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13.06.2017

Associate-Umfrage: Was junge Anwälte glücklich macht

Wer angesichts der sich immer höher drehenden Gehälterspirale denkt, dass Associates nur aufs Geld schauen, der liegt falsch: Laut azur-Associate-Umfrage 2016, an der über 3.000 junge Juristen teilnahmen, beeinflusst das Betriebsklima die Zufriedenheit deutscher Associates mit ihren Arbeitgebern am stärksten. Eine hohe Bezahlung wirkt sich auf die Zufriedenheit kaum aus, eine gute Work-Life-Balance hingegen durchaus.

Am engsten hängt die Zufriedenheit der Teilnehmer mit dem Betriebsklima zusammen – die Note, mit der die Teilnehmer ihren Arbeitgeber für diesen Teilaspekt bewerten, entspricht in den meisten Fällen auch der Gesamtnote. Weit von der überwiegend positiven Gesamtnote entfernt liegen hingegen die durchschnittlichen Detailnoten zu so zentralen Punkten wie Aufstiegschancen oder Kommunikation seitens des Arbeitgebers. In beiden Punkten sind die Associates in Kanzleien laut der letzten azur-Umfrage nicht einmal „eher zufrieden“.

Hohe Bezahlung relativiert sich schnell

Wie hoch das Gehalt der Associates ausfällt, hat dagegen keinen direkten Einfluss auf die Gesamtzufriedenheit. Zwar sind die Gehälter der Anwälte in vielen Kanzleien über die letzten Jahre massiv gestiegen. In den führenden Kanzleien legten die Einstiegsgehälter seit Einführung des Euro 2002 um rund 50 Prozent zu – mehr als doppelt so stark wie das Durchschnittseinkommen in Deutschland.

 

Die Kluft wird größer

 

Die Zufriedenheit der Teilnehmer an der azur-Associate-Umfrage mit ihrem Gehalt hat sich hingegen kaum verändert – mit zwei Ausnahmen: Die durchschnittliche Zufriedenheit aller Umfrageteilnehmer aus Kanzleien mit ihrem Gehalt ging immer dann deutlich zurück, wenn einzelne Kanzleien massive Gehaltserhöhungen vermeldeten.

Dies war bereits 2011 so, als Milbank Tweed Hadley & McCloy als erste Sozietät im Markt 125.000 Euro für Berufseinsteiger bot. Es wiederholte sich 2016, als Hengeler Mueller ihr Maximalgebot im ersten Berufsjahr auf 120.000 Euro erhöhte. Obwohl das Durchschnittsgehalt der Umfrageteilnehmer jeweils leicht zunahm, sank ihre Zufriedenheit mit diesem Punkt beide Male spürbar unter die Marke „eher zufrieden“.

Mehr Freizeit macht tatsächlich glücklicher

Am deutlichsten kritisieren die Umfrageteilnehmer in Kanzleien seit Jahren die Arbeitsbelastung und ganz besonders die Förderung der Work-Life-Balance durch den Arbeitgeber. Doch der Vergleich der durchschnittlichen Wochenstunden, die die Umfrageteilnehmer am Schreibtisch verbrachten, und ihrer Resonanz zu Arbeitslast und Work-Life-Balance zeigt einen deutlichen Zusammenhang: Wer weniger arbeitet, ist damit meist auch zufriedener.

An der azur-Associate-Umfrage nahmen im Sommer 2016 insgesamt 3.138 berufstätige Juristen aus Kanzleien, Unternehmen, Beratungsgesellschaften und Behörden teil. (Norbert Parzinger)

Die aktuelle azur-Associate-Umfrage ist online. Unter allen Teilnehmern verlosen wir 5 Eintrittskarten für die JUVE Awards 2017 (am 26. Oktober in der Alten Oper in Frankfurt) und 100 Exemplare des JUVE Handbuch Wirtschaftskanzleien 2017/18. Jetzt an der Associate-Umfrage teilnehmen