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16.05.2017

Associategehälter: Mit der Arbeitslast steigt auch der Stundenlohn

Der Bruttostundenlohn des deutschen Durchschnitts-Associates liegt bei 40,73 Euro – das sind knapp vier Prozent mehr als im Vorjahr. Doch regional gibt es weiterhin große Unterschiede. Die höchsten Stundenentgelte werden in den Anwaltshochburgen Frankfurt, Düsseldorf und München gezahlt. Das ergab die azur-Associate-Umfrage 2016, an der insgesamt über 3.100 junge Juristen teilnahmen.

Was Kanzleien betrifft, entkräftet die azur-Umfrage erneut das alte Vorurteil, dass die Arbeit in einem Hochleistungsumfeld gemessen am Zeitaufwand nicht besser bezahlt sei als in gemütlicheren Einheiten. Im bundesweiten Durchschnitt müssen Associates in Kanzleien laut der azur-Umfrage mit rund 54 Wochenstunden Arbeitszeit rechnen.

Längere Arbeitstage in Kanzleien lohnen sich

Die Umfrageteilnehmer aus Frankfurt arbeiteten dagegen im Schnitt über 56 Wochenstunden, ihre Kollegen aus Düsseldorf und München jeweils knapp 55 Stunden. Dafür bezahlen die Kanzleien in den Anwaltsmetropolen aber so viel besser, dass auch pro Stunde mehr Geld für den Einzelnen herausspringt als anderswo. Die Welle der – teils recht massiven – Gehaltserhöhungen seit Sommer 2016 ist dabei wegen des frühen Umfragezeitpunkts noch gar nicht berücksichtigt.

 

Stundenlohn Associates K azur

Regional zerfällt der Markt wie schon im Vorjahr in mehrere Gruppen: Fast gleichauf an der Spitze stehen mit Frankfurt, Düsseldorf und München die drei wichtigsten Standorte der großen Wirtschaftskanzleien (42,37 bis 43,46 Euro). Leicht unter dem Bundesdurchschnitt liegen dagegen Berlin, Hamburg und Köln (38,95 bis 40,41 Euro).

Mit deutlichem Abstand folgen Stuttgart und die regionalen Märkte in Süd- und Westdeutschland (33,73 bis 36,32 Euro). Schlusslichter sind die Regionen Norden und Osten, wo Associates unter 30 Euro pro Stunde verdienen, bei einer durchschnittlichen Wochenarbeitszeit von rund 49 bzw. 45 Stunden. Aus dem ländlichen Hessen lagen der Redaktion zu wenige Informationen vor.

Nur bei Inhousejuristen drückt Freizeit nicht auf den Stundenlohn

Die Verbindung von hohem Stundenlohn und relativ geringen Arbeitszeiten schaffen zuverlässig nur Inhousejuristen. Laut azur-Umfrage arbeiten sie im Schnitt 45,6 Wochenstunden und damit deutlich weniger als ihre Kollegen in Kanzleien. Beim Stundenlohn liegen die Inhousejuristen mit 40,53 Euro aber fast gleichauf.

Um den Stundenlohn zu ermitteln, stützte sich die azur-Redaktion auf zwei Angaben der Umfrageteilnehmer: die durchschnittliche Arbeitszeit in Wochenstunden, die auf das ganze Jahr hochgerechnet wurde, und das Bruttojahresfestgehalt. Bonuszahlungen und Nebenleistungen blieben unberücksichtigt. Angenommen wurden 28 voll genutzte Tage Jahresurlaub. (Norbert Parzinger)

An der azur-Associate-Umfrage nahmen im Sommer 2016 insgesamt 3.138 berufstätige Juristen teil. Die nächste Associate-Umfrage startet voraussichtlich Ende Mai 2017.

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