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29.08.2017

Urbane Fußabdrücke: Großes Forschungsprojekt an der HafenCity Universität in Hamburg

Ein Forschungsprojekt der Rechtswissenschaftlerin Dr. Cathrin Zengerling an der HafenCity Universität Hamburg (HCU) erkundet die Rolle von Städten für den Klima- und Ressourcenschutz. Acht Städte weltweit werden zum Gegenstand ihrer Forschung, Ziel sind Steuerungsmodelle für deren ökologischen Fußabdruck. Gefördert wird Zengerling durch die Volkswagen-Stiftung.

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Cathrin Zengerling betreibt interdisziplinäre Städteforschung

Der Klimawandel und die voranschreitende Ausbeutung natürlicher Ressourcen stellen die gesamte Welt vor enorme Herausforderungen. Internationale Vereinbarungen weisen städtischen Maßnahmen eine immer größere Bedeutung zu. Doch trotz dieses Bedeutungsgewinns der Städte als Akteure gibt es international weder etablierte Steuerungsmodelle noch weithin akzeptierte Bilanzierungsmethoden.

Das Forschungsprojekt „Urban Footprints – Towards Greater Accountability in the Governance of Cities‘ Carbon and Material Flows“ soll die Grenzen von Rechtswissenschaften und Stadtforschung überwinden. Ziele sind sowohl eine Wissensbasis, eine Analyse von Chancen und Herausforderungen sowie Empfehlungen für gestärkte, verantwortungsvolle Steuerungsprozesse urbaner Fußabdrücke.

„Städte werden als Akteure in der Klima- und Ressourcenpolitik immer wichtiger und präsenter. Um sie zuverlässig in Steuerungsprozesse einbinden zu können, ist es wichtig, international stark unterschiedliche Handlungsspielräume zu verstehen“, so Zengerling. Seit November 2015 ist sie Habilitandin und wissenschaftliche Mitarbeiterin an der HCU Hamburg. Sie lehrt in den Studiengängen Stadtplanung und ‚Resource Efficiency in Architecture and Planning‘ (REAP) und forscht an der Schnittstelle von Recht, Umweltschutz und Stadtentwicklung.

In fünf Projektjahren untersucht nun das Team der HCU-Wissenschaftler die urbanen Fußabdrücke von acht vorläufig ausgewählten Städten: Schanghai (China), Delhi (Indien), Los Angeles (USA), São Paulo (Brasilien), Lagos (Nigeria), Kairo (Ägypten), Toronto (Kanada) und Hamburg. Unterstützung erhalten die Forscher durch das renommierte Freigeist-Fellowship der Volkswagen-Stiftung in Höhe von rund 800.000 Euro. (Markus Lembeck)