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Universität Passau und University of London zementieren gemeinsame Juristenausbildung

26.01.10 - Die juristische Fakultät der Universität Passau ist Ende 2009 zum "Affiliate Centre" für Studiengänge der University of London ernannt worden. Passau führt diese Bezeichnung als einzige Universität in Kontinentaleuropa. Weltweit gibt es acht Universitäten, denen die Londoner Hochschulföderation mit diesem Titel bescheinigt, eine Ausbildung im Common Law auf dem Niveau einer englischen Universität zu gewährleisten.
Bei den Studiengängen "Diploma in Law" und "LL.B." kooperieren die Passauer Juristen schon seit längerem mit der University of London. Das Diplom-Programm soll – etwa zur Vorbereitung auf einen Auslandsaufenthalt – möglichst parallel zum deutschen Jura-Grundstudium absolviert werden. Entsprechende Lehrveranstaltungen in der Donaustadt sind nach dem englischen akademischen Kalender terminiert und werden in englischer Sprache abgehalten.
Den Bachelor-Studiengang, der ebenfalls zusätzlich zum deutschen Jurastudium belegt werden soll, gibt es ausschließlich als Fernkurs. Die jeweiligen Abschlussprüfungen finden in Passau statt. Zusätzlich zum deutschen Studienbeitrag fallen die entsprechenden Gebühren der englischen Partneruniversität an.
Mit der Organisation rechtswissenschaftlicher Studiengänge im „External Programme“ der University of London ist das sogenannte „Law Consortium“ betraut, dem mit King’s College, London School of Economics und University College London drei der renommiertesten Hochschulen für englisches Recht angehören. (NP)

Auf nach Schottland! Exklusives Studienprogramm in Edinburgh

25.08.09 - Die European Lawyers Association bietet wie bereits im letzten Jahr Juristen aus ganz Europa die Gelegenheit, im Rahmen des sechsmonatigen European Lawyers Programme (ELP) ab Januar 2010 Kenntnisse des schottischen Rechts zu erlangen.
Das schottische Recht vereinbart Elemente des Common Law und Einflüsse des europäischen Zivilrechts. Somit eignet sich das intensive Studienprogramm sehr gut, um sowohl das Common Law als auch das Zusammenwirken der britischen und der kontinentaleuropäischen Rechtstraditionen kennenzulernen.
Das ELP umfasst einen akademischen Teil an der Universität in Edinburgh sowie einen praktischen Teil bei schottischen Rechtsanwälten. Nach einer sechswöchigen Einführung in das schottische Recht hospitieren die Teilnehmer bei Anwälten, die beratend tätig sind (Solicitors). Nach einer darauf folgenden zweiten akademischen Periode werden die auswärtigen Juristen schottischen Prozessanwälten zugeordnet (Faculty of Advocates). Das Studienprogramm ist für die Teilnehmer kostenfrei, jedoch wird kein zusätzliches Stipendium zur Deckung der Lebenshaltungskosten gezahlt.
Das ELP setzt auf das European Young Lawyers Scheme (EYLS) des British Council auf, das leider nach über dreißig Jahren Laufzeit im Jahr 2006 eingestellt wurde. Das EYLS wurde in Deutschland vom DAAD unterstützt. Die Teilnehmer des EYLS haben vor über 25 Jahren eine sehr aktive Ehemaligenorganisation gegründet, die European Lawyers Association, die als gemeinnützige Vereinigung nach belgischem Recht organisiert ist. In letztem Sommer hat die European Lawyers Association die Finanzzusage von der schottischen Regierung für eine Wiederbelebung des Programms in Edinburgh bekommen.
Gerne würde die European Lawyers Association auch mindestens einen deutschen Teilnehmer nach Edinburgh schicken. Bewerbungen sind noch möglich bis zum 20. September 2009 an die E-Mail-Adresse von Dr. Christian Schröder, Rechtsanwalt im Münchner Büro der Kanzlei Görg: cschroeder@goerg.de. Der Auswahlprozess soll möglichst noch im September abgeschlossen werden. (ML)
Im Internet: www.european-lawyers.org

Wien: CHSH fördert Wirtschaftsrechtler mit Best Thesis Award

28.07.09 - Die österreichische Wirtschaftskanzlei CHSH Cerha Hempel Spiegelfeld Hlawati vergibt im Herbst 2009 erstmalig einen Preis für die besten wissenschaftlichen Arbeiten im Studiengang Wirtschaftsrecht der Wirtschaftsuniversität Wien (WU).
Die Auszeichnung mit dem Namen "LAWard 2009" wird in insgesamt drei Kategorien vergeben und ist mit insgesamt 3.500 Euro dotiert. Eine Fachjury unter Leitung von Professor Dr. Christoph Grabenwarter vom Institut für Österreichisches und Europäisches Öffentliches Recht an der WU und Dr. Clemens Hasenauer, Leiter der Transaktionsanwälte bei CHSH, entscheidet über die Preisträger.
Mit der Einrichtung des Preises fördert die Kanzlei die wissenschaftlichen Leistungen in dem erst 2006 an der Wirtschaftsuniversität Wien gestarteten Studiengang Wirtschaftsrecht. „Bilanzen lesen zu können und die Grundlagen des Rechnungswesens zu verstehen, sind Must-haves in unserer Profession geworden“ erläutert Dr. Hasenauer von CHSH die gestiegenen Anforderungen der Wirtschaftskanzleien an Absolventen. CHSH ist vor allem im Gesellschaftsrecht/M&A sowie im Kapitalmarktrecht eine der führenden Wiener Kanzleien.
Der Studiengang an der WU konzentriert sich daher auf die wirtschaftsrechtlichen Aspekte der verschiedenen Rechtsgebiete sowie auf eine internationale und praxisbezogene Ausrichtung des Studiums. Zudem wurde der Studiengang an die Bachelor/Master-Struktur der Bologna-Regelungen angepasst, um ihn auch international konkurrenzfähig zu machen.
Damit ist die Wirtschaftsuniversität allerdings nicht die einzige österreichische Hochschule, die mit ihrem Studienangebot auf die gestiegenen Anforderungen an Nachwuchsanwälte reagiert. Besonders aufgrund der Nachfrage nach immer spezialisierten Kenntnissen in einzelnen Rechtsgebieten und Zusatzqualifikationen bieten beispielsweise viele Hochschulen mittlerweile LL.M.-Programme an, die auch für deutsche Juristen attraktiv sind und sie auf den internationalen Anwaltsmarkt vorbereiten (siehe azur 1/2009: "Der Alpen-LL.M."). (ham)

Max-Planck-Juristen kooperieren mit Luxemburg

26.05.09 - Die Max-Planck-Gesellschaft dehnt ihre juristische Arbeit jetzt auch ins Ausland aus. Sie hat Ende Mai mit dem Großherzogtum Luxemburg einen Kooperationsvertrag für die Errichtung eines rechtswissenschaftlichen Max-Planck-Instituts in Luxemburg-Stadt unterzeichnet.
Das geplante juristische Institut in Luxemburg wird sich mit den Grundlagen gerichtlicher und administrativer Verfahren beschäftigen und dabei eng mit der juristischen Fakultät der Universität Luxemburg kooperieren. Die endgültige Bezeichnung ist noch nicht geklärt, der Arbeitsname des Projekts lautet „Max Planck Institute for Comparative (or International), European and Regulatory Procedural Law“. Die Forscher werden in Luxemburg das Europäische Verfahrensrecht, das vergleichende oder internationale Prozessrecht sowie die Verfahrensfragen der Finanzmärkte in den Blick nehmen. Angesichts der in Luxemburg vertretenen Institutionen der Europäischen Union, insbesondere der Europäische Gerichtshof, bietet der Standort für diese Schwerpunktbildung gute Voraussetzungen.
Das Großherzogtum Luxemburg hat eine dauerhafte und – wie es in der Presseerklärung heißt – „großzügige“ Finanzierung für das neue Institut zugesagt. Die abschließende Entscheidung über die Gründung wird der Senat der Max-Planck-Gesellschaft treffen, sobald feststeht, wie das Direktorium personell besetzt wird.
Mit dem Luxemburger Institut möchte die Max-Planck-Gesellschaft ihre breite juristische Kompetenz um das Verfahrensrecht ergänzen. Derzeit besitzt die Max-Planck-Gesellschaft fünf juristische Institute, die das materielle Recht in den Kerngebieten des Privatrechts, des Strafrechts und des Völkerrechts sowie in Fragen des Geistigen Eigentums, des Wettbewerbs, der Besteuerung und der Sozialsysteme untersuchen. Hinzu treten das in Frankfurt ansässige Institut für Europäische Rechtsgeschichte und das im Jahre 2003 in Bonn gegründete Max-Planck-Institut für die Erforschung von Gemeinschaftsgütern.
Die Max-Planck-Gesellschaft ist zur Zeit im Ausland nur vereinzelt tätig. Sie unterhält derzeit drei Institute im Ausland: Die Bibliotheca Hertziana in Rom, das Kunsthistorische Institut in Florenz und das Max-Planck-Institut für Psycholinguistik in Nijmegen. Dazu kommt neuerdings das von US-amerikanischer Seite finanzierte Max Planck Florida Institute auf dem Jupiter Campus in Palm Beach, Florida.

Blick über die Grenze: Karrieremesse für österreichische Juristen

24.02.09 - Bereits zum siebzehnten Mal findet am 25. März 2009 im Wiener Juridicum die Berufs- und Karrieremesse Success statt. Bereits am Vorabend werden während der sogenannten LL.M. Night postgraduale Studiengänge vorgestellt.
Die Messe Success richtet sich an Studierende und Absolventen aller österreichischen rechtswissenschaftlichen Fakultäten. Im Rahmen der Messe sowie der LL.M. Night können Studierende und Absolventen Kontakte zu Personalverantwortlichen führender Kanzleien, Unternehmen und Hochschulen knüpfen.
Konkrete Angebote für Jobs, Praktika und Traineeships gibt es unter anderem von den Kanzleien Binder Grösswang, CHSH Cerha Hempel Spiegelfeld Hlawati, DLA Piper Weiss-Tessbach, Dorda Brugger Jordis, fwp Fellner Wratzfeld & Partner und Wolf Theiss.
Im Internet: www.uniport.at/uniport/frontend.Messen/home.now?messe=success09

Großbritannien: Banker schwenken auf Jura um

28.10.08 - Die Bankenkrise hat nicht nur Auswirkungen auf das Finanzsystem. Auch die Karrierechancen bei Investmentbanken werden zunehmend negativ bewertet und führen zu steigendem Andrang bei den Ausbildungsprogrammen für juristische Berufe.
Die führenden Anbieter der entsprechenden Kurse melden in diesem Jahr laut der englischen Anwaltszeitung "The Lawyer" bis zu 24 Prozent mehr Bewerbungen. Landesweit ist das Interesse um 13 Prozent angestiegen.
Dieser deutliche Aufschwung ist vermutlich darauf zurückzuführen, dass diejenigen Absolventen, die eigentlich bei einer Investmentbank anfangen wollten, dort nicht mehr landen können oder von sich aus eine Alternative suchen. Juristische Berufe gelten als weniger anfällig für konjunkturelle Schwankungen als Bankberufe. Andererseits gibt es Presseberichte, dass Londoner Kanzleien in diesem Jahr bereits über 700 Anwälte entlassen haben - ebenfalls in Folge der weltweiten Finanzkrise.
Trotzdem orientieren sich deutlich mehr Berufsanfänger als früher in Richtung Anwaltschaft. Mit dem Erwerb des sogenannten "Graduate Diploma in Law" (GDL) schaffen die Interessenten die akademischen Voraussetzungen, um Solicitor oder Barrister zu werden. Das GDL wird nach einem einjährigen Kurs abgeschlossen, kann aber auch berufsbegleitend absolviert werden. Das Fach des ersten Studienabschlusses spielt in Großbritannien keine ausschlaggebende Rolle. (ML)

Juristisches Gemeinschaftsprojekt der Universitäten Bayreuth und Dar es Salaam

30.09.08 - An der Juristischen Fakultät der Universität Dar es Salaam in Tansania wurde Anfang September das Tansanisch-Deutsche Fachzentrum für Rechtswissenschaft eröffnet.
Das Fachzentrum kam durch die langjährige Zusammenarbeit der Universitäten Bayreuth und Dar es Salaam zustande. Es bietet einen Masterstudiengang mit dem Abschluss LL.M. (Master of Laws) an, der 18 Monate umfasst und bereits im September 2008 startet. Im kommenden Jahr folgt ein dreijähriges rechtswissenschaftliches Promotionsprogramm. Der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) unterstützt das Zentrum finanziell.
Das DAAD-Förderprogramm "Einrichtung von universitären Fachzentren zur Ausbildung von Führungseliten in Afrika" ist neu und wird neben Dar es Salaam noch vier weitere Zentren fördern. So wird an der University of Western Cape in Südafrika ein Zentrum entstehen, in dem Führungskräfte in der Strafjustiz und Verbrechensprävention ausgebildet werden. Kooperationspartner in Deutschland ist die Jura-Fakultät der Humboldt-Universität Berlin.
Die Ausbildung wendet sich an Studieninteressierte aus Tansania und den anderen Mitgliedsstaaten der Ostafrikanischen Gemeinschaft – Burundi, Kenia, Ruanda und Uganda. Es bietet begabten Studierenden die Möglichkeit, sich für herausgehobene berufliche Positionen zu qualifizieren. Im Vordergrund steht dabei neben der Ausbildung für klassische juristische Berufe auch die Vorbereitung auf Führungspositionen in Politik, Verwaltung, Wirtschaft, Kultur und Internationalen Organisationen.
Schwerpunkte liegen in den Bereichen Verfassungsrecht, Menschenrechte und Rechtsvergleichung. Die Inhalte sind ausgerichtet auf die Region und behandeln sowohl die rechtlichen Strukturen der Ostafrikanischen Gemeinschaft als auch die Rechtsordnungen ihrer Mitgliedsstaaten. Spezielle Fachkurse bieten die Möglichkeit, sich mit Grundzügen des deutschen und europäischen Rechts vertraut zu machen. Das zunächst auf die Dauer von fünf Jahren angelegte Programm bietet insgesamt 40 LL.M.-Studierenden und zehn Doktorandinnen und Doktoranden die Möglichkeit, mittels Vollstipendien ihre Studienabschlüsse zu erreichen.
Die Koordination des tansanisch-deutschen Fachzentrums liegt in den Händen eines "Academic Committee" mit dem Dekan der juristischen Fakultät der Universität Dar es Salaam, Prof. Dr. Sifuni E. Mchome und Dr. Kennedy Gastorn, der in Bayreuth promoviert hat. Auch die Bayreuther Rechtswissenschaftler Privatdozent Dr. Harald Sippel und Professorin Dr. Ulrike Wanitzek, die seit vielen Jahren in der Afrikaforschung tätig sind, wirken dort mit. "Wir werden uns gemeinsam mit unseren tansanischen Kolleginnen und Kollegen für ein umfassendes Qualitätsmanagement der neuen Ausbildungsangebote einsetzen", betont Wanitzek, die die Projektleitung des Fachzentrums übernommen hat. "Darüber hinaus wollen wir ein gemeinsames Alumni-Netzwerk aufbauen, das die enge Kooperation der Universitäten Dar es Salaam und Bayreuth weiter vertiefen wird."
Im Internet: www.ias.uni-bayreuth.de

Gießener Professoren lehren Verwaltungsrecht in Vietnam

30.09.08 - In Vietnam fand in der vergangenen Woche ein gemeinsames Seminar des Fachbereichs Rechtswissenschaft der Universität Gießen und der Rechtshochschule Hanoi statt.
Der vom Land Hessen geförderte viertägige Kurs "Verwaltungsrecht in der Marktwirtschaft" für Professoren, Verwaltungsbeamte und Richter behandelt die Bedeutung verwaltungsrechtlicher Regelungen für die Wirtschaft im deutschen Recht, im Recht der Transformationsstaaten und im Europarecht. Dozenten sind die Professorin Dr. Mahulena Hofmann, Expertin für Europarecht und Transformationsforschung, und der Öffentlich-Rechtler Professor Dr. Franz Reimer.
Das Programm ist Teil einer im Februar in Gießen vereinbarten Kooperation und setzt das ebenfalls im Februar von den Außenministern der beiden Länder in einem Memorandum niedergelegte Anliegen um, die Zusammenarbeit auf dem Gebiet des Rechts zu vertiefen. Die Sozialistische Republik Vietnam hat 86 Millionen Einwohner und eine prosperierende Privatwirtschaft mit einem jährlichen Wachstum von über acht Prozent.
Im Internet: www.recht.uni-giessen.de/wps/fb01/home/fb01/

Neues von der DAJV: U.S.-amerikanisches Vertragsrecht und Master-Überblick

25.03.08 - Vom 17. bis zum 19. April 2008 findet ein Workshop der Deutsch-Amerikanischen Juristen-Vereinigung (DAJV) zum US-amerikanischen Vertragsrecht statt. Veranstalter ist die DAJV Student Division in Zusammenarbeit mit der Atlantischen Akademie Rheinland-Pfalz. Auf dieser Fachtagung werden die Grundzüge des amerikanischen Vertragsrechts erklärt und an Hand von Fallstudien vertieft.
Dabei gibt es auch Einblicke in die Arbeit von Wirtschaftsanwälten. Dr. André Alfes von der Kanzlei FPS Fritze Paul Seelig erläutert Grundzüge des ISDA Master Agreements, einer Vertragsvorlage für den Derivatehandel. Dr. Mark Oliver Kersting von Görg Rechtsanwälte widmet sich den ökonomischen Einflüssen auf das US-Vertragsrecht. Die dreitägige Veranstaltung – zwei Tage im pfälzischen Lambrecht, am dritten Tag in Frankfurt – richtet sich an alle Nachwuchsjuristen.
Wer das us-amerikanische Vertragsrecht in aller Gründlichkeit kennenlernen möchte und einen Master-Abschluss in den USA anstrebt, kann übrigens den entsprechenden DAJV-Studienführer konsultieren, der soeben in einer Neuauflage erschienen ist. Auf über 250 Seiten gibt es nicht nur Informationen zu den diversen Studienanbietern und –programmen, sondern auch zahlreiche praktische Hilfestellungen bei der Planung eines Studienjahrs mit den Abschlüssen LL.M., M.C.L. und M.C.J.
Im Internet: www.dajv.de




 



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