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25.07.2017

Arbeitsrecht erforschen: DFG fördert Projekt zur Kollektivität

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert mit 420.000 Euro ein Forschungsvorhaben der Universität Frankfurt (Oder). Das auf drei Jahre angelegte Projekt von Juraprofessorin Dr. Eva Kocher befasst sich mit der Rolle des Arbeitsrechts für das kollektive Handeln von Beschäftigten.

Unter dem Titel „Selbstermächtigung in verrechtlichten Verhältnissen – Zum Wandel vergeschlechtlichter Kollektive in Konflikten der Erwerbsarbeit“ untersuchen Frankfurter Rechtswissenschaftler das kollektive Handeln von Beschäftigten in der Erwerbsarbeit, etwa als Betriebsräte und in Gewerkschaften. Kocher geht speziell der Frage nach, wie sich das Arbeitsrecht auf Kollektivierungsprozesse, die Vorstellungen von Kollektivität und die Zusammensetzung von Kollektiven auswirkt, insbesondere in Hinblick auf die Bedeutung des Geschlechts.

Das Forschungsvorhaben ist Teil eines größeren, interdisziplinären Projekts. Die Gruppe „Recht – Geschlecht – Kollektivität: Prozesse der Normierung, Kategorisierung und Solidarisierung“ beschäftigt sich dabei mit unterschiedlichen Arten von Kollektivität, von losen sozialen Bewegungen über Hausgemeinschaften bis zu Vereinen und politischen Organisationen. Wissenschaftler aus den Bereichen Soziologie, Jura, Ethnologie, Kulturwissenschaften und Geschichte untersuchen die Handlungsformen solcher Vereinigungen. Neben der Universität Frankfurt (Oder) beteiligen sich in Berlin die Humboldt-Universität, die Freie und die Technische Universität sowie die Universität Potsdam. (Markus Lembeck)