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27.10.2016

Associategehälter: Auch Gleiss Lutz und Linklaters erhöhen kräftig

Im Sommer hatte Hengeler Mueller den Anfang gemacht, wenig später war Freshfields Bruckhaus Deringer nachgezogen. Nun erhöhen mit Gleiss Lutz und Linklaters zwei weitere deutsche Top-Kanzleien das Einstiegsgehalt auf 120.000 Euro. Diese Zahl hat sich damit als neuer Standard im Spitzensegment etabliert. Noch höhere Summen bieten eine Reihe von US-Kanzleien, von denen zuletzt ebenfalls einige nachlegten.

Linklaters bezahlt ab Jahreswechsel – genau wie Freshfields seit September – allen Berufsanfängern einheitlich 120.000 Euro. Gleiss dagegen honoriert Doktortitel und LL.M. mit jeweils 5.000 Euro zusätzlich zum Basis-Einstiegsgehalt von 110.000 Euro, das ebenfalls ab Jahreswechsel gilt. Im zweiten Berufsjahr bezahlt Gleiss dann einheitlich 120.000 Euro, bei Linklaters steigt das Gehalt auf 130.000 Euro. In beiden Kanzleien betrifft die neue Gehaltsstruktur auch die Bestandsmannschaft.

In den höheren Berufsjahren liegen Gleiss und Linklaters beim Festgehalt nur um maximal 5.000 Euro auseinander. Doch während Gleiss auch weiterhin kategorisch keine Boni bezahlt, winkt Linklaters nun schon ab dem dritten statt wie bisher ab dem sechsten Jahr mit Bonuszahlungen, die bis zu 30.000 Euro jährlich betragen können.

Vorsprung der US-Kanzleien schmilzt

Einstiegsgehälter in Höhe von 120.000 Euro oder mehr bezahlten bisher vor allem kleine Einheiten mit US-Anbindung, so etwa Kirkland & Ellis, Milbank Tweed Hadley & McCloy, Skadden Arps Slate Meagher & Flom, Sullivan & Cromwell und Willkie Farr & Gallagher. Als bislang letzte Kanzlei stieß Weil Gotshal & Manges in diese Region vor: Sie bietet seit Kurzem 115.000 bis 125.000 Euro.

100.000 bis 120.000 Euro gibt es bei King & Spalding. Weitere US-Kanzleien bleiben trotz jüngst erhöhter Gebote etwas hinter dem neuen Maßstab im Spitzensegment zurück, so etwa Kaye Scholer (100.000 bis 110.000 Euro), Morgan Lewis & Bockius (95.000 bis 110.000 Euro) und WilmerHale (110.000 Euro). (Norbert Parzinger)

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