© JUVE GmbH Köln
27.09.2016

Neuer Maßstab: Freshfields erhöht Einstiegsgehalt auf 120.000 Euro

Nach Hengeler Mueller erhöht auch Freshfields Bruckhaus Deringer das Festgehalt für Berufseinsteiger massiv. Wie aus dem Umfeld der Kanzlei bekannt wurde, zahlt Freshfields ab September 120.000 Euro. Allerdings entfällt der bisher zusätzlich gezahlte Bonus. Direkte Wettbewerber wie Clifford Chance, Gleiss Lutz oder Linklaters geraten dadurch immer stärker unter Zugzwang.

Freshfields zahlte im ersten Jahr bisher 100.000 Euro plus Bonus. Nach wie vor steigt das Festgehalt schrittweise an: Im zweiten Jahr gibt es nun 130.000 Euro, im dritten Jahr 140.000 Euro. In den höheren Berufsjahren kommen auch Boni hinzu. Mit der neuen Vergütungsstruktur – der ersten Veränderung seit immerhin sechs Jahren – setzt sich Freshfields nun wieder nahe an die Spitze der Gehaltstabelle.

Lohn- / Gehaltsabrechnung

In den vergangenen Jahren hatten bereits zahlreiche Wirtschaftskanzleien ihre Associategehälter erhöht. 120.000 Euro oder mehr bezahlten aber vor allem kleine Einheiten mit US-Anbindung, so etwa Milbank Tweed Hadley & McCloy, Sullivan & Cromwell sowie seit Kurzem Kirkland & Ellis, Skadden Arps Slate Meagher & Flom und Willkie Farr & Gallagher. Da diese Sozietäten in Deutschland jährlich oft nur eine Handvoll Associates einstellen, hielten sich die Auswirkungen auf den Gesamtmarkt in Grenzen.

Latham und Hengeler als Vorreiter

Im Kreis der größeren Top-Kanzleien mit jährlich mindestens 25 freien Stellen galt dagegen seit Jahren 100.000 Euro als Maßstab. Dies begann sich erst in letzter Zeit zu ändern: Im vergangenen Herbst erhöhte die US-Kanzlei Latham & Watkins (rund 30 Neueinstellungen) ihr Gebot auf 110.000 Euro plus Bonus. Im Sommer rief mit Hengeler Mueller (rund 50 Neueinstellungen) die erste deutsche Spitzenkanzlei 110.000 Euro bis 120.000 Euro auf, je nachdem, ob ein Bewerber einen LL.M.-Titel mitbringt oder nicht.

Dass Hengelers Schritt Signalwirkung für die übrigen führenden Kanzleien haben würde, war abzusehen. Schon im ersten Gehälterkrieg im deutschen Markt vor rund zehn Jahren war die Kanzlei mit zunächst 90.000, dann 105.000 Euro Maximalgehalt vorgeprescht. Freshfields und andere hatten bald darauf nachgezogen. In diesem Frühjahr erhöhte Freshfields zudem bereits am Londoner Standort ihr Einstiegssalär um 25 Prozent auf umgerechnet rund 110.000 Euro. Auch dort fiel dafür der Bonus im ersten Berufsjahr weg. (Norbert Parzinger)

Genauere Übersichten und Analysen zum Thema Associategehälter finden Sie ab Ende Oktober im azur Karrieremagazin 2/2017 (hier gibt’s azur).

Wie viel Anwälte aktuell in mehr als 300 Wirtschaftskanzleien in Deutschland verdienen können, lesen Sie unter www.azur-online.de/geld

VERWANDTE NACHRICHTEN

18.07.2016 – Associategehälter: Auch Skadden Arps und Quinn Emanuel legen nach

01.06.2016 – Signalwirkung: Hengeler stockt Associategehälter deutlich auf

23.05.2016 – London: Freshfields erhöht Associategehälter massiv

01.10.2015 – Associategehälter: Auch Latham & Watkins stockt auf