zugang zur Rechtsverwirklichung. Letztendlich sorgt der ausgleichende Charakter der Mediation für nachhaltigere Konfliktbewältigung und Versöhnung. (ML)
Freie Universität: Honorarprofessur für Energierechtler Mutschler
30.09.08 - Die Freie Universität Berlin hat Dr. Ulrich Mutschler, Of Counsel in der Kanzlei Arqis Rechtsanwälte, zum Honorarprofessor für das Fach Energierecht bestellt.
Mutschler hält seit 2001 Vorlesungen in der Hauptstadt zu den Bereichen Energierecht und Gesellschaftsrecht. Nach einer Industrielaufbahn als Chefjustitiar verschiedener Energieversorgungsunternehmen war er zuletzt als Vorstand Recht und Finanzen der RWE Umwelt AG tätig. Vor seiner Counsel-Tätigkeit bei Arqis arbeitete er vier Jahre lang mit der Kanzlei Haarmann Hemmelrath zusammen.
Seit 2006 unterstützt der frisch gebackene Honorarprofessor Arqis vom Düsseldorfer Standort aus. Zu den Mandatsschwerpunkten der Kanzlei im Mutschlers Spezialgebieten gehören etwa die Errichtung von Kraftwerken, Fragen des Strombezugs und -handels, Unternehmenskaufverträge, Corporate Litigation sowie Immobilientransaktionen.
Bundesstiftung fördert Forschungen zur Finanzstabilität
26.08.08 - Die Stiftung "Geld und Währung" fördert mit insgesamt drei Millionen Euro Rechts- und Wirtschaftswissenschaftler, die auf dem Gebiet der Währungs- und Finanzstabilität promovieren wollen.
Die Universität Frankfurt am Main sowie ein Gemeinschaftsprojekt der Universitäten Halle-Wittenberg und Jena teilen sich die Summe über fünf Jahre, Beginn ist im Wintersemester. Dabei setzt die Goethe-Universität Frankfurt auf ein englischsprachiges Graduiertenkolleg mit der Überschrift "Law and Economics of Money and Finance". Die Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und die Friedrich-Schiller-Universität Jena verwenden das Geld für ein gemeinsames Graduiertenkolleg über "Konstitutionelle Grundlagen globalisierter Finanzmärkte - Stabilität und Wandel".
Den Großteil der Fördermittel sollen Stipendiaten erhalten. In einem zweijährigen verbindlichen Kursprogramm vertiefen die Teilnehmer der Kollegs ihr Wissen aus dem Erststudium. Dabei arbeiten Juristen und Wirtschaftswissenschaftler interdisziplinär zusammen. Ein drittes Förderjahr dient dem Abschluss der Dissertation. Die Stiftung wurde 2002 von der Bundesrepublik Deutschland gegründet, um die wissenschaftliche Forschung im Bereich internationaler Finanz- und Währungsbeziehungen zu fördern.
Im Internet: www. stiftung-geld-und-waehrung.de
FRANKFURT: Law and Economics of Money and Finance
Das Graduiertenkolleg an der Goethe-Universität Frankfurt spricht mit seinem englischsprachigen Programm einen internationalen Teilnehmerkreis an. Auch thematisch wollen die Frankfurter Initiatoren der internationalen Ausrichtung der Forschung über Kapitalmärkte Rechnung tragen.
Deutsche Teilnehmer an diesem Programm lernen in einem internationalen Umfeld durch das verbindliche Kursprogramm aktuelle Fragen im Querschnittsbereich von Recht, Wirtschaft und Finanzen kennen und erarbeiten mit anderen Doktoranden aus den Rechts- und Wirtschaftswissenschaften neue Forschungsfelder. Sie können sich mit einem rechts- oder wirtschaftswissenschaftlichen Studienabschluss - ausnahmsweise auch in einem anderen Fach - und guten englischen Sprachkenntnissen um eines der Stipendien bemühen. Jährlich stehen fünf Vollstipendien mit einer Laufzeit von drei Jahren zur Verfügung.
Im Graduiertenkolleg in Frankfurt wirken jeweils fünf Hochschullehrer aus den Fachbereichen Rechtswissenschaft und Wirtschaftswissenschaften mit. Sie werden die Doktoranden bei der Anfertigung ihrer Dissertationen gemeinsam betreuen, am Lehrprogramm mitwirken und im Rahmen von Workshops, Tagungen und Diskussionsveranstaltungen zusammen mit Kollegen aus dem In- und Ausland die wissenschaftliche Zielsetzung des Graduiertenkollegs unmittelbar gestalten.
Im Internet: http://www.jura.uni-frankfurt.de
HALLE-WITTENBERG/JENA: Konstitutionelle Grundlagen globalisierter Finanzmärkte - Stabilität und Wandel
Das Graduiertenkolleg der beiden ostdeutschen Universitäten widmet sich der Frage, wie grundlegende Regeln auf den internationalen Finanzmärkten zur Gewährleistung von Finanzsystemstabilität fortentwickelt und gesichert werden können. Bereits im ersten Jahr sollen acht bis zehn Stipendiaten aufgenommen werden, insgesamt sind 20 Plätze vorgesehen.
"Es gibt eine ganze Reihe von aktuellen Herausforderungen, die es erschweren, den Finanzmärkten Rahmenbedingungen aufzuerlegen", sagt der Jenaer Professor Dr. Christoph Ohler, Sprecher des Kollegs. "Als Faktoren zu nennen sind zum Beispiel die erhebliche Innovationskraft der Märkte, ihre sich ständig wandelnde Verflechtung und das Auseinanderfallen zwischen ihrer globalen Dimension und der regional begrenzten Steuerungskraft öffentlicher Stellen." Ziel des Forschungsprogramms sei es daher, vor dem Hintergrund erheblicher Erkenntnisunsicherheit Ordnungsziele zu finden, die als Stabilitätsanker wirken können.
"Natürlich werden auch Forschungen zur Angemessenheit der internationalen Finanzarchitektur im Lichte des Zieles Systemstabilität eine Rolle spielen", ergänzt Prof. Dr. Christian Tietje, Direktor des Instituts für Wirtschaftsrecht der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. "Zudem soll untersucht werden, welche Teilmärkte von besonderer Bedeutung für das Stabilitätsziel sind und deshalb spezifische Herausforderungen für Geldpolitik, Wirtschaftspolitik und die Finanzmarktaufsicht begründen."
Die interdisziplinäre Zusammenarbeit der beiden mitteldeutschen Universitäten in Jena und Halle ist in zahlreichen Projekten erprobt, auch im Bereich der Rechts- und Wirtschaftswissenschaften. Beide Hochschulen bieten bereits spezielle Aufbaustudiengänge zum Wirtschaftsrecht an. Der Studiengang Wirtschaftsrecht in Halle existiert seit 1997 und war der erste Master-Studiengang zu diesem Thema in Deutschland. In Jena können Absolventen der Rechts- und Wirtschaftswissenschaften im Studiengang "Privates und Öffentliches Wirtschaftsrecht" seit 1998 ihre Kenntnisse vertiefen und erweitern. (ML)
Im Internet: www.rewi.uni-jena.de
www.jura.uni-halle.de
Rechtshistorikertag: 300 Wissenschaftler treffen sich in Passau
26.08.08 - Vom 7. bis 11. September 2008 findet an der Universität Passau der 37. Deutsche Rechtshistorikertag statt.
Zu der Tagung treffen sich rund 300 Rechtshistoriker aus Europa und Ostasien. Veranstalter sind der Lehrstuhl für Bürgerliches Recht sowie Deutsche und Europäische Rechtsgeschichte von Professorin Dr. Ulrike Müßig und der Lehrstuhl für Bürgerliches Recht und Römisches Recht von Professor Dr. Ulrich Manthe.
Vier Tage lang beschäftigen sich die Wissenschaftler in 40 Vorträgen und Diskussionen mit Themen vom römischen Recht über den Sachsenspiegel, die Rota Romana, das Privatrecht im Baltikum, die Ständeversammlungen in Polen und die Übernahme deutschen Rechts in China bis hin zum Institut für Kulturraumforschung Ostbaierns und der Nachbarregionen.
Bei der feierlichen Eröffnung am 7. September wird der Preis des Deutschen Rechtshistorikertages an Professor Stefan Vogenauer aus Oxford für sein wissenschaftliches Werk verliehen. Außerdem werden Stipendien an Nachwuchswissenschaftler vergeben. Der Verlag der Zeitschrift für Rechtsgeschichte finanziert diese Stipendien anlässlich des 125-jährigen Bestehens der Zeitschrift.
Seit 1927 findet der Rechtshistorikertag alle zwei Jahre in einer Universitätsstadt des deutschsprachigen Raums statt, jetzt zum ersten Mal in Passau. (ML)
Im Internet: www.rechtshistorikertag.de
Hanseuni: Jetzt drei Jura-Professoren an Bord
26.08.08 - Zum 1. September übernimmt Prof. Dr. Dietmar Baetge an der Privaten Hanseuniversität in Rostock den Lehrstuhl für Bürgerliches Recht, Wirtschaftsrecht, Internationales Privatrecht und Rechtsvergleichung.
"Die Hanseuni ist das Gegenbild zur Massenuni. Das eröffnet die Möglichkeit eines intensiven Austauschs zwischen Studierenden und Lehrenden", erklärte Baetge. "Gleichzeitig besteht die Gelegenheit, die Studierenden schon mit Beginn ihrer Ausbildung in die Forschung einzubeziehen.
Vor zwanzig Jahren begann der Jurist seine Karriere am renommierten Max-Planck-Institut für Ausländisches und Internationales Privatrecht in Hamburg. Nach seiner Promotion ging er unter anderem für ein Jahr als Joseph-Story-Fellow zu Professor von Mehren an die Harvard Law School. Er habilitierte 2007 mit einer durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft geförderten Untersuchung über die Globalisierung des Wettbewerbsrechts.
In den zwei Semestern vor seiner Berufung an die Private Hanseuniversität war er als Lehrstuhlvertreter an der Universität Bamberg und als Lehrbeauftragter an den Universitäten Hamburg und Osnabrück sowie am Hanseatischen Oberlandesgericht tätig. Seine Forschungsschwerpunkte liegen derzeit im Internationalen Wettbewerbsrecht, im Internationalen Privat- und Verfahrensrecht sowie im kollektiven Rechtsschutz.
Vor Baetge sind bereits zwei Juristen an die Privathochschule berufen worden: Dr. Martin Nolte aus Kiel, der seit kurzem im Vorstand der Nationalen Anti-Doping-Agentur (NADA) tätig ist, und der Strafrechtler Dr. Gerhard Seher aus Jena. Noch bis zum 31. August können sich Interessenten für ein rechtswissenschafliches Studium an der Privaten Hanseuniversität anmelden. (ML)
Im Internet: http://www.hanseuni.de
Reutlingen: Honorarprofessur für IT-Juristen Gerblinger
26.08.08 - Der Senat der Hochschule Reutlingen hat dem Juristen Manfred Gerblinger (49) den Titel eines Honorarprofessors verliehen.
Manfred Gerblinger ist seit 1991 als Lehrbeauftragter in Reutlingen tätig. Hauptberuflich leitet er das Computer-Zentrum an der Juristischen Fakultät der Universität Tübingen. Gerblinger hat sich in Forschung und Lehre mit dem Zusammenspiel von Recht und Informatik beschäftigt, unter anderem in Projekten zur Entwicklung juristischer Expertensysteme (LEX), zur Gestaltung computerunterstützter Arbeitsplatzmodelle für Richter und Staatsanwälte (JURISTAR) sowie in der Kooperation zwischen der Universität Tübingen und IT-Firmen auf dem Gebiet der Rechtsinformatik.
Manfred Gerblinger hielt zu Beginn seiner Lehrtätigkeit an der Hochschule Reutlingen Vorlesungen über EDV-Vertrags- und Arbeitsrecht im Studiengang Automatisierungstechnik. Später übernahm er die Vorlesung "Recht in der Informations- und Kommunikationstechnik" im neu geschaffenen Studiengang Medien- und Kommunikationsinformatik. Professor Helmut Ketz von der Informatik-Fakultät lobte ihn als einen bewussten Hochschuldidaktiker, dessen Engagement und Fachkompetenz ihn zutiefst beeindrucke. Auch die Studierenden geben in den regelmäßigen Evaluationen seiner Lehrveranstaltungen hervorragende Bewertungen ab. (ML)
Wertesysteme und Folter: Germanisten und Juristen forschen gemeinsam
29.07.08 - An der Universität Tübingen beginnt im Juli ein fächerübergreifendes Forschungsprojekt unter dem Titel "Wertegemeinschaften".
Das Projekt erkundet auf der Grundlage von Sprache und Dialog unterschiedliche Wertesysteme. Die Forscher wollen diese Systeme vergleichen und ihre Spezifika beschreiben. Sie begeben sich auch auf die Suche nach einem speziell europäischen Wertekosmos.
Das Thema wird aus literatur- und rechtswissenschaftlicher Perspektive bearbeitet, um damit der Gefahr zu entgehen, die eigene Wahrnehmung von Werten und Bewertungen als absolut zu setzen. Im Mittelpunkt steht deshalb bewusst nicht ein einzelner philosophischer oder theologischer Wertebegriff: Die Forscher verstehen Werte als dynamische Koordinaten, die sowohl in der literarischen Verarbeitung als auch in der juristischen Verhandlung ihre Kraft entfalten.
Finanziert wird das Projekt mit 750.000 Euro vom Wissenschaftsministerium Baden-Württemberg im Rahmen der Zukunftsoffensive IV des Bundeslandes. Als Koordinatoren wirken der Literaturwissenschaftler Jürgen Wertheimer und der Jurist Heinz-Dieter Assmann in Kooperation mit dem Leiter des Deutsch-Französischen Instituts in Ludwigsburg, Frank Baasner. Sie planen ein weltweites Netz von renommierten Universitäten zu knüpfen, an denen Stipendien für Nachwuchswissenschaftler ausgeschrieben werden. Es wird kurze Gastprofessuren, Tagungen und Veröffentlichungen geben.
Jährlich sollen zwei Tagungen in Tübingen stattfinden, deren Ergebnisse publiziert werden. In einem ersten Kolloquium zum Thema "Dialog" vom 20. - 23. November 2008 soll es vor allem um die Unterschiede von Dialogkulturen gehen und darum, den eigenen Dialog an literarischen Darstellungen gemeinsam zu reflektieren und gemeinsam zu relativieren.
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Mit dem Thema Folter befasst sich ein Forschungsprojekt von Literatur- und Rechtswissenschaftlern der Universitäten Konstanz und Münster, das die Volkswagen-Stiftung mit 461.000 Euro fördert.
Das Forschungsprojekt mit dem Namen "Wahrheit und Gewalt - Der Diskurs der Folter" bearbeiten der Konstanzer Germanist Thomas Weitin sowie von der Universität Münster Jurist Thomas Gutmann, Germanist Detlef Kramer und Rechtshistoriker Peter Oestmann. Ein Anlass ist die Debatte um die mögliche Legitimität der "Rettungsfolter", wie sie durch den Fall des ehemaligen Frankfurter Vize-Polizeipräsidenten entfacht wurden, der einem Kindesentführer Folter androhte, um das Opfer zu retten. Zugleich werden in Film und Fernsehen verbreitet Folterszenen gezeigt. Folter erscheint hier oft als effektiv und legitimiert. Die Wissenschaftler gehen von einer schleichenden Relativierung der bislang weithin akzeptierten Ächtung der Folter aus.
Das von der VolkswagenStiftung geförderte Kooperationsprojekt der Universitäten Konstanz und Münster ist angesiedelt an der Schnittstelle zwischen Rechts- und Literaturgeschichte. Die Forscher betrachten die normative, rechtliche und moralische Ebene und gleichzeitig die historische und ästhetische Ebene der bildenden Kunst und Literatur, in der Gewalt verarbeitet wird.
Teilprojekt 1 geht den Konsequenzen der Sichtbarkeit der Folter speziell durch die Medien nach und spannt dabei den Bogen von der Literatur bis zum Fernsehen und den digitalen Medien. Teilprojekt 2 untersucht gezielt die Auseinandersetzung mit der Folter in den literarischen Werken von E.T.A. Hoffmann und Franz Kafka, während Teilprojekt 3 untersucht, inwieweit die Unantastbarkeit der Menschenwürde durch die sogenannte Rettungsfolter inzwischen infrage steht. Im Teilprojekt 4 schließlich werden historische Prozessakten des Hochstifts Paderborn auf rechtmäßige und rechtswidrige Folter untersucht.
Im Internet: www.volkswagen-stiftung.de/
Private Hanseuni: Erster Jura-Professor berufen
24.06.08 - Mit dem Kieler Privatdozenten Dr. Martin Nolte (41) hat die Private Hanseuniversität in Rostock-Warnemünde heute ihren ersten Jura-Professor benannt, der ab dem Wintersemester tätig wird.
"Die kundenorientierte Konzeption des Studiums hat mich überzeugt", erklärte Nolte. "Die inhaltliche Gestaltung und Durchführung des Studium ist bestens an den Bedürfnissen des Marktes ausgerichtet und zielt auf einen optimalen und zeitnahen Studienabschluss." Der Privatdozent hat beste Erfahrungen mit privat organisierter Lehrtätigkeit im Fachbereich Jura gemacht. Er war Lehrbeauftragter an der Bucerius Law School in Hamburg und leitete eigene Repetitorien. Persönliche Gespräche, unter anderem mit dem ebenfalls aus Kiel stammenden Gründungsdekan des Fachbereichs Rechtswissenschaften, Professor Dr. Joachim Jickeli, überzeugten den Juristen von einem Umzug nach Rostock.
Nolte hat sich als Sportrechtler deutschlandweit einen Namen gemacht - aber auch als Sportler: Er war mehrfach Deutscher Meister im Orientierungslauf. Eine Kostprobe seines juristischen Wissens gibt er bereits vor Semesterbeginn. Aus Anlass des dritten Studieninformationstages der Hanseuni am 12. Juli referiert er über den "Nominierungsanspruch von Sportlern bei den Olympischen Spielen" und lenkt damit den Blick auf die geplante Gründung eines Instituts für internationales Sportrecht in Rostock unter seiner Federführung.
"Die tatsächliche Bedeutung des Sports steht in einem umgekehrten Verhältnis zur sportrechtlichen Forschung", meint Nolte. "Das Institut verringert diesen Mangel und wird wichtige Impulse für die Weiterentwicklung und Anerkennung des Sportrechts als eigenständige Disziplin geben."
Erst vor wenigen Wochen waren die rechtswissenschaftlichen Studiengänge der Privaten Hanseuniversität offiziell akkreditiert worden. Sie beginnen zum Wintersemester. Studieninteressierte können sich noch bis zum 31. August für die Studiengänge Bachelor of Laws (LL.B.) sowie Vorbereitung auf die Erste juristische Prüfung bewerben.
Im Internet: www.hanseuni.de
Jugendkriminalität und Strafrecht: Fachübergreifendes Zentrum in Kiel
27.05.08 - Die Universität Kiel hat im April ein Zentrum für Rechtspsychologie, Kriminalwissenschaften und forensische Psychopathologie eröffnet.
"Die teilweise hitzigen und nicht immer sachlich geführten Debatten der letzten Zeit über Jugendkriminalität haben - ähnlich wie schon zuvor die über Schutzaltersgrenzen oder über Sexualkriminalität - gezeigt, wie notwendig eine fachübergreifende Zusammenarbeit der in diesem Feld tätigen Experten ist", erklärte der Psychologe Professor Dr. Günter Köhnken, einer der Gründer des Zentrums.
Die Gebiete Rechtspsychologie, Kriminalwissenschaften, Kinder- und Jugendpsychiatrie und Sexualmedizin werden von der neuen Einrichtung einbezogen. Ziel ist es, Forschungsprojekte zwischen den beteiligten Disziplinen enger zu vernetzen, aber auch gemeinsame Lehrveranstaltungen der Fächer Psychologie, Recht und Medizin anzubieten.
Das jüngste Forschungsprojekt, das im Rahmen dieser Zusammenarbeit gerade von der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördert wird, widmet sich der Frage, wann ein jugendlicher Straftäter strafrechtlich verantwortlich ist. Auf juristischer Seite ist Professor Dr. Heribert Ostendorf beteiligt, der bereits die Forschungsstelle für Jugendstrafrecht und Kriminalprävention ins Leben gerufen hat. Mit dem Entwicklungspsychologen Thomas Bliesener und dem Psychodiagnostiker Günter Köhnken entwickelt er jetzt einen Leitfaden für die Gerichtspraxis, der die Beurteilung künftig erleichtern soll.
Im Internet: www.zrkfp.uni-kiel.de
Universität Augsburg und Münchner Bundeswehr-Universität kooperieren
27.05.08 - Nachwuchswissenschaftler der Universität der Bundeswehr München können künftig an der Juristischen Fakultät der Universität Augsburg habilitieren.
Die kürzlich unterzeichnete Vereinbarung knüpft an eine bereits bestehende Zusammenarbeit auf Promotionsebene an. Sie berechtigt Rechtswissenschaftler der Bundeswehr-Universität, an Habilitationsprüfungen der Juristischen Fakultät Augsburg mitzuwirken. Juristen finden sich an der Bundeswehr-Universität in zwei Fakultäten: Wirtschafts- und Organisationswissenschaften sowie Staats- und Sozialwissenschaften. Von den dortigen Juraprofessoren betreute und vorgeschlagene Nachwuchswissenschaftler können jetzt nach den Vorschriften der Universität Augsburg und ihrer Jura-Fakultät habilitiert werden.
Über die Annahme eines Bewerbers entscheidet der Augsburger Fakultätsrat. Bewerber müssen eine mehrsemestrige Lehrtätigkeit in Augsburg entweder bereits erbracht haben oder noch erbringen. Alle Habilitationen werden wie gewohnt von einem Fachmentorat begleitet. Dort wirken neben dem vorschlagenden Münchner Hochschullehrer mindestens zwei Professoren der Augsburger Fakultät mit. Im Gegenzug können auch rechtswissenschaftiche Fachvertreter der Bundeswehr-Universität zur Mitwirkung bei Habilitationen bestellt werden, die von einem Augsburger Hochschullehrer vorgeschlagen werden.
Juristen der Universität Jena erforschen Energieversorgung der Zukunft
29.04.08 - Forscher vom Institut für Energiewirtschaftsrecht der Universität Jena beteiligen sich an einem Konsortium aus Wirtschaft und Wissenschaft, das in den kommenden vier Jahren die Energieeffizienz verbessern will.
Unter dem Projektnamen "eTelligence" werden in der Region Cuxhaven Maßnahmen erprobt, um die Vernetzung zwischen Stromerzeugern, Netzbetreibern, Energiedienstleistern und Kunden besser zu organisieren um die effiziente Energieverwendung zu steigern. Beteiligt sind neben den Thüringer Juristen der regionale Energieanbieter EWE, das Ökoinstitut Freiburg und verschiedene technische Partner. "Unsere Forschungen erhalten mit diesem neuen Projekt auf den Gebieten der dezentralen und effizienten Energieversorgung einen zusätzlichen Schub", erklärte Professor Dr. Walter Bayer, geschäftsführender Direktor des Jenaer Instituts. Ein Aspekt des Projekts ist die Frage, wie die kürzlich verabschiedeten Gesetze und Verordnungen zum Klimaschutz in der Praxis umgesetzt werden.
Das Bundeswirtschaftsministerium fördert das Projekt mit 5 Millionen Euro. Die Auswahl erfolgte im Rahmen des Technologiewettbewerbs "E-Energy", der Studien in verschiedenen Modellregionen Deutschlands angeregt hat. Die geförderten Untersuchungen sollen dazu beitragen, die Klimaschutzziele der Bundesregierung zu erreichen.
Freshfields mit akademischen Ehren
25.03.08 - Die Bucerius Law School in Hamburg hat im März zum ersten Mal Ehrenprofessuren verliehen. Neben Professor Dr. Reinhard Zimmermann, dem Direktor des Max-Planck-Insituts für ausländisches und internationales Privatrecht in Hamburg, kam Dr. Christoph Seibt, Partner der Kanzlei Freshfields Bruckhaus Deringer in Hamburg, in den Genuss einer Auszeichnung als Honorarprofessor. Seibt ist einer der Initiatoren und wichtigsten Förderer des im Vorjahr an der Bucerius Law School gegründeten Instituts für Unternehmens- und Kapitalmarktrecht.
Während Seibt seiner Kanzlei erhalten bleibt, wechselte der Frankfurter Freshfields-Anwalt Dr. Moritz Bälz ganz in die akademische Welt. Er ist seit Anfang März als Professor an der Universität in Frankfurt/Main tätig und übernimmt ab dem Sommersemester am Fachbereich Rechtswissenschaft die neu geschaffene Professur für japanisches Recht einschließlich seiner kulturellen Grundlagen. Seine Lehr- und Forschungstätigkeit ist in das Interdisziplinäre Zentrum für Ostasienstudien (IZO) der Universität Frankfurt integriert, das sich die Stärkung der Forschung über das moderne Ostasien und die Steigerung der Integration von Praxisbezügen in die Ausbildung zum Ziel gesetzt hat. Zu den Forschungsvorhaben von Moritz Bälz gehört unter anderem eine umfassender angelegte Arbeit zum neuen japanischen Gesellschaftsgesetz, das 2006 in Kraft getreten ist.
"Auch wenn mir der Abschied von Freshfields und vom Anwaltsberuf nicht leicht fällt, bietet der Wechsel an die Universität Frankfurt die einmalige Gelegenheit, Japan wieder in den Mittelpunkt meiner Tätigkeit zu rücken", erklärte Bälz. "Das IZO bietet dabei dank seiner interdisziplinären Ausrichtung hervorragende Rahmenbedingungen, um das japanische Recht in seinem Kontext zu zu lehren und zu erforschen. Die praktischen Erfahrungen als Rechtsanwalt in einer führenden internationalen Wirtschaftskanzlei werden sicherlich auch für meinen weiteren Weg in der Wissenschaft wertvoll sein."
Moritz Bälz studierte Rechtswissenschaften und Japanologie in Berlin und Tokio. Danach war er wissenschaftlicher Mitarbeiter am Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Privatrecht in Hamburg, wo er zum japanischen Gesellschaftsrecht promovierte. 2002 erwarb Moritz Bälz den LL.M.-Abschluss an der Harvard Law School und arbeitete dort anschließend als Research Fellow.
Bei Freshfields Bruckhaus Deringer war Moritz Bälz mehr als vier Jahre tätig, zuletzt als Principal Associate. Er begann seine Arbeit im New Yorker Büro und wechselte 2005 nach Frankfurt, wo er in den Praxisgruppen Bank- und Finanzrecht sowie Unternehmensrecht tätig war. Er betreute hauptsächlich Mandanten bei Privatisierungen, Projektfinanzierungen und bei M&A-Transaktionen. So begleitete er unter anderem die Stadt Dresden beim Verkauf ihrer Wohnungsbaugesellschaft (WOBA Dresden). Daneben beriet Moritz Bälz immer wieder auch japanische Mandanten.
Wohnen nach Wunsch? Uni Halle kooperiert mit Wohnungsgesellschaft
26.02.08 - Studierende der Universität Halle-Wittenberg, insbesondere aus den Fachrichtungen Betriebswirtschaftslehre, Rechtswissenschaften und Ingenieurwissenschaften, können künftig bei der Hallesche Wohnungsgesellschaft (HWG) Praxiserfahrungen sammeln und Abschlussarbeiten in Kooperation mit dem Unternehmen verfassen.
Dazu haben Universität und HWG eine "privilegierte Partnerschaft" vereinbart. Die Zusammenarbeit betrifft insbesondere den Bereich Lehre und Studium. Die Wohnungsgesellschaft wird die Hochschule mit rund 10.000 Euro jährlich unterstützen. "Im Zuge des Bologna-Prozesses gerät die Berufsorientierung des Studiums stärker in den Fokus. Deshalb sind wir froh, mit Unternehmen aus der Region zusammenarbeiten zu können", erklärte Rektor Professor Dr. Wulf Diepenbrock.
Die Hallesche Wohnungsgesellschaft wird öffentlich als Partner der Universität in Erscheinung treten, unter anderem bei zentralen Veranstaltungen wie dem Hochschulinformationstag und der Immatrikulationsfeier sowie in Publikationen der MLU.
Die Hallesche Wohnungsgesellschaft mbH ist einer der größten Wohnungsvermieter der Stadt Halle mit rund 21.700 Wohnungen und rund 500 Gewerbeeinheiten. (ML)
Breites Forschungsthema "Transitional Justice"
26.02.08 - Transitional Justice ist ein relativ neues wissenschaftliches Konzept, das Aufarbeitungs- und Bewältigungsstrategien für Postkonflikt-Gesellschaften nach schwersten Menschlichkeitsverbrechen und Völkermord umfasst.
Fächer wie Friedens- und Konfliktforschung, Politikwissenschaft, Soziologie, Pädagogik und vergleichende Religionswissenschaft sind darin ebenso vertreten wie die Rechtswissenschaft.
Dem Thema Transitional Justice sind Marburger Forscher mit Förderung des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung nachgegangen. Das Zentrum für Konfliktforschung (ZfK)und das Internationale Forschungs- und Dokumentationszentrum für Kriegsverbrecherprozesse (ICWC), beide an der Philipps-Universität angesiedelt, haben auf einer Tagung den aktuellen Forschungsstand erörtert. "Wir möchten damit den interdisziplinären Austausch sowie die Verbindung von Forschung und Praxis der Friedensarbeit fördern", erklärten die Initiatoren Professor Dr. Christoph Weller und Professor Dr. Christoph Safferling.
Grundlage des Workshops war eine Studie zum aktuellen Forschungsstand und zu bisherigen Erfahrungen aus der Praxis von Dr. Undine Whande und Stephanie Schell-Faucon. Für das Thema hatten die Marburger den Teilnehmerkreis möglichst weit gesteckt. Fächer wie Friedens- und Konfliktforschung, Politikwissenschaft, Soziologie, Pädagogik und vergleichende Religionswissenschaft waren ebenso vertreten wie die Rechtswissenschaft.
Auch Organisationen aus der zivilen Konfliktbearbeitung wie etwa der Arbeitsgemeinschaft Entwicklungspolitische Friedensarbeit (FriEnt) hatten Teilnehmer entsandt. Ihre Beteiligung ist wichtig für den Praxisbezug der Aktivitäten.
Das ZfK bündelt verschiedene Lehr- und Forschungsaktivitäten, die sich auf gesellschaftliche und internationale Konfliktlagen konzentrieren. Das 2001 gegründete Zentrum ist eine Einrichtung der Marburger Universität zur interdisziplinären Zusammenarbeit in der Friedens- und Konfliktforschung. Es bietet unter anderem einen Masterstudiengang Peace and Conflict Studies an.
Das ICWC besteht an der Philipps-Universität seit 2003. Neben der Archivierung und Dokumentation historischer Kriegsverbrecherprozesse und der Forschung zu Fragen des internationalen Strafrechts und Transitional Justice leistet das Projekt aktuellen Institutionen des Völkerstrafrechts und der Friedensarbeit praktische Unterstützung.
Im Internet:
www.uni-marburg.de/konfliktforschung
www.icwc.de
Universität Mannheim: Neues Zentrum für IP-Recht
29.01.08 - Interdisziplinär und wissenschaftlich orientiert - so geht das neue Mannheimer Zentrum für Geistiges Eigentum und Wettbewerbsrecht an den Start. Nach der Gründungsphase soll das Zentrum im Frühjahr 2008 seine Arbeit aufnehmen.
Zweck des neuen Zentrums ist die Förderung der wissenschaftlichen Forschung und der Aus- und Weiterbildung einschließlich der betriebs- und volkswirtschaftlichen Grundlagen. Außerdem geht es den Gründern darum, Forschungsergebnisse zu verbreiten. Es besteht eine strategische Partnerschaft mit den Fakultäten für Rechtswissenschaft und Volkswirtschaftslehre der Universität Mannheim sowie dem dortigen Institut für Unternehmensrecht. Dr. Thomas Nägele, Partner der Kanzlei Shearman & Sterling, hat an der Gründung des neuen Zentrums mitgewirkt und wurde in den Vorstand der Institution gewählt. Weitere Gründungsmitglieder des neuen Zentrums sind Jura-Professor Dr. Louis Pahlow und Shearman-Anwalt Steffen Henn.
Im Zentrum sollen verschiedenste Berufs- und Interessengruppen zusammenarbeiten und Erfahrungen austauschen. Ein wichtiges Ziel ist es, Wissenschaft, Rechtspraxis und Unternehmen zusammenzuführen. Folglich richten sich das Angebot unter anderem an Rechts- und Patentanwälte, Richter, Unternehmensjuristen sowie Doktoranden, Habilitanden und Gastdozenten. Das Zentrum versteht sich als Netzwerk auf dem Gebiet des Geistigen Eigentums und des Wettbewerbsrechts im Raum Rhein-Neckar und Rhein-Main.
Prof. Staudinger berät Wilhelm Rechtsanwälte
29.01.08 - Ende 2007 hat sich die Versicherungsboutique Wilhelm Rechtsanwälte mit einem Hochschullehrer verstärkt: Der Versicherungsrechtler Professor Dr. Ansgar Staudinger (39) von der Universität Bielefeld wird den Düsseldorfer Anwälten als "of Counsel" zur Seite stehen.
In Bielefeld hat Staudinger seit 2003 einen Lehrstuhl für Bürgerliches Recht, Internationales Privat-, Verfahrens- und Wirtschaftsrecht inne. Er forscht unter anderem zum Reiserecht (azur 1/2004) und ist Dozent beim LL.M.-Studiengang für Versicherungsrecht der Universität Münster. Bei Wilhelm soll Staudinger vor allem Gutachten zu komplexen Haftungsfällen erstellen.
"Ich habe mich für eine hochspezialisierte Kanzlei entschieden, die alle Facetten des Versicherungsrechts abdeckt", sagte Staudinger. "Meine dortige Arbeit hat den Charme, dass ich die Expertise, vor allem im gutachterlichen Bereich, mit meinen wissenschaftlichen Ansätzen bereichern kann." Mit Staudinger sind nun sieben Berufsträger bei Wilhelm tätig. (mj)
Renommierter Leibniz-Preis für Bonner Juristen
18.12.07 - Der Bonner Jura-Professor Dr. Holger Fleischer (42) erhält für seine Forschungsarbeiten den Leibniz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG).
Der in Köln habilitierte Fischer leitet seit 2004 das Institut für Handels- und Wirtschaftsrecht der Universität Bonn. Der Leibniz-Preis ist der höchstdotierte Wissenschaftspreis Deutschlands. Fleischer kann mit den 2,5 Millionen Euro Preisgeld nun juristische Forschungsarbeiten finanzieren.
"Holger Fleischer führt in seinen wirtschaftsrechtlichen Arbeiten auf einmalige Weise Rechtsgeschichte, Rechtsvergleichung, Rechtsdogmatik und Ökonomische Theorie des Rechts zusammen", erklärte die DFG. Seine Habilitationsschrift über "Informationsasymmetrie im Vertragsrecht" gelte als bahnbrechend, ebenso sein weltoffener Forschungsansatz, der die Rechtssysteme in England, Frankreich oder den USA einbeziehe. (ML)
Erfolgreiches Fundraising: Göttinger Professor ausgezeichnet
18.12.07 - Professor Dr. Alexander Bruns von der Juristischen Fakultät der Göttinger Universität ist von dem dortigen Stiftungsrat mit einem Förderpreis für erfolgreiches Fundraising ausgezeichet worden.
Bruns hat eine unbefristete Stiftungsprofessur für anglo-amerikanisches Zivilrecht eingeworben, die von der Hannover Rück finanziert wird. Die Drittmittel-Professur wurde im Sommersemester 2007 erstmals mit zwei Gastdozenten besetzt. Professor Dr. Paul Haagen und Professor Dr. James D. Cox von der Duke University School of Law (North Carolina) hielten eine Vorlesung über das US-amerikanischen Zivilrecht. Der Förderpreis ist mit 2.500 Euro dotiert. Die nächsten Gastprofessoren kommen im Juni 2008 nach Göttingen. (ML)
Im Internet: www.uni-goettingen.de/de/69755.html
Reinhard Pöllath Honorarprofessor der Universität Münster
18.12.07 - Dr. Reinhard Pöllath (P+P Pöllath + Partners), bekannter Wirtschaftsanwalt aus München, ist zum Honorarprofessor an der Rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universität Münster ernannt worden.
Pöllath ist seit vielen Jahren Lehrbeauftragter der Fakultät und hat durch Vorlesungen in den juristischen Postgraduierten-Studiengängen einen Beitrag in Lehre und Forschung erbracht. Auch zahlreiche Partner seiner Kanzlei engagieren sich in den Weiterbildungskursen der Münsteraner Universität. In seiner Antrittsvorlesung als Honorarprofessor ging Pöllath auf die Beziehungen zwischen Unternehmensführung und Besteuerung ein und machte deutlich, wie sehr sich beide Bereiche gegenseitig beeinflussen. Dabei erläuterte er auch Einzelprobleme in der Praxis, insbesondere die Offenlegung von Sachverhalten und Entscheidungsprozessen gegenüber der Finanzbehörde. (ML)
Im Internet: www.jurgrad.de
Preis für Kasseler Dissertation im Multimediarecht
18.12.07 - Dr. Rotraud Gitter erhält den Wissenschaftspreis Kassel 2006 für ihre Dissertation über Software-Agenten im elektronischen Geschäftsverkehr.
Der von der IHK Kassel gestiftete Preis ist mit 5.200 Euro dotiert und wurde am 11. Dezember 2007 überreicht. Gitter befasst sich mit den technischen und rechtlichen Grundlagen sowie Einsatzmöglichkeiten von Agentensystemen, die als selbstständig agierende Hilfsprogramme im Internet Aufgaben für menschliche Nutzer übernehmen, etwa im E-Commerce-Bereich. Sie beschreibt die rechtlichen Vorgaben etwa im Zusammenhang mit dem Kommunikationsrecht und dem Vertragsschluss, klärt die Vorgaben zum Verbraucher- und Datenschutz und beschäftigt sich außerdem mit Beweisfragen in strittigen Fällen.
Betreuer der Doktorarbeit war Professor Dr. Alexander Roßnagel. Die Forschungsarbeit erfolgte in der Projektgruppe verfassungsverträgliche Technikgestaltung (provet). (ML)
Forschungsprojekt zu Energienetzen mit Bochumer Juristen
28.11.07 - Das internationale Projekt "UNECOM - Unbundling of Energy Companies: Will it be worth
it?" hat seine Arbeit aufgenommen.
Das Institut für Berg- und Energierecht (IBE) der Ruhr-Universität Bochum mit Professor Dr. Johann-Christian Pielow liefert juristischen Input. In den kommenden zwei Jahren wollen die beteiligten Forscher die Intensivierung des Wettbewerbs in der europäischen Energiewirtschaft erforschen - aus ökonomischer, technischer und juristischer Sicht. Das Projekt wird mit rund 720.000 Euro gefördert, die je zur Hälfte von der niederländischen Wissenschaftsstiftung Next Generation Infrastructures, Delft, und aus Mitteln der Wirtschaft stammen.
Neue Gesetzesvorschläge der Europäischen Kommission sehen zur Schaffung
von mehr Wettbewerb die Zerschlagung von "integrierten" Energieunternehmen vor - Konzernen also, die sowohl Strom erzeugen bzw. Gas importieren, Energie liefern und zugleich Strom- oder Gastransportnetze betreiben. Unter Ökonomen, Technikern und Juristen ist stark umstritten, ob die eigentumsrechtliche Trennung des Netzbetriebs bzw. Alternativvorschläge der Kommission wie die Schaffung "unabhängiger Übertragungsnetzbetreiber" tatsächlich zu mehr Wettbewerb führen würden.
Die anvisierte Eigentumsentflechtung (Ownership Unbundling) ist auch im internationalen Vergleich innovativ. Zwar existieren entsprechende Ansätze in Großbritannien, Spanien, der Schweiz und jetzt auch in den Niederlanden. Jedoch ist der Einfluss verschiedener Entflechtungsformen vor allem auf die Investitionen in
die Netze und Kraftwerke bisher kaum erforscht. "Auch lassen sich Vorbilder aus anderen Ländern nicht ohne Weiteres auf die spezifischen technischen, wirtschaftlichen wie rechtlichen Strukturen in Deutschland übertragen - will man nicht ernsthafte Versorgungskrisen billigend in Kauf nehmen", so Professor Pielow. Ziel des Forschungsprojekts UNECOM sei es daher, kritisch-konstruktive Impulse für den Gesetzgebungsprozess auf europäischer Ebene und die spätere Umsetzung in den EU-Staaten zu entwickeln.
Um die europäische Dimension des Projekts zu betonen, sind Universitäten aus mehreren Ländern beteiligt. Die Forschergruppe wird angeführt von dem renommierten Energieökonomen Prof. Gert Brunekreeft (Jacobs University Bremen/Bremer Energie-Institut). Neben Bochum wirken ferner die Universität Tilburg mit dem Tilburg Law and Economics Center (Prof. Pierre Larouche), die Wirtschaftsuniversität Wien (Prof. Christoph Weiss) sowie die Technische Universität Delft (Prof. Rolf W. Künneke) mit.
Im Internet: www.unecom.de
Virtueller Campus für Jura- und Informatikstudierende in Europa
30.10.07 - Die EU-Kommission fördert mit über 400.000 Euro einen virtuellen Campus, auf dem zukünftig europäische Jura- und Informatikstudierende über das Internet miteinander vernetzt werden sollen.
An dem Projekt, das zum Erasmus-Programm der Europäischen Union gehört, beteiligt sich neben Universitäten aus Ländern wie Finnland, Polen, Portugal, Spanien und der Türkei auch das Institut für Informations-, Telekommunikations- und Medienrecht der Universität Münster.
Professor Dr. Thomas Hoeren, Leiter der zivilrechtlichen Abteilung dieses Instituts, erhofft sich von dem virtuellen Campus vor allem einen besseren fachlichen Austausch der Universitäten: "Eine derartig enge Zusammenarbeit von Unis aus ganz Europa ist selten. Aber dieses Projekt ermöglicht es uns, gemeinsame Studienprogramme zu erstellen, die Mobilität von Lehrkräften und Studenten zu fördern und unser Wissen auszutauschen". Hoerens Institut hat als NRW-Kompetenzzentrum bereits mehrfach an EU-Projekten zum Thema "Internet und Recht" mitgewirkt.
Der virtuelle Campus ist zunächst nur für die Bereiche Rechtswissenschaft sowie Informations- und Kommunikationstechnologie geplant. Er soll europäischen Studierenden ermöglichen, internationale Abschlüsse zu erlangen. Außerdem werden Angebote zum "lebenslangen Lernen" in diesen Fachgebieten online gestellt und so
Studierenden unabhängig von ihrem Herkunftsland in Europa verfügbar gemacht. Der Startschuss für die erste virtuelle Begehung des Campus im Internet soll nach Angaben der Initiatoren in knapp zwei Jahren fallen.
Im Internet: www.uni-muenster.de/Jura.itm/hoeren
Seerechtsprofessur für den "Ozean der Zukunft"
25.09.07 - Dr. Alexander Proelß hat einen Ruf auf die W2-Professur für Seerecht an der Rechtswissenschaftlichen Fakultät in Kiel angenommen.
Proelß kommt von der Universität Tübingen. Bereits in seiner Dissertation hatte er sich mit Meeresschutz im Völker- und Europarecht befasst sowie später an einem Handbuch des Seerechts mitgewirkt. Die Professur ist zunächst auf fünf Jahre befristet und im Forschungsprogramm "Ozean der Zukunft" angesiedelt. Hier handelt es sich um ein sogenanntes Exzellenzcluster aus der Hochschulinitiative der Bundesregierung. "Ozean der Zukunft" wird über fünf Jahre mit insgesamt etwa 36 Millionen Euro gefördert. Ein Viertel der Summe kommt vom Land, die anderen drei Viertel stammen aus der Exzellenzinitiative des Bundes.
Das Konzept der Forschergemeinschaft zum Ozean verfolgt vor allem das Ziel, hervorragenden wissenschaftlichen Forschernachwuchs zu fördern. "Wir setzen auf begabte junge Leute aus der ganzen Welt, die wir in Nachwuchsforschergruppen bündeln wollen", erläutert Professor Dr. Klaus Wallmann als Sprecher die Idee. "Darüber hinaus gründen wir eine School of Ocean Sciences, so dass auch die Lehre profitiert, dass also die Kieler Studierenden unmittelbar von der Exzellenz in diesem Wissenschaftsbereich etwas haben."
Zeitgleich mit dem Juristen Proelß haben drei weitere Wissenschaftler ihre Arbeit in Kiel aufgenommen, die in der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen sowie der Technischen Fakultät angesiedelt sind.
www.ozean-der-zukunft.de/
Unternehmensrecht und Kapitalmärkte im Fokus der Forschung
25.09.07 - Die Bucerius Law School in Hamburg hat ein zweites Forschungsinstitut eröffnet.
Mit dem neuen Institut für Unternehmens- und Kapitalmarktrecht beherbergt die Bucerius Law School nunmehr eine Forschungseinrichtung, die sich ausdrücklich wirtschaftsrechtlichen Fragestellungen widmet. Ein Institut, das sich dem Stiftungsrecht sowie dem Recht der Non-Profit-Organisationen verschrieben hat, besteht bereits seit 2001.
Die Leitung des unternehmensrechtlichen Instituts übernimmt Professor Dr. Rüdiger Veil, Inhaber des Alfried Krupp-Lehrstuhls für Bürgerliches Recht, Deutsches und Internationales Unternehmens- und Wirtschaftsrecht an der Bucerius Law School.
"Schwerpunkt der Forschungsarbeit werden Rechtsfelder sein, die von der internationalen Wirtschaftspraxis und von wirtschaftswissenschaftlichen Erkenntnissen beeinflusst werden", erklärte Veil. "Wir wollen zu den Themen Corporate Governance und Corporate Finance sowohl Grundlagenforschung leisten als auch zu tagesaktuellen Fragen Stellung nehmen."
Gesetzgeber und Gerichte sind angesichts global verfügbarer Kapitalmärkte und deren Rolle bei der Unternehmensfinanzierung verstärkt auf rechtsvergleichende Forschung angewiesen. Das Institut will an dieser Stelle seinen Beitrag zur nationalen und internationalen wissenschaftlichen Diskussion leisten.
Zur Arbeit der Bucerius-Wissenschaftler gehört auch ein eigenes Veranstaltungsprogramm. Das "Hamburger Forum zum Unternehmens- und Kapitalmarktrecht" bietet eine Plattform, auf der Gesetzgebungsvorhaben und aktuelle Fragen der Wirtschaftspraxis erörtert und hinterfragt werden. Einmal im Jahr wird daneben das "Hamburger Symposium zum Unternehmens- und Kapitalmarktrecht" stattfinden. Dort sollen auch Ergebnisse rechtsvergleichender und interdisziplinärer Forschung diskutiert werden. Das Institut wird außerdem eine Schriftenreihe herausgeben, und schließlich haben Doktoranden die Möglichkeit, am Institut zu promovieren.
Das Institut finanziert sich vorwiegend aus Drittmitteln, die von der Stiftung Institut für Unternehmens- und Kapitalmarktrecht bereitgestellt werden. Initiator und Stiftungsvorstand ist der Hamburger Unternehmensanwalt Dr. Christoph Seibt, Partner der Kanzlei Freshfields Bruckhaus Deringer. Auch Latham & Watkins zählt zu den Förderern.
www.iukr.de
Hochkarätig besetzte Kommission soll Jurastudium reformieren
31.08.07 - Der Stifterverband für die deutsche Wissenschaft hat eine Kommission zur Reform der Juristenausbildung eingesetzt. Die Experten haben in der vergangenen Wochen in Berlin ihre Arbeit aufgenommen.
Der Generalsekretär des Stifterverbands, Dr. Andreas Schlüter, appellierte an Justizministerien und Juristische Fakultäten, sich der Studienreform angesichts "deutlicher Defizite" in der Ausbildung der Juristen nicht länger zu verschließen.
"An der Notwendigkeit einer weiteren Modernisierung der Juristenausbildung kann es keinen Zweifel geben", sagte der Jurist Schlüter, der die Expertenkommission gemeinsam mit der Kölner Juraprofessorin Dr. Barbara Dauner-Lieb leitet. Schlüter war lange Jahre Mitarbeiter in der Unternehmensgruppe Bertelsmann und ist seit 2000 als Rechtsanwalt in der Kanzlei Brandi Dröge Piltz Heuer & Gronemeyer in Gütersloh tätig.
Auf die Initiative des Stifterverbandes ist der Teilnehmerkreis nicht nur auf die deutschen Hochschulen begrenzt. "Wir wollen einen breiten Diskussionsprozess eröffnen, an dem alle juristischen Berufsgruppen mitwirken", erklärte Dauner-Lieb, "das Augenmerk soll dabei auf die Internationalisierung, den schnellen Wandel des positiven Rechts aber auch auf die wachsende Bedeutung der Grundlagenfächer gerichtet werden. Die deutschen Fakultäten sollten sich am weltweiten Prozess über eine Weiterentwicklung der Juristenausbildung beteiligen."
Die Kommission nimmt eine Standortbestimmung der deutschen Juristenausbildung unter Berücksichtigung des Bologna-Prozesses vor und erarbeitet auf dieser Grundlage bis zum Herbst des nächsten Jahres konkrete Vorschläge für eine Reform. Zu den Mitgliedern der Expertenkommission gehören neben Hochschullehrern auch Praktiker aus Rechtsabteilungen, Verbänden und Kanzleien. Auch Dr. Georg Maier-Reimer, Partner der Kanzlei Linklaters in Köln, nimmt an der Kommissionsarbeit teil.
http://www.stifterverband.de/
Juristische Praxis für die Hochschulen
31.07.07 - Dr. Joachim Schrey (46) ist am 18. Juli von der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main zum Honorarprofessor ernannt worden. Schrey ist seit 1990 Rechtsanwalt und seit 1995 Partner im Frankfurter Büro von Clifford Chance. Er arbeitet vorwiegend auf dem Gebiet des IT-Rechts.
Die Goethe-Universität würdigte mit der Ernennung Schreys Verdienste um Lehre und Forschung. Bereits seit dem Wintersemester 1999/2000 hält er am Institut für Wirtschaftsinformatik Vorlesungen für Studierende der Betriebswirtschaft und Wirtschaftsinformatik zum Thema "Informationstechnologie & Recht". Prof. Dr. Rainer Klump, Dekan des Fachbereichs Wirtschaftswissenschaften der Universität, hob in seiner Laudatio hervor, dass die Studierenden Schrey im Wintersemester 2005/2006 zum zweitbesten Dozenten im Spezialisierungsstudium des Fachbereichs gewählt hatten.
www.uni-frankfurt.de
Präsident des Bundessozialgerichts zum Ehrendoktor ernannt
31.07.07 - Der Präsident des Bundessozialgerichts, Matthias von Wulffen, ist am 11. Juli mit der Ehrendoktorwürde der Universität Kassel ausgezeichnet worden. Die Universität verlieh Wulffen den akademischen Grad aufgrund seiner zahlreichen wissenschaftlichen Leistungen auf dem Gebiet des Sozialrechts.
In seiner Laudatio hob Prof. Dr. Andreas Hänlein, der Dekan des Fachbereichs Wirtschaftswissenschaften, hervor, dass von Wulffen "zweifellos stets das Recht der gesetzlichen Krankenversicherung am Herzen lag". Die Klärung derartiger Rechtsfragen fällt u.a. in die Zuständigkeit des Ersten Senats des Bundessozialgerichts, dessen Vorsitzender Richter von Wulffen ist. Der Präsident der Universität Kassel, Prof. Dr. Rolf-Dieter Postlep, lobte zudem von Wulffens Engagement für die Hochschule als Mitglied ihres Hochschulrates in den Jahren 2001 bis 2005.
Vor seiner Berufung an das Bundessozialgericht 1987 war von Wulffen mehrere Jahre am Bayerischen Landessozialgericht und als Präsident des Sozialgerichts München tätig. Nach sieben Jahren als Vorsitzender Richter an Deutschlands höchstem Sozialgericht wurde er 1995 zu dessen Präsident ernannt.
www.uni-kassel.de
Karlheinz Quack-Preis für Dissertation im Gesellschaftsrecht
31.07.07 - Der Berliner Uwe Grohmann (30) hat den Karlheinz Quack-Preis 2007 gewonnen. Für seine Dissertation zum Thema "Informationsmodell im Europäischen Gesellschaftsrecht" erhielt er ein Preisgeld von 3.000 Euro.
Grohmann studiert an der Juristischen Fakultät der Humboldt-Universität zu Berlin. Seine Dissertation behandelt die Information als eigenständiges Steuerungsinstrument im Gesellschaftsrecht des primären und sekundären Gemeinschaftsrechts eingebunden in das Binnenmarktkonzept. Dabei untersuchte Grohmann vor allem das Spannungsverhältnis von Rechtsangleichung und Wettbewerb der Regelungsgeber.
"Die Arbeit hat uns aufgrund der breiten und zugleich detaillierten Herangehensweise an das europäische Gesellschaftsrecht und nicht zuletzt wegen ihrer großen Relevanz für die Praxis überzeugt", so Dr. Frank Roitzsch, Partner bei WilmerHale und Mitglied der Auswahlkommission.
WilmerHale vergab den Karlheinz Quack-Preis in diesem Jahr zum zweiten Mal. Die Berliner Anwaltssozietät hatte den Preis anlässlich des 80. Geburtstags ihres ehemaligen Partners Karlheinz Quack ins Leben gerufene. Der Berliner Rechtsanwalt und Notar war im Dezember 2006 verstorben.
www.rewi.hu-berlin.de
Universität Augsburg stellt sich der Globalisierung mit eigenem Kompetenzzentrum
31.07.07 - Die Universität Augsburg hat zum 19. Juli das interdisziplinäre "Center for Global Business & Law" gegründet. Dazu haben sich die Wirtschaftswissenschaftliche und die Juristischen Fakultät der Universität zu einem Forscher-Netzwerk zusammengeschlossen.
Mit diesem will die Universität auf die Herausforderungen der Globalisierung durch die Entwicklung des internationalen und nationalen Rechts sowie des Managements globaler Wertschöpfungsnetze reagieren. Ziel des "Center for Global Business & Law" ist es, das Forschungsfeld nicht nur wissenschaftlich zu durchdringen, sondern auch Handlungsempfehlungen für wirtschafts-, rechts- und unternehmenspolitische Entscheidungen abzuleiten. Das erworbene Wissen soll zudem der wissenschaftlichen Lehre und Weiterbildung zugänglich gemacht werden.
Zu dem Netzwerk sollen neben Forschungskooperationen, einem fächerübergreifenden Diplomstudiengang, gemeinsamen Seminaren und fakultätsübergreifend betreuten Abschlussarbeiten und Promotionen, maßgeblich die Kompetenzzentren "Global Business Management" (GBM) und das "Augsburg Center for Global Economic Law and Regulation" (ACELR) beitragen. Das ACELR widmet sich insbesondere der Erforschung der tatsächlichen und rechtlichen Rahmenbedingungen wirtschaftlichen Handelns.
www.uni-augsburg.de
Juristische Praxis für die Hochschulen
26.06.07 - Dr. Martin Notthoff, Partner der Kanzlei Göhmann Rechtsanwälte in Hannover, ist Mitte Juni zum Honorarprofessor der Fachhochschule Hannover bestellt worden.
Er lehrt dort am Fachbereich Wirtschaft und Informatik auf dem Feld des Handels-, Gesellschafts- und Versicherungsrechts. "Seit zehn Jahre lehre ich an der hiesigen Fachhochule", erklärt Notthoff. "Dadurch erfolgt eine gute Verzahnung zwischen Lehre und Praxis, die durch eine ständige Ausbildung von Referendaren am Arbeitsplatz und durch eine zehnjährige Tätigkeit als Prüfer im niedersächsischen Landesjustizprüfungsamt - inzwischen als Vorsitzender - abgerundet wird. Insgesamt kann ich dadurch dazu beitragen, dass Studenten und Referendare immer mal wieder die Gelegenheit haben, im Rahmen ihrer Ausbildung vertiefte Einblicke in die Praxis zu erhalten."
www.fh-hannover.de
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Der frühere nordrhein-westfälischen Justiz- und Finanzminister Jochen Dieckmann, heute Partner der Bonner Kanzlei Eimer Heuschmid Mehle, wurde an der Deutschen Hochschule für Verwaltungswissenschaften Speyer zum Honorarprofessor ernannt. Der Senat der Hochschule erklärte, dass Dieckmann sowohl im wissenschaftlichen Bereich als auch durch vielfältige politik- und verwaltungspraktische Erfahrungen für diese Ernennung ausgewiesen sei, da er in seiner Person herausragende Erfahrungen in Politik und Verwaltung mit beachtlicher wissenschaftlicher Kompetenz und didaktischer Befähigung vereinige. Aufgrund seiner langjährigen Tätigkeit beim Deutschen Städtetag gilt Dieckmann insbesondere im Bereich des Kommunalrechts als renommierter Experte. Darüber hinaus wertet die Hochschule seine Erfahrungen als Finanzminister und als Justizminister des Landes Nordrhein-Westfalen als wertvolle Bereicherung für ihr Lehr- und Forschungsprofil.
www.hfv-speyer.de
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Auch Dr. Martin Erker, Partner der Kanzlei CMS Hasche Sigle in München, darf sich mit einem Professorentitel schmücken: Für seine bisherigen Verdienste bei der Weiterentwicklung der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus (BTU) erhielt er von der Fakultät Umweltwissenschaften und Verfahrenstechnik die Honorarprofessur für Internationales und Deutsches Wirtschaftsrecht verliehen. Erker ist Mitglied des Beirats des Zentrums für Rechts- und Verwaltungswissenschaften (ZfRV) der BTU und lehrt seit 2004 im Bereich Wirtschaftsrecht in Cottbus. Er ist darüber hinaus einer der maßgeblichen Initiatoren des weiterbildenden Master-Studiengangs "Wirtschaftsrecht für Technologieunternehmen". Dieses Programm mit dem Abschluss "Master of Business Law (M.B.L.)" wurde im Wintersemester 2006/2007 erfolgreich gestartet.
www.tu-cottbus.de/zfrv
Universität Düsseldorf richtet "Law School" ein
26.06.07 - Die Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf fasst die Weiterbildungsaktivitäten im Fach Rechtswissenschaft unter dem Dach der "Düsseldorf Law School" zusammen.
Mit der Gründung der Düsseldorf Law School (DLS) setzt die Heinrich-Heine-Universität nach eigenen Angaben den gesetzgeberischen Auftrag um, die akademische Weiterbildung gleichwertig neben der Basisausbildung zu betreiben. Andererseits bietet die Juristische Fakultät ihren Absolventen mit der neuen selbstständigen Einheit die Chance, über das Alumni-Netz auch langfristig Kontakt zu ihrer Hochschule und zu einer qualifizierten akademischen Weiterbildung zu halten.
In das Weiterbildungsangebot sind neben den Hochschullehrern der Fakultät auch renommierte Anwälte und Unternehmensjuristen aus der regionalen Düsseldorfer Beratungspraxis eingebunden. Das Studienprogramm richtet sich vorwiegend, aber nicht ausschließlich, an graduierte Juristen: So werden die drei seit dem Jahr 2001 an der Juristischen Fakultät angesiedelten LL.M.-Weiterbildungsstudiengänge in die Düsseldorf Law School eingebracht: Den Abschluss LL.M. (Master of Laws) können bis zu 75 erfolgreiche Absolventen eines einjährigen, auch berufsbegleitend möglichen Studiums im Patent- und Markenrecht (Gewerblicher Rechtsschutz), Computer- und Telekommunikationsrecht (Informationsrecht) oder Medizinrecht erwerben. Zertifikatslehrgänge in englischer Sprache zum europäischen Wirtschaftsrecht und Recht der alternativen Streitschlichtung ergänzen das Angebot. Dazu kommen fachspezifische Tagungen, Veranstaltungen, Vorträge und Fachanwaltsfortbildungen. Als Breitenangebot vermittelt das DLS-Gründerforum ab Herbst 2007 Gründern den Rechtsrahmen für eine unternehmerische Aktivität. Dies soll die Hürden vor unternehmerischer Aktivität abbauen und den Wissenstransfer von den Hochschulen in die Wirtschaft erleichtern.
www.duslaw.eu
azur-Hochschulgespräch: Drei Fragen an Professor Dr. Klaus Peter Berger
29.05.07 - Das Engagement von Jura-Professoren für die Ausbildung blühte früher vornehmlich im Verborgenen. Einrichtungen an den juristischen Fakultäten, die sich ausdrücklich sowohl der Forschung als auch der Ausbildung widmen, sind relativ neu - relativ, denn das in Münster gegründete und mittlerweile in Köln ansässige Center for Transnational Law (CENTRAL) hat unter der Ägide von Professor Dr. Berger fast ein Jahrzehnt hinter sich.
Die Gründung des CENTRAL liegt bald zehn Jahre zurück. Welche Ziele haben Sie erreicht, welche Aufgaben sind für die nächsten Jahre noch ins Auge gefasst?
Das stimmt, wir feiern im Jahr 2008 das zehnjährige Bestehen des CENTRAL mit einem grossen Fest im Kölner Sportmuseum. Im ersten Bericht über das CENTRAL erschien damals (1998) folgendes Mission Statement: "Das CENTRAL leistet einen Beitrag zur Ergänzung der klassischen Juristenausbildung. In Zukunft werden regelmäßig Seminare, Vorträge, Workshops, Moot Courts sowie eine Sommer-Akademie zum Internationalen Wirtschaftsrecht abgehalten. Zusammen bilden diese Veranstaltungen ein Gesamtkonzept, durch das die wissenschaftliche Grundausbildung an der Universität mit praxisnahen Ausbildungsmodulen eng verzahnt wird."
Dieses Ziel eines umfassenden Ausbildungskonzepts, das jedes Semester angeboten wird, haben wir erreicht bzw. längst übertroffen. So bieten wir seit einiger Zeit zwei parallele Sommer-Akademien an. In Zukunft wollen wir unser Angebot auf dem Gebiet der Schlüsselqualifikationen ausbauen und zusätzlich Veranstaltungen auf dem Gebiet der Wirtschaftswissenschaften für Juristen (Bilanzkunde, Kostenrechnung etc.) anbieten.
Wie stark sind die Aktivitäten des CENTRAL in der Forschung und in der Ausbildung miteinander verzahnt?
Die Forschungstätigkeit des CENTRAL liegt vor allem auf dem Gebiet des transnationalen Wirtschaftsrechts und der alternativen Streitbeilegung. Die Ergebnisse dieser Forschungen kommen der Ausbildungsarbeit des CENTRAL unmittelbar zugute. Bestes Beispiel ist das Trainings-Kit zum Thema "Private Dispute Resolution in International Business". Es bildet heute die Grundlage für unsere beiden parallel laufenden Sommer-Akademien.
Welche unter den zahlreichen Veranstaltungen des CENTRAL liegt Ihnen besonders am Herzen, und warum?
Ganz klar der Rhetorik-Workshop für Juristen, den ich seit 1997 jedes Semester mit Rechtsanwalt Dr. Peter Niggemann, LL.M., Partner der Kanzlei Freshfields Bruckhaus Deringer in Düsseldorf, veranstalte. Den Kurs gab es schon bevor es das CENTRAL gab. Herr Dr. Niggemann war es auch, der mich vor vielen Jahren davon überzeugt hat, dass man gewisse rhetorische Fähigkeiten erlenen kann. Wir waren früher beide Assistenten am Institut für Bankrecht der Universität zu Köln. An dieses Institut, das ich heute leite, ist das CENTRAL angeschlossen.
http://www.central.uni-koeln.de
Bucerius-Steuerprofessorin wechselt aus Dresden
29.05.07 - Professor Dr. Birgit Weitemeyer hat zum 1. April 2007 einen Ruf auf den Lehrstuhl für Steuerrecht an der Bucerius Law School in Hamburg angenommen. Der Lehrstuhl für Steuerrecht ist verbunden mit der Leitung des Instituts für Stiftungsrecht und das Recht der Non-Profit-Organisationen.
Der Lehrstuhl für Steuerrecht und das Direktorat des Instituts waren nach dem Tod des Vorgängers Professor Dr. W. Rainer Walz seit Juli 2006 vakant und seitdem von Professor Dr. Dieter Reuter und Dr. Andras Richter, LL.M. kommissarisch geleitet worden.
Weitemeyer, geboren 1964, legte 1991 ihre Erste Juristische Staatsprüfung in Kiel ab. 1992/1993 war sie Teilnehmerin des Graduiertenkollegs "Nationales und Internationales Umweltrecht" an der Christian-Albrechts-Universität Kiel. 1994 wurde sie dort mit einer Arbeit über "Ordnungsrechtliche Maßnahmen im Konkursverfahren - Umweltrecht und Insolvenz" promoviert. Ihr Referendariat absolvierte Weitemeyer in Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und New York und legte 1996 die zweite Staatsprüfung ab. Danach war sie bis 2002 als wissenschaftliche Assistentin und Habilitandin am Institut für Wirtschafts- und Steuerrecht der Universität Kiel tätig. Von 2002 bis 2004 vertrat sie Lehrstühle an der Helmut-Schmidt-Universität der Bundeswehr, Hamburg. Sie habilitierte sich 2003 mit einer Arbeit über die Körperschaftsbesteuerung der öffentlichen Unternehmen und erhielt die Venia Legendi für Bürgerliches Recht, Handels-, Gesellschafts- und Steuerrecht. Von 2004 bis zu ihrem Wechsel an die Privathochschule vertrat sie den Lehrstuhl für Bürgerliches Recht, Ausländisches und Internationales Privatrecht und Rechtsangleichung an der Technischen Universität Dresden.
azur-Hochschulgespräch: Drei Fragen an Professor Dr. Thomas Wilmer und Jürgen Beckers, Rechtsanwälte BDH
24.04.07 - Praxisnähe, die mancher Studiengang nur mühsam nachweisen kann, ist im Studiengang Informationsrecht an der Hochschule Darmstadt seit dem Start im Jahr 2001 ein wichtiges Feature. Zwei Jahrgänge Diplom-Informationsrechtler sind bereits in diversen Firmen der IT-Branche untergekommen. Mit dem Institut für Informationsrecht wollen die Macher aber nicht nur die Studenten für den Markt fitmachen.
Konkurrieren die Diplom-Informatiosrechtler von der Hochschule Darmstadt auf dem Arbeitsmarkt mit klassischen Juristen?
Beckers: Wir haben im Beirat für den Studiengang die beruflichen Perspektiven häufig diskutiert. Das Berufsbild der Darmstädter Informationsrechtler ist eher komplementär zu dem herkömmlichen juristischen Profil. Unsere Absolventen eignen sich gut für das Vertragsmanagement im IT-Sektor, für den IT-Einkauf von Großunternehmen und Banken sowie für den Vertrieb von IT-Produkten, weil sie etwas von der Software-Vertragsgestaltung sowie der Technik und den betriebswirtschaftlichen Eckdaten verstehen.
Wilmer: Immerhin bieten wir in Darmstadt den einzigen grundständigen Studiengang im Informationsrecht in Deutschland an. Informations-Recht macht zwei Drittel der Studieninhalte aus. Insofern werden die Absolventen dort sehr gut ausgebildet und können im Rahmen der Spezialisierung auf Contract Management, aber auch im Bereich des geistigen Eigentums und des Medienrechts Volljuristen beim Berufsstart durchaus überlegen sein.
Ist denn Vertragsmanagement im eigentlichen Sinne nicht die Domäne der Uni-Juristen?
Beckers: Große Beratungsunternehmen wie Accenture schaffen jährlich neue Stellen in ihrem Contract Management. Dahinter steckt der Wunsch, die eigene Rechtsabteilung von der Prüfung von Angeboten und Vertragsänderunen zu entlasten. Natürlich braucht man Juristen, die Vertragsinhalte prüfen, aber für den Mix von Recht, BWL und Technik, der etwa im IT-Vertrieb das Tagesgeschäft bestimmt, brauchen die Unternehmen speziell ausgebildete Leute. Software-Anbieter aus den USA suchen oftmals ausdrücklich nicht Volljuristen, weil denen oft technisches oder betriebswirtschaftliches Know-how fehlt.
Das Institut für Informationsrecht gibt sich ausgesprochen wirtschaftsnah. Profitieren davon auch die Studierenden?
Wilmer: Wenn wir zum Beispiel das Wissenstransfer-Projekt Südamerika durchführen, mit dem wir IT-Mittelständlern den Weg nach Brasilien ebnen wollen, dann sind natürlich auch die Studenten beteiligt. Das bedeutet: Interkulturelle Ausbildung, frühzeitiger Praxiskontakt und der Umgang mit mittelgroßen IT-Unternehmen, die den Absolventen hervorragende Jobperspektiven bieten können. Kontaktmöglichkeiten ergeben sich außerdem aus dem Darmstädter Informationsrechtstag, den wir jetzt zum 3. Mal durchführen, und aus dem Rent-a-student-Programm, mit dem wir projektbezogen Studierende in die Wirtschaft vermitteln.
www.irecht.h-da.de
Verwaltungsrechtler Eiding Honorarprofessor in Darmstadt
24.04.07 - Der Hanauer Verwaltungsrechtler Rechtsanwalt Prof. Dr. Lutz Eiding, Partner der Kanzlei Nickel Rechtsanwälte, wurde von der Hochschule Darmstadt zum Honorarprofessor ernannt.
Seit mehreren Jahren hat Eiding bereits dort als Lehrbeauftragter Öffentliches Baurecht vermittelt.
Als Anwalt wurde Eiding bekannt durch die Beratung von Flughäfen in luftverkehrsrechtlichen Fragen, durch größere Planungsvorhaben und durch die Vertretung von Einwendern und Bürgerinitiativen. Nach der Promotion 1996 nahm Rechtsanwalt Prof. Eiding bereits im Wintersemester 1997/98 eine Tätigkeit als Lehrbeauftragter im Bereich Baurecht auf.
Bis 2003 war Eiding in Würzburg Partner der angesehenen verwaltungsrechtlichen Kanzlei Baumann Krüger Eiding und wechselte dann nach Hanau. "Das damalige Wagnis, als etablierter Anwalt die Region zu wechseln, hat sich ausgezahlt", erklärte Eiding. "Heute bin ich mit der von mir geführten Verwaltungsrechtsabteilung von Nickel Rechtsanwälte allein im Bereich des Luftverkehrsrechts in fast allen laufenden deutschen Flughafenausbau-Verfahren mandatiert, so etwa im Zusammenhang mit dem Rhein-Main-Flughafen in Frankfurt und den Verfahren um die Flughäfen in Berlin-Schönefeld, Dresden, Kassel-Calden, Leipzig und München II."
Forschungskooperation für Rechtsfragen des Umweltschutzes
27.03.07 - Ein neu eingerichtetes Graduiertenkolleg der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) widmet sich dem Umweltrecht - genauer gesagt juristischen Problemen, die bei der Formulierung und Anwendung von Gesetzen entstehen können, die sich dem integrierten Umweltschutz widmen.
Mit über 1,1 Millionen Euro wird die DFG an der Universität Trier in viereinhalb Jahren 24 Stipendiaten fördern. Das Graduiertenkolleg wird vom Institut für Umwelt- und Technikrecht der Trierer Hochschule betreut, Sprecher ist Professor Dr. Reinhard Hendler. Vertreten sind außerdem Hochschullehrer der Bodenkunde, Bodengeographie und Ökotoxikologie.
Im integrierten Umweltschutz werden die Umweltgüter wie Boden,Wasser, Luft, Klima und Landschaft nicht jeweils getrennt, sondern als Einheit betrachtet. Die Wechselwirkung zwischen diesen Gütern und der Einfluss von Projekten wie beispielsweise Infrastrukturmaßnahmen auf den Umweltschutz sollen nicht allein von Juristen beurteilt werden, sondern in der Zusammenarbeit von Juristen und Naturwissenschaftlern bearbeitet werden. Interdisziplinäre Kooperation und fachübergreifende Problemlösungen für Umweltgesetze sind Ziel des Kollegs.
www.uni-trier.de/uni/foreinr/iutr/kolleg/Startseite.htm
Praktische Probleme des Arbeitsrechts
27.03.07 - Der Kündigungsschutz und andere arbeitsrechtliche Regelungen sind für Neueinstellungen weniger hinderlich als Äußerungen von Unternehmen glauben lassen. Zu diesem Ergebnis sind zwei Forscher des Zentrums für Personalforschung der Universität Hamburg gelangt.
Professor Dr. Florian Schramm als Betriebswirtschaftler und der Arbeitsrechtler Professor Dr. Ulrich Zachert haben für ihre Studie zahlreiche Interviews mit Personalverantwortlichen geführt und die Ergebnisse einer repräsentativen Befragung ausgewertet. Die Ergebnisse legen nahe, dass vor allem wirtschaftliche Erwägungen den Ausschlag für Neueinstellungen geben: Entscheidend für die Schaffung neuer Jobs ist die wirtschaftliche Situation des Unternehmens.
Die Hans-Böckler-Stiftung hat auf dem 6. Forum zum Arbeits- und Sozialrecht in Berlin neben der Hamburger Studie auch das Thema Sozialtarifverträge behandelt. Professor Dr. Rüdiger Krause stellte ein Gutachten vor, demzufolge Gewerkschaften einen Sozial(plan)tarifvertrag grundsätzlich aushandeln können, um die Folgen einer Standortverlagerung für die Beschäftigten wirtschaftlich abzufedern. Die Vorschriften über einen betrieblichen Sozialplan nach den Vorgaben des Betriebsverfassungsgesetzes entfalten seiner Einschätzung nach keine Sperrwirkung gegenüber einer tariflichen Regelung; auch der Arbeitskampf zur Durchsetzung eines solchen Tarifvertrags sei zulässig.
Ein weiteres Thema für die rund 400 Tagungsteilnehmer war die Tarifeinheit. Professor Dr. Thomas Dietrich, der frühere Präsident des Bundesarbeitsgerichts, widmete sich in seinem Vortrag der Tarifpluralität und -konkurrenz. Die Frage, welche tarifvertraglichen Regelungen gelten, wenn etwa überbetriebliche und betriebliche Regelungen nebeneinander existieren, kann seiner Meinung nach nicht pauschal beantwortet werden.
Die ausführlichen Tagungspapiere sind im Internet verfügbar: www.boeckler.de/cps/rde/xchg/hbs/hs.xsl/320_85267.html
Würzburger Juristen gründen neues Forschungszentrum
27.02.07 - Seit kurzem verfügt die Juristische Fakultät der Universität Würzburg über eine neue Forschungseinrichtung, das "Zentrum für rechtswissenschaftliche Grundlagenforschung". Sein Ziel ist es, in fakultätsübergreifender Zusammenarbeit mit Einrichtungen im In- und Ausland Themen aus dem Bereich der juristischen Grundlagenfächer zu diskutieren.
Rechtsgeschichte, Rechtsphilosophie, Römisches Recht, Methodik des Rechts und Rechtssoziologie heißen die Grundlagenfächer in Jura. Vertreten werden diese vier Fächer in Würzburg durch die vier Lehrstühle von Professor Dr. Horst Dreier, Professor Dr. Jan Harke, Professor Dr. Eric Hilgendorf und Professor Dr. Jürgen Weitzel. Sie haben sich im vergangenen Herbst zur Gründung eines neuen Forschungszentrums entschieden. Ihr Ziel ist es, den Bestand der Grundlagenfächer im Kanon der juristischen Teildisziplinen zu sichern und etwas mehr Gewicht zu verleihen sowie aktueller Forschung in diesem Bereich eine organisatorische und finanzielle Basis zu verschaffen.
Interdisziplinarität heißt eines der Leitmotive des neuen Zentrums. So denken die Juristen beispielsweise an eine Zusammenarbeit mit Lehrstühlen aus der Medizin, der Theologie und der Philosophie. Internationalität heißt das zweite Stichwort: Dank zahlreicher bereits bestehender Kontakte ins Ausland will das Zentrum nicht nur mit Lehrstühlen in Deutschland kooperieren. Eingebunden werden sollen auch in einem ersten Schritt Universitäten in Belgien, Spanien, Argentinien und Korea.
Auch Studierende sollen im Zentrum für rechtswissenschaftliche Grundlagenforschung ihren Platz finden. Für sie wollen die Initiatoren beispielsweise spezielle Workshops anbieten, mit denen sie auf Prüfungen in den Grundlagenfächern vorbereiten.
Um eine dauerhafte Finanzierung des Zentrums zu gewährleisten, haben die Initiatoren des Forschungszentrums parallel eine Fördergesellschaft gegründet. Mit den Einnahmen aus Mitgliedsbeiträgen soll sie die Arbeit des Zentrums finanziell unterstützen.
Stiftungsprofessur der Patentanwälte besetzt
27.02.07 - Der Kieler Privatdozent Dr. Sebastian Kubis ist seit Anfang Februar Inhaber des W. P. Radt-Stiftungslehrstuhls für Bürgerliches Recht und Gewerblichen Rechtsschutz an der Fernuniversität Hagen.
Die Einrichtung der Stiftungsprofessur war durch eine Initiative von Patentanwälten zustande gekommen (azur-mail 8/2006). Für die Rechtswissenschaftliche Fakultät in Hagen ist die Professur eine wichtige Ergänzung. Sie bietet spezielle Programme für die Aus- und Weiterbildung von Patentanwälten an - ein zweijähriges Studium des allgemeinen Rechts, dessen erfolgreiche Absolvierung Voraussetzung für das Patentanwaltsexamen ist, sowie einen LL.M.-Studiengang für Gewerblichen Rechtsschutz in Europa.
Kubis, Jahrgang 1966, promovierte in Bielefeld bei Professor Dr. Haimo Schack über internationale Zuständigkeit bei Persönlichkeits- und Immaterialgüterrechtsverletzungen. Seine Habilitation erfolgte vor einem Jahr an der Universität Kiel, wo er mit Unterbrechungen seit 1998 wissenschaftlich tätig war.
Dr. Siegfried Elsing ist Honorarprofessor
30.01.07 - Die Universität Düsseldorf hat Mitte Januar dem renommierten Rechtsanwalt Dr. Siegfried Elsing (Kanzlei Hölters & Elsing) den Titel eines Honorarprofessors verliehen.
Elsing engagiert sich seit dem Wintersemester 2000/2001 in der juristischen Ausbildung an der Heinrich-Heine-Universität, wobei der Schwerpunkt auf dem internationalen Zivilprozess- und Schiedsverfahrensrecht liegt. Seine praktische Expertise im Schiedsverfahrensrecht - sein Name gehört auf diesem Gebiet in Deutschland zu den führenden - kommt dabei besonders denjenigen Jurastudierenden zugute, die an Moot-Court-Wettbewerben teilnehmen. Diese simulierten Gerichtsverhandlungen mit internationaler Teilnehmerschar werden vor allem für Teams zum Erfolg, die ihre Vortrags- und Argumentationstechnik vorab geschult haben - Elsing und andere Anwälte aus seiner Kanzlei helfen bei diesen Vorbereitungen.
www.jura.uni-duesseldorf.de
Düsseldorfer Jurist wird Staatssekretär in Hessen
30.01.07 - Professor Dr. R. Alexander Lorz wird im Februar neuer Staatssekretär im Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst um damit Amtschef im Hause von Minister Udo Corts (CDU).
An der Universität Düsseldorf ist Lorz seit dem Jahr 2000 Lehrstuhlinhaber für öffentliches Recht, Völker- und Europarecht. Im Wintersemester umfasst sein Vorlesungsprogramm etwa Grundzüge des Europarechts und Staatsorganisationsrecht.
Das Amt eines Vorstands im Düsseldorfer Institut für Außen- und Sicherheitspolitik (DIAS) wird Lorz beibehalten. In dieser laut Eigenbeschreibung "unabhängigen, interdisziplinären und wissenschaftlichen Denkfabrik für strategische Politikberatung" ist Lorz seit 2003 für den Bereich Forschung und Lehre verantwortlich.
www.dias-online.org
Juristischer Praxistest für elektronische Siegel
19.12.06 - Am 4. und 5. Dezember haben die Universität Kassel und das Fraunhofer-Institut für sichere Informationstechnologie (SIT) ihre Forschungen über elektronisch signierte Dokumente einem Praxistest unterzogen: In simulierten Gerichtsverfahren prüften Richter, Rechtsanwälte und Gutachter die Tauglichkeit eines sogenannten Transformationssiegels.
Das Transformationssiegel soll dafür sorgen, dass elektronisch signierte Dokumente auch nach einer "Transformation" - also zum Beispiel nach dem Abspeichern einer signierten .doc-Datei in einem anderen Format, etwa als PDF - ihre Beweiskraft behalten.
Nach Auskunft des Veranstalters, Professor Dr. Alexander Roßnagel (Foto links) von der Kasseler Projektgruppe Verfassungsverträgliche Technikgestaltung (provet), brachte die Simulationsstudie zahlreiche Anregungen: "Es gab Denkanstöße zur Verbesserung einzelner Features aber auch zur Verbesserung des gesamten Konzepts." So wurde der Vorschlag gemacht, die Protokollfunktionen im Transformationsprozess zu verbessern und beispielsweise das Scannen als Protokollfeature mit aufzunehmen. Auch die konsequente Benutzung von Zeitstempeln bei Transformationen würde die Handhabbarkeit der Siegel im gerichtlichen Alltag verbessern. Das Forschungsprojekt mit dem Namen TransiDoc hat noch fünf Monate Zeit, um die Praxis-Empfehlungen umzusetzen - im April 2007 ist planmäßig Schluss.
Die Transformation ist in bestimmten Branchen ein alltäglicher Vorgang. So konvertieren Baubehörden die von Architekten eingereichten Pläne in zwei oder drei Formate, die in der Behörde weiterverarbeitet werden können - unglücklicherweise verwenden Architekturbüros über hundert verschiedene Dateiformate, sodass das Originalformat und damit auch eventuell vorhandene elektronische Signaturen häufig verloren gehen.
Ein weiteres Problem ist die Archivierung von Dateien. Wenn im Laufe der Jahre ältere Software-Versionen nicht mehr verfügbar sind und archivierte Dateien, die mit dieser älteren Software erstellt wurden, neu gespeichert werden müssen, dann verschwindet mit der erneuten Speicherung die elektronische Signatur - die Beweiskraft des ursprünglichen Dokuments geht verloren.
www.transidoc.de
Private Jura-Hochschule feiert ersten Habilitierten
19.12.06 - Dr. Mario Martini (37) hat nach einem erfolgreich absolvierten Kolloquium Anfang Dezember sein Habilitationsverfahren an der Bucerius Law School offiziell abgeschlossen und die Lehrbefähigung nachgewiesen.
Der Präsident der Bucerius Law School, Professor Dr. Karsten Schmidt, überreichte Martini bei einem Empfang der ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius die Urkunde über die Habilitation und über die Verleihung der Lehrbefugnis auf den Gebieten Staats- und Verwaltungsrecht mit Verwaltungswissenschaft sowie Europarecht. Martini ist berechtigt, die akademische Bezeichnung "Privatdozent" zu führen.
Mario Martini studierte von 1990 bis 1995 Jura an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Nach dem bestandenen Ersten Staatsexamen im Jahr 1995 war er bis 1998 als wissenschaftlicher Mitarbeiter bei Professor Dr. Hans-Werner Laubinger (Lehrstuhl für Öffentliches Recht und Verwaltungslehre) an der Universität Mainz beschäftigt. 1998 wurde er mit einer Arbeit über "Integrierte Regelungsansätze im Recht der immissionsschutzrechtlich genehmigungsbedürftigen Anlagen" promoviert. Anschließend absolvierte Martini sein Referendariat und sein zweites Staatsexamen in Mainz. Er ist seit 2002 bei Professor Dr. Jörn Axel Kämmerer (Lehrstuhl für Öffentliches Recht einschließlich Völker- und Europarecht) an der Bucerius Law School in Hamburg tätig.
Martinis Kolloquiumsvortrag hatte das Thema "Normsetzungsdelegation zwischen parlamentarischer Steuerung und legislativer Effizienz - auf dem Weg zu einer dritten Form der Gesetzgebung?" Martinis Habilitationsschrift trägt den Titel: "Der Markt in der hoheitlichen Verteilungsordnung - Möglichkeiten und Grenzen einer marktgesteuerten öffentlich-rechtlichen Verteilungslenkung".
Law-School-Präsident Schmidt erklärte, die Hochschule fördere auch im Forschungsbereich den Nachwuchs: "Unser erster Privatdozent ist hierfür ein lebender Beweis. Außer der Habilitation von Dr. Martini, auf die wir ganz besonders stolz sind, gibt es an der Bucerius Law School Dutzende von laufenden und abgeschlossenen Promotionsverfahren. Von unseren Examensjahrgängen strebt gut die Hälfte einen Doktor der Rechtswissenschaften an."
Akademie für Europäisches Privatrecht gegründet
28.11.06 - Die Ruhr-Universität Bochum kann sich mit einer neuen Fortbildungseinrichtung schmücken: Die Ruhr-Akademie für Europäisches Privatrecht informiert Praktiker aus der Justiz, der Anwaltschaft sowie aus Unternehmen und Verbänden über neue Entwicklungen auf diesem Gebiet.
Aus der wissenschaftlichen Beschäftigung mit dem Europäischen Privatrecht hat Professor Dr. Karl Riesenhuber, seit kurzem Inhaber des Lehrstuhls für Bürgerliches Recht, Deutsches und Europäisches Handels- und Wirtschaftsrecht an der Bochumer Universität, die Idee der Akademie entwickelt.
Viele Juristen, deren Studium schon einige Jahre zurückliegt, sind während ihrer Zeit an der Universität nur unvollständig mit europarechtlichen Themen und Fragestellungen in Berührung gekommen. Diese Lücke können sie nun schließen, indem sie das Veranstaltungsangebot der Ruhr-Akademie annehmen. Für 2007 sind bereits zwei Tagungen zum Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (15. März) sowie zur Privatrechtsgesellschaft im deutschen und europäischen Recht (20./21. April) konzipiert.
Riesenhuber hofft, dass die neue Akademie breite Resonanz findet - nicht nur vor Ort und im großen OLG-Bezirk Hamm, sondern auch überregional. Es gibt zwar bereits einige spezielle europarechtliche Weiterbildungsangebote in Deutschland, allerdings soll in Bochum ein Forum geschaffen werden, in dem die Entwicklungen im Europäischen Privatrecht ständig und auf hohem wissenschaftlichen Niveau begleitet werden.
Mit einem E-Mail-Newsletter hält der Lehrstuhl von Professor Riesenhuber alle Interessenten über die Veranstaltungen der Akademie auf dem Laufenden; eine Anmeldung ist auf der Website möglich.
www.ruhr-akademie.eu
Universität Göttingen eröffnet Zentrum für Medizinrecht
28.11.06 - Mit einer Festveranstaltung hat die Universität Göttingen Mitte November die Eröffnung eines Zentrums für Medizinrecht gefeiert.
Die eigentliche Gründung des Zentrums liegt bereits einige Monate zurück. Es ist hervorgegangen aus der Abteilung für Arzt- und Arzneimittelrecht, die seit 1979 existierte und von den Professoren Erwin Deutsch, Hans-Ludwig Schreiber und Fritz Scheler geleitet wurde. Mittlerweile ist Professor Dr. Gunnar Duttge - Nachfolger auf dem Lehrstuhl von Hans-Ludwig Schreiber - geschäftsführender Direktor des Zentrums. Neben der inderdisziplinären Forschungsarbeit im Querschnittsbereich von Medizin und Recht veranstaltet das Göttinger Zentrum Vorlesungen und Seminare. So bieten die Hochschullehrer Duttge und Schreiber im Januar ein Blockseminar zum Thema strafrechtliches Medizin- und Biorecht an.
Der 1. Göttinger Workshop zum Medizinrecht findet bereits am 15. Dezember statt. Die wissenschaftlichen Referenten widmen sich unter der Überschrift "Ärztliche Behandlung am Lebensende: Auf dem Weg zu einer Gesamtregelung?" verschiedenen Aspekten einer aktuellen medizinrechtlichen Diskussion.
www.uni-goettingen.de/de/sh/31523.html
Kanzlei und Universität: Gemeinsame Studie zur Erbschaftssteuer
31.10.06 - Für eine Studie zur Steuerlast aus Schenkungs- und Erbschaftssteuer hat die Kanzlei Shearman & Sterling mit zwei Instituten der Universität Mannheim zusammengearbeitet.
Auf seiten der Hochschule waren das Institut für Unternehmensrecht (IURUM) und das Zentrum für Unternehmensnachfolge (zentUma) beteiligt. Unter der Leitung von Professor Dr. Carsten Schäfer und Shearman & Sterling-Partner Dr. Stephan Scherer haben der wissenschaftliche Mitarbeiter Oliver Treptow (IURUM) und der Shearman-Associate Daniel Lehmann die vollständigen Steuerdaten des Jahres 2002 ausgewertet, die vom Statistischen Bundesamt erstmals seit 1978 wieder zur Verfügung gestellt worden waren.
Die Einnahmen des Fiskus aus der Erbschaftsteuer beruhten im Jahr 2002 auf nur 60.108 Nachlässen bei etwa 850.000 Todesfällen. Der Gesamtwert der Nachlassgegenstände betrug rund 19 Milliarden Euro, abzüglich verschiedener Erbschaftsverbindlichkeiten in Höhe von knapp 3,8 Milliarden Euro. Insgesamt flossen dem Staat gut 2,2 Milliarden Euro zu. Der Spitzensteuersatz von 50 Prozent bei besonders großem Vermögen und entferntem Verwandschaftsgrad wurde kein einziges Mal erhoben, so die Forscher.
www.zentuma.de
Rechtsreform in den Staaten des Kaukasus und Zentralasiens
26.09.06 - Ein Forschungsprojekt Bremer Juristen befasst sich in den kommenden drei Jahren mit der Rechtsentwicklung in acht Staaten des Kaukasus und Zentralasiens.
Unter der Leitung von Professor Dr. Lado Chanturia untersuchen deutsche und ausländische Forscher die Bedeutung des Rechts für die Transformation der Gesellschafts- und Wirtschaftsordnungen in Armenien, Aserbaidschan, Georgien, Kasachstan, Kirgisistan, Tadschikistan, Turkmenistan und Usbekistan. Die Volkswagen-Stiftung unterstützt das Projekt mit insgesamt 430.000 Euro. Es knüpft an die praktische und wissenschaftliche Tätigkeit von Professor Dr. Rolf Knieper (sieh unten: Bremer Professor Knieper erhält Bundesverdienstkreuz) an, der bis Ende 2005 ein ähnliches Vorhaben der Gesellschaft für technische Zusammenarbeit (gtz) geleitet hat.
www.cac-civillaw.org
Wasser auf die Mühlen der Forschung
26.09.06 - Deutsches und europäisches Wasserwirtschaftsrecht ist das Thema von Professor Dr. Michael Reinhardt, LL.M., der unter anderem die Zeitschrift für Wasserrecht herausgibt. Unter seiner Leitung hat der Fachbereich Rechtswissenschaft der Universität Trier diesem Bereich ein neues Forschungsinstitut gewidmet.
Neben Rechtsfragen des Gewässerschutzes sollen auch Aspekte der wirtschaftlichen Gewässernutzung und die Modernisierung des Wassersektors untersucht werden. Europäisierung und Ökonomisierung sind die Schlagworte, mit denen sich das Rechtsgebiet beschreiben lässt. Aktuelle Anknüpfungspunkte finden sich auch in der Föderalismusreform, die eine Umgestaltung des deutschen Wasserrechts vorsieht. Um den Austausch mit allen Interessierten aus Wirtschaft, Verwaltung und Forschung zu fördern, veranstaltet das Institut regelmäßige Gesprächskreise.
www.uni-trier.de/wasserrecht
Patentanwälte stiften Professur für Gewerblichen Rechtsschutz in Hagen
29.08.06 - Mit 750.000 Euro fördert ein Stiftungsverein von Patentanwälten eine Professur für Bürgerliches Recht und Gewerblichen Rechtsschutz an der Fernuniversität Hagen. Die Förderung ist auf fünf Jahre angelegt, danach übernimmt die Hochschule die Finanzierung.
Der Vertrag wurde in Hagen für den Stiftungsverein von Prof. Dipl.-Ing. Dr. jur. Uwe Dreiss und Dipl.-Ing. Dr. jur. h.c. Hans Dieter Gesthuysen, beide Vorstandsmitglieder und ehemaligen Präsidenten der Patentanwaltskammer, unterzeichnet. Für die FernUniversität unterschrieben Rektor Univ.-Prof. Dr.-Ing. Helmut Hoyer und der Dekan der Rechtswissenschaftlichen Fakultät, Univ.-Prof. Dr. Dr. Thomas Vormbaum.
Für die Rechtswissenschaftliche Fakultät in Hagen ist die neue Professur eine wichtige Ergänzung. Bereits jetzt bietet sie spezielle Programme für die Aus- und Weiterbildung von Patentanwälten an - ein zweijähriges Studium des allgemeinen Rechts, dessen erfolgreiche Absolvierung Voraussetzung für das Patentanwaltsexamen ist, sowie ein LL.M.-Studiengang für Gewerblichen Rechtsschutz in Europa.
www.fernuni-hagen.de/REWI/welcome.html
Bremer Professor Knieper erhält Bundesverdienstkreuz
25.07.06 - Bundesjustizministerin Brigitte Zypries hat dem Bremer Rechtswissenschaftler Professor Dr. Rolf Knieper das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse übergeben.
Rolf Knieper ist Professor für Zivil- und Wirtschaftsrecht an der Universität Bremen und berät seit den 1970er Jahren Regierungen in vielen Teilen der Welt beim Aufbau rechtsstaatlicher Verfassungs- und Justizsysteme.
"Beratung statt Bevormundung, Originalität statt Imitation und verlässliche Institutionen statt ein Verlassen auf den Markt sind die Grundsätze des Wirkens von Professor Knieper", erklärte die Ministerin. "Er hat keinen bloßen Rechtsexport betrieben und ist nicht mit fertigen Patentrezepten ins Ausland gefahren. Vielmehr hat der Blick für die regionalen Verhältnisse, für die jeweilige Geschichte, Tradition und Kultur seine Arbeit so erfolgreich gemacht."
Im Jahr 1977 begann Professor Knieper seine internationale Arbeit im Tschad. Die dortige Regierung hatte ihn eingeladen, bei der Schaffung eines Gesetzes über die Bergwerke mitzuhelfen. Später hat Professor Knieper gemeinsam mit der Weltbank, der Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit und der Stiftung für internationale rechtliche Zusammenarbeit in vielen Ländern bei der Gesetzgebung und beim Aufbau rechtsstaatlicher Strukturen geholfen. Bis zum vergangenen Jahr stand er neun Jahre lang an der Spitze des Projekts der Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit zur Rechtsreform in den Transformationsstaaten Mittel- und Osteuropas.
Doping und mehr: Professur im Sportrecht an der Universität Gießen
27.06.06 - Professor Dr. Jens Adolphsen ist nun auch dem Titel nach als Sportrechtler an der Universität Gießen tätig: Die Widmung seiner Professur wurde auf "Bürgerliches Recht, nationales und internationales Zivilverfahrensrecht und Sportrecht" erweitert.
Adolphsen, der zuvor an der Law School der Universität Aberdeen gelehrt hat, ist damit offiziell erst der zweite Hochschuljurist, der sich mit nationalen und internationalen Rechtsfragen rund um den Sport beschäftigt - neben Professor Dr. Peter Heermann von der Universität Bayreuth.
Für seine im Jahr 2003 fertig gestellte Habilitationsschrift über internationale Dopingstrafen hatte Adolphsen 2004 den Förderpreis der Deutschen Institution für Schiedsgerichtsbarkeit e. V. (DIS) erhalten. Einen Namen hatte er sich schon zuvor im deutschen Reitsport gemacht, etwa als Rechtsexperte der Deutschen Reiterlichen Vereinigung und im Deutschen Olympiade-Komitee für Reiterei.
Seine Beschäftigung mit dem "neuen" Rechtsgebiet Sportrecht kommt unmittelbar auch der Lehre zugute: Ein Seminar im laufenden Sommersemester befasst sich mit aktuellen Fragen rund um das Thema.
US-Steuerrechtler bringt Common Law näher
27.06.06 - Professor Stephen Utz von der School of Law der University of Connecticut hat im Sommersemester die DAAD-Gastprofessur für anglo-amerikanisches Recht an der FU Berlin übernommen.
Utz ist Experte für Steuerrecht und bietet während seines Deutschland-Aufenthalts zwei Veranstaltungen an, die sich mit seinem Spezialgebiet befassen: "Tax Policy" und "US Property Law". Seine Vorgänger als Gastprofessoren waren Professor Kurt Albert Strasser und Professor Richard Hyland.
Am morgigen Mittwoch ist Utz zu Gast bei der Deutsch-Amerikanischen Juristen-Vereinigung (DAJV). Zusammen mit Dr. Alexander Werder von der Kanzlei Gleiss Lutz wird er über aktuelle Entwicklungen im internationalen Steuerrecht, speziell beim Doppelbesteuerungsabkommen zwischen Deutschland und den USA sprechen (Anmeldung über den DAJV).
Landtag in Mecklenburg-Vorpommern schließt Rostocker Juristenausbildung
30.05.06 (ML) - Der Landtag von Mecklenburg-Vorpommern hat das Ende der Juristenausbildung mit Staatsexamensabschluss an der Universität Rostock beschlossen. Auf Antrag des Landesbildungsministeriums erließen die Parlamentarier am 17. Mai eine "Zielvorgabe" für die Rostocker Hochschule, die eine Aufhebung des Studiengangs beinhaltet.
Nach Vorstellung des Bildungsministers Professor Dr. Hans-Robert Metelmann sollen zukünftige Juristen nur noch an der Universität Greifswald ausgebildet werden, nicht mehr an zwei Hochschulen im Land. "Ein entsprechender Bedarf an Volljuristen im Land und auch bundesweit ist nicht mehr und auch in der absehbaren Zukunft nicht erkennbar", erklärte Metelmann vor dem Landtag. Die durchschnittlich 80 Greifswalder Absolventen, so Metelmann, reichten aus.
Nach Angaben der Universität Rostock bedeutet der Landtagsbeschluss, dass schon zum Wintersemester 2006/07 eigentlich keine Jurastudenten mehr immatrikuliert werden dürfen. Ob es ohne den Regelstudiengang überhaupt eine Zukunft für die Juristische Fakultät gibt, die zunächst einmal bestehen bleibt, ist fraglich.
Allerdings hat die Universität beschlossen, gegen das Vorgehen der Landesregierung zu klagen. Die Rostocker haben in den vergangenen Monaten mehrfach erklärt, dass sie die Sparvorgaben des Landes einhalten können, ohne die Juristenausbildung opfern zu müssen. Diese Sparkonzepte fanden im MV-Bildungsministerium keinen Anklang. "Dieser selbstherrliche Umgang mit der Macht, dieser eklatante Eingriff in die Hochschulautonomie, diese überhebliche Missachtung wissenschaftlichen Sachverstands durch die politischen Instanzen sind in der Bundesrepublik beispiellos und werden den Ruf des Landes Mecklenburg-Vorpommern nachhaltig schädigen, wenn sie nicht korrigiert werden", erklärte der Rostocker Professor Dr. Peter Winkler v. Mohrenfels.
Honorarprofessur für Patentrechtler Osterrieth
30.05.06 - Dr. Christian Osterrieth, der heute seinen 49. Geburtstag feiert, ist von der Universität Konstanz zum Honorarprofessor für Patentrecht ernannt worden.
Er unterrichtet dort seit 1999 im Patentrecht. Seine Lehrveranstaltungen gehören zum Schwerpunktbereich "Deutsches und Europäisches Markenrecht", den die Universität vor einiger Zeit eingerichtet hat. Neben seinem Engagement in Konstanz - an der Hochschule, an der er studiert und promoviert hat - ist Osterrieth auch Lehrbeauftragter an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, wo er im Zentrum für Gewerblichen Rechtsschutz als Dozent an dem dortigen LL.M.-Studiengang beteiligt ist. Osterrieths Kanzlei Reimann Osterrieth Köhler Haft wurde im JUVE Handbuch Wirtschaftskanzleien 2005/06 zur Kanzlei des Jahres im Patentrecht ernannt.
Einen Steuerexperten hat die Universität Kiel zum Honorarprofessor ernannt: Dr. Dietmar Gosch, seit März 2005 Vorsitzender Richter am I. Senat des Bundesfinanzhofs, bietet in Kiel Veranstaltungen zum Steuerrecht an, zum Beispiel eine Vorlesung zum internationalen Steuerrecht im Sommersemester 2006.
Auch die Fachhochschule Brandenburg hat einen Lehrbeauftragten aus dem Justizbereich geehrt. Mit Dr. Peter Macke, dem ehemaligen Präsidenten des Verfassungsgerichts Brandenburg und des Brandenburgischen Oberlandesgerichts, wurde ein erfahrener Richter zum Honorarprofessor ernannt. Macke ist im Fachbereich Wirtschaft der FH tätig, außerdem unterrichtet er auch an der Universität Potsdam.
Greifswald: Zwei Honorarprofessoren bringen Praxisbezug
25.04.06 - Der Senat der Universität Greifswald hat zwei Juristen zu Honorarprofessoren ernannt. Dr. Frank Hardtke und Dr. Peter Lüdemann können sich ab dem Sommersemester mit dem Titel schmücken.
Hardtke ist Partner der Kanzlei Hardtke, Svensson & Partner in Greifswald. Als Fachanwalt für Steuerrecht und Arbeitsrecht wird er an der Rechts- und Staatswissenschaftlichen Fakultät insbesondere im Schwerpunktfach Steuern sowie im Masterstudiengang Steuern und Wirtschaft seine Veranstaltungen anbieten. Für Hardtke, der seine berufliche Laufbahn übrigens als Beamter der Berliner Kriminalpolizei begann, bedeutet die ehrenhafte Auszeichnung schon den zweiten Professorentitel. Bereits vor drei Jahren wurde er Professor für Steuer- und Unternehmensrecht an der Hochschule Wismar.
Sein Professorenkollege Lüdemann ist ebenfalls ein ausgewiesener Steuer-Experte. Der Rechtsanwalt und Steuerberater ist Partner im Münchener Büro der Rechtsberatungsgesellschaft der ECOVIS-Gruppe, ECOVIS Grieger Mallison Lüdemann & Partner. In seinen wissenschaftlichen Veröffentlichungen befasst er sich schwerpunktmäßig mit der Erschließung des Steuerrechts anderer Länder. Lüdemann ist Referent für internationales Steuerrecht des Deutschen Forums für Internationales Steuerrecht.
Die Greifswalder Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät hatte seit ihrer Neugründung im Jahr 1990 erst zwei Honorarprofessoren-Titel vergeben. Juristen werden im Bundesland Mecklenburg-Vorpommern sowohl in Greifswald als auch in Rostock ausgebildet. Die Juristische Fakultät dort fürchtet nach wie vor um ihr Fortbestehen, da die Landesregierung eine Konzentration der Jura-Ausbildung auf den Standort Greifswald anstrebt (siehe azur-mail März 2006).
www.uni-greifswald.de/~rsfdek/
Nach Bonn auch Jena: Neues Institut für Notarrecht
25.04.06 - Die Rechtswissenschaftler der Universität Jena forschen in Zukunft auch im Notarrecht: Die Rechtswissenschaftliche Fakultät und die bundesweit tätige Notarrechtliche Vereinigung haben die Einrichtung eines Instituts für Notarrecht vereinbart. Unterstützung für die neue Einrichtung leistet außerdem die Thüringer Notarkammer.
200.000 Euro stehen nach Angaben der Universität in den ersten fünf Jahren zur Verfügung. Professor Dr. Walter Bayer kündigte in seiner Funktion als Dekan an, mit diesen Mitteln den Institutsbetrieb sowie Vortragsveranstaltungen finanzieren zu können. "Auch freue ich mich sehr, dass zahlreiche Notare, allen voran Kammerpräsident Professor Dr. Stefan Hügel, ihre Bereitschaft bekundet haben, in verstärktem Maß an der Unterrichtung unserer Studierenden mitzuwirken, etwa in praxisnahen Vorlesungen zur Vertragsgestaltung." Auch die Universitätsleitung betonte, mit der neuen Kooperation könne die Universität ihr Profil als "praxisorientierte Ausbildungs- und Forschungsstätte" schärfen.
Bereits seit 2005 verfügen die Jenaer über ein Institut für Stiftungswesen, das als eine Abteilung der Ernst-Abbe-Stiftung - hervorgegangen aus der Carl-Zeiss-Stiftung in Jena - gegründet wurde. Es untersucht und entwickelt juristische und wirtschaftliche Aspekte der Stiftungsarbeit.
Das Notar-Institut geht am 7. Juli mit einem Symposion an den Start, das sich mit den "Schranken der Vertragsfreiheit" beschäftigt.
Sparkassen finanzieren Lehrstuhl am Institute for Law and Finance
28.03.06 - Die Helaba und die DekaBank, beide Mitglieder der Sparkassen-Finanzgruppe, finanzieren über einen Zeitraum von fünf Jahren einen neuen Lehrstuhl am Institute for Law and Finance (ILF) der Universität Frankfurt/Main.
Inhaber der Stiftungsprofessur für Bürgerliches Recht, Handels- und Wirtschaftsrecht, insbesondere Bankrecht, ist Professor Dr. Theodor Baums, der unter anderem als Leiter der deutschen Corporate-Governance-Kommission bekannt geworden ist. Baums war bislang Direktor des Instituts für Bankrecht an der Frankfurter Universität und bereits im geschäftsführenden Ausschuss des ILF tätig. Baums ist des Weiteren als External Counsel für die Kanzlei Shearman & Sterling tätig.
"Dank der Stiftungsprofessur wird die Forschungskapazität des Institute for Law and Finance und damit zugleich die Schwerpunktbildung der Universität Frankfurt im Bereich Finanzen entscheidend gestärkt", erklärte der ILF-Direktor Professor Dr. Andreas Cahn. "Diese Entwicklung wird nicht zuletzt Frankfurt in seiner Bedeutung als internationaler Finanzplatz zugute kommen."
Das ILF bietet seit 2002 einen LL.M.-Studiengang Finance an, in dem ausschließlich in englischer Sprache unterrichtet wird. Mit der Professur soll die wissenschaftliche Aufarbeitung aktueller Entwicklungen im Kapitalmarktrecht gestärkt werden.
http://www.ilf-frankfurt.de
Immobilienverband unterstützt neues Jura-Institut
28.03.06 - Anfang März hat an der Berliner Fachhochschule für Technik und Wirtschaft (FHTW) ein neu gegründetes Forschungsinstitut für Deutsches und Europäisches Immobilienwirtschafts- und Genossenschaftsrecht seine Tätigkeit aufgenommen.
Das Institut basiert auf einer Kooperation der FHTW mit dem GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen. Professor Dr. Jürgen Keßler, seit 1992 an der FHTW tätig, leitet das Institut. Er wird sich zunächst der derzeit diskutierten Novelle des Genossenschaftsgesetzes sowie der Reform der europäischen Beihilferegelungen und deren Auswirkungen auf die Wohnungswirtschaft widmen.
Von der Forschungsaktitvität können nicht nur die GdW-Unternehmen und die Wissenschaftler profitieren, sondern - indirekt - auch die Studierenden. An der FHTW sind 400 Studenten und Studentinnen im Studiengang Wirtschaftsrecht eingeschrieben, um den Grad eines Diplom-Wirtschaftsjuristen zu erwerben. Mit insgesamt rund 10.000 Studenten ist die FHTW die größte Berliner Fachhochschule.
Einen Bezug zum Immobilienrecht gab es allerdings schon vor der Gründung des Forschungsinstituts: Der MBA Real Estate Management bereitet in drei Semestern auf eine Tätigkeit in der Immobilienwirtschaft vor. Für den MBA-Studiengang, der im April zum dritten Mal beginnt, kooperiert die Hochschule mit der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft e. V. (BBA).
http://www.fhtw-berlin.de
Akademische Expertise im Regulierungsrecht
28.02.06 - Die Kanzlei Krist, Deller v. Ulmenstein & Partner kooperiert ab dem 1. März 2006 mit dem Chemnitzer Professor Dr. Ludwig Gramlich bei der Bewertung von Regulierungsfragen.
Gramlich ist Mitglied im Wissenschaftlichen Arbeitskreis bei der Bundesnetzagentur und im Beirat des Wissenschaftlichen Instituts für Infrastruktur und Kommunikationsdienste (WIK), Bad Honnef. Er ist ausgewiesener Kenner des deutschen und europäischen Postrechts und steht aufgrund dieses fachlichen Schwerpunkts seit längerer Zeit in regem Austausch mit Rechtsanwalt Christian Freiherr von Ulmenstein, der unter anderem private Postdienstleister in regulatorischen Fragen berät. Die Kanzlei teilt mit, dass sie durch die Kooperation in der Lage sei, auch umfangreiche gutachterliche Aufträge zu übernehmen.
http://www.tu-chemnitz.de/wirtschaft/jura1/index.php
Mannheimer Uni nicht pleite! Forschungen zu Insolvenz und Sanierung
31.01.06 - Die Universität Mannheim hat Ende Januar ein Zentrum für Insolvenz und Sanierung (ZIS) gegründet.
Im Rektorat der Universität unterschrieben der Mannheimer Rektor Professor Dr. Hans-Wolfgang Arndt (Mitte), Professor Dr. Georg Bitter (li.) und Rechtsanwalt Peter Depré (re.) vom Arbeitskreises Sanierung und Insolvenz Rhein-Neckar-Pfalz e. V., den Gründungsvertrag des Zentrums. Humorvoll schnitt Rektor Professor Dr. Wolfgang Arndt das Thema Elite an, auf das er zur Zeit nicht besonders gerne angesprochen werde - aber die Gründung des ZIS bringe die Elite des Insolvenzrechts zusammen. Das lässt die Universität vielleicht für einen Moment verschmerzen, dass sie in der ersten Auswahlrunde der DFG für so genannte "Elite-Universitäten" nicht zum Zuge gekommen ist.
Hochschuljuristen und Praktiker des Insolvenzrechts sollen am ZIS die richtigen Bedingungen für einen intensiven Austausch vorfinden; zugleich ist die interdisziplinäre Zusammenarbeit mit Wirtschaftswissenschaftlern der Universität erklärtes Ziel der Beteiligten. Im Beirat des neuen Instituts sind namhafte Experten vertreten - so der Vorsitzende des für Insolvenzrecht zuständigen IX. BGB-Senats, Dr. Gero Fischer, und sein Stellvertreter Dr. Hans Gerhard Ganter.
Organisatorisch ist das ZIS dem vor kurzer Zeit neu geschaffenen Lehrstuhl für Bürgerliches Recht, Bank-, Börsen- und Kapitalmarktrecht von Prof. Bitter angegliedert. Bitter war zahlreiche Jahre Assistent am Lehrstuhl von Professor Dr. Karsten Schmidt in Bonn.
Zu den ersten Aufgaben des neuen Zentrums gehört die Veranstaltung des 2. Mannheimer Insolvenzrechtstags im Juli 2006. Dort werden Professoren, Richter, Insolvenzverwalter und weitere Experten aus Kanzleien und Unternehmen die Gelegenheit haben, über aktuelle Probleme des Insolvenzrechts zu debattieren. Mehrfach im Jahr plant Bitter die Durchführung von Abendsymposien, bei denen ebenfalls Wissenschaftler und Praktiker zusammen kommen. Als erste gezielt auf Insolvenzthemen konzentrierte Forschungseinrichtung in Deutschland wolle man Vorreiter sein bei der wissenschaftlichen Aufarbeitung, zum Beispiel durch praxisnahe Promotionsprojekte. Außerdem will Bitter das Know-how des ZIS in der Gesetzgebung einbringen und laufenden Input zu insolvenzrechtlichen Fragen geben.
Depré betonte, das neue Zentrum solle auf hohem Niveau die Themen Insolvenz und Sanierung behandeln und auch internationale Fragestellungen einschließen, etwa solche des grenzüberschreitenden Insolvenzrechts.
BGH-Richter Fischer sagte am Rande der Gründungsveranstaltung, er wolle beim ZIS sein Wissen aus aktuellen Verfahren einbringen, die sein Senat gerade berate oder entschieden habe. Dazu zählten beispielsweise Fragen der Haftung von Insolvenzverwaltern oder das Anfechtungsrecht in der Insolvenz. Umgekehrt ermögliche ihm der Kontakt mit dem ZIS, sein Ohr noch näher an der Praxis zu haben und so wertvolle Informationen über die praktische Umsetzbarkeit von richterlichen Entscheidungen zu bekommen.
http://www.bankrecht.uni-mannheim.de/
DFG fördert Graduiertenkolleg zum Verfassungsrecht
31.01.06 - Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert an der Humboldt-Universität Berlin die Einrichtung eines Graduiertenkollegs zum Verfassungsrecht.
"Verfassung jenseits des Staates: Von der europäischen zur globalen Rechtsgemeinschaft" lautet das Thema für die Doktoranden an der Juristischen Fakultät. Sprecher des Graduiertenkollegs ist Professor Dr. Ingolf Pernice vom Institut für Völker- und Europarecht.
Im Zentrum der Überlegungen des Kollegs, so heißt es in dem Beschluss der DFG vom Ende letzten Jahres, sollen die juristischen Konsequenzen stehen, die die zunehmende Vernetzung und Abhängigkeit der Menschen untereinander im Zeitalter Globalisierung mit sich bringen. Die Teilnehmer sollen existierende Rechtsformen anhand der Praxis hinterfragen und weiterdenken. Experten öffentlicher und privater Institutionen aus Deutschland und der EU sowie der Vereinten Nationen begleiten die Doktorandenausbildung und ermöglichen Gastaufenthalte in den jeweiligen Organisationen.
Die Ausschreibung für Stipendien soll im Februar 2006 erfolgen.
http://pernice.rewi.hu-berlin.de/
Ehrung für Lebensmittelrechtler: Alfred Hagen Meyer ist Honorarprofessor
31.01.06 - Der Münchener Rechtsanwalt Dr. Alfred Hagen Meyer ist von der Technischen Universität München zum Honorarprofessor ernannt worden.
Meyer unterrichtet seit dem Wintersemester 1995/96 das Fach Lebensmittelrecht am Institut für Lebensmittelchemie der TU München. Er hat sich in zahlreichen wissenschaftlichen Veröffentlichungen mit dem Thema auseinandergesetzt, seine Sozietät Meyer Meisterernst zählt laut JUVE Handbuch Wirtschaftskanzleien zu den führenden Kanzleien im Lebensmittelrecht.
http://www.juve.de/cgi-bin/juve/dhb_introtxt.cgi?kapitel=Lebensmittelrecht&year=2005
Thüringer Finanzrichter zum Ehrendoktor ernannt
31.01.06 - Elmar J. Schuler, Präsident des Thüringer Finanzgerichts in Gotha, hat Ende Januar von der Friedrich-Schiller-Universität Jena die Ehrendoktorwürde erhalten.
Schuler ist ausgewiesener Steuerrechtler. Als Richter kam er kurz nach der Wende in die ehemalige DDR. Am Aufbau des Thüringer Finanzgerichts 1993 hat er federführend mitgewirkt, seit 1994 engagiert er sich auch für die Juristen-Ausbildung in Jena. Die dortige Rechtswissenschaftliche Fakultät zählt ihn zu den Begründern des Steuerrechts.
http://www.recht.uni-jena.de
Mannheimer Medizinrechtler koordinieren EU-Forschungsprojekt
20.12.05 - Das Institut für Medizinrecht der Universitäten Heidelberg und Mannheim wird zwei Jahre lang einen weltweiten Wissenschaftlerverbund koordinieren, der sich mit der Chimären- und Hybridforschung befasst.
Unter der Leitung von Professor Dr. Jochen Taupitz wird das Institut 25 Wissenschaftler aus 16 Staaten bei ihren Forschungsarbeiten unterstützen. Über 600.000 Euro stellt die EU für das CHIMBRIDS-Projekt bereit.
Im Mittelpunkt stehen Versuche mit Mischwesen aus menschlichen und tierischen Zellen, von denen sich die Wissenschaft neue Erkenntnisse im Kampf gegen Krankheiten wie Alzheimer, Parkinson oder Multiple Sklerose erhofft. Neben der naturwissenschaftlichen Dimension widmen sich die Experten auch ethischen, philosophischen und juristischen Aspekten. Am Ende sollen Empfehlungen für die Gesetzgebung und die wissenschaftliche Gemeinschaft erarbeitet werden.
www.imgb.de
www.jura.uni-mannheim.de/taupitz/
Rheinisches Institut für Notarrecht gegründet
29.11.05 - Um mehr praktische Elemente in die Ausbildung junger Juristen einzubringen und Veränderungen wie auch Probleme im Notarrecht gemeinsam anzugehen, unterzeichneten die Universität Bonn und die Deutsche Notarrechtliche Vereinigung im November einen Vertrag zur Gründung eines Instituts für Notarrecht.
Es gibt nicht viele Institute für Notarrecht: das zentrale in Würzburg sowie die Institute an den Universitäten München, Jena, Berlin. Diese drei Institute werden wie auch das neue in Bonn finanziell überwiegend von den Notaren der Region getragen.
Das Bonner Institut hat die Besonderheit, von allen linksrheinischen Notaren getragen zu werden, also der alten Rheinprovinz bis Saarbrücken - soweit in der französischen Besatzung vor 1800 die "Nur-Notare" nach französischem Recht eingeführt wurden. Aufgrund dieses großen Einzugsraums bot sich Bonn als Sitz des Instituts an. Die Gründer wollen auch mit anderen juristischen Fakultäten dieses Raumes kooperieren.
Von der Zusammenarbeit sollen Hochschule und Notare gleichermaßen profitieren. In Kooperation zwischen Professoren und Notaren sollen Fragen der aktuellen Rechtsentwicklung in wissenschaftlichen Symposien vertieft werden. Dazu sind auch gemeinsame Publikationen geplant. Der Blick und die Belange der Praxis werden so in die wissenschaftliche Diskussion eingebracht. Dieser neue Dialog wird nach Auffassung der Hochschule das wissenschaftliche Profil und die Praxisorientierung des juristischen Fachbereichs in Bonn weiter schärfen.
Der Fachbereich wird versuchen, verstärkt Notare für Lehrveranstaltungen zu spezifischen Fragestellungen zu gewinnen und gleichzeitig das Interesse am Beruf der Notare zu wecken. Seminararbeiten, Doktorarbeiten, Habilitationen und Forschungsprojekte sollen angeregt und gefördert werden.
Holger Zuck zum Honorarprofessor ernannt
25.10.05 - Am 5. Oktober 2005 wurde der Lehrbeauftragte Dr. Holger Zuck zum Honorarprofessor an der Hochschule Heilbronn ernannt.
Die Hochschule würdigt mit dieser Ernennung Zucks fachliche, pädagogische und persönliche Leistung in seiner mehr als zehnjährigen Lehrtätigkeit im Studiengang Verkehrsbetriebswirtschaft und Logistik. Zuck lehrt Planungs-, ÖPNV- und Eisenbahnrecht in den Bachelor- und Master-Vertiefungsmodulen Personenverkehr.
Im Hauptberuf ist Zuck seit 1993 als Rechtsanwalt in Stuttgart tätig. Durch seine Tätigkeit im Beamtenrecht, im Recht des ÖPNV und im Eisenbahnrecht erwarb er sich bundesweites Ansehen. Im öffentlichen Dienstrecht berät und vertritt Zuck Beamte und Dienstherrn, im ÖPNV- und Eisenbahnrecht Verkehrsunternehmen und ihre Verbände, darunter den Verband Baden-Württembergischer Omnibusunternehmer (WBO), den Fachverband Omnibusverkehr Hessen (FOH) und den Bundesverband Deutscher Omnibusunternehmer (bdo) sowie mehrere Verkehrsverbünde. Außerdem ist Zuck in der Gesetzgebungsarbeit engagiert.
www.fh-heilbronn.de/studiengaenge/vb
Drittmittel für Rechtswissenschaftler: Noch Nachholbedarf
27.09.05 - (ML) Jeder deutsche Hochschulprofessor hat im Jahr 2003 im Durchschnitt 83.300 Euro an Drittmitteln eingeworben.
Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes nahmen die deutschen Hochschulen 2003 insgesamt 3,4 Milliarden Euro an Drittmitteln von privaten und öffentlichen Einrichtungen ein. Je nach Hochschulart, Fächergruppe und Forschungsbereich gibt es allerdings erhebliche Unterschiede: So erzielten zum Beispiel die Universitätsprofessoren durchschnittlich 138.300 Euro, die FH-Kollegen lediglich 11.000 Euro, auch wenn dies eine deutliche Steigerung gegenüber dem Jahr 2002 bedeutet.
Unter den Fächern waren die Ingenieurwissenschaften besonders erfolgreich. Die darunter gezählten Lehrstühle konnten im Schnitt eine knappe Viertelmillion Euro einwerben. Entsprechend hoch rangieren die Technische Hochschule in Aachen und die Technische Universität München in der Drittmittel-Rangliste der Universitäten. In der nicht weiter differenzierten Fächergruppe Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften lagt der Durchschnitt bei 49.000 Euro. Die geringsten Drittmittel landeten bei den Sprach- und Kulturwissenschaftlern.
Einen kostenlosen Download von "monetären hochschulstatistischen Kennzahlen" bietet das Statistische Bundesamt unter www.destatis.de/shop an.
Neue private FH plant Wirtschaftsrechts-Studiengang
27.09.05 - (ML) Die neue nordrhein-westfälische Landesregierung hat die private Fachhochschule für Logistik und Wirtschaft in Hamm staatlich anerkannt. Dadurch kann die Hochschule noch zum Wintersemester ihren ersten Bachelor-Studiengang im Fach Logistik anbieten, sowohl im Präsenzstudium als auch für Fernstudenten.
Im Wintersemester 2006/2007 sollen außerdem Studiengänge für Wirtschaftsrecht sowie Wirtschaftsingenieurwesen beginnen. Gründungsrektor der FH ist Professor Dr. Reinhardt Jünemann aus Dortmund.
Die neue Hammer Fachhochschule ist eine Gründung des Heidelberger Bildungs- und Gesundheitskonzerns SRH, der bereits die Fachhochschule Heidelberg und die Fernfachhochschule Riedlingen a. d. Donau betreibt. An der Heidelberger FH gibt es bereits einen LL.B.-Studiengang im Wirtschaftsrecht mit dem Schwerpunkt internationale Rechtsbeziehungen. Der Studienabschluss ist hier schon nach zweieinhalb Jahren möglich.
www.srh.de
Berliner Medizinrechtler erhält Professur
27.09.05 - (ML) Rechtsanwalt Christian Dierks, sowohl im Fach Medizin als auch in den Rechtswissenschaften promoviert, ist jetzt von der Humboldt-Universität und der Freien Universität Berlin zum Honorarprofessor ernannt worden.
Dierks' Habilitation zu einem Thema der Gesundheitssystemforschung erfolgte 1999 an der Humboldt-Universität; an der Charité ist Dierks seit 1997 tätig, vor seiner Ernennung zum Professor als Privatdozent.
www.db-law.de/html/chr__dierks.html
Ermittlungsverfahren gegen Jura-Professor in Hannover
30.08.05 - Aufgrund einer Strafanzeige seiner eigenen Universität ermittelt die Staatsanwaltschaft Hannover gegen einen Professor der Juristischen Fakultät.
Am vergangenen Donnerstag durchsuchte die Zentralstelle für Korruptionsbekämpfung in Hannover und Hamburg seine Dienst- und Privaträume sowie die Hannoveraner Wohnung einer Studentin, die an seinem Lehrstuhl beschäftigt ist und bei der er nach Auskunft der Staatsanwaltschaft wohnt. Die Staatsanwaltschaft hat den Verdacht, dass der Hochschullehrer die Studentin "gegen körperliche Zuwendung" besser benotet hat. Der Studentin selbst wird die Manipulation von Klausuren des Professors vorgeworfen.
Ebenfalls durchsucht wurden die Geschäftsräume eines Beratungsunternehmens in Bergisch Gladbach. Presseberichten zufolge handelt es sich um das Institut für Wissenschaftsberatung von Dr. Frank Grätz und Dr. Martin Drees. Dieses Unternehmen, so der Vorwurf der Staatsanwälte, habe dem Hannoveraner Rechtswissenschaftler insgesamt circa 51.000 Euro gezahlt, damit er Promotionsvorhaben annahm, befürwortete und betreute, obwohl die Doktoranden die formalen Voraussetzungen zur Erlangung eines Doktortitels nicht erfüllten.
Nach einer ersten Sichtung der Akten geht die Staatsanwaltschaft von einer intensiven Zusammenarbeit zwischen dem Professor und der Beratungsfirma aus.
Juristische Texte unter der Lupe
30.08.05 - Drei voluminöse Bände umfassen die Forschungsergebnisse einer interdisziplinären Arbeitsgruppe der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften zum Thema "Die Sprache des Rechts". Sie sind jetzt nach fünfjähriger Tätigkeit der Arbeitsgruppe von dem Koordinator Kent D. Lerch herausgegeben worden.
Auf knapp 1.700 Seiten finden sich 66 Beiträge von Juristen, Sprachwissenschaftlern, Soziologen, Psychologen, Philosophen und Schriftstellern aus verschiedenen Ländern. Die Themenschwerpunkte lauten:
- Verständlichkeit, Missverständlichkeit und Unverständlichkeit von Recht
- Argumentieren, Begründen und Entscheiden im Diskurs des Rechts
- Strukturen, Formen und Medien der Kommunikation im Recht
http://www.bbaw.de/bbaw/Forschung/Forschungsprojekte/sdr/de/Startseite
Auch die Deutsche Gesellschaft für Sprachwissenschaft wird sich auf ihrer 28. Jahrestagung im Februar 2006 mit dem Thema "Sprache und Recht" auseinandersetzen. Dazu bereiten der Linguist Professor Günther Grewendorf von der Universität Frankfurt/M. und die Germanistin Dr. Monika Rathert von der Universität des Saarlandes einen Workshop vor. Folgende Themengruppen sind vorgesehen:
- Verständlichkeit: Wie unterschiedlich reagieren verschiedenen Rezipientengruppen auf juristische Texte? Wie können Autoren ihre juristischen Texte rezipientengerecht optimieren?
- Forensische Linguistik: Was kann die forensische Phonetik leisten? Wie kann eine linguistische Textanalyse bei der Kategorisierung von Tätern helfen?
- Mehrsprachigkeit und Rechtsterminologie: Wie können juristische Termini innerhalb der EU richtig übersetzt werden? Welche Gesetzesfassungen sollen bei Problemen herangezogen werden?
Wer dort vortragen möchte, sollte bis zum 1. September 2005 einen Abstract an die Organisatorin schicken. Eine Teilnahme an den Diskussionen im Workshop ist auch ohne eigenen Vortrag und ohne gesonderte Anmeldung möglich.
http://web.uni-frankfurt.de/fb10/rathert/forschung/dgfsen.html
Picot gründet M&A-Zentrum an der European Business School
26.07.05 - Rechtsanwalt Professor Dr. Gerhard Picot (60) übernimmt den neuen Stiftungslehrstuhl für Wirtschaftsrecht und insbesondere Mergers & Acquisitions an der European Business School (ebs) in Oestrich-Winkel.
Gleichzeitig nimmt dort das von Picot gegründete Center for Mergers & Acquisitions (CMA) seine Arbeit auf. An der ebs kann ausschließlich Betriebswirtschaftslehre studiert werden, seit zwei Jahren allerdings auch mit dem Schwerpunkt Wirtschaftsrecht. Diese von dem Heidelberger Professor Werner Ebke konzipierte Studienrichtung wird nach Auskunft der Hochschule stark nachgefragt.
Für die Zukunft ist die Einrichtung einer eigenen Law School und juristischen Fakultät an der ebs angedacht, um nicht nur angehende Betriebswirte mit juristischem Know-how zu versorgen, sondern auch, so Picot, "für die Jura-Studenten die Schnittstelle zwischen der Jurisprudenz und der Betriebswirtschaftslehre auszufüllen."
Picot ist seit dem vergangenen Jahr in eigener Kanzlei mit Standorten in Köln und München tätig, zuvor war er 25 Jahre lang Partner der Kanzlei Freshfields Bruckhaus Deringer bzw. der Vorgängersozietät. Der M&A-Experte wird dem Vernehmen nach bis Ende 2005 auch an der Universität Witten/Herdecke Lehrveranstaltungen anbieten; dort ist er seit 1998 Inhaber der wirtschaftsrechtlichen Professur des "Institute for Mergers & Acquisitions - IMA".
www.ebs.de/index.php?id=1025&L=0
Weitere Verstärkung für FOM-Wirtschaftsrecht
26.07.05 - Mit Dr. Rüdiger Knaup (44) ist ein weiterer hauptberuflicher Jura-Professor an der Fachhochschule für Oekonomie und Management FOM in Essen ernannt worden.
Knaup lehrt seit September 2004 an der FOM die Fächer Wirtschaftsrecht und Personalmanagement. Der praxisorientierte Studiengang Wirtschaftsrecht führt in sieben Semestern zum Abschluss als Diplom-Wirtschaftsjurist (FH). Träger der 1993 gegründeten privaten Fachhochschule mit 14 deutschen Standorten sind Wirtschaftsverbände. 6000 Studierende insgesamt nutzen das berufsbegleitende Studienangebot, 316 sind es im Bereich Wirtschaftsrecht.
Von 2001 bis 2004 war Rüdiger Knaup für Klaus Steilmann tätig - als Geschäftsführer Personal und Recht, später als Generalbevollmächtigter der Steilmann-Gruppe. Er ist außerdem sei 1997 1. Vorsitzender des ehemaligen Fußball-Bundesligisten Wattenscheid 09.
www.fom.de
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